Porträt Tamara Zieschang

Tamara Zieschang
Tamara Zieschang, Staatssekretärin, Bundesverkehrsministerium (Foto: BMVI)

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Als sie im Dezember 2019 nach Berlin ins Bundesverkehrsministerium wechselte, wusste Tamara Zieschang, worauf sie sich einlässt. Einen großen Teil ihrer Arbeitskraft widmet die Christdemokratin dem Desaster um die Pkw-Maut, das lange vor ihrer Berufung angerichtet wurde. Anfangs sagte die neue Staatssekretärin noch, sie kenne die Vorgänge vor allem aus den Medien. Mittlerweile hat Zieschang sich aber tief in die Vorgänge eingearbeitet, wie auch Politiker einräumen, die nicht ihrer Partei angehören.

Die Affäre, die den Steuerzahler mehr als 600 Millionen Euro kosten könnte, wird seit Dezember 2019 durch einen Untersuchungsausschuss des Bundestages aufgeklärt. Der Ausschussvorsitzende Udo Schiefner von der SPD bescheinigt Zieschang, sich „kooperativ und fair“ zu verhalten. Die Parlamentarier im Ausschuss konnten ihr abringen, dass mehr als 2000 Blatt Ministeriumsakten wieder freigegeben wurden, die von Andreas Scheuers Haus zuvor als vertrauliche Verschlusssache eingestuft worden waren.

In der Sache freilich verteidigt Zieschang ihren Minister: Er habe keine Fehler gemacht, dass der Europäische Gerichtshof die Maut stoppen würde, sei nicht abzusehen gewesen – obwohl etliche Europarechtler genau das vorhergesagt hatten.

Wie so viele politische Beamte ist auch die 49-Jährige Juristin. Sie promovierte in Bonn, arbeitete in Berliner Wirtschaftskanzleien und beim Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken. Neben ihrer beruflichen Laufbahn trieb sie ihre politische Vernetzung voran. Sie war Vorsitzende des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS). 2009 wollte sie für die CDU in den Bundestag einziehen, scheiterte aber in ihrem brandenburgischen Wahlkreis. Und Platz 7 auf der Landesliste zog nicht.

Kurz darauf wurde sie aber Staatssekretärin für Wirtschaft in Schleswig-Holstein. Durch den Regierungswechsel 2012 war sie gezwungen, in gleicher Funktion in die CDU-geführte Regierung von Sachsen-Anhalt zu wechseln. Nach der Landtagswahl 2016 blieb sie zwar in Magdeburg, ging aber ins Innenministerium. Als Scheuers Staatssekretär Guido Beermann (CDU) 2019 zum Infrastrukturminister von Brandenburg ernannt wurde, war Zieschangs Weg in die Bundespolitik frei. Jens Tartler

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