Solarnutzung mit dem Mobiltelefon wächst rasant

Knapp 20 Prozent der weltweit verbrauchten Energie sind erneuerbar erzeugt worden. Allerdings ist die Hälfte davon noch immer traditionelle Biomasse. In Peking hat das Renewable Energy Policy Network for the 21st Century (REN21) seinen Jahresbericht zum Stand der erneuerbaren Energien vorgelegt.

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Solarenergie ist unschlagbar billig geworden. Das Ergebnis ist ein rasantes Wachstum weltweit. Moderne Erneuerbare erzeugen nach Angaben des Netzwerks REN21 gut zehn Prozent der weltweit verbrauchten  Energie. Davon sind 4,2 Prozent Geothermie und Solarthermie, 3,6 Prozent Wasserkraft, 1,6 Prozent Wind und Photovoltaik und 0,8 Prozent Biokraftstoffe. Fossile Energieträger dominieren also mit knapp 80 Prozent weiterhin den Markt. Bei der Stromerzeugung liegen die Erneuerbaren weltweit inzwischen bei 24,5 Prozent des Verbrauchs (Wasserkraft 16,6 Prozent, Wind 4, Bioenergie 2, Photovoltaik 1,5 Prozent).


Der Transport-, Wärme- und Kältesektor dagegen hinkt immer noch hinter dem Stromsektor her, schreibt REN21. Schifffahrt und Luftfahrt würden die größte Herausforderung bei der Dekarbonisierung darstellen. Beim Autoverkehr aber gebe es starke Veränderungen: 2016 wurden 775.000 Elektroautos verkauft. Damit stieg ihre Gesamtzahl auf über zwei Millionen.


Im weltweiten Markt für erneuerbare Energien hat REN21 folgende Entwicklungen ausgemacht:


Erneuerbare werden zur kostengünstigsten Option: „In Dänemark, Ägypten, Indien, Mexiko, Peru und den Vereinten Arabischen Emiraten wurden kürzlich Verträge für erneuerbaren Strom zum Preis von 5 Dollarcent pro Kilowattstunde oder weniger abgeschlossen. Diese Preise lagen damit weit unter den entsprechenden Kosten für fossile Brennstoffe und Atomstrom in diesen Ländern“, schreibt REN21.


Beim Kochen mit Solarenergie liegen die Preise allerdings weit über der günstigsten Option, dem Kochen mit Biogas. Es ist sogar billiger als das Kochen mit Holz oder Holzkohle, dem immer noch am meisten genutzten Energieträger. Fast 50 Millionen häusliche Biogasanlagen wurden seit 2014 weltweit installiert, die allermeisten in China.


Die Integration von Strom aus erneuerbaren Quellen in die Netze scheint weiterhin gut zu klappen: „Eine zunehmende Anzahl an Ländern managt zu Spitzenzeiten Netze mit 100 oder sogar mehr Prozent erneuerbarem Strom erfolgreich. Das zeigt, dass die Integration hoher Anteile variabler erneuerbarer Energien auch ohne fossile oder nukleare Grundlast gelingen kann“, heißt es in dem Bericht.


International ein bedeutender Trend waren Pay-As-You-Go-Geschäftsmodelle mit Mobiltelefonen. Dabei zahlen die Nutzer über das Mobiltelefon Photovoltaikanlagen ab, die ihnen vorab zur Verfügung gestellt werden. Die ökonomische Bedeutung dieses Segments zeigt sich in den Investitionen, die in Pay-As-You-Go-Solarfirmen flossen. 2012 waren es nur drei Millionen Dollar, berichtet REBN21. Bis 2016 stiegen die Investitionen auf  insgesamt 223 Million Dollar.


Auch der Markt für Solaranlagen in netzfernen Regionen entwickelte sich schnell weiter: Mehr als acht Millionen Einheiten wurden 2016 verkauft, die meisten in Indien und Kenia. Damit wuchs ihre Zahl gegenüber 2015 um 70 Prozent. REN21 wertet diesen Trend zu Erneuerbaren in Entwicklungsländern als Paradigmenwechsel.


Stabil sind die Trends bei den politischen Rahmenbedingungen: Australien, Argentinien und Bolivien verabschiedeten neue Gesetze für erneuerbare Energien. Nur wenige Länder in Afrika, dem Nahen Osten und in Asien haben noch gar keine Gesetze dieser Art. Bei den Ländern mit Gesetzen zu erneuerbarer Wärme und Kälte zeigt die Weltkarte allerdings sehr viel mehr weiße Flecken.

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