Smart Country Convention 2025 : Digital, sicher, bürgernah - wie wir den Staat zukunftsfest machen
Die Modernisierung der Verwaltung ist entscheidend für eine bürgernahe Zukunft, schreibt Mecklenburg-Vorpommerns Finanz- und Digitalminister Heiko Geue (SPD) im Standpunkt. Das Bundesland setzt Schwerpunkte bei IT-Sicherheit, Automatisierung und KI. Ziel sei ein Staat, der effizient, sicher und serviceorientiert arbeitet.
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Die Modernisierung unseres Staates gehört zu den zentralen Aufgaben der kommenden Jahre. Die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger ebenso wie der Unternehmen sind eindeutig: Verwaltungsleistungen sollen unkompliziert, schnell und zuverlässig erreichbar sein – und zwar rund um die Uhr, digital und ohne unnötige Bürokratie. Ein moderner Staat darf nicht mehr die Menschen zum Amt schicken, sondern muss die Verwaltung zu den Menschen bringen. Das ist die eigentliche Zielstellung der Staatsmodernisierung: bessere Services, die das Leben erleichtern, und Verwaltungsstrukturen, die den wirtschaftlichen Erfolg unterstützen.
Gerade in Mecklenburg-Vorpommern ist mir dieser Anspruch besonders wichtig. Wir sind ein Flächenland mit weiten Wegen, einer alternden Bevölkerung und begrenzten personellen Ressourcen. Die Digitalisierung eröffnet hier enorme Chancen: Sie überwindet Distanzen, macht Dienstleistungen unabhängig von Öffnungszeiten und entlastet die Verwaltungen vor Ort. Digitalisierung ist damit kein technisches Zusatzprojekt, sondern das zentrale Werkzeug, um den Staat bürgernah und zukunftsfest aufzustellen.
KI, IT-Sicherheit und Automatisierung im Fokus
Als Vorsitzland des IT-Planungsrats hat Mecklenburg-Vorpommern die Möglichkeit, die bundesweite Digitalpolitik aktiv mitzugestalten. Hier bündeln Bund, Länder und Kommunen ihre Kräfte, um Verwaltungsdigitalisierung abgestimmt und wirkungsvoll voranzubringen. Einheitliche Standards, gemeinsame Plattformen und eine klare Rollenverteilung sind entscheidend, damit Bürgerinnen und Bürger nicht 16 verschiedene digitale Verfahren erleben, sondern einheitliche, benutzerfreundliche Lösungen. Dieses kooperative Vorgehen ist die Grundlage, um Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Staates zu sichern. Wir müssen es breiter stärken.
Ein zentrales Handlungsfeld ist dabei die IT-Sicherheit. Cyberangriffe auf staatliche Stellen haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen – und sie bedrohen nicht nur Daten, sondern das Vertrauen in den gesamten Staat. Sicherheit und Resilienz sind daher Grundvoraussetzungen für erfolgreiche Staatsmodernisierung. In Mecklenburg-Vorpommern setze ich auf eine enge Zusammenarbeit mit Kommunen und regionaler Wirtschaft, auf gemeinsame Sicherheitsstandards sowie auf kontinuierliche Investitionen in moderne IT-Infrastrukturen. Nur so können wir gewährleisten, dass digitale Angebote dauerhaft stabil und vertrauenswürdig sind.
Ein zweites Feld ist die Automatisierung von Verwaltungsprozessen. Wer heute einen Antrag stellt, erwartet nicht, dass dieser (häufig immer noch) durch zahlreiche Aktenberge wandert und erst Wochen später bearbeitet wird. Digitale Fachverfahren, automatisierte Prüfroutinen und ein intelligentes Datenmanagement können Abläufe erheblich beschleunigen.
Damit wird Verwaltung nicht nur effizienter, sondern auch bürgernäher. Zugleich ist Automatisierung eine Antwort auf den demographischen Wandel: Der öffentliche Dienst spürt den Fachkräftemangel besonders stark. Ohne grundlegende Prozessmodernisierung wird es unmöglich sein, den wachsenden Anforderungen mit weniger Personal gerecht zu werden. Digitalisierung ist hier kein Ersatz für Menschen, sondern ein Instrument, um vorhandene Ressourcen gezielter einzusetzen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten.
Besondere Aufmerksamkeit verdient der Einsatz Künstlicher Intelligenz. Kollege KI kann dabei helfen, Anträge zu bearbeiten, Dokumente zu strukturieren oder Prognosen zu erstellen, die für eine vorausschauende Politikgestaltung unverzichtbar sind. Sie eröffnen neue Möglichkeiten, die Verwaltung schneller, präziser und serviceorientierter zu machen. Gleichzeitig ist klar: Der Einsatz von KI muss verantwortungsvoll, transparent und immer mit Blick auf die Wahrung der Grundrechte erfolgen. Unser Anspruch ist, diese Technologien so einzusetzen, dass sie den Menschen dienen – und nicht umgekehrt.
Staatsmodernisierung bedeutet deshalb mehr als die Digitalisierung einzelner Abläufe. Es geht um eine grundlegende Neuorientierung: weg von der amtszentrierten hin zu einer serviceorientierten Verwaltung. Bürgerinnen und Bürger sollen jederzeit das Gefühl haben, dass ihre Anliegen ernst genommen werden und die Verwaltung an ihrer Seite steht. Für Unternehmen soll die Verwaltung nicht Hemmschuh, sondern Partner sein. Das ist der Maßstab, an dem wir uns messen lassen wollen.
Welche Schritte Mecklenburg-Vorpommern geht
In Mecklenburg-Vorpommern ist die Modernisierung der Verwaltung kein neues Projekt, sondern ein klarer politischer Schwerpunkt – bereits in der zweiten Legislaturperiode in Folge wurden wesentliche Meilensteine in diesem Bereich erzielt. Uns geht es dabei nicht nur um technische Lösungen, sondern um eine veränderte Verwaltungskultur. Dazu setzen wir ein umfassendes Programm zur Optimierung von Prozessen sowie Strukturen und zur Stärkung der Verwaltung als attraktiver Arbeitgeber ein. Denn moderne Strukturen und digitale Angebote entfalten ihre Wirkung nur dann, wenn sie mit motivierten, gut qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgesetzt werden.
Dazu haben wir in den vergangenen Jahren konkrete Schritte unternommen: Wir setzen finanzielle Anreize ein, die bereits dazu geführt haben, dass alle Ministerien Modernisierungskonzepte entwickelt haben, die mit Modellprojekten Schritt für Schritt umgesetzt werden. Die Lernkurve ist steil. Mit der Inhouse-Beratung „MV-Beratung“ unterstützen wir die Verwaltungen aktiv bei Veränderungsprozessen und sorgen für praxisnahe Lösungen direkt vor Ort. Mit dem E-Learning-Portal „LEON MV“ steht unseren Beschäftigten eine digitale Plattform für Weiterbildung und Qualifizierung offen, die jederzeit flexibel genutzt werden kann. Und mit einheitlichen Möglichkeiten, bis zu 60 Prozent der Arbeitszeit im Homeoffice zu leisten, wo es die Aufgaben erlauben, schaffen wir moderne Arbeitsbedingungen, die Beruf und Privatleben besser vereinbaren lassen. Diese Maßnahmen zeigen: Verwaltungsmodernisierung bedeutet in Mecklenburg-Vorpommern auch, die Arbeitswelt der Verwaltung fit für die Zukunft zu machen.
Mecklenburg-Vorpommern geht diesen Weg entschlossen an. Wir investieren in digitale Infrastruktur, stärken die Zusammenarbeit von Land und Kommunen und bringen als Vorsitzland des IT-Planungsrats unsere Erfahrungen und Ideen in die bundesweite Diskussion ein. Der Umbau unseres Staates zu einem modernen, digitalen Dienstleister ist eine große Aufgabe – aber auch eine große Chance. Wenn wir sie beherzt ergreifen, schaffen wir ein leistungsfähiges, sicheres und bürgernahes Gemeinwesen, das den Herausforderungen der Zukunft standhält.
Heiko Geue (SPD) ist seit 2021 Finanzminister und zudem auch seit 2025 Digitalminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Zuvor war er von 2019 bis 2021 Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern und von 2011 bis 2012 Staatssekretär im Ministerium der Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt.
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