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Verkehr & Smart Mobility

Standpunkt

Der Intelligente Geschwindigkeitsassistent ist ein wichtiger Schritt in eine sicherere Zukunft

Stephanie Leonard, Leiterin Innovation und Politik bei TomTom
Stephanie Leonard, Leiterin Innovation und Politik bei TomTom Foto: TomTom

Der Geschwindigkeitsassistent im Auto, der ab Mitte 2022 in neuen Fahrzeugmodellen Pflicht wird, ist ein notwendiger Schritt auf dem Weg zu sichererem Verkehr, schreibt Stephanie Leonard von TomTom. Indem die EU auf abschaltbare Assistenten und nicht auf Zwang setze, erhöhe sie die Akzeptanz neuer Technologien.

von Stephanie Leonard

veröffentlicht am 18.11.2021

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Die Zukunft der Automobilbranche wird in den kommenden Jahren neben der Digitalisierung vor allem durch die Weiterentwicklung von Fahrerassistenzsystemen geprägt sein. Technologien wie der Intelligente Geschwindigkeitsassistent ISA sind dabei nicht nur ein gutes Beispiel, zu welchen Innovationen die Branche fähig ist, sie tragen auch dazu bei, das Autofahren in Zukunft umweltverträglicher und sicherer zu machen.

Laut einer Studie, die die Europäische Kommission in Auftrag gegeben hat, sind 30 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle auf überhöhte Geschwindigkeiten zurückzuführen. Intelligente Fahrerassistenzsysteme können hingegen bei konsequenter Anwendung die Unfallrate im Straßenverkehr um bis zu 30 Prozent senken, wie die Society of Automotive Engineers (SAE) herausgefunden hat.

Doch nicht nur die Sicherheit der Fahrerinnen und Fahrer wird durch die neue ISA-Verordnung erhöht. Aufgrund der reduzierten Zahl von Verkehrsunfällen und der Einhaltung einheitlicher Geschwindigkeiten wird auch der Verkehrsfluss auf den Straßen verbessert. Dies geht einher mit weniger Staus, also weniger Zeit, die Menschen im Auto verbringen, und damit auch einer geringeren Belastung für die Umwelt.

Akzeptanz spielt eine Schlüsselrolle

Dass die verpflichtende Einführung von intelligenten Geschwindigkeitsassistenten einen relevanten Beitrag im Straßenverkehr leisten wird, ist unter Experten unumstritten. Doch auch die besten Ideen können nur Wirkung entfalten, wenn sie – wie in diesem Fall – von den Fahrerinnen und Fahrern angenommen und genutzt werden.

Ein erster wichtiger Schritt auf diesem Weg ist die EU bereits in der Entstehung der ISA-Verordnung gegangen. Indem die europäische Regulierungsbehörde gleich zu Beginn eine große Bandbreite an unterschiedlichen Parteien, wie zum Beispiel Forschungsinstitute, Fahrzeughersteller, Automobilzulieferer, Verkehrssicherheitsorganisationen und nationale Regierungen, mit einbezogen hat, wurde von Anfang an ein integrativer und transparenter Prozess in der Beschlussfindung sichergestellt.

Um die Akzeptanz weiter zu erhöhen, hat die EU ISA als System konzipiert, das eine zusätzliche Hilfe für Fahrerinnen und Fahrer darstellt und nicht etwa Zwang ausübt. Es handelt sich hierbei also explizit um einen Assistenten: Die Autofahrerin beziehungsweise der Autofahrer hat weiterhin zu jeder Zeit die Kontrolle über und somit auch die Verantwortung für das Fahrzeug. Der Geschwindigkeitsassistent unterstützt dabei, Tempolimits einzuhalten und warnt vor deren Überschreitung, sollte man einmal unachtsam oder abgelenkt sein. Es handelt sich bei ISA nicht um ein totalitäres oder autonomes System, es kann jederzeit von der Fahrerin oder dem Fahrer überstimmt oder sogar abgeschaltet werden.

Zusätzliche Informationen statt Zwang

Auch eine hohe Genauigkeit und Funktionsfähigkeit trägt zu einer regelmäßigen und konsequenten Nutzung solcher Systeme bei. Deshalb stellt die EU sicher, dass bei der Typengenehmigung jedes Fahrzeugs getestet wird, ob der Geschwindigkeitsassistent mit einer Genauigkeit von mindestens 90 Prozent Tempolimits entweder durch Verkehrsschilderkennung oder über Kartendaten erkennt.

Die stetige Verbesserung und Weiterentwicklung von Fahrerassistenzsystemen ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen in der Automobilbranche. Der Einsatz dieser Technologien wird die Straßen sicherer und das Autofahren für alle Beteiligten angenehmer machen und dabei zusätzlich einen Beitrag zu einem umweltverträglicheren Verkehr leisten. Diese Systeme leisten einen besonderen Mehrwert: Sie stellen zusätzliche Informationen zur Verfügung und geben Impulse, damit Fahrerinnen und Fahrer in Zukunft noch bessere Entscheidungen im Verkehr treffen können und werden daher immer mehr Einzug in neue Fahrzeuge halten.

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