Porträt Peter Lasinger

Peter Lasinger
Peter Lasinger, Managing Partner von capital300 (Foto: capital300)

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Peter Lasinger war schon früh in der Start-up-Szene aktiv. Während seines Wirtschaftsinformatik-Studiums in Österreich gründete er ein eigenes SaaS (Software-as-a-Service) Start-up, das jedoch erfolglos blieb. Heute unterstützt er am Standort Wien  junge Unternehmen mit dem Venture-Capital-Unternehmen capital300, das er vor zwei Jahren mit seinem Freund und Partner Roman Scharf gegründet hat.

Auch wenn das Geschäft als Investor mit Risiko behaftet ist, geht es für Lasinger dabei nicht um den Nervenkitzel. „Am meisten reizt mich, dass man mit tollen Persönlichkeiten zusammenarbeiten darf, die wirklich von Ihren Missionen getrieben sind und wo man mithelfen kann“, sagt er.  Dabei verlief Weg zum eigenen Unternehmen nicht direkt, sondern führte ihn nach Studium und aufgegebenem Start-up zunächst für sechs Jahre zum internationalen Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture, wo er in der  IT-Strategie tätig war. Doch auch als Manager dort hielt er den Kontakt zur Gründerszene.

„Ich habe während dieser Zeit Freunde und Bekannte unterstützt, ihre Unternehmen hochzuziehen und zu entwickeln“, sagt der heute 37-Jährige. Damals bekam Lasinger die Möglichkeit einen Hightech Gründerfonds (HTGF), wie es ihn in Deutschland gibt, auch in Österreich aufzubauen – den aws Gründerfonds. Dabei lernte er seinen künftigen Gründungspartner Roman Scharf kennen, der nach zehn Jahren im Silicon Valley in seine Heimat Österreich zurückgekehrt war. Zusammen erkannten die beiden das Problem der Anschlussfinanzierung in Österreich, aber auch den fehlenden Zugang zum internationalen Netzwerk für junge europäische Unternehmen.

Mehr Finanzierungsvolumen und Brücke in die USA

„Aus diesem Gedanken ist dann capital300 entstanden, weil wir gesagt haben, wir müssen das lösen, indem wir größere Finanzierungsvolumen bereitstellen, aber gleichzeitig eine Brücke in die USA schlagen“, erklärt Lasinger. Denn Europa werde immer attraktiver für Investoren. Die beiden Österreicher verfolgen die Strategie, als Co-Investoren mit anderen international bekannten Venture Capital Unternehmen vor allem in Start-ups zu investieren, die in der Technologie Branche erfolgreich werden wollen. Dabei nutzen sie das Wissen aus ihren eigenen Erfahrungen als Gründer und die Kontakte, die sie im Silicon Valley aufgebaut haben. Doch sie investieren nicht nur, sie unterstützen auch als Beiräte in den Unternehmen. 

So saß Lasinger seit 2015 für zwei Jahre im Beirat des Pharma-Unternehmens Panoptes und sammelte so neben seinem Schwerpunkt in der Technologiebranche auch Erfahrung in der Pharma- und Gesundheitsindustrie. Er sieht ein großes Potential in den verschiedenen Bereichen des digitalen Gesundheitswesens – gerade jetzt in der Corona-Pandemie. „Spätestens in der aktuellen Krise zeigt sich der Wert von Digital Health, insbesondere im Bereich der Telemedizin“, sagt er. „Der Vorteil liegt auf der Hand: Patienten können ihren Arzttermin per Video-Call wahrnehmen und müssen nicht in die Arztpraxen oder Krankenhäuser gehen. Das minimiert nicht nur das Ansteckungsrisiko, sondern auch den zeitlichen Aufwand für Patienten und entlastet Ärzte sowie medizinisches Personal.“ Eine digitale Verteilung und Verfügbarkeit von Diagnosen und Behandlungen könne dazu beitragen, mehr Menschen besser zu versorgen.

Digital Health-Konzerne im Amazon-Format?

Daneben gebe es weitere Vorteile: „Neben Effizienzsteigerung entstehen auch neue Diagnose-, Heil- und Betreuungsmöglichkeiten, von der Früherkennung gewisser Krankheiten über Ferndiagnose und -konsultation bis hin zu Software-basierten Therapieformen“, so Lasinger. Für die nächsten zehn Jahre prognostiziert er, dass man stärker von der Massenversorgung zur personalisierten Medizin komme. 

Auch aus seiner Investor-Perspektive bietet die Digitalisierung des Gesundheitswesens viele Chancen: „Die Skalierbarkeit von IT-getriebenen Geschäftsmodellen ermöglicht eine effiziente Bereitstellung von Services, was es Unternehmen erlaubt, gewinnbringend zu wirtschaften und damit auch für Investoren Wert zu schaffen.“ Nach Lasingers Meinung könnten in der Digital Health-Branche daraus Konzerne in der Größenordnung von Google, Amazon und Apple entstehen. Capital300 ist derzeit im Verhandlungen mit e-Health Start-ups, um dort zu investieren, allerdings bleiben deren Namen bisher noch unter Verschluss. Auch haben Peter Lasinger und sein Partner schon Investments in bestehende deutsche Unternehmen geplant, um auch hier die nötige Hilfe für neue strategische Entwicklung zu geben. Antonia Dittrich

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