Sichere Gasversorgung für Europa

Die Umweltschutzorganisation Urgewald apelliert an die KfW, Kredite für eine neue Gaspipeline genau zu prüfen. Kürzlich scheiterten Pläne für ein ähnliches Projekt. Die EU arbeitet weiter an einer Strategie für eine sichere Versorgung mit Erdgas.

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Der Southern Gas Corridor soll Erdgas von Aserbaidschan über Georgien, die Türkei, Griechenland und Albanien nach Italien bringen. Das Gasfeld ist im Besitz von British Petroleum, dem russischen Konzern Lukoil und dem aserbaidschanischen Staatskonzern SOCAR. Im Dezember hatten die Weltbank, die Asian Development Bank und die Asian Infrastructure Bank Kredite von insgesamt 1,8 Milliarden Euro für die Pipeline bewilligt.


„Daraus sollte jetzt kein Automatismus folgen, dass auch die Europäische Investitionsbank und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung beantragten Kredite genehmigen“, sagt Regine Richter, Energieexpertin bei Urgewald. Bei den beiden Europäischen Förderbanken lägen Kreditanträge über drei Milliarden Euro vor. Urgewald hatte die Pipeline schon länger wegen der Menschrechtsverletzungen in Aserdaidschan kritisiert. Nun könne wegen des Ausnahmezustandes in der Türkei keine ordentliche Sozialprüfung für das Teilstück durch die Türkei stattfinden, sagt Richter.


In ihrer EU-Energy-Roadmap 2050  schreibt die EU allerdings, dass Europa in Zukunft von erheblichen Gasimporten abhängig sein werde. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass Erdgas in Zukunft fossile Brennstoffe ersetzen soll. Der prognostizierte Gesamtverbrauch bleibt aber aufgrund von Effizienzmaßnahmen bis 2035 in etwa gleich, heißt es in einem Memo der EU zur Sicherheit der Gasversorgung innerhalb der EU. Um sie zu verbessern die EU-Kommission vor wenigen Tagen eine Verordnung vorgelegt.


2014 war die South Stream Pipeline von Russland in die EU gescheitert. Russlands Präsident Putin begründete dies damals mit einer Blockadehaltung der EU. 2016 kündigten Putin und der türkische Erdogan dann den Bau der Pipeline Turkish Stream an. Zusammen und der geplanten Pipeline Nord Stream soll sie das Staatsgebiet der Ukraine bei der Belieferung der EU mit Gas umgehen.


Mit der Frage, ob die jetzige Gasinfrastruktur ausreicht, um Versorgungssicherheit in der EU zu gewährleisten, hat sich der Volkswirt Harald Hecking vom EWI in einer Studie beschäftigt. Er nimmt an, dass im Jahr 2035 sechs Prozent der steigende Importe aus Russland durch den South Stream Corridor gedeckt werden. Sehr stark wachsen aber wird seinen Erkenntnissen nach der Marktanteil von Flüssiggas aus Katar den USA und anderen Staaten.

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