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Gesundheit & E-Health

Digitale Pflege

GKV-Spitzenverband erweitert Hilfsmittelverzeichnis

Peter Thelen

von Peter Thelen

veröffentlicht am 22.03.2021

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Digitale Pflegehilfsmittel sollen schneller Eingang in die Versorgung für gesetzlich Versicherte finden. Um dies zu fördern, hat der GKV-Spitzenverband das im März routinemäßig fortgeschriebene Hilfsmittelverzeichnis um zwei neue Untergruppen erweitert: In eine sollen Produkte aufgenommen werden, die zur Verbesserung kognitiver und kommunikativer Fähigkeiten dienen. Zur zweiten Untergruppe zählen Hilfsmittel, die den Versicherten bei der Bewältigung von krankheits- und therapiebedingten Anforderungen unterstützen. Hierzu zählen digitale Medikamentenspender, Trackingsysteme, Erinnerungshilfen und Produkte zur Gefahrenabwehr wie zum Beispiel zur Herdüberwachung.

Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandschef des GKV-Verbands, hofft, das es Herstellern entsprechender Produkte damit in Zukunft leichter fallen wird, die Aufnahme in das Hilfsmittelverzeichnis zu beantragen. Bisher laufe dieser Prozess nur schleppend. „In den vergangenen 12 Monaten hat uns ein einziger Antrag erreicht. Wir wollen aber, dass unsere Versicherten umfassend mit innovativen Produkten wie digitalen Assistenzsystemen versorgt werden. Daher meine dringende Aufforderung an alle Hersteller, sich mit neuen und innovativen Produkten rasch bei uns zu melden“, sagte Kiefer Tagesspiegel-Background.

Insgesamt scheint sich die 2017 mit der Reform der Hilfsmittelversorgung eingeführte Verpflichtung, das Hilfsmittelverzeichnis regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen, gleichwohl bewährt zu haben. Mit der Tagesspiegel Background vorliegenden vierten Fortschreibung wurden fast 4.000 neue Produkte in die Liste aufgenommen, rund 1.200 aktualisiert und etwas über 3.400 gestrichen, weil sie veraltet sind oder gar nicht mehr hergestellt werden. Verbesserungen gab es zum Beispiel bei den Hörgeräten. Erstmals findet sich ein Knochenleitungshörgerät im Leistungskatalog, das nicht implantiert werden muss und ohne Anpressdruck am Kopf funktioniert. Eine Innovation gab es auch bei motorbetriebenen Continuous-Passive-Motion (CPM)-Schulter- und Knieschienen.

Es stehen nun auch Produkte zur Verfügung, die der Patient zu Hause anwenden kann, um die Gelenkbeweglichkeit zum Beispiel nach einer OP wiederherzustellen. Bisher war das nur im begründeten Einzelfall im Rahmen einer Physiotherapie möglich. Bei orthopädischen Einlagen wird der 3D-Fuß-Scan nun Standard, außerdem können alternativ zu Leder „moderne“ Materialien wie Alcantara und Mikrofaser zum Einsatz kommen. Bei der jährlichen Aktualisierung der Liste wirken neben Krankenkassen und dem Medizinischen Dienst auch Patientenvertretungen, medizinische Fachgesellschaften und die Verbände von Herstellern und Leistungserbringern mit. Die Entwicklung immer besserer und zusätzlicher Hilfsmittel sorgt zusammen mit der Alterung der Gesellschaft dafür, dass die Ausgaben der Krankenkassen für Hilfsmittel deutlich zunehmen: Seit 2015 stiegen sie um über ein Fünftel von 7,6 auf 9,25 Milliarden Euro im Jahr 2020. pt

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