Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) : DSGVO-Verstoß: Microsoft droht Sammelklage in Irland
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Microsoft steht wegen mutmaßlicher Datenschutzverstöße bei seinem Werbesystem vor einer Sammelklage in Irland – mit möglichen Konsequenzen für das Werbegeschäft des Konzerns in der gesamten EU. Wie der Irish Council for Civil Liberties (ICCL) am gestrigen Montag mitteilte, wurde beim High Court ein Antrag eingereicht, um eine entsprechende Klage nach der EU-Kollektivrechtsschutzrichtlinie zu starten. Die zivilgesellschaftliche Organisation will erreichen, dass Microsoft sein System mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Einklang bringt. Die Anwendung betrifft das sogenannte „Real-Time Bidding“ – ein Verfahren, bei dem personenbezogene Daten in Echtzeit an Werbetreibende übermittelt werden.
Der Fall könnte weitreichende Folgen für Microsofts Aktivitäten im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum haben. Grund dafür sei, dass sich der EU-Hauptsitz des Konzerns in Irland befindet, erläutert der ICCL. Betroffen seien Nutzende zahlreicher Microsoft-Produkte wie Windows, Xbox, Office im Web, dem vorinstallierten Edge-Browser sowie Apps und Webseiten, die Microsofts Werbetechnologie Xandr verwenden.
Nach Angaben von ICCL gehe es um die unkontrollierte Weitergabe sehr sensibler personenbezogener Informationen. Darunter fielen unter anderem Daten über die finanzielle Situation, das Spielverhalten oder sogar Hinweise auf Tätigkeiten im Bereich der nationalen Sicherheit. Diese Informationen würden laut ICCL ohne ausreichenden Schutz in einem Datenökosystem verbreitet, das für potenziellen Missbrauch offen sei.
ICCL stützt seine Anschuldigungen auf eigene Recherchen. Die Organisation gibt an, sich als Datenkäufer ausgegeben und dabei Zugriff auf tausende sogenannte RTB-Datensegmente erhalten zu haben. Diese seien Microsoft-Nutzenden in Irland zugeordnet gewesen. Das Verfahren stelle eine massive Verletzung des Datenschutzes dar, kritisiert der ICCL, da Microsoft nach der Weitergabe der Daten keinerlei Kontrolle mehr über deren Verwendung habe.
Die Organisation sieht darin nicht nur eine Gefährdung der Privatsphäre, sondern auch ein Risiko für die Sicherheit in Europa. Ziel der Klage sei es, Microsoft zu verpflichten, seine Systeme grundlegend zu überarbeiten und in Einklang mit den Datenschutzvorgaben der EU zu bringen. emu
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