Standpunkt Pro: Automatisiertes Fahren sorgt für mehr Sicherheit

Hochautomatisierte Fahrzeuge erhöhen die Sicherheit auf der Straße, ist Georges Massing, Bereichsleiter Digital Vehicle and Mobility bei Mercedes-Benz, überzeugt. Denn die Systeme machen kaum Fehler: Sie trinken nicht, werden nicht müde und können in mehrere Richtungen gleichzeitig schauen. Die Fehlerquelle Mensch wird damit minimiert.

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Seit der Erfindung des Automobils 1886 setzen wir stetig Maßstäbe in der Fahrzeugsicherheit. Die Technologie des automatisierten Fahrens ist dabei keine Ausnahme. Frühe Beispiele hierfür sind ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) und ABS (Antiblockiersystem). Mit der zunehmenden Automatisierung der Systeme können wir inzwischen in vielen Gefahrensituationen im Straßenverkehr eingreifen: Wenn ein Unfall beispielsweise durch einen unaufmerksamen oder abgelenkten Fahrer droht, können Fahrassistenzsysteme situationsabhängig auf die Gefahr reagieren und so mögliche Kollisionen in ihrer Schwere mindern oder sogar ganz vermeiden. Diese teilautomatisierten Systeme können nicht nur einen Schutz für die Fahrzeuginsassen bieten, sondern auch für die sogenannten verletzlichen Verkehrsteilnehmer, wie Fahrradfahrer und Fußgänger. So werden gerade im urbanen Umfeld viele brenzlige Situationen entschärft.

Bereits bei heutigen Fahrassistenzsystemen kommt moderne Sensorik wie Ultraschall, Radar aber auch Stereokameras zum Einsatz. Durch die sogenannte Sensor-Fusion, also die intelligente Vernetzung aller gesammelten Sensordaten können wir Entlastung im Alltag durch situationsgerechte Unterstützung bei Geschwindigkeitsanpassung, Abstandregelung, Lenken und Spurwechsel bieten. So kann beispielsweise der Aktive Abstands-Assistenten die Geschwindigkeit auf langsamer vorausfahrende Fahrzeuge automatisch regeln. Das ist vor allem in anstrengenden Situationen angenehm, wie beim automatischen Wiederanfahren im Stop-and-Go-Verkehr. Der Fahrer kann so länger fit bleiben und sein Ziel sicherer und komfortabler erreichen. 

Beim hochautomatisierten Fahren gehen wir noch einen Schritt weiter und beziehen die Informationen weiterer Sensoren in die Fusion ein, wie beispielsweise dem Lidar. Mit der voraussichtlichen Einführung in der zweiten Jahreshälfte 2021, vollziehen wir mit dem Drive Pilot einen Paradigmen-Wechsel: Das Fahrzeug übernimmt die Fahraufgabe und der Fahrer kann die Zeit im Stau mit Nebentätigkeiten, wie beispielsweise im Internet surfen nutzen. Rechtlich ist die Geschwindigkeit dieser Fahrzeuge auf deutschen Autobahnen aktuell auf 60 km/h begrenzt. Neben dem Komfortgewinn muss der Sicherheitsaspekt eines solchen Systems hervorgehoben werden, denn es ist auf Sicherheit getrimmt: Es ist nie müde, trinkt nicht, schaut gleichzeitig nach vorne, zur Seite und nach hinten und kann selbst bei Fehlern auf Redundanzen zurückgreifen – in Software und Hardware. Das Prinzip dieser doppelten Absicherung ist von Flugzeugen bekannt. Fällt ein System aus, steht noch das andere zur Verfügung. 

Beim Menschen gibt es heute leider nicht nur die vorbildlichen Fahrer, die in jedem Moment fahrtüchtig und aufmerksam sind und sich stets regelkonform verhalten. Zahlen der Bundesstatistik belegen: 90 Prozent der Ursachen bei Unfällen mit Personenschaden sind auf menschliche Fehler zurückzuführen. Der Drive Pilot sowie die zukünftigen Entwicklungen auf diesem Feld bieten einen Komfortgewinn für den Fahrer und werden einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit leisten.

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