Die Leistungsfähigkeit von Anthropics KI-Modell Claude Mythos lässt manche schon von einem Paradigmenwechsel beim Umgang mit Schwachstellen ausgehen. Aleksandra Sowa sieht auch an anderer Stelle einen Trend zur maschinellen Generierung Übertragung von Lagebild-Informationen. Derweil werde es Menschen nach wie vor rechtlich und prozessual schwer gemacht, sicherheitsrelevante Informationen zu melden.
Der Kampf gegen staatlich geförderte Cyberkriminelle ist nur erfolgreich, wenn die operativen und diplomatischen Maßnahmen koordiniert erfolgen. Statt Einzelmaßnahmen braucht es eine kohärente Strategie gegen Cyber-Proxys – und den politischen Willen.
Deutschland ist nicht so krisenfest, wie es glaubt. Das neue Kritis-Dachgesetz ist ein überfälliger Schritt. Doch es reicht nicht aus. Was das Land jetzt braucht: politischen Mut, konkrete Verordnungen und gezielte Investitionen. Ein Appell von Carsten Feddern, Geschäftsführer des Verbands für Sicherheitstechnik.
Rund um die Eudi-Wallet und ihre Funktionen als digitaler Ausweis und Tool zur Altersfeststellung gibt es viele Missverständnisse, sagen Martin Steinebach und York Yannikos vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie. Politik und Öffentlichkeit sollten das Schutzniveau für Minderjährige und den Grad an Anonymität realistischer einschätzen.
Ein exklusives KI-Frontier-Modell aus den USA verschärft Europas digitale Abhängigkeit. „Mythos“ von Anthropic analysiert Schwachstellen in bislang unerreichter Tiefe. Europäische Akteure bleiben dabei außen vor, was massive Konsequenzen für das globale Cybersicherheitsgleichgewicht haben könnte.
Für viele deutsche C-Levels sind Third-Party-Angriffe noch eine große Unbekannte. Dabei nutzen Hacker externe Dienstleister – wie API-Anbieter, Wartungsfirmen oder Outsourcing-Services – lediglich als Einfallstor, um ihr eigentliches Ziel zu kompromittieren. Das macht diese Angriffsvektoren besonders raffiniert und vielschichtig. Wie ein adäquater Schutz gelingt.
Die rasante Verbreitung von KI-gestützten Cyberbedrohungen stellt die Zuverlässigkeit der Systeme, auf die sich die Europäer täglich verlassen, auf die Probe. Rick Driggers argumentiert, dass das Vertrauen der Bürger in Institutionen nur geschützt werden kann, wenn Europa bei der Cyberabwehr eine von Menschen gesteuerte KI nutzt, um diese zu modernisieren und die Cyberresilienz von Behörden zu stärken.
Es ist eine grundlegende Sicherheitsmaßnahme, durchaus mit Wirkung: Access Control als einziges Mittel zum Grundrechtsschutz beim Einsatz einer Software wie Palantir auszuweisen, wirft einige Fragen auf.
Mit dem geplanten Ausbau des BND in Bonn-Mehlem bringt die Bundesregierung zwei Aufgaben wieder näher zusammen, die vor rund 35 Jahren bewusst getrennt wurden: sichere Verschlüsselung entwickeln und Verschlüsselung knacken. Damit könnte ein zentrales Prinzip der deutschen Cybersicherheitspolitik aufgeweicht werden – mit Folgen für Vertrauen, Sicherheit und staatliche Glaubwürdigkeit.
Während noch über den Einsatz von KI-Systemen diskutiert wird, zieht am Horizont schon die nächste Neuerung heran: Quantencomputing. Der rheinland-pfälzische Landesdatenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann sieht Prüfungsbedarf, ob die Rechtsgrundlagen für Nachrichtendienste und Polizei den Besonderheiten dieser Technologie gerecht werden.
Die erste NIS-2-Bilanz ist ernüchternd: Mehr als die Hälfte der Unternehmen ignoriert die Registrierungspflicht. Es braucht nun mehr Klarheit – und ein konsequenteres und mutigeres Vorgehen des BSI.
Der Personalbereich wird verstärkt als Einfallstor für Cyberangriffe genutzt. Gefälschte Profile, automatisierte Screenings, bestandene Video-Interviews – insbesondere mithilfe von KI erfolgen Angriffe auch immer häufiger abseits der Tech-Branche. Was Unternehmen tun können, um sich dagegen besser zu wappnen, erläutert Brett Winterford von Okta Threat Intelligence im Standpunkt.
Inzwischen dürfte allen Organisationen klar sein, dass sie sich mit Cybersicherheits-Risiken auseinandersetzen müssen. Doch zu oft enden die Risikobetrachtung und die darauf basierenden Sicherheitsmaßnahmen bei den eigenen Systemen. Dabei haben auch Softwareprodukte eine Lieferkette – und es drohen zahlreiche Sicherheitsrisiken. Um auch Software-Hersteller zur Mitwirkung zu bewegen, ist die Politik gefragt.
Der Weltraum ist längst zur Arena geopolitischer Rivalitäten geworden. Europa muss souveräne Kapazitäten aufbauen, um seine eigene Sicherheit zu garantieren. Deutschland geht mit gutem Beispiel voran.
Deutsche Sicherheitsbehörden sind von US-Software wie Palantir abhängig. Doch das Vertrauen in die USA fehlt. Solche Konflikte lassen sich nicht mehr über die juristischen Grundkategorien von Besitz und Eigentum analysieren und regulieren. Im Digitalen braucht es eine dritte Kategorie, schreibt Martin Wolff vom Hasso-Plattner-Institut in seiner Perspektive.
Die NIS-2-Vorgaben sind nicht dazu da, Start-ups die Arbeit zu erschweren. Stattdessen steckt in der Regulierung eine Chance, europaweit zu skalieren und die eigenen unternehmerischen Risiken besser zu managen.
Europa nimmt Microsoft ins Visier: Die EU-Kommission untersucht Cloud-Lock-ins, der Data Act verbietet ab 2027 Wechselgebühren. Doch digitale Souveränität entsteht nicht durch Regulierung allein, sondern erst dort, wo Alternativen existieren. Der Lackmustest folgt jetzt in der Umsetzung.
Europa will technologisch unabhängig werden, doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Es wird wohl, ähnlich wie im Falle Chinas, ein Vierteljahrhundert dauern, bis man in die Nähe dieses Ziels kommt, schreibt Matthias Schulze von der Uni Hamburg in dieser Kolumne. Wenn Europa dann auch noch zeitgemäße, konkurrenzfähige Produkte bieten wolle, führe an Open Source kein Weg vorbei.
Die Bundesregierung investiert zwar Rekordsummen in Cybersicherheit, doch ohne institutionelle Reformen verpufft der Effekt, kritisiert der Berater Andreas Barke von Hisolutions und warnt gar vor einer Aushöhlung. Er erläutert das strukturelle Dilemma und erklärt, was andere Staaten besser machen.
Biometrische Daten, Datenbanken mit sensiblen Informationen, KI-Training, oder der (automatisierte) Abgleich mit sozialen Netzwerken – die Vorhaben der Regierung werden stark kritisiert. Auch von der Gesellschaft für Informatik, die von der Regierung Transparenz fordert.
Im November 2024 platzte die geplante Weltraumsicherheitsstrategie. Nun will die Bundesregierung eine ressortübergreifende Weltraumsicherheitsarchitektur ausbauen. Entscheidend wird sein, ob sie auch die Cyberdimension ernst nimmt – nicht als Anhängsel, sondern als zentrales Designkriterium.
Der Sketch zum Frühstücksei von Loriot verrät viel über unser Verhältnis zu Zahlen: Vieles liegt im Gefühl. Das hilft beim Verstehen der Evaluierung der Cybersicherheitsstrategie des BMI aus dem Jahr 2021. Die Selbsteinschätzung zur Umsetzung ist eher ein Stimmungsbild. Experten sehen das realistischer.
Bis Ende 2027 müssen Hersteller von digitalen Produkten laut Cyber Resilience Act Sicherheitsmaßnahmen vorweisen können, wenn sie in der EU verkaufen wollen. Doch die Vorgaben seien vage, die klärenden harmonisierten Standards kämen zu spät, klagen viele. Sarah Fluchs wirbt für einen Perspektivwechsel: Die EU überlässt es aus gutem Grund den Herstellern, im Detail zu entscheiden, wo und wie bei ihren Produkten Risiken zu adressieren sind.
Der Staat muss digitale Räume schützen, um die Grundrechte der Bürger:innen wirksam zu bewahren. Gleichzeitig wachsen technische Herausforderungen, die Outsourcing kaum vermeidbar machen. Sarah Rachut, Rechtsprofessorin an der TU Braunschweig, erläutert im Standpunkt, was das für die digitale Souveränität bedeutet, besonders in sensiblen Bereichen wie der Polizeiarbeit.
Wenn die NIS-2-Richtlinie beschlossen ist, geht es um eine effiziente Umsetzung. Denn neue gesetzliche Pflichten machen noch keine bessere IT-Sicherheit. Auch im Haushalt müssen entsprechende Mittel für Personal eingeplant werden.
Digitale Souveränität ist mehr als ein politisches Schlagwort. Sie entscheidet über die Handlungsfähigkeit im Krisenfall. Ohne Multi-Cloud und offene Technologien bleiben Unternehmen von einzelnen Anbietern abhängig.
Der Bund täuscht sich: Wenn er nachgelagerte Behörden und Kommunen von Cybersicherheitspflichten ausnehmen möchte, macht er sich angreifbar. Und überlässt die Lasten der Wirtschaft.
Die Hanoi-Konvention der Vereinten Nationen wird am kommenden Samstag unterzeichnet. Russland hat den internationalen Vertrag gegen Cyberkriminalität nicht nur befürwortet, sondern aktiv vorangetrieben. Seine cyberdiplomatischen Ziele hat die russische Föderation damit trotzdem nicht erreicht.
Das BSI hat kürzlich eine Handreichung zur Auslegung der NIS-2-Schulungspflicht für Geschäftsleitungen vorgelegt. Das Dokument ist vorläufig und unverbindlich – und hat doch einen genaueren Blick verdient, findet Aleksandra Sowa. Schließlich adressiert es nur am Rand, woran es Führungskräften in der Praxis häufig wirklich fehlt: Die Fähigkeit, Umsetzungslücken zu erkennen und unaufgeregt und pragmatisch geeignete Lösungen auszuwählen, statt Tech-Trends hinterherzujagen.
Cyberangriffe und gezielte Desinformation sind längst Teil des hybriden Kriegs gegen westliche Demokratien. Auch Deutschland ist verstärkt Ziel solcher Angriffe und muss klären, wie weit eine aktive Abwehr gehen darf – rechtlich, technisch und ethisch.
Während digitale Souveränität in Europa und Wege aus der technologischen Abhängigkeit von den USA weiterhin die Debatten prägen, kündigen SAP und Microsoft feierlich an, was Verwaltung, Schulen und Universitäten in Deutschland und Europa ihrer Ansicht nach demnächst nutzen sollen: KI-Technologie des US-Anbieters Open AI. Michael Littger und Dennis Kipker vom Cyberintelligence Institute ordnen im Standpunkt die Ereignisse ein.
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat einen deutschen „Cyber Dome“ vorgeschlagen. Was sich hinter dem Schlagwort verbirgt, ließ er jedoch offen. Richtig durchdacht und umgesetzt, könnte so ein Schutzschild Kommunen, Kritische Infrastrukturen, Mittelständler und Privathaushalte stärken. Doch dafür braucht es mehr als markige Worte, meint Sven Herpig.
Phishing-Mails, Desinformation, Spionage: Irans Cyberarmeen erweitern ihr Operationsfeld – und deutsche Universitäten, Behörden und Unternehmen geraten zunehmend ins Visier. Eskalationen im Nahen Osten könnten so auch mitten in Europa digitale Brandherde entfachen.
Deutschland hat mehr Strategien, Behörden und Gesetze als je zuvor – und kann die zunehmenden Cyberbedrohungen kaum mehr bewältigen. Leuchtturmprojekte überdecken, dass operative Resilienz und Fachkräfte fehlen. Warum es jetzt einen radikalen Kurswechsel braucht, skizziert Sven Herpig.
Der Schaden durch Cyberangriffe für die deutsche Wirtschaft liegt bei Hunderten Milliarden Euro jährlich. Die Politik muss NIS-2 rasch umsetzen und Teile des Sondervermögens in Cyberabwehr investieren, fordert Cisco-Deutschlandchef Uwe Peter.
Eine Verordnung auf EU-Ebene sieht vor, maschinenrechtliche Vorschriften auch hierzulande noch einmal anzufassen. Was bisher untergeht: Cybersecurity wird damit rechtlich zum Bestandteil von Arbeitsschutz und Produktsicherheit – mit weitreichenden Folgen, wie Chris Dercks von der IT-Beratung F5 erklärt.
Desinformation betrifft nicht nur junge Menschen, sondern durchzieht alle Altersgruppen. Gerade ältere Erwachsene sind anfällig, schreiben Tim Stuchtey und Hanna Denecke vom Brandenburgischen Institut für Gesellschaft und Sicherheit. Warum Medienkompetenz nicht an der Schule enden darf und welche neuen Wege der Prävention es gibt, erläutern sie in ihrer Kolumne.
Deutschland steckt in der Krise. Da braucht es Utopien, um das Land wieder nach vorne zu bringen. Für die Cybersicherheit kann die von BSI-Präsidentin Claudia Plattner ausgerufene Cybernation diese Utopie sein, findet Wolfgang Steiger. Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats nennt im Standpunkt konkrete Ziele, was Deutschland als Cybernation erreichen soll.
Die Vereinten Nationen haben einen neuen permanenten Cybersicherheitsdialog etabliert. Die Konzeption ist alles andere als ideal, sagt Alexandra Paulus von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Dennoch bieten sich für die deutsche Cyberdiplomatie wichtige Stellschrauben, um eigene Positionen und die von Wissenschaft und Wirtschaft in den Dialog einzubringen.
Ein fehlerhaftes Update führte vor einem Jahr zum größten IT-Panne der Geschichte. Erst kürzlich hat Microsoft eine entscheidende Konsequenz gezogen, doch ein zentrales strukturelles Problem bleibt weiter bestehen, analysiert Dennis-Kenji Kipker.
Der EU Space Act legt Mindestanforderungen für Weltraumaktivitäten fest, die vor allem auf den Schutz vor den Gefahren durch Weltraumschrott, Cyberrisiken und eine nachhaltige Nutzung des Weltraums zielen. Doch dichte Detailvorgaben, komplexe Regelungen und ein Gemisch aus Zuständigkeiten der EU und nationaler Stellen sorgen für Fragen bei Weltraumakteuren, insbesondere bei kleinen Unternehmen und Start-Ups.
Beteuerungen zu digitaler Souveränität gab es in letzter Zeit viele. Doch unter dem Deckmantel entsprechender Versprechungen bauen Konzerne wie Microsoft etwa durch Investitionen in kostenlose Schulungsinitiativen ihre Macht weiter aus, warnt Dennis-Kenji Kipker.
Der Weg zur digitalen Souveränität ist mühsam, aber alternativlos, schreibt Ron Kneffel, Vorstandsvorsitzender der CISO Alliance. Damit Open-Source-Lösungen und europäische Anbieter zu konkurrenzfähigen Alternativen werden, brauche es mehr als die Hilfe der Politik.
Skandale wie das „Signal-Gate“ der US-Regierung zeigen, dass Sicherheitslücken oftmals ganz oben in der Hierarchie beginnen. Deshalb plädiert IT-Sicherheitsexpertin Aleksandra Sowa in ihrer Kolumne dafür, nicht nur jene Nutzenden mit Sicherheitsanforderungen zu drangsalieren, die wenig zu sagen haben. Die Regulierung müsse dabei auch die Anbieter in den Fokus rücken, schreibt sie.
Mit dem Digitalministerium will die Koalition aus CDU, CSU und SPD der Digitalisierung endlich den Stellenwert einräumen, den sie verdient. Das ist ausdrücklich zu begrüßen – doch ein neues Ministerium macht noch keine sichere IT-Infrastruktur. Entscheidend ist, dass die besonderen Anforderungen an die Absicherung von KI-Anwendungen berücksichtigt werden – sonst könnte aus dem neuen Digitalministerium schnell ein Ministerium für digitale Unsicherheit werden, warnen Sven Herpig und Paul Zenker.
Auch Kritische Infrastrukturen werden in Deutschland über kurz oder lang mit KI geschützt werden müssen, sagt Marco Eggerling, Global CISO bei Check Point Software Technologies GmbH. Schließlich setzten Angreifer ebenfalls auf KI-Systeme.
Deutschland schützt Daten wie kein anderes Land. Doch bei Cyberinnovationen hinken wir hinterher. Warum wir trotz exzellenter Forschung und Gründer scheitern, wo andere Länder Champions hervorbringen – und welche sechs Stellschrauben wir drehen müssen, um aus der Cybernation endlich eine Innovationsmacht zu machen.
Mit jeder Legislatur kommen neue Vorschläge für Behörden, Plattformen und Programme – doch wer evaluiert, was wir schon haben? Deutschlands Cybersicherheitsarchitektur ist längst unübersichtlich, redundant und ineffizient. Statt immer neuer Akteure, braucht es den Mut zu einer unabhängigen Bewertung und Konsolidierung bestehender Strukturen – doch nicht durch eine Doge-Sonderbehörde nach US-Vorbild, sondern mittels kritischer Expertise und institutionellem Realismus, fordert Sven Herpig.
Es klingt beinahe dystopisch: Große Sprachmodelle reproduzieren Themen russischer Desinformation in 33 Prozent der von Forschenden beobachteten Fälle. Russische Desinformationsakteure versuchen zunehmend, die von LLMs generierten Ergebnisse zu beeinflussen. Gleichzeitig verstärkt sich der Effekt dieses „LLM-Grooming“ durch Normalisierung von Desinformation und Lügen in der Politik, schreiben Mateusz Łabuz und Matthias Schulzye vom IFSH.
Russland setzt auf hybride Bedrohungen, China auf zunehmende Cyberaggressionen und in den USA verbündet sich der Präsident mit den Techbro-Milliardären. Aus dem Bundesinnenministerium klingt derweil dröhnende Stille, kritisiert Manuel Atug von der AG Kritis. Für ihn ist klar: Es geht um mehr als nur digitale Souveränität.
Die gegenwärtige US-Regierung unterminiert demokratische Grundprinzipien wie die Rechtsstaatlichkeit. Noch beunruhigender ist, dass US-Präsident Donald Trump und seine Gefolgsleute geradezu symbiotische Beziehungen zu global agierenden Technologieunternehmen unterhalten. Diese Verflechtungen werfen weitreichende Fragen hinsichtlich der Souveränität und Sicherheit unserer eigenen digitalen Infrastruktur auf. Umso dringlicher ist eine fachliche Diskussion, fordert Sven Herpig.
Ein Vortrag von Lufthansa-Ciso Naby Diaw ließ Dirk Kunze über den Umgang mit Fehlern in der Sicherheit nachdenken. In einem anschließenden Austausch stellten beide fest, dass man sich den gleichen Gedanken aus unterschiedlicher Richtung angenähert hatte. Was Luftfahrt und IT-Sicherheit gemein haben, kommentiert Kunze im Standpunkt.
Europa muss die militärische Innovation beschleunigen. Deutschland kann vorangehen: mit einer Militärinnovationsagentur nach dem Vorbild der Darpa und dem Erfahrungswissen der Sprind.
Der russische Angriff auf die Ukraine verstärkte Cyberbedrohungen für die Nordics. Trotz massiver Angriffe werden die Angriffe oft nicht Russland zugeschrieben. Warum üben sich skandinavische Staaten in Zurückhaltung, während die baltischen Länder offensiver agieren? Ein Blick auf Strategien und Herausforderungen.
Die USA hat die geopolitischen Regeln geändert, mit Europas Sonderstellung ist es vorbei. Europa muss jetzt neue Fähigkeiten entwickeln, damit es zu einer neuen digitalen Weltmacht werden kann, schreibt Martin Wolff vom Hasso-Plattner-Institut in seiner Perspektive.
Eine Abkehr von der Naivität der vergangenen Jahrzehnte fordern die beiden stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Agnieszka Brugger und Konstantin von Notz. Um aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen zu begegnen, brauche es einen neuen Konsens auf europäischer Ebene. Mit Partnernationen in Asien und Australasien sollte verstärkt zusammengearbeitet werden.
Angriffe auf die Kritische Infrastruktur nehmen zu und Zukunftstechnologien können als Waffe eingesetzt werden. Umso mehr muss die Mitigation von Abhängigkeiten ins Zentrum der Sicherheitspolitik rücken, schreibt der ehemalige Kom-Chef des Hamburger Hafens, Hans-Jörg Heims, in seinem Standpunkt. Er erläutert, warum sich die neue Bundesregierung auf europäischer Ebene für Cloud-Entwicklungen einsetzen muss.
Cyberangriffe finden in Deutschland täglich statt. Der Digitalverband Bitkom hat dazu eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt sowie eine Bestandsaufnahme zur Umsetzung von Cybervorhaben in der Nationalen Sicherheitsstrategie erstellt. Die Ergebnisse werden am Donnerstag vorgestellt. Verbandspräsident Ralf Wintergerst formuliert vorab zentrale Forderungen an die Politik.
Im Vorfeld der Bundestagswahl sind Innere Sicherheit und Migration die dominierenden Themen. Das wirkt sich auch auf die Digital- und Cybersicherheitspolitik der Parteien aus, der Koalitionsvertrag der Ampel scheint vergessen. Die Wahlprogramme im Check.
Auch Hochschulen sind Opfer von Cyberangriffen. Aufgrund ihrer dezentralen und freien Struktur ist es aber besonders schwer, sie zu schützen. Warum es an Universitäten eine neue Kultur der Sicherheit braucht und welche konkreten Maßnahmen noch infrage kommen, schreibt Tim Stuchtey.
In den USA und der EU stehen neue Akteure an den Schaltknöpfen der globalen Digitalpolitik. Welche Einflüsse, welche Schwerpunkte können sie auf internationaler Ebene geltend machen? Was heißt das für die Digitalpolitik von G20, UNO oder BRICKS? Und was machen China und Russland? Wolfgang Kleinwächter wagt den Ausblick.
Die deutsche Digitalisierung stockt – mit negativen Folgen für Wirtschaft und Verwaltung. Eine neue Strategie für Schlüsseltechnologien wie KI und Cybersicherheit könnte Milliarden sparen und Deutschland wieder auf Erfolgskurs bringen findet Claudia Eckert vom Fraunhofer-Institut AISEC. Im Standpunkt erläutert sie, wie die digitale Kehrtwende 2025 in die Gänge kommen kann.
Blockaden in der Digitalisierung entstehen nicht durch Gesetze, sondern durch ihre Auslegung, findet Timo Kob. In seiner Kolumne kritisiert er, dass oft wichtige Schutzmechanismen instrumentalisiert werden, um den digitalen Fortschritt zu blockieren. Er erläutert, wie pragmatische Fortschritte erzielt werden können, ohne wichtige Standards zu gefährden.
Der Crowdstrike-Vorfall am 19. Juli 2024 hat eindrucksvoll und sehr plastisch vor Augen geführt, wie groß die digitale Angriffsfläche ist. Doch wie gut ist Deutschland auf den Ernstfall vorbereitet? Mit Blick auf das vergangene Jahr blickt Claudia Plattner durchaus auf Erfolge – sieht aber auch noch Nachholbedarf für das kommende.
Wie kann Europa auf das Unerwartbare vorbereitet sein? Der Niinistö-Bericht liefert praxisnahe Ansätze zur Stärkung von Cyberresilienz und sektorenübergreifender Sicherheit. Eine europäische Strategie ist gefragt, um Gefahren entschlossen zu begegnen, erläutert Annegret Bendiek von der Stiftung Wissenschaft und Politik in dieser Kolumne.
Die wachsende Komplexität von Sicherheitsgesetzen wie dem NIS2UmsuCG und DORA und die steigende Anzahl von Minimaleingriffen durch den Gesetzgeber machen die Regulierung der IT-Sicherheit intransparenter. Eine mit den relevanten Gesetzen trainierte KI könnte Gesetzesentwürfe analysieren, deren Auswirkungen auf bestehende Regelungen prüfen und entsprechende Änderungsvorschläge formulieren, schreibt Aleksandra Sowa. Doch welche Auswirkungen hätte das für die Demokratie?