Europas Batteriebranche hängt an einer von China dominierten Kobalt-Lieferkette, die in der Demokratischen Republik Kongo beginnt. Die Regierung in Kinshasa versucht, mehr Kontrolle und Wertschöpfung bei Kobalt und Kupfer zu gewinnen. Das hat Folgen für den Weltmarkt.
Deutschland verfehlt seine Klimaziele im Landnutzungssektor nach wie vor mit Ansage. Das Bundesumweltministerium will deshalb das „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ in einer neuen Fassung vorlegen – als ANK 2.0. Doch in dem Entwurf werden Maßnahmen versprochen, die andere Bundesressorts längst ablehnen.
Die Bundesnetzagentur will einen pauschalen Prosumer-Aufschlag erheben – auf Betreiber von Solaranlagen kommen also deutlich höhere Kosten zu. Während Haushalte in Mieterstromprojekten die Mehrkosten kaum spüren werden, stellt die Neuregelung das Modell der Gemeinsamen Gebäudeversorgung vor Herausforderungen.
Die Attacken auf Energieinfrastruktur nehmen zu. Da sich solche Vorfälle nicht vermeiden lassen, zählt vor allem eine gute Vorbereitung, sagt Kathrin Günther, Chief Transformation Officer, beim Übertragungsnetzbetreiber Tennet Germany. Im Interview spricht sie auch darüber, wie das Unternehmen mit Sicherheitsbehörden und der Bundeswehr kooperiert.
Die Bundesnetzagentur hat ihre Ankündigungen vom Mai weitgehend im AgNes-Festlegungsentwurf umgesetzt. Vom Tisch ist allerdings eine verpflichtende Netzanschlusszusage als Voraussetzung für die Netzentgeltbefreiung für Speicher und Erzeuger. Bei Prosumern bleibt die BNetzA hart. Verbrauchern in Städten droht dadurch ein höherer Grundpreis.
Die Bundesnetzagentur legt einen Fahrplan für die verspätete Batteriespeicher-Festlegung MiSpel vor. Die von der Speicherbranche lang erwartete Regelung soll im Herbst in Kraft treten. Neu ist ein Indifferenzbereich in der Pauschaloption, der laut einem Fachmann die Abrechnungsvariante für Vehicle-2-Grid-Konzepte unattraktiv macht.
Die Pegelstände der Wasserstraßen sinken und sinken. Für Teile der Chemieindustrie wird der Nachschub an Kohlenwasserstoff-Vorprodukten zum Kostenrisiko, für die Stahlhersteller der Erznachschub. Die Kohle für Stahl- und Kraftwerke kommt jetzt per Güterzug.
Sensoren an Brückengeländern, digitale Zwillinge, KI-Prognosen: Eine Kurzstudie des BBSR zeigt, wie Kommunen für den nächsten Starkregen vorsorgen. Es ist Teil eines größeren Trends: Kommunen und Forschende nutzen Geodaten für digitale Zwillinge, mit denen sie sich auf das Extremwetter der Zukunft vorbereiten.
Das Vergabeverfahren für die Förderung per CO2-Differenzvertrag läuft, und die Regierung bereitet Kriterien für klimaschonenden Zement vor. Doch der Nachweis, dass das Verfahren der Wahl, CCS, die Branche im großen Stil dekarbonisieren kann, steht noch aus.
Mit steigenden Temperaturen wird Schatten in der Stadt zur wertvollen Ressource. Forschende berechnen erstmals, wo Schatten gebraucht wird und wie er sich gezielt schaffen lässt. Das könnte die Stadtplanung grundlegend verändern.
Das Bundesumweltministerium baut um: Demnach wird die Abteilung „Internationales und Europa“ aufgelöst, Abteilungsleiterin Eva Kracht scheidet zum Herbst aus dem Ministerium aus. Das Haus begründet den Umbau damit, internationale Zuständigkeiten besser mit fachlicher Expertise verknüpfen zu wollen.
Mit steigender Erneuerbarer-Erzeugung reagiert das Stromsystem preislich zunehmend resilienter auf Energiekrisen, wie eine neue Analyse verdeutlicht. Die Bundesnetzagentur jedenfalls will künftig auf den Ernstfall besser vorbereitet sein. Ein neues Kriseninstrument soll im Falle einer Strommangellage helfen.
Fast 10.000 Tote hat extreme Hitze in diesem Jahr schon gefordert, zeigen Zahlen des Robert Koch-Instituts. Vor diesem Hintergrund fordert das Bundesumweltministerium nicht nur einen nationalen Hitzeplan, sondern will auch eine neue Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankern. Doch großen Rückenwind hat die Idee in der Regierung nicht.
Rumänien, Ungarn, Frankreich – die Stromproduktion aus Atomkraft ist in all diesen Ländern wegen der Hitzewelle unter Druck. Doch auch Gas- und Dampfanlagen können von Abschaltungen betroffen sein, wie ein französisches Gaskraftwerk kürzlich verdeutlichte. Die deutschen Betreiber haben verschiedene Strategien, um ihre Anlagen trotz Hitze am Laufen zu halten.
Die Bundesregierung setzt im EEG künftig auf Differenzverträge (CfD) – das schaffe Planungssicherheit, lobt EnBW-Vorstand Peter Heydecker. Eine Chance verpasse die Bundesregierung aber: die Einführung eines Marktwertkorridors. Beim Netzpaket sieht er dagegen noch eine Regelung, die die Wirtschaftlichkeit von Erneuerbaren-Projekten deutlich verringern dürfte.
Die Chemie zwischen US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ist zwar nicht die beste. Das hindert beide Länder jedoch nicht daran, ihre Kräfte zu bündeln, um in Südfrankreich einen Industriepark für Seltene Erden aufzubauen. Deutschland setzt dagegen vor allem auf Recycling.
Seit Jahren kämpfen Klimaschützer gegen die geplanten Gasbohrungen vor der Nordsee-Insel Borkum. Jetzt richtet sich ihr Blick verstärkt nach Usedom. Auch dort bräuchte es zur Ausbeutung der grenzübergreifenden Lagerstätte wohl ein zwischenstaatliches Abkommen.
China kontrolliert die Verarbeitung kritischer Rohstoffe, die EU sucht Gegenmittel: In dieser Woche endete die Konsultation zum geplanten Critical Raw Materials Centre. Stellungnahmen zeigen, wie unterschiedlich Brüssel dessen Aufbau angehen könnte.
Mit Änderungen im Detail passieren EEG und Netzpaket das Kabinett. Das sorgt bei den Verbänden für Frust, die in Stellungnahmen zum Teil grundsätzliche Kritik geäußert hatten. Das parlamentarische Verfahren dürfte nicht leichter werden.
Mit der Reform des Emissionshandels hat die EU-Kommission versucht, Druck von der Industrie zu nehmen. Dafür soll es länger freie Zuteilungen an die Industrie geben, allerdings gekoppelt an Bedingungen. Diese Konditionalität war Knackpunkt der Reform – und bringt etwa die Chemieindustrie in Bedrängnis.
Das Bundeskartellamt soll besser verstehen können, wie Kraftstoff-Großhändler und Raffinerien ihre Preise bilden. Deshalb verpflichtet der Gesetzgeber die Unternehmen, über Monate und ohne konkreten Verdacht sensible Daten offenzulegen. Kritiker warnen bereits vor staatlichen Preisobergrenzen. Davon könnte nicht nur Sprit betroffen sein.
Der Markt für Nah- und Fernwärme ist bisher nur in Verordnungen geregelt. Diese wurden lange nicht angefasst. Mit dem Wärmenetzpaket will die Bundesregierung die Regeln novellieren, doch versprochene Eckpunkte fehlen bisher. Das mag auch daran liegen, dass die Interessen von Versorgern und Verbraucherschützern weit auseinanderliegen.
Mit dem Wechsel von Gitta Connemann ins Digitalministerium wandert das Thema Mittelstand ins Digitalministerium. Kanzler Merz will mit der Auswahl ihres Nachfolgers auch seine Kritiker in Rheinland-Pfalz besänftigen. Für Wirtschaftsministerin Reiche bedeutet der Wechsel eine Schwächung ihres Ressorts.
Frankreich und Spanien kämpfen gegen gewaltige Waldbrände. Die EU schickt Flugzeuge, Hubschrauber und Personal. Doch die Problematik der Waldbrände wird mit dem Klimawandel mit jedem Jahr schlimmer – der eigentlichen Auslöser ist aber etwas anderes.
In dieser Woche will die Bundesregierung das überarbeitete Netzpaket beschließen. Matthias Boxberger, Chef des zum Eon-Konzern gehörenden Regionalnetzbetreibers Avacon, sieht die geplante Abschwächung des Redispatch-Vorbehalts mit Skepsis. Es brauche ein Steuerungssignal, erklärte er im Interview, auch um die Stromkunden zu entlasten.
Niedersachsens Umweltminister musste gegen seinen Willen eine französisch-russische Kernbrennstoff-Produktion in Lingen genehmigen. Der beteiligte Konzern Rosatom gilt als strategischer Arm des Kremls. Olena Pavlenko von der ukrainischen Energie-Denkfabrik DiXi Group sieht Deutschland in eine absurde Lage gebracht.
Kanzler Friedrich Merz nutzt den Rücktritt von Jens Spahn zu einem Umbau seines Bundeskabinetts auf CDU-Seite. Verkehrsminister Patrick Schnieder wird entlassen. Ihm folgt Steffen Bilger nach. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche darf weitermachen. Mit Thorsten Frei ist Kontinuität bei der Energiepolitik zu erwarten.
Die Kluft zwischen genehmigten und tatsächlich gebauten Windkraftanlagen wird immer größer. Die Branche fordert den versprochenen Booster, fürchtet zugleich aber einen Ausbaustopp. Der Netzausbau verlaufe zu langsam.
Die EU-Kommission hatte für das 21. Sanktionspaket gegen Russland ein Transportverbot für Flüssigerdgas aus Sibirien vorgeschlagen. Der EU-Rat hat anders entschieden. Griechenland setzte sich durch. Dahinter stehen die Interessen der LNG-Reederei Dynagas.
Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ist in Europa einzigartig. Die Kombination aus Grundlagenforschung, Sicherheit und Standardisierung setzen die Expert:innen stark bei der Entwicklung von Batterien ein. Auch die UN und die Nasa nutzen das Berliner Know-how.
Die Reformvorschläge von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sollen die Energiewende billiger machen. Dass das mit den vorgeschlagenen Instrumenten gelingen kann, daran gibt es Zweifel, wie ein Blick in die Stellungnahmen zu EEG und Netzpaket zeigt, die Tagesspiegel Background vorliegen.
Das Ringen um eine Genehmigung für ein strategisches Atomprojekt Russlands und Frankreichs im emsländischen Lingen ist entschieden. Niedersachsen hat das Kernbrennstoff-Joint-Venture zwischen Rosatom und Framatome genehmigt. Laut Landesumweltminister Meyer unter dem Druck der Bundesregierung.
Deutschland droht, seine ESR-Ziele bis 2030 um 255 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zu verfehlen – und müsste dafür Emissionsrechte in anderen EU-Staaten einkaufen. Fachleute halten das System der Lastenteilungsverordnung für nicht mehr tragfähig – die Kommission muss nach 2030 neu ordnen.
Brandenburg geht bei der Drohnenabwehr einen neuen Weg. Sein Innenministerium erarbeitet ein Gesetz, das es Betreibern kritischer Energieinfrastrukturen ermöglichen soll, selbstständig Drohnen vom Himmel zu holen. Beim Energieverband BDEW trifft das auf Skepsis.
Das Bundeswirtschaftsministerium hat seine Pläne für EEG und Netzpaket in Teilen entschärft. Die Kritik aus der Erneuerbaren-Branche bleibt dennoch scharf. Sie fordert an zentralen Stellen Nachbesserungen, wie aus einem Tagesspiegel Background exklusiv vorliegenden Übersichtspapier hervorgeht. Ein Umlenken bei Bioenergie fordert auch eine Biogas-Kampagne.
Es sei ein guter Vorschlag, den die EU-Kommission zur Reform des Europäischen Emissionshandels ETS vorgelegt hat, findet der PIK-Forscher Michael Pahle. Die Industrie bekomme etwas mehr Spielraum, wenn auch unter Vorbehalt. Nun müsse die Politik beim ETS standhaft bleiben – und die Mitgliedstaaten müssten ihren Teil tun.
Die Bundesregierung will Unternehmen und Verbraucher 2027 verstärkt bei Energiekosten entlasten. Statt Transformationsausgaben dominieren daher Entlastungszahlungen, legt eine neue Analyse nahe. Dass weder der Industriestrompreis noch die Strompreiskompensation auf die Klimaziele einzahlen, betont dagegen der BNW.
Drei Jahre lang sollen EU-Staaten keine Bußgelder verhängen: Dies empfiehlt die EU-Kommission mit Blick auf mögliche Verstöße von Öl- und Erdgasimporteuren gegen europäische Klimaschutz-Standards. Darauf sollen sich Unternehmen im Zweifel vor Gericht berufen können. Klimaschützende warnen bereits vor einem „Freifahrtschein“ für schmutzige Importe.
Der Wissenschaftliche Beirat für Natürlichen Klimaschutz fordert Nachbesserungen am NatIf-Entwurf. Das überragende öffentliche Interesse für Naturschutzgebiete und Moorwiedervernässung werde zu stark eingeschränkt. Außerdem mahnt der Beirat, die im Gesetz vorgesehenen Naturgutschriften hätten Missbrauchspotenzial.
Die EU-Kommission sendet eine klare Botschaft, gerade an Deutschland: Strom darf nicht mehr höher besteuert werden als Gas, um Gebäude und Verkehr zu elektrifizieren. Wie weit die Elektrifizierung reichen soll, ist aber umstritten.
Die vom Bundeswirtschaftsministerium vorgenommenen Änderungen an Netzpaket und EEG-Novelle sollen den beiden Vorhaben zur Zustimmung verhelfen. Experten sehen immer noch offene Fragen. Aus der Erneuerbaren-Branche und aus der SPD kommt weiter Kritik.
Die Bundesregierung will den CO2-Preis im BEHG stabil halten –, dass das klappt, daran haben Energieverbände Zweifel. Denn die Kosten für Zusatzzertifikate außerhalb der EEX-Versteigerungen sollen steigen, was strategisches Bieterverhalten anreizt und die Preise über die 65-Euro-Grenze erhöhen könnte. Kritik am Auktionsdesign kommt auch aus der Wissenschaft.
Die EU-Kommission kommt der energieintensiven Industrie mit ihrem Reformvorschlag für den Emissionshandel ETS entgegen. Kostenlose Emissionszertifikate soll es nun auch nach 2030 geben. Aber Brüssel verlangt Gegenleistungen von den Unternehmen und Disziplin von den Staaten.
Die EU-Kommission stellt heute ihren Elektrifizierungsplan und ein Gesetz für niedrigere Stromrechnungen vor. Ziel ist ein besseres Preisverhältnis von Strom zu Gas. Für Wärmepumpen-Betreiber wäre das ein ermutigendes Signal. Die Energiewirtschaft warnt vor Eingriffen in nationale Regulierungen.
Brüssel will Chinas Industriedominanz neue Schutz- und Diversifizierungsinstrumente entgegensetzen. Doch bei Solar, Batterien und Permanentmagneten können höhere Schranken zugleich Europas Energiewende bremsen. Offen ist, wer die Kosten robusterer, weniger China-abhängiger Lieferketten trägt.
Die Europäische Volkspartei im EU-Parlament möchte milliardenschwere Gratiszertifikate nur noch an die Schwerindustrie geben, wenn die Unternehmen an angestammten Standorten investieren. Neue Industrieprojekte in anderen EU-Staaten – eine Chemiefabrik in Rumänien statt in Ludwigshafen – würden sich nicht qualifizieren, erklärte Peter Liese für die EVP.
Finanzminister Lars Klingbeil muss Milliardenlöcher im Kernhaushalt stopfen und will dazu auch auf Einnahmen des Klimafonds KTF zurückgreifen. Daher hat er dem Fonds einen Sparkurs verschrieben. Auf weitreichende Einsparungen konnten sich die Ministerien dort aber offenbar nicht verständigen. Stattdessen soll die Rücklage geleert werden.
Die Umsetzung der Europäischen Gebäuderichtlinie EPBD kommt nur schleppend voran. Als wichtigen Baustein dazu müssen die Mitgliedstaaten bis Jahresende Renovierungspläne bei der EU-Kommission einreichen. Nun hat die Kommission eine Bilanz der 16 eingegangenen Entwürfe vorgelegt – mit gemischter Bilanz.
Die Bundesministerien haben zum zweiten Mal als „Entlastungskabinett“ getagt. Es soll Vereinfachungen geben bei Verfahren und Pflichten im Bereich der Erneuerbaren, für stromintensive Unternehmen und bei der Energieeffizienz. Ob das Gebäudemodernisierungsgesetz hält, was die Regierung verspricht, bleibt offen.
Während Wirtschaftsministerin Reiche auf kanadisches Flüssigerdgas setzt, zeigt eine neue Studie: Heimisches Bio-LNG aus Gülle, Mist und Haushaltsabfällen könnte den Schwerlastverkehr klimafreundlicher machen. Doch komplizierte Regularien, fehlende Förderung und Wettbewerbsnachteile hemmen die deutsche Branche massiv.
Die Clean Air Task Force skizziert einen möglichen Mechanismus für die geplante EU-Bank zur industriellen Dekarbonisierung: Die EU schreibt Klimaschutzverträge aus und verpasst jedem Industriezweig einen Förderdeckel. Solche Verträge sehen auch das ZOE Institut und ein Bündnis aus Industriellen und Klimaschützenden als einen sinnvollen Kern der Bank.
Mit einer geänderten Anlagestrategie könnten Bund und Länder die Rendite in ihren Versorgungsrücklagen erhöhen und Milliarden für den Ausbau der Strom- und Wärmenetze verfügbar machen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten der Stiftung Klimaneutralität, das Tagesspiegel Background exklusiv vorab vorlag.
Der Bundesrat hat Stellung bezogen zu den geplanten Änderungen am Energieeffizienzgesetz und am Wärmeplanungsgesetz. Die Hauptkritik ist die gleiche: Der Gesetzgeber müsse die Umsetzung seiner Beschlüsse in den Kommunen finanzieren.
Union und SPD sind auf den letzten Metern einer Kompromisslösung beim seit Monaten diskutierten Netzpaket. Die Verbändeanhörung könnte diese Woche starten. Statt des Redispatch-Vorbehaltes soll es nun eine Mischlösung geben.
Kostenfreie CO2-Zertifikate, jedes Jahr im Wert von mehr als 30 Milliarden Euro: Die EU-Kommission will dieses Sonderprivileg für Chemie, Stahl und Co. künftig an Investitionen in die Energiewende knüpfen. Nun hat auch Agora Energiewende solche Klima-Auflagen für die Schwerindustrie durchgespielt.
Vor dem EU-ETS-Review am 17. Juli liefert eine neue ICCT-Studie zehn Ausweitungs-Szenarien für den Luftverkehr. Sie zeigen, dass Carbon Leakage mit maximal 3,1 Prozent begrenzt bliebe, während sich je nach Design bis zu 14,3 Milliarden Euro Jahreseinnahmen erzielen ließen. Fazit: Ausweichen lohnt sich kaum, eine Ausweitung des ETS dagegen sehr wohl.
Die EU-Kommission will eine Anhebung des Preisdeckels für russisches Öl verhindern, doch die Kompromissfindung beim 21. Sanktionspaket ist schwierig. Denn Griechenlands Reedereien verdienen kräftig mit, wenn Russlands Ölexport floriert.
Beim EU-Fahrplan für Nature Credits soll eine Sachverständigengruppe ihr Wissen einbringen. Nach den ersten Treffen ist aber weiter unklar, wie viel ihr Input am Ende zählt. Zweifel bleiben, ob Naturgutschriften die Finanzierungslücke beim Biodiversitätsschutz schließen können.
Mit knapp 44 Prozent sind die Gasspeicher in Deutschland deutlich schlechter gefüllt als im EU-Durchschnitt. Falls Deutschland als wichtigster Speicherstandort bis zum Winter nicht auf das Soll von 75 bis 85 Prozent kommt, kann das für Europa zum Problem werden.
In Berlin wurde Deutschlands größte Direct-Air-Capture-Anlage eröffnet. Die Branche verspricht großes Skalierungspotential, einige Unternehmen leisten sich bereits die sehr teuren CO2-Entfernungszertifikate. Doch der Markt ist noch klein und nun beginnt das Ringen um die niedrigsten Preise.
Die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung stellt keine staatliche Beihilfe dar, wie der EuGH klargestellt hat. Kommunalversorger hoffen nun auf neue Perspektiven. Die Bundesregierung will bis Ende 2026 eine Gesetzesnovelle vorlegen.
Ende Juni litten die Menschen in Deutschland oft unter 40 Grad und mehr. Vor allem Frauen über 75 Jahren starben durch die Hitze. Zum Tod führt meist eine Kombination aus hohen Temperaturen und bestehenden Vorerkrankungen. Verbände und Opposition drängen auf mehr Hitzeschutz.
Eine Pariser Denkfabrik skizziert einen künftigen Investitionsmechanismus im europäischen Emissionshandel: Stahl- oder Chemieunternehmen bekommen Kredite für Dekarbonisierungs-Investitionen im Wert ihrer kostenfreien CO2-Zertifikate. Die zweitgrößte, sozialdemokratische Fraktion im EU-Parlament fordert dagegen verbindliche Investitionspläne.
Weil die Datenzentren mehr werden und immer mehr Strom verbrauchen, steigen in den USA Kapazitätsgebühren, die alle Stromverbraucher zahlen müssen. Das trifft vor allem alteingesessene Industrieunternehmen. Zugleich entsteht eine Protestbewegung gegen Rechenzentren.
„Zukunft Gas“ und die „Biomethan Taskforce“: Für Bioenergieunternehmen tauchen momentan immer wieder neue Interessensvertretungen auf. Teilweise ziehen die Organisationen an einem Strang, doch es gibt gegenläufige Positionen. Wie es zum Flickenteppich der Sichtweisen kommt, zeigt der Blick auf die Interessen hinter den Lobbygruppen.
„Das werden wir niemals akzeptieren“: Brüssel will keine internationalen Klimaschutz-Zertifikate in den Emissionshandel spülen – und hat durchblicken lassen, welche Entnahmetechnologien es in den ETS 1 aufnehmen will und welche Geschwindigkeit für den Taktgeber beim Klimaschutz, den LRF, im Gespräch ist.