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Emissionshandel : CO2-Kompensation boomt

Unternehmen und Institutionen setzen zunehmend auf freiwillige Kompensation zum Ausgleich ihrer CO2-Emissionen, beispielsweise aus Dienstreisen. Der Markt ist erheblich gewachsen, spielt aber im Vergleich zu den globalen Emissionen noch keine große Rolle.

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Im Jahr 2008 standen dem weltweiten Markt für freiwillige CO2-Kompensationenzertifizierte Emissionsgutschriften im Umfang von 8,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent (CO2-e) zur Verfügung. Stillgelegt wurden in dem Jahr gerade mal Gutschriften im Umfang von 300.000 Tonnen CO2. Seitdem ist sowohl die Zahl der Emissionsgutschriften am Markt als auch die Zahl der Stilllegungen stark gewachsen. 2017 wurden mit Emissionsgutschriften für 62,7 Millionen Tonnen CO2-e und Stilllegungen im Umfang von 42,8 Millionen Tonnen neue Spitzenwerte erreicht, wie aus den Voluntary Carbon Market Insights von Ecosystem Marketplace hervorgeht.

Der Markt wächst nach einem kleinen Rückgang wieder stark: 2016 waren es nur 36,7 Millionen Tonnen Gutschriften nach 47,1 Millionen Tonnen im Jahr 2015. Auf der anderen Seite ist er im Vergleich zu den globalen Emissionen winzig. Der vom Mensch verursachte CO2-Ausstoß summierte sich 2017 auf 32,5 Milliarden Tonnen. Die durch neue Projekte entstehenden Gutschriften machen also nur rund 0,15 Prozent aus.

Mit dem freiwilligen Erwerb von zertifizierten Emissionsgutschriften aus Klimaschutzprojekten können Kommunen und Städte, Institutionen wie beispielsweise die Kirchen, aber vor allem auch Unternehmen eigene CO2-Emissionen kompensieren. Wirksam ist dies mit Blick auf den Klimaschutz vor allem dann, wenn vorher alle möglichen Anstrengungen unternommen wurden, um die eigenen CO2-Emissionen zu reduzieren. Laut Umweltbundesamt (UBA) nutzen in Deutschland insbesondere Unternehmen die Möglichkeit der freiwilligen Kompensation von CO2-Emissionen. Nachfrager sind nach Erhebungen des UBAUnternehmen aus den verschiedensten Branchen, angeführt vom Dienstleistungssektor, der Industrie, dem Energie- sowie dem Transportsektor.

Neben der Wirtschaft, kaufen aber auch der öffentliche Sektor, Privatpersonen und Institutionen wie Kirchen, Stiftungen und Forschungseinrichtungen in den vergangenen Jahren vermehrt Emissionsgutschriften ein. Am häufigsten werden mit den Gutschriften in Deutschland der CO2-Fußabruck des jeweiligen Unternehmens oder der Institution (32 Prozent), die Emissionen von Flügen (23 Prozent) sowie die Emissionen von ausgerichteten Veranstaltungen kompensiert. Die Motivation hinter freiwilliger CO2-Kompensation speist sich aus den unterschiedlichsten Quellen: persönlichem oder unternehmerischen Verantwortungsgefühl, der Corporate Social Responsibility-Strategie oder der Kunden- und Stakeholder-Kommunikation.


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