Porträt Hildegard Müller

Hildegard Müller
Hildegard Müller, Präsidentin, Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) (Foto: dpa)

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Angst vor dem offenen Diskurs habe sie nicht, sagte die neue Autopräsidentin jüngst bei ihrem ersten Pressegespräch. „Ich möchte die Diskussion prägen, intern und nach außen“, kündigte Hildegard Müller an, die sich keine 100 Tage Zeit im neuen Amt ließ, um mit ihrer Agenda an die Öffentlichkeit zu gehen. Ein neuer Ton im VDA, nach Jahrzehnten wieder eine Frau an der Spitze des mächtigen Verbandes – und ein großes Versprechen: Man wolle die „Menschen mitnehmen“, fügte die 52-jährige Präsidentin hinzu. Da ist viel zu tun. Und: Wohin soll es gehen?

Die Zukunft der deutschen Autobranche ist so ungewiss wie noch nie und die Strategien, wie man in der Transformation überleben will, könnten unterschiedlicher nicht sein. Hildegard Müller muss dafür eine gemeinsame Sprache finden und darf sich nicht dem Verdacht aussetzen, sich auf die Seite eines starken Autokonzerns zu schlagen. „Eine unternehmerische Wette ist nicht die Aufgabe des VDA“, sagte sie. Und mit dieser Wette dürfte das vehemente Bekenntnis von VW-Chef Herbert Diess gemeint sein, der ganz auf Elektromobilität setzt und das Konzept der Technologieoffenheit für grundfalsch hält.

Die Diplomkauffrau und frühere Staatsministerin im Kanzleramt hat Managementerfahrung (bei RWE/Innogy) und kann einen heterogenen Verband in schwieriger Zeit führen: Von 2008 bis 2016 steuerte sie den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), in dem neben Atom- und Kohlekonzernen auch die Erzeuger erneuerbarer Energien und viele Mittelständler vertreten sind. Ihre Parteikarriere begann Ende der 1990er als Vorsitzende der Jungen Union; bis 2008 saß Müller im Bundesvorstand der CDU. Auf der Bühne – sei es bei Vorträgen oder in Talk-Shows – fühlt sich die eloquente Rheinländerin zu Hause. Anders als ihr Vorgänger Bernhard Mattes kann Müller erklären, warum Autos mit Verbrennungsmotor auch 2030 noch gebraucht werden. Klar, „der Klimawandel ist nicht verhandelbar“, fügt die VDA-Präsidentin hinzu. Wie das eine mit dem anderen zusammenpasst, wird sie in den kommenden Monaten und Jahren erklären müssen. Henrik Mortsiefer

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