Die USA haben neue, im Ausland produzierte mobile Robotermodelle weitgehend vom Markt ausgeschlossen. Das ist mehr als eine Handelsmaßnahme. Mobile Robotik wird damit zur geopolitischen Schlüsseltechnologie. Entscheidend ist, dass Europa nicht nur auf Washington schaut, sondern die eigenen Rahmenbedingungen für Hersteller und Anwender verbessert.
Vier Generationen von Beschäftigten arbeiten heute zusammen, mit Generation Alpha werden es bald fünf. Die einen haben ihre Expertise ohne generative KI aufgebaut, die anderen beginnen ihr Berufsleben mit ihr. Julia Bangerth, Personalvorständin bei Datev, erklärt, worauf es ankommt, damit daraus kein Generationenkonflikt wird.
Künstliche Intelligenz treibt den deutschen Rechenzentrumsmarkt an, die Bundesregierung hat große Ausbauziele gesetzt. Doch an etablierten Standorten wird der Strom knapp, und wer keinen Netzanschluss bekommt, investiert an anderen Standorten, warnt Volker Ludwig vom Rechenzentrenbetreiber Digital Realty.
Im KI-Rennen gilt Bremsen als Schwäche. Doch genau das könnte zum Verhängnis werden. Während Donald Trump den globalen Wettlauf gegen China beschleunigt, warnen Forscher vor einer Entwicklung. Warum freiwillige Selbstverpflichtungen nicht ausreichen.
Die EU hat Google 60 Tage gegeben, um jahrelange Verstöße gegen den Digital Markets Act abzustellen. Der Fall entscheidet, wer künftig die Spielregeln unserer Demokratie bestimmt.
Der Digitale Omnibus soll verhindern, dass sehr große Digitalkonzerne den Wert öffentlicher Daten einseitig abschöpfen. Seine neue Preis- und Lizenzlogik könnte öffentliche Stellen jedoch gerade dazu bewegen, mit diesen Unternehmen besonders lukrative Vereinbarungen zu schließen.
Geht es nach der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“, soll jedes Grundschulkind ein „KI-Seepferdchen“ erwerben. Doch zugleich stellt sich die Frage, wie gut Schulen und Staat selbst schwimmen können? Dominik Theis schreibt, worauf es nun ankommt.
Die Bundesregierung möchte keine Grundgesetzänderung. Entsprechend muss das BSI sich mit Kooperationsvereinbarungen behelfen, um föderal handlungsfähig zu sein. Die ideale Lösung ist das nicht.
Die EU-Vorhaben für digitale Souveränität kopieren Trumps Logik des Rechts des Stärkeren und sie vertiefen Abhängigkeiten sogar, schreibt Aline Blankertz. Sie schlägt einen anderen Weg vor, um mit kollektiver Selbstbestimmung digitale Technologien gemeinwohlorientiert zu gestalten.
Die EU will mit dem Public Procurement Act (PPA) ihr Vergaberecht grundlegend verbessern. Die vorliegenden Eckpunkte des Verordnungsentwurfs gehen in die richtige Richtung. Der PPA kann somit zu einer industriepolitischen Weichenstellung werden. Dazu muss das neue Vergaberecht europaweit gelten und einfach sowie rechtssicher sein. Andernfalls droht der PPA hinter seinen hochgesteckten Zielen zurückzubleiben.
KI boomt, doch gerade kleine und mittlere Unternehmen, die in Deutschland einen Großteil der Betriebe ausmachen, bleiben oft außen vor. Vier Stolperfallen bremsen den produktiven Einsatz.
Demografischer Wandel und KI verändern, was der öffentliche Dienst können muss, und wie schnell sich das wandelt. Eine Studie im Auftrag des IT-Planungsrats zeigt: Es fehlt nicht an Konzepten für die Personalentwicklung und den Kompetenzaufbau für die digitale Verwaltung, sondern am politischen Willen für die Durchsetzung. Wir brauchen den „Personal-Stack“, um auch in diesem Bereich aufzuholen.
Open Source stärkt die Unabhängigkeit des Staates. Entscheidend sind tragfähige Ökosysteme. Statt neue Lösungen zu entwickeln, sollte sich die öffentliche Hand stärker an bestehenden Projekten beteiligen – unterstützt durch ein zentrales Open Source Program Office.
In den laufenden Landtagswahlkämpfen liefern auch KI-Übersichten Informationen und teils eine Art Wahlempfehlung. Doch die Quellenauswahl ist begrenzt und der Prozess intransparent. Für Matthias Spielkamp und Clara Helming ist das eine problematische Entwicklung.
Künstliche Intelligenz soll die Arbeit beschleunigen, die Kosten senken und produktiver machen. Alexander Hendorf vom Python Software Verband zeigt, dass diese Rechnung für Software-Entwickler nicht aufgeht. Welche Folgen damit für die Organisation einhergehen.
Studieren wird für viele junge Menschen zur finanziellen Belastungsprobe. Das hat Folgen für Deutschlands digitale Zukunft. Denn ein Bafög, das die Lebenshaltungskosten nicht deckt und viele Studierende zur Erwerbsarbeit neben dem Vollzeitstudium zwingt, verschärft soziale Ungleichheit. Es drohen jene Fachkräfte zu fehlen, die Deutschland für Digitalisierung, KI und Technologieforschung dringend braucht, schreibt Rahel Schüssler vom freien Zusammenschluss von Student:innenschaften.
Serious Games sind Spiele, die nicht der reinen Unterhaltung dienen, sondern auch Informationen transportieren und Bildung ermöglichen. Damit sind sie auch ein geeignetes Mittel, um vor allem in der aktuellen Zeit Demokratiebildung zu vermitteln. Doch diese Spiele kranken leider häufig an mangelnder Reichweite.
Politische Radikalisierung ist ein Problem unserer Zeit und auch die Welt der Games bildet da leider keine Ausnahme. Zwar vertritt die absolute Mehrheit der Gamer:innen eine klare Haltung gegen Extremismus, doch wie in vielen Communitys werden auch dort extremistische Inhalte verbreitet. Um dem entgegenzusteuern, braucht es eine engmaschige Zusammenarbeit unterschiedlicher Institutionen.
Regulatorische Verfahrensketten dauern im deutschen Telekommunikationsmarkt inzwischen bis zu sieben Jahre. Das zeigen zentrale Verfahren, bei denen es um wichtige Entscheidungen zum Zugang zum Kupfernetz, zu Glasfaseranschlüssen und zu Leerrohren geht. Der Wettbewerb hat das Nachsehen. Das sollte sich ändern.
Bisher haben die EU-Mitgliedstaaten noch keine Entscheidung in Bezug auf das obere 6-GHz-Band getroffen. Die öffentliche Konsultation läuft noch wenige Tage. Zur Debatte steht, ob das Frequenzspektrum Mobilfunktechnologien wie 5G zugewiesen wird, oder ob es ohne Lizenz für alle verfügbar sein soll.
Open AI und Anthropic berichten von KI-Systemen, die aus Testumgebungen ausbrachen und sich unbefugt Zugang zu realen Systemen verschafften. Die Vorfälle zeigen nicht nur technische Risiken – sondern auch, wie leicht sich Verantwortung zwischen Unternehmen, Entwicklern und autonomen Systemen auflösen kann.
Derzeit herrscht ein regelrechter Stablecoin-Hype. Doch der Lobgesang darf nicht über die Risiken hinwegtäuschen, die mit dem Wachstum dieser Kryptowerte einhergehen. Denn Stablecoins sind trotz ihres Namens alles andere als stabil und wachsen zunehmend mit dem traditionellen Finanzsektor zusammen. Das gefährdet die Finanzstabilität, schreiben Carolina Melches und Laura Gaißmaier von Finanzwende Recherche.
Neben Desinformation werden Social Bots für Phishing-Angriffe und Betrugsversuche verwendet. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz erhöht die Glaubwürdigkeit. Eigentlich gibt es schon rechtliche Vorgaben, die die Risiken eindämmen sollen. Doch bisher wenden Plattformen die DSA-Standards und die eigenen Nutzungsbedingungen nicht konsequent genug an.
Deutschland steuert auf einen massiven Arbeitskräftemangel zu – und braucht dafür jährlich rund 400.000 Zugewanderte. Die geplante Work-and-Stay-Agentur soll Fachkräfteeinwanderung digital bündeln, Verfahren beschleunigen und die bisherige „Black Box“ für Bewerber und Arbeitgeber öffnen. Technisch ist das machbar, doch entscheidend wird die Umsetzung sein.
Damit Deutschland im globalen KI-Wettbewerb konkurrenzfähig bleibt, kommt es vor allem auf den unternehmerischen Mittelstand an. Ein wichtiges Standbein für seine Stärke in Deutschland ist die Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF). Dass die ohnehin schon knappen IGF-Mittel 2027 nun weniger werden, ist der absolut falsche Weg.
Heimliche Aufnahmen von Smart Glasses verletzen Persönlichkeitsrechte. Daraus folgt aber nicht, dass das Gerät rechtswidrig ist. Die Verbotsdebatte verstellt den Blick auf den Nutzen von Smart Glasses an anderer Stelle. Solange Betroffene nicht strukturell schutzlos bleiben und es technische Schutzmaßnahmen gibt, wäre ein Verbot unverhältnismäßig.
Gesundheitsdaten sind kein Randthema. Sie sind Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik zugleich. Wenn wir jetzt entschlossen handeln, kann Deutschland eine führende Rolle in der datengetriebenen Medizin übernehmen, schreibt Matthias Hiller, Mitglied im Gesundheitsausschuss und Berichterstatter für Gesundheitswirtschaft, im Standpunkt.
Seit Januar 2025 führt Deutschland schrittweise die digitale Rechnungsstellung ein, um Steuerbetrug zu vermeiden. Kleine und mittlere Unternehmen fürchten den Mehraufwand, doch Robert Mayr von Datev sieht im Digitalisierungsschritt eine große Chance.
Mit intelligenten Kamerabrillen können unauffällige Videoaufnahmen von Personen erstellt werden. Ihre Nutzung nimmt zu und wirft Fragen auf, die weit über den Datenschutz hinausgehen. Denn es geht auch darum, wie viel Privatsphäre wir als Gesellschaft im öffentlichen Raum bewahren wollen und können.
Zur Vorbereitung auf Allgemeine Künstliche Intelligenz (AGI) empfiehlt der Digitalverband Bitkom Rechenzentren, Wagniskapital und Fachkräfte. Doch nichts davon hilft gegen den KI-Kontrollverlust. Dabei kann KI schon heute ausbrechen und fremde Firmen hacken. Nötig ist ein globales Verbot für die Entwicklung von Superintelligenz.
Beim längst geltenden Data Act fehlt es an einer klaren Einordnung, welche Software-as-a-Service-Lösung als sogenannter Datenverarbeitungsdienst gilt. Aktuell wird dazu auch in den Digital-Omnibus-Verhandlungen diskutiert. Solange hier keine Klarheit herrscht, sollte von Durchsetzungsmaßnahmen in diesen strittigen Bereichen abgesehen werden.
Deutschland digitalisiert seine Verwaltung mit Milliardenaufwand – aber noch immer viel zu selten mit klarem Blick auf den tatsächlichen Nutzen. Wer weiter vor allem Plattformen, Online-Dienste, KI-Tools und OZG-Reifegrade zählt, verwechselt Umsetzung mit echter Digitaler Dividende.
Der AI Act zwingt Unternehmen ab sofort zur KI-Kompetenz. Richtig gelesen ist diese Pflicht der billigste Wettbewerbshebel, den Deutschland in diesem Jahrzehnt bekommt.
Seit dem 2. August gelten die Transparenzpflichten des AI Acts. KI-Inhalte müssen nun gekennzeichnet werden, einmal maschinenlesbar von den Anbietern neuer Systeme, sowie erkennbar von den Betreibern. Doch das Gesetz kennt viele Ausnahmen und die maschinenlesbare Kennzeichnung ist technisch anspruchsvoll. Ein Label allein schafft kein Vertrauen.
Zum 31. Juli 2026 tritt in Deutschland das „Recht auf Reparatur“ in Kraft. Diese Maßnahme ist entscheidend, um einen verantwortungsbewussteren Umgang mit unseren Ressourcen zu etablieren. Trotzdem trifft das Gesetz zum Teil auf viel Kritik – damit droht der positive Effekt zu verpuffen.
Wer trägt Schuld am „Ausbruch“ zweier KI-Systeme und am Hack der Plattform Hugging Face? Eine Antwort lautet: Auch unser Verständnis davon, welche Fähigkeiten wir bei KI-Systemen messen und was eine Evaluation überhaupt aussagen kann.
Die KI-Nutzung ist explodiert, die Qualifizierung von Führungskräften und Mitarbeitern hinkt hinterher. Welche Archetypen es beim Umgang mit KI gibt und wie man Fehler bei der eigenen Entscheidungsfindung hinterfragen kann, schreibt Philip Meissner von der ESCP Business School.
Die Debatte über Europas KI-Souveränität verengt sich auf ein europäisches Sprachmodell. Aber der eigentliche Hebel liegt in der Architektur, mit der Unternehmen KI einsetzen.
KI verändert den globalen Arbeitsmarkt rasant. In Deutschland entkoppelt sich der Kompetenzwandel aber von den technologischen Anforderungen. Warum das ein Risiko werden kann und was Unternehmen jetzt ändern müssen.
Am vergangenen Wochenende nahm in Brüssel das zentrale Register für den Digitalen Produktpass (DPP) seinen Betrieb auf. Der Vorgang mag unscheinbar wirken, doch seine Bedeutung für die europäische Industrie ist enorm. Was hier beginnt, sieht aus wie Umweltbürokratie, ist aber eine Frage europäischer digitaler Souveränität.
Um die Vorgaben aus dem AI Act näher zu definieren, arbeiten die Normungsorganisationen Cen und Cenelec an entsprechenden Standards. Die entstehen in einem Konsensverfahren. In der Praxis haben aber besonders jene amerikanischen Technologiegiganten dabei viel Einfluss, die durch das Gesetz eigentlich in die Schranken gewiesen werden sollen.
Brasilien, Südkorea, Vietnam und nun die EU mit dem Cloud and AI Development Act: Viele Länder machen Cloud-Dienstleistern Vorgaben, bis hin zur Pflicht zur lokalen Datenverarbeitung. Doch damit sei dem verständlichen Wunsch nach Sicherheit und Autonomie nicht immer gut gedient, findet Josh Kallmer von Zoom. Was echte digitale Souveränität ausmacht und welche Aspekte die Staaten vor allem adressieren sollen, erläutert er im Standpunkt.
Es gibt eine Kluft zwischen dem, was die Öffentlichkeit von dem KI-Büro der Kommission erwartet, und was dessen dringendste Aufgabe ist. Bestimmte Risiken bekommen Vorrang. Auch das geplante KI-Sicherheitsinstitut in Deutschland wird ohne einen starken Partner in Brüssel vor einer unlösbaren Aufgabe stehen.
KI macht die Gefahr von Cyberangriffen akuter als zuvor. Die Antwort der EU auf dieses Problem ist ein Aktionsplan. Doch die Maßnahmen kommen zu spät, und der Zugang zu den besten KI-Tools wird von den USA und China politisch kontrolliert. Deshalb muss Europa jetzt selbst tätig werden.
Bei immer mehr öffentlichen Ausschreibungen gibt es keinen echten Wettbewerb mehr: Die Komplexität der Verfahren drängt den Mittelstand aus dem Markt. KI wird die Spielregeln auf beiden Seiten verändern.
Wie Sicherheitsstandards aussehen werden und wer darüber verhandelt, entscheidet letztlich über den Wettbewerb und darüber, wie offen der Markt ist. Europa verfolgt dabei einen eigenen Weg. Das könnte zum Wettbewerbsvorteil werden.
In der Diskussion um effektiveren Jugendschutz Online rückt die Wirksamkeit von Altersüberprüfungstechnologien immer mehr in den Vordergrund. Nicht eine einzelne Methode, sondern nur ein mehrschichtiges System aus Authentifizierung und Altersschätzung kann langfristig zu einem sicheren System führen. Plattformen sollten ihr Wissen dazu unbedingt teilen.
Was wäre, wenn es klappt, fragt Lisa Steigertahl. KI trifft Entscheidungen vielfach zuverlässiger als Menschen. Da wo wenig Risiko besteht, darf sich auch die Verwaltung mehr Mut erlauben und den „Human in the Loop“ weglassen.
Das Next Netzwerk und der Digital Service untersuchen in einem gemeinsamen Papier die digitale Unabhängigkeit der Verwaltung anhand des Beispiels von Cloud-Souveränität. Wie gelingt es, die Hoheit über Anwendungen zu wahren und was sind dabei die entscheidenden Erfolgsfaktoren?
Wenn Sicherheitsbehörden KI einsetzen wollen, müssen sie sie auch trainieren dürfen. Mit dem Gesetzespaket zur Stärkung digitaler Ermittlungsbefugnisse schafft Deutschland nun erstmals eine gesetzliche Grundlage. Doch der Entwurf lässt wichtige sicherheitsrelevante Fragen offen.
Der AI Act wird in Deutschland auch rund 160.000 KMU betreffen. Die Frist zur Konsultation der EU-Kommission zu den Leitlinien für die Einstufung von Hochrisiko-KI-Systemen wurde gerade verlängert. Für die Mittelständler ist dabei die Frage nach der Risikoklasse gar nicht so entscheidend, sagt Alexander Ingelheim, sondern eher das Zusammenspiel mit bestehenden Regelwerken.
Dass Bundesdigitalminister Karsten Wildberger seine Reden mithilfe von KI schreibt, sorgte erst kürzlich für einen Aufschrei in der Bevölkerung. Die Meinungen darüber, ob Künstliche Intelligenz ein legitimes Hilfsmittel sein kann, gehen weit auseinander. Entscheidend ist am Ende die Qualität. Solange ein „Human-In-The-Loop“ war, sollten hochwertige KI-Texte auch Wertschätzung erhalten dürfen.
Europa investiert Milliarden in digitale Infrastruktur und die Energiewende. Die ökologischen und sozialen Herausforderungen dieser Transformation sind aber nicht nur in der EU sichtbar. Der Konflikt um ein geplantes Rechenzentrum im Nordosten Brasiliens zeigt, warum nachhaltige Digitalisierung auch eine Frage globaler Gerechtigkeit ist.
Während wir dabei sind, digitale Abhängigkeiten bei Cloud-Software abzubauen, entstehen bei KI neue, noch viel größere Abhängigkeiten. Unser Ziel muss es sein, dass der erste Griff nicht zu internationalen KI-Lösungen geht, sondern zu einer Alternative. Hierbei müssen wir einen eigenen europäischen Weg finden.
Nicht Agenten sind die Ursache für explodierende KI-Kosten, sondern ihr Einsatz in Prozessen, die für eine Welt ohne KI entworfen wurden. Genau deshalb hat die Zeit des „Great Re-Engineering“ begonnen. Wer Tokens zählt, misst Aufwand. Wer Prozesse neu denkt, misst Ergebnisse.
Das Tech-Sovereignty-Package erkennt digitale Abhängigkeiten richtig. Wenn es um Lösungsansätze geht, verwechselt die EU jedoch die Herkunft von Technologie mit der Kontrolle über sie. Statt einen dritten Technologieblock neben den USA und China aufzubauen, sollte die Europäische Union auf offene Standards und digitale Gemeingüter setzen.
Unsere Risikoperzeption ist wesentlich geprägt durch begrenzte statische Risiken. Das erklärt, warum demokratische Gesellschaften systematisch zu wenig in ihre eigene langfristige Sicherheit investieren. Bei Künstlicher Intelligenz könnte uns diese Schwäche teuer zu stehen kommen: Risiken drohen sich zu verselbständigen.
Die Eudi-Wallet kommt. Ab 2027 sind EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, ihren Bürgerinnen und Bürgern eine europäische digitale Brieftasche bereitzustellen. In der öffentlichen Debatte gilt die Wallet immer noch als digitaler Personalausweis auf dem Smartphone. Das greift zu kurz.
Europa wird in den nächsten Jahren nicht vollständig unabhängig von US-amerikanischen oder chinesischen Technologiekonzernen werden. Daher muss es darum gehen, Stück für Stück Einfluss und Kontrolle zurückzugewinnen, sagt Leif-Nissen Lundbæk, CEO der Rechts-KI Noxtua.
In Brüssel wird über eine Medienregulierung auf Streaming-Plattformen wie Youtube diskutiert. Durch diese würde in den Algorithmus der Nutzer:innen eingegriffen werden und bestimmte Medienangebote hervorgehoben. Medienunternehmen und kleinere Creator könnten so benachteiligt werden. Auch die Vielfalt des Medienökosystems steht damit auf der Kippe.
Mit den ersten Standards hat der IT-Planungsrat beim D-Stack einen wichtigen Schritt getan. Nun müssen Bund, Länder, Kommunen und Anbieter gemeinsam liefern. Ob das Projekt erfolgreich sein wird, entscheidet sich vor allem in der kommunalen Praxis. Dort müssen Nutzen und Anschlussfähigkeit sichtbar werden.
Regierungen weltweit setzen auf KI, um ihre Verwaltungen effizienter zu machen. Acht Forscher:innen aus sieben Ländern haben untersucht, wie die Staaten dies tun können, ohne Rechenschaftspflichten, Resilienz und Vertrauen der Öffentlichkeit zu beeinträchtigen – die Grundvoraussetzungen für den KI-Einsatz im öffentlichen Sektor.
Die wirtschaftliche Lage ist angespannt. Während Unternehmen investieren und Innovation vorantreiben, fehlt es an Reformen auf staatlicher Seite, findet Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin des BDI. Denn Staatsmodernisierung sei zentral für gute Wirtschaftspolitik.
Klarer könnte ein Interessenkonflikt nicht sein: Mit der Ernennung von Siemens-Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe zum KI-Berater der EU-Kommission verschwimmt die Grenze zwischen Industrie und Regulierer endgültig.
Deutschland hat sich in der KI auf den Weg gemacht. Ein Blick in die Niederlande zeigt, dass wir in der Strukturierung echter Innovationsökosysteme jedoch noch Aufholbedarf haben.
Der Palantir-Mitgründer Alex Karp inszeniert sich als Habermas-Erbe. Ein Blick in seine eigenen Texte zerlegt die Maske. Deutsche Redaktionen sollten aufhören, die Maskerade mitzuspielen.