Pandemien sind offenbar auch Zeiten der verzweifelten Suche nach Sprachbildern. Gut zu beobachten in den zurückliegenden Tagen. Da sprach Christian Drosten am Freitag vom Coronavirus, das einem Auto auf der Sandpiste gleiche – wobei die Piste für die Bevölkerungsimmunität stehe, die Omikron-Variante für breitere Reifen. Im Tagesspiegel-Interview bemühte Drosten danach den langsam anfahrenden Zug (Infektionen), auf den man sich nun begeben müsse. Nicht an der Welt der Mobilität, sondern an der Natur orientierte sich hingegen Karl Lauterbach. So hieß es letzte Woche von ihm im Bundestag, man müsse aus der Omikron-Wand einen steilen Hügel machen – gestern nun formulierte der Gesundheitsminister das Ziel, die Welle zu einem Hügel wandeln zu wollen. Viele Fragen bleiben da offen. Etwa die, ob man sich von der Omikron-Wand verabschiedet hat, ob ein Hügel nicht höher ist als eine Welle und, vor allem, ob der Zug nun langsam anfährt, wenn er hügelaufwärts die Welle bezwingt. Erstmal aber sind wir froh, dass die neue Regierung sich anschickt, den Posten eines Parlamentspoeten ins Leben zu rufen. Denn definitiv geht den schiefen Sprachbildern gerade etwas die Luft aus.
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