„Viele halten den Luftverkehr für den Klimakiller Nummer eins“

Mit einem Klimareport will die Luftverkehrsbranche ihr Image verbessern. Und vom Staat fordert sie die Luftverkehrsteuer zurück, um effizientere Flugzeuge zu kaufen. Ein Interview.

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Herr von Randow. Der Luftverkehr hat kein besonders klimafreundliches Image.

Das stimmt leider. In d

Herr von Randow. Der Luftverkehr hat kein besonders klimafreundliches Image.


Das stimmt leider. In der allgemeinen Bevölkerung ist die Vorstellung weit verbreitet, dass Flugzeuge unglaublich viel Kohlendioxid ausstoßen. Viele halten den Luftverkehr für den Klimakiller Nummer eins. Seit Jahren lassen wir über die Forschungsgruppe Wahlen die Bürger schätzen, was ein Flugzeug pro Person auf 100 Kilometern an Treibstoff verbraucht.


Mit dem Ergebnis?


Rund 40 Prozent schätzen: 20 Liter. Weitere 35 Prozent glauben: sogar mehr als 40 Liter. Tatsächlich sind es aber nur 3,64 Liter im Schnitt. Das ist übrigens einer der Gründe, warum wir mit einem regelmäßigen Report über Energieeffizienz und Klimaschutz im Luftverkehr aufklären.


Warum bemüht sich ihre Branche um internationalen Klimaschutz im Luftverkehr?


Vor allem zwei Dinge treiben uns an: Wir möchten, dass weltweit für Airlines gleiche Wettbewerbsbedingungen herrschen also Klimaschutz international geregelt wird. Zweitens wollen wir weitere technische Fortschritte, die den Verbrauch beim Fliegen reduzieren. Denn weniger Treibstoff bedeutet immer auch weniger CO2. Und es hilft uns beim Kostensenken.


Was sind Hürden, die die heimischen Unternehmen auf dem Weg zum Ziel bremsen?


Insbesondere in Deutschland belegt der Staat den Luftverkehr mit Sonderbelastungen, der Luftverkehrsteuer zum Beispiel. Dadurch fehlen uns inzwischen Milliarden für die Investition in energieeffizientere und leisere Flugzeuge. Das ist ökonomisch und ökologisch völlig kontraproduktiv.


Was schlagen Sie vor?


Ordnungspolitisch am saubersten und vernünftigsten wäre es, die Regierung würde diese Sonderbelastungen sofort von uns nehmen. Wenigsten aber sollte sie diese Mittel nicht weiter im Haushalt vergraben, sondern neben Forschungsprogrammen den Fluggesellschaften im Rahmen eines Förderprogramms wieder zukommen lassen. Konkret könnte die Regierung mit dem Geld die Anschaffung leiserer und sparsamerer Flugzeuge fördern.


Matthias von Randow (58) ist seit 2011 Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Die Fragen stellte Kevin P. Hoffmann.

er allgemeinen Bevölkerung ist die Vorstellung weit verbreitet, dass Flugzeuge unglaublich viel Kohlendioxid ausstoßen. Viele halten den Luftverkehr für den Klimakiller Nummer eins. Seit Jahren lassen wir über die Forschungsgruppe Wahlen die Bürger schätzen, was ein Flugzeug pro Person auf 100 Kilometern an Treibstoff verbraucht.

Mit dem Ergebnis?

Rund 40 Prozent schätzen: 20 Liter. Weitere 35 Prozent glauben: sogar mehr als 40 Liter. Tatsächlich sind es aber nur 3,64 Liter im Schnitt. Das ist übrigens einer der Gründe, warum wir mit einem regelmäßigen Report über Energieeffizienz und Klimaschutz im Luftverkehr aufklären.

Warum bemüht sich ihre Branche um internationalen Klimaschutz im Luftverkehr?

Vor allem zwei Dinge treiben uns an: Wir möchten, dass weltweit für Airlines gleiche Wettbewerbsbedingungen herrschen also Klimaschutz international geregelt wird. Zweitens wollen wir weitere technische Fortschritte, die den Verbrauch beim Fliegen reduzieren. Denn weniger Treibstoff bedeutet immer auch weniger CO2. Und es hilft uns beim Kostensenken.

Was sind Hürden, die die heimischen Unternehmen auf dem Weg zum Ziel bremsen?

Insbesondere in Deutschland belegt der Staat den Luftverkehr mit Sonderbelastungen, der Luftverkehrsteuer zum Beispiel. Dadurch fehlen uns inzwischen Milliarden für die Investition in energieeffizientere und leisere Flugzeuge. Das ist ökonomisch und ökologisch völlig kontraproduktiv.

Was schlagen Sie vor?

Ordnungspolitisch am saubersten und vernünftigsten wäre es, die Regierung würde diese Sonderbelastungen sofort von uns nehmen. Wenigsten aber sollte sie diese Mittel nicht weiter im Haushalt vergraben, sondern neben Forschungsprogrammen den Fluggesellschaften im Rahmen eines Förderprogramms wieder zukommen lassen. Konkret könnte die Regierung mit dem Geld die Anschaffung leiserer und sparsamerer Flugzeuge fördern.

Matthias von Randow (58) ist seit 2011 Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Die Fragen stellte Kevin P. Hoffmann.

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