Energiewende braucht gute Begleitung

Die Zustimmung zur Energiewende ich unverändert hoch. Trotzdem müssen Poltik und Wissenschaft gute Strategien entwickeln, um den notwenigen Strukturwandel zu vermitteln.

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Um die Zweifler zu erreichen, solle man nicht mit den Gefahren des Klimawandels argumentieren, empfiehlt Ortwin Renn: „Wer den Klimawandel nicht für real hält, ist dafür nicht empfänglich.“ Besser sei es, auf die ökonomischen Perspektiven hinzuweisen, die erneuerbare Energien für die Kohleregionen bieten. In die gleiche Richtung zielt die Strategie, die untere Mittelschicht mit den Arbeitsplätzen zu überzeugen, die die Energiewende schafft. Auch das Gesundheitsargument sollte man ins Feld führen, sagt Renn.


Weitere Argumentationshilfen bietet im deutschsprachigen Raum das Portal Klimafakten. Im englischsprachigen Raum beschäftigt sich Climate Outreach mit Klimakommunikation.


Für die Akzeptanz der Energiewende sieht Ortwin Renn trotz der relativ hohen Zahl der Zweifler in Deutschland keine Gefahr. „84 Prozent sind von der Existenz des Klimawandels überzeugt. Das ist für eine Demokratie eine hohe Zahl. Auch die Zahl der Befürworter der Energiewende liegt stabil bei über 70 Prozent.“


Es bestehe aber eine Kluft zwischen der Zustimmung zum Ziel der Energiewende und ihrer  Umsetzung. Darin sieht Renn die Gefahr eines Umschwungs hin zur Ablehnung der Energiewende. „Das müssen wir versuchen zu verhindern“, sagt er.


Ähnlich ist die Einschätzung von Dirk Messner, Leiter des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik: „Die Studie zeigt, dass die Zustimmung zur Energiewende und zu  erneuerbaren Energien sehr hoch ist. Wenn die Politik deutlich macht, dass der Ausstieg aus der Kohle sozialverträglich gestaltet wird, dann gibt es eine solide Zustimmung zu einer klimaverträglichen Energieversorgung.“


Rechtspopulismus und Klimaskeptizismus hängen laut Messner zusammen. „Wähler rechtsextremer Parteien suchen nach einfachen Antworten: Mauern gegen Flüchtlinge, Protektionismus gegen chinesische Importe, zurück zum Nationalstaat statt komplexer Globalisierung.“ Die Klimaforschung zeige aber, dass Energiesysteme, Städte und Landnutzung neu ausgerichtet werden müssen, um Emissionen zu reduzieren. „Das verlangt nach Strategien des Strukturwandels. Wenn man den Klimawandel leugnet, kann alles bleiben wie es ist“, schlägt Messner die Brücke.


Rechtspopulismus signalisiere, dass Teile der Bevölkerung sich von all den Veränderungen überfordert fühlen. „Politik, aber auch Wissenschaft, muss für fairere Gestaltung all dieser Prozesse werben, zeigen, dass Lösungen möglich sind und so Perspektiven geschaffen werden können, empfiehlt Messner.


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