Unterstützung für Klimaschutz und Energiewende

Alle zwei Jahre lässt das Bundesumweltministerium die Einstellungen der Deutschen zur Umwelt- und Klimapolitik erforschen. Die jeweiligen Minister können sich der Unterstützung in der Bevölkerung sicher sein.

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Die deutschen Umweltminister können sich seit gut 20 Jahren darauf verlassen, dass um die 20 Prozent der Bevölkerung Umwelt- und Klimapolitik als das wichtigste Thema ansehen. Auch bei der elften Umweltbewusstseinsstudie waren es 21 Prozent. Die Studie wird alle zwei Jahre erstellt und beruht auf Online-Befragungen von rund 4000 Personen aus allen Gesellschaftsschichten und Altersgruppen. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sieht in dieser Stabilität einen Ansporn.


Die Umweltbewusstseinsstudie zeigt jedoch auch, dass die öffentliche Konjunktur von Themen auch die Einschätzung der Relevanz von Umweltproblemen stark beeinflussen. 90 Prozent der Deutschen findet Plastikmüll in den Weltmeeren bedrohlich, 74 Prozent sogar sehr bedrohlich. Aber nur 55 Prozent schätzen den Klimawandel als sehr bedrohlich ein, als bedrohlich verstehen ihn allerdings 89 Prozent der Befragten. Und dass die Abholzung von Wäldern von 71 Prozent der Befragten als sehr bedrohlich eingeschätzt wird, während die deutschen Wälder immer dichter werden, zeigt auch, dass die Sorge vor Umweltbedrohungen weit weg in den Tropen fast durchgehend als größer eingeschätzt werden als die in Deutschland. Denn mit der Umweltsituation in Deutschland sind 75 Prozent der Befragten zufrieden.


Deutsche sind skeptisch, dass der Klimawandel aufzuhalten ist


Der Optimismus, dass der Klimawandel gebremst werden kann, und die Weltwirtschaft bis 2100 treibhausgasfrei sein wird, hält sich bei den Deutschen in Grenzen. Dennoch sehen mehr als die Hälfte der Deutschen die Klimapolitik als sehr wichtig an. Besonders große Zustimmung findet die Forderung, klimaschädliche Subventionen zu streichen. Das finden 59 Prozent sehr wichtig und weitere 31 Prozent wichtig. Das Umweltbundesamt hat errechnet, dass allein die klimaschädlichen Verkehrssubventionen im vergangenen Jahr 28 Milliarden Euro ausmachten. Allerdings definiert das Finanzministerium die Steuerbefreiung für Flugbenzin oder die geminderte Mineralölsteuer für den Diesel – 2016 waren das allein acht Milliarden Euro, die dem Fiskus entgangen sind – nicht als Subventionen. Im Subventionsbericht der Bundesregierung tauchen diese Steuergeschenke nicht auf.


Große Zustimmung findet bei den Deutschen auch der weitere Ausbau erneuerbarer Energien. 59 Prozent finden das sehr wichtig, weitere 30 Prozent finden den Ausbau wichtig. Das Verbot von besonders klimaschädlichen Produkten findet bei 58 Prozent der Befragten große Zustimmung, bei weiteren 31 Prozent Zustimmung. Auch eine deutliche Verteuerung von Kohlendioxid-Zertifikaten im Emissionshandel hält eine Mehrheit von 53 Prozent für sehr wichtig und 32 Prozent sind damit einverstanden. Von der Förderung von Elektrofahrzeugen dagegen halten nur 29 Prozent der Befragten viel, und 39 Prozent finden sie ok. Begeisterung sieht anders aus.

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