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Cybersecurity

Standpunkte It’s Digitalkompetenz, stupid!

Michael Littger, Geschäftsführer DsiN
Michael Littger, Geschäftsführer DsiN Foto: HPI/Nicole Krüger

Kriminalität verlagert sich immer weiter ins Netz; die Leidtragenden sind auch Unternehmen und Verwaltungen. Die sollten auf kompetente Angestellte setzen, schreibt Michael Littger.

von Michael Littger

veröffentlicht am 04.04.2023

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Datendiebstahl bei Unternehmen, Ransomware in Bildungseinrichtungen und professionelle Desinformationskampagnen vor Wahlterminen: Die IT-Sicherheitslage in Deutschland ist wachsenden Bedrohungen ausgesetzt. Dies bekräftigt die Kriminalstatistik aus der vergangenen Woche: BKA-Präsident Holger Münch hob hervor, dass die Kriminalität immer weiter in den digitalen Raum vordringe.

Das stellt Strafverfolgungsbehörden vor zusätzliche Aufgaben – und eben auch jene, die Zielscheibe der wachsenden Cyberkriminalität sind: große und kleine Unternehmen, die öffentliche Verwaltung, politische Institutionen, Betreiber Kritischer Infrastrukturen und letztlich alle Bürgerinnen und Bürger – etwa über das „Einfallstor Router“ im Homeoffice.

Cyberangriffe betreffen alle. Und auch Abwehr von Cyberangriffen ist eine gemeinsame Herausforderung. Organisationen sind auf Angestellte angewiesen, die Phishing-Versuche erkennen und nicht auf Fake News reinfallen. Wer Risiken einschätzen kann, Lösungen kennt und auch anwendet, wird auch die meisten der heutigen Angriffsvektoren erkennen, richtig reagieren und Schaden abwenden.

Es geht darum, so viele Menschen wie möglich zum sicheren und souveränen Umgang im digitalen Raum zu befähigen – selbstverständlich unabhängig vom Bildungsgrad, Beruf oder Alter. Mit dem DsiN-Digitalführerschein wurde vor einem Jahr ein neuer Ansatz gewählt, den Erwerb digitaler Basiskompetenzen zu vereinfachen und über die Bereitstellung eines Zertifikats zu würdigen.

Kompetenzen stärken

Über 56.000 absolvierte Prüfungen verzeichnete der Digitalführerschein in seinem ersten Jahr. Neue Fokusmodule für Künstliche Intelligenz und Computersprachen kamen hinzu. Verwaltungen gehörten zu den ersten Partnern, die das kostenfreie Angebot für sich und ihre Angestellten entdeckt haben. In der Stadt Pinneberg hing der Erste Stadtrat das Zertifikat in seinem Büro auf – viele Kolleg:innen folgten.

Die Attraktivität bezieht der DiFü aus seiner Verankerung in etablierten Kompetenzrahmen: Seine Inhalte orientieren sich am European e-Competence Framework, den Vorgaben der VdS-Richtlinien, dem BSI-Grundschutz und den Medienkompetenzrahmen der Länder. Nutzer:innen können ihren Wissensstand einstufen lassen und die Lernmodule in drei Anforderungsstufen selbstgesteuert absolvieren.

Digitalkompetenz als Baustein von Cyberresilienz

Die Nachfrage des Digitalführerscheins zeigt, dass der digitale Kompetenzaufbau in der Breite der Gesellschaft gelingen kann. Dabei hilft die Einbettung in ein Netzwerk von Partnerschaften und Initiativen, die auf den Transfer von Digitalkompetenzen spezialisiert sind.

Für die Zukunft wird es darauf ankommen, Digitalkompetenzen noch stärker als Baustein einer cyberresilienten Gesellschaft und IT-Sicherheitsstrategie zu verankern. Dabei ist klar, dass die Nachfrage sowohl vom Engagement einzelner Organisationen und ihren Menschen abhängt – als auch von der nachhaltigen Unterstützung der sie tragenden Institutionen und Einrichtungen.

Der Startschuss zur bundesweiten Informationskampagne des Digitalführerscheins mit Innenstaatssekretär Markus Richter in der vergangenen Woche am Hauptbahnhof Berlin hat dafür ein wichtiges Aufbruchsignal gegeben: Bis zum Sommer 2023 werden Menschen bundesweit an über 2.400 Orten ermuntert, am DsiN-Digitalführerschein teilzunehmen. Erste Unternehmen haben bereits zurückgemeldet, dass sie den DiFü bei künftigen Bewerbungsverfahren zugrunde legen wollen. So kann sie gelingen – die digitalkompetente, cyberresiliente Gesellschaft.

Michael Littger ist Geschäftsführer von Deutschland sicher im Netz e. V. Die gemeinnützige Einrichtung betreibt den DsiN-Digitalführerschein mit Mitteln der Bundesrepublik Deutschland und Förderung des Bundesministeriums des Innern und für Heimat und in Partnerschaft mit seinen Mitgliedern.

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