Luca App: Mehr als 3 Millionen Downloads

Lernen Sie den Tagesspiegel Background kennen

Sie lesen einen kostenfreien Artikel vom Tagesspiegel Background. Testen Sie jetzt unser werktägliches Entscheider-Briefing und erhalten Sie exklusive und aktuelle Hintergrundinformationen für 30 Tage kostenfrei.

Jetzt kostenfrei testen
Sie sind bereits Background-Kunde? hier einloggen

Die Kontaktnachverfolgungsapp Luca wurde bisher 3,1 Millionen mal heruntergeladen. Das teilte die Culture4life GmbH, die die Lizenzverhandlungen über die Luca-Nutzung führt, gestern mit. Außerdem seien bereits 60.000 Orte wie Restaurants oder Geschäfte des Einzelhandels registriert worden. Die Luca-App wurde von der Firma Nexenio entwickelt und soll Papierlisten in Restaurants, Kneipen und Veranstaltungsorten überflüssig machen und Infektionsherde schneller identifizieren. Zwölf Bundesländer haben bereits eine Lizenz über die Anbindung der jeweiligen Gesundheitsämter an das Luca-System erworben.

Laut einer Civey-Umfrage im Auftrag von t-online wären 50 Prozent der Befragten bereit, sich die App herunterzuladen. Weitere 14 Prozent würden die App nutzen, wenn sie verpflichtend wäre. 22 Prozent der Befragten gaben an, die App in keinem Fall nutzen zu wollen.

Die App hat in den vergangen Wochen, unter anderem durch die Bewerbung durch den Musiker Smudo, viel Aufmerksamkeit bekommen. Zahlreiche Spitzenpolitiker:innen setzten sich für einen Einsatz der App ein. Datenschützer:innen kritisieren die App jedoch, weil sie unter anderem Daten zentral speichere – und im Zweifelsfall Rückschlüsse auf Beteiligte von politischen, religiösen oder anderen Veranstaltungen zuließe. Der kürzlich veröffentlichte Teil des Quellcodes der App bestärkte zahlreiche Datenschützer:innen in ihrer Kritik.

Bereits Anfang März forderte der Bund die Länder auf, sich auf eine einheitliche digitale Lösung für eine Check-in-App zu einigen. Die Länder-Absprache scheiterte. Nun, einen Monat später, sind die Länder unabhängig voneinander bei einer nahezu einheitlichen Lösung angekommen: Zwölf Bundesländer planen den Einsatz der Luca-App oder haben bereits Nutzungsverträge abgeschlossen. Als erstes Bundesland hatte Mecklenburg-Vorpommern den Einsatz der App verkündet. In dem Land prüft nun die Vergabekammer, ob die Vergabe ohne Ausschreibung rechtmäßig war.

Die Luca App soll vor allem auch dienen, Veranstaltungen mit einem hohen Infektionsrisiko schnell zu identifizieren und Teilnehmende zu waren. Auch die Corona-Warn-App soll in den kommenden Tagen solch eine Cluster-Erkennungsfunktion bekommen. Die App von SAP und T-Systems wurde bisher mehr als 26 Millionen Mal heruntergeladen. Sie beruht weiterhin auf Anonymität und kann daher die laut Infektionsschutzverordnungen verpflichtenden Gäste- beziehungsweise Teilnehmerlisten nicht ersetzen. dab

Lernen Sie den Tagesspiegel Background kennen

Sie lesen einen kostenfreien Artikel vom Tagesspiegel Background. Testen Sie jetzt unser werktägliches Entscheider-Briefing und erhalten Sie exklusive und aktuelle Hintergrundinformationen für 30 Tage kostenfrei.

Jetzt kostenfrei testen
Sie sind bereits Background-Kunde? hier einloggen