Seinen ersten Termin als Gesundheitsminister kann Linnemann als Erfolg verbuchen: Auf dem Apothekertag erntete er für seine gewohnte Mittelstandsrhetorik tosenden Applaus. Das hat auch viel damit zu tun, was er für die Apotheker ankündigte: stärker gegen Online-Apotheken und Medizinalcannabis vorzugehen. Für Dissens ließ der Minister hingegen wenig Raum.
Telemedizinische Angebote sollen dabei helfen, dem zunehmenden Fachkräftemangel im Medizinbereich entgegenzuwirken. Das wird durch aktuelle Entwürfe wie dem zur Notfallreform deutlich. Während die einen davor warnen, dass Telemedizin zum Feigenblatt für anstehende Strukturreformen werden könnte, sehen andere darin großes Potenzial zur Effizienzsteigerung.
Kinder und Jugendliche sollen bald vor Doomscrolling und manipulativen Designs geschützt werden: Heute wird Ursula von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Union auch den neuen Kids Act vorstellen. Wie erwartet findet sich darin eine Regelung zum Mindestalter auf sozialen Netzwerken.
Am Sonntag wählt Berlin ein neues Parlament. Es läuft auf die Entscheidung hinaus, ob Grüne und SPD als Juniorpartner mit der CDU oder der Linken koalieren. Wir geben eine Übersicht der gesundheitspolitischen Schwerpunkte in den Wahlprogrammen der Parteien im Abgeordnetenhaus.
Die regierungsinternen Abstimmungen zur Überarbeitung der EU-Tabaksteuerrichtlinie laufen noch. Auch um die geplanten Änderungen am nationalen Tabaksteuergesetz entwickelt sich ein Tauziehen zwischen Haushalts- und Gesundheitspolitik. Dabei geht es auch um die Frage der Legalisierung von Nikotinbeuteln. Gleich zwei große Bündnisse warnen vor den Folgen.
Bei vielen Intensivpatienten scheitert der Wunsch, Organe zu spenden, am bestehenden Hirntod-Kriterium. Eine Expertengruppe empfiehlt deshalb, auch die Möglichkeit einer Organspende nach kontrolliertem Herz-Kreislauf-Stillstand „zu prüfen und gegebenenfalls zu realisieren“ – und definiert dafür schon mal mögliche Kriterien.
Befänden wir uns im Krieg an der NATO-Ostflanke, könnten um die 1000 Soldaten pro Tag auf unser Gesundheitswesen zukommen. Almut Nolte koordiniert für diesen Fall die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und zivilen Strukturen. Im Interview erklärt sie, wie diese Zusammenarbeit aussehen und welche Weichen dafür das GeSiG stellen könnte.
Wenn die Bundeswehr künftig mehr Reservisten einzieht, stellt das Unternehmen und zivile Einsatzorganisationen vor Personalprobleme. Bund, Behörden und Betreiber kritischer Infrastruktur suchen deshalb nach Wegen, Mehrfachassignierungen zu erfassen und Prioritäten für den Krisenfall zu definieren.
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat angekündigt, eine ‚Strukturkommission Pflege‘ ins Leben zu rufen – nach dem Vorbild der GKV‑Kommission. Während DAK-Chef Storm das Vorhaben begrüßt, kommt von vielen Seiten Kritik. Die Bundesregierung müsse beim Umbau des Pflegesystems endlich in die Umsetzung kommen, statt weitere Papiere vorzulegen.
Der neue Gesundheitsminister will die Zahl der Krankenkassen senken. Eine Initiative aus dem Lager der Innungskrankenkassen schlägt vor, das Ziel statt durch Zwangsfusionen durch bessere gesetzliche Rahmenbedingungen für fusionswillige Kassen zu erreichen. Das Konzept wurde bereits erfolgreich bei der Neuordnung der Volks- und Raiffeisenbanken eingesetzt.
Von Gesetzes wegen sind Investitionen für Pflegeheime Sache der Bundesländer. Faktisch jedoch werden die finanziell ohnehin überlasteten Bewohner auch dafür zur Kasse gebeten. Im Ringen um die Pflegereform ist die unterschiedliche und teilweise komplett fehlende Förderung ein Riesenärgernis. Doch rechtlich beseitigen lässt sich dieses Problem kaum.
Minister Linnemann skizziert in seiner Rede vor der Haushaltsdebatte zum Gesundheitsetat die Grundsätze, von denen er sich leiten lassen will. In der ersten Beratung des Einzelplans 15 machten sich Gesundheits- wie Haushaltspolitiker dafür stark, die Einnahmen aus Lenkungssteuern der Prävention zuzuführen. Auch versicherungsfremde Leistungen waren Thema.
In die Behandlung vermeidbarer Krankheiten fließen Milliarden von Euro. Die Folgen unterlassener Prävention werden hingegen kaum bilanziert. Auf einem Kongress in Berlin wurde deutlich: Ein gesünderes Land braucht mehr als ein besseres Gesundheitssystem.
Auf dem Hausärztetag machen Emmi Zeulner (CSU) und Christos Pantazis (SPD) neue Zusagen für den lang ersehnten Entwurf eines Primärversorgungssystems. Aber das ist noch kein Grund zur Freude: Er soll deutlich später kommen, als eigentlich geplant. Derweil richten sich die Hausärzte mit klaren Forderungen an die Politik.
Bei der Verbändeanhörung zur Notfallreform wurde deutlich: Viele der umstrittensten Punkte wollen die Parlamentarier offensichtlich nochmal angehen. Darunter: die Finanzierung der Rettungsdienste, die INZ-Planung und die Digitalisierung. Auch zum GKV-Sparpaket konnten sich die Verbände nochmals äußern.
Der Theologe Jürgen Gohde war maßgeblich beteiligt an der Neudefinition von Pflegebedürftigkeit im Jahr 2017. Im Interview spricht er darüber, warum das nötig war und dass es auch zu einer deutlich höheren Zahl an Pflegebedürftigen führen musste. Gleichzeitig beklagt er, dass die damalige Reform nicht zu neuen Versorgungsformen geführt hat.
Longevity trendet gerade enorm in den Gesundheitsnetzwerken. Geht es nach den Geriatern, sollte das Augenmerk stärker auf den klinischen Alltag in der medizinischen Versorgung von alten und hochalten Menschen gelegt werden. Denn: Obwohl die Gesellschaft zunehmend altert, gibt es nur eine lückenhafte, an das Alter angepasste Versorgung.
Eine Studie von PKV-Verband und TU Dresden zeigt, wie kommunale Präventionsangebote ältere Menschen erreichen – und dass erfolgreiche Projekte noch zu oft an fehlenden Zuständigkeiten und knappen Mitteln scheitern. Was die Politik dagegen tun kann.
Der BMG-Foliensatz zur AMNOG-Reform macht weitere Details des Vorhaben deutlich. Ein Instrument soll abgeschafft werden. Und: Kommende Woche sollen die Chefs der Staats- und Senatskanzleien der Länder auf ihrer Jahreskonferenz auch über den Pharmastandort sprechen. In Bad Dürkheim wird dann aber wohl auch eine Lösung für den MPK-Vorsitzwechsel gesucht.
Die Reform der Notfallversorgung soll Patienten besser steuern und somit Rettungskräfte entlasten. Heute diskutieren Verbände im Gesundheitsausschuss, wo sie noch Nachbesserungsbedarf am vorliegenden Entwurf sehen. Zudem macht die Linken-Bundestagsfraktion Vorschläge zu einer bedarfsgerechten und krisenfesten Akut- und Notfallversorgung.
Im Vorfeld zur Anhörung der Notfallreform fordern die maßgeblichen Hilfs- und Luftrettungsorganisationen eine verlässlichere Finanzierung und ein stärkeres Mitspracherecht. Die Kurskorrektur wollen sie im Gesetz zur Notfallversorgung festhalten – doch ihre Kritik richtet sich im Kern gegen das GKV-Sparpaket.
Auch nach der verheerenden Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt beharrt Kanzler Friedrich Merz auf den umstrittenen Sozialreformen. Allerdings betonte er, dass man diese emotionaler verkaufen müsse. Die SPD dagegen warnte vor „Reformen gegen die Menschen“ – und die Arzneimittelhersteller vor Gefahren für den Pharmastandort.
Der Entwurf zum Suizidpräventionsgesetz befindet sich in der Ressortabstimmung. Dabei soll es auch um die Finanzierung der dort verankerten Maßnahmen gehen. Das dürfte Gesellschaften im Suizidpräventionsbereich freuen, schließlich sind die mangelhaften Finanzmittel ein oft vorgebrachter Kritikpunkt. Doch auch an anderen Stellen fordern sie Nachbesserungen.
Die AfD gewinnt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt – die Fliehkräfte innerhalb der Union und den Druck auf die Koalition verstärkt dies enorm. Vor allem in der Sozial- und damit Gesundheitspolitik dürfte das für verhärtete Fronten sorgen, die anstehende Reformprojekte gefährden könnten.
Dass scharfe Kritik an der Bundesregierung auf der Tagesordnung der KBV-Vertreterversammlung stehen würde, überrascht nicht. Der KBV-Chef Gassen setzt jedoch Hoffnung in den Ökonomen und neuen Gesundheitsminister Carsten Linnemann.
Die Asiatische Tigermücke breitet sich in Deutschland weiter nach Norden aus. Noch überträgt sie hierzulande keine tropischen Krankheiten. Doch Fachleute warnen: Angesichts des Klimawandels und zunehmender Reisen wächst das Risiko. Wie Kommunen und Bürger den Blutsauger bekämpfen.
Stakeholder-Ideen wurden beim gestrigen Pharmadialog-Treffen im Bundesgesundheitsministerium weniger diskutiert. Dafür aber ein BMG-Konzept für das AMNOG 2.0. Das sieht ein zweistufiges Verfahren, eine stärkere Nutzung von FDZ-Daten, die Akzeptanz weiterer patientenrelevanter Endpunkte und eine Einbindung von Patienten und Klinikern vor.
Die Bundesregierung sieht in der Telemedizin eine Chance, um die Versorgung von Patient:innen zu verbessern und Ärzt:innen zu entlasten. Das wird im Entwurf für die Notfallreform deutlich. Doch wie kann etwa die telemedizinische Rundumversorgung funktionieren – wo sehen Kassenärztliche Vereinigungen, Ärzte- und Digitalverbände Probleme bei den Vorhaben?
Das Bundesamt für Soziale Sicherung ruft nach „weiteren Bundeshilfen“ für die Pflege. Im Herbst werde die Versicherung zusätzliche Liquidität benötigen, heißt es dort – und die bereits abgeschmolzene Mindestrücklage der Kassen lasse sich nicht nochmals senken. Allerdings würde eine zügige Rückzahlung der Corona-Schulden aus Behördensicht mehr Sinn machen.
Fachkräftemangel, Sparzwang, eine kränkere Bevölkerung: Gesetzliche und private Krankenversicherer müssen sich neu aufstellen, empfiehlt die Boston Consulting Group. Eine aktuelle Analyse zeigt, was KI-Agenten dabei leisten könnten. Wie das zu Kostendeckelung im BStabG und digitaler Ersteinschätzung passt.
Die IVDR stellt hohe Anforderungen an Diagnostiktests. Diese zu erfüllen, braucht Zeit – mehr, als in einer Ausbruchssituation zur Verfügung steht, sagt der Virologe Christian Drosten. In einer Studie hat er mit seinem Team untersucht, wie sich Tests schneller prüfen lassen. Der Ansatz könnte auch bei anderen seltenen und gefährlichen Erregern helfen.
Die G-BA-Vorsitzende spricht sich dafür aus, das Orphan-Privileg im AMNOG-Verfahren abzuschaffen. Die besondere Bedeutung von Therapien solle stattdessen in der Preisfindung berücksichtigt werden. Auch die Kosten-Nutzen-Bewertung bringt sie ins Spiel. Der GKV-SV will mit einheitlichen indikationsbezogenen Registern Evidenzlücken schließen.
Während das GeSiG auf sich warten lässt, hat die Bundesärztekammer ihre Forderungen für ein krisenresilientes Gesundheitswesen skizziert. Beteiligt waren auch Bundeswehr und Bevölkerungsschutz. Die meisten Anliegen richten sich an den Gesetzgeber, doch die Kammer erläutert auch, wo sie selbst gefragt ist.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gewährt Unternehmen für die NIS-2-Registrierung eine weitere inoffizielle Frist bis Ende September. Branchenverbände berichten nach wie vor von Unsicherheiten in der Gesetzesanwendung und praktischen Hürden bei der Nutzung des Registrierungsportals. Krankenhäuser scheinen eine Sonderstellung zu haben.
Überraschend hat sich die Bundesregierung aus einem wichtigen Forschungsprogramm der EU für die Biotechnologie zurückgezogen. Die Branche versucht nun, die Öffentlichkeit zu mobilisieren, um doch noch einen Titel im Haushalt für 2027 zu erwirken. Auch laut einer BMWE-Sprecherin ist die Entscheidung noch „nicht endgültig“.
Das AMNOG-Verfahren muss auf seinen Kern zurückgeführt werden, um eine Zukunft zu haben. Das fordert der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) und hat für die AMNOG-Reform „dringenden Handlungsbedarf“ in drei Reformfeldern skizziert.
Am Sonntagabend könnte die AfD in Sachsen-Anhalt erstmals die nötige Mehrheit erlangen, um eine Landesregierung zu stellen. Ein Blick in ihr Wahlprogramm zeigt: In Sachen Gesundheit schlägt sie aus der Unzufriedenheit mit der Bundespolitik politisches Kapital. Wie genau sie ihre Forderungen umsetzen will, scheint aber noch nicht zu Ende gedacht.
Die Finanzkommission Gesundheit arbeitet an Empfehlungen für eine Strukturreform. Dafür hat sie bislang die gesetzlichen Krankenkassen um Input gebeten. Nun legt der Verband Forschender Arzneimittelhersteller eigene Antworten vor – ungefragt. Sie liegen Tagesspiegel Background exklusiv vor.
Ab heute ist die Abnehmpille in Deutschland erhältlich. Telemedizinplattformen wie DoktorABC oder GreenMedical erwarten ein deutliches Wachstum ihres Geschäfts mit Medikamenten zur Gewichtsreduktion – und stoßen auf harte Kritik von Hausärztevertretern und der Deutschen Adipositas-Gesellschaft.
Der GKV-Spitzenverband schlägt Alarm: Trotz des gewährten Milliardendarlehens seien die Mittel der Sozialen Pflegeversicherung wohl schon im Oktober aufgebraucht. Um alle Pflegeleistungen weiter bezahlen zu können, werde man auf eine neuerliche Finanzspritze des Bundes angewiesen sein. Politisch bestehe „dringendster Handlungsbedarf“.
Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband legt sechs Forderungen für das geplante Primärversorgungssystem vor. Er will die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV) als Grundlage nutzen und keine anderen Anlaufstellen als Hausarztpraxen zulassen. Außerdem soll das System zwar auf Freiwilligkeit beruhen – aber dennoch verbindlich ausgestaltet werden.
Australien hat sich zu einem Hotspot für klinische Studien entwickelt, insbesondere in der frühen Phase. Das liegt an einer Kombination aus staatlichen Anreizen und günstigen Rahmenbedingungen. Was kann Deutschland für das Medizinforschungsgesetz 2.0 lernen?
Am 20. September wählt Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Landtag. Eine Fortsetzung des rot-roten Bündnisses wird wohl höchstens als Minderheitsregierung möglich sein. In der Gesundheitspolitik setzen die Parteien auf den Erhalt der Krankenhäuser und mehr Studienplätze.
Bislang hat sich die Finanzkommission Gesundheit abgesehen von einem Fragebogen an die GKV nicht in die Karten blicken lassen, welche Themen sie in ihrem Bericht zu langfristigen Strukturreformen behandeln will. Nun hat das Expertengremium für ein Fachgespräch zur Effizienz in der Arzneimittelvergütung eingeladen. Die zwei Hauptthemen haben es in sich.
Vom Streit mit dem neuen Minister über die Zahl der Krankenkassen und das Gerangel um die Zuckersteuer bis hin zu den Erwartungen an die Notfallreform und das GeDIG: Bei der gestrigen Verwaltungsratssitzung des GKV-Spitzenverbands gab es viel zu besprechen. Außerdem beschloss das Gremium ein Forderungspapier zu mehr Digitalisierung in der Pflege.
Das GKV-Lager stellte gestern klar, Vorschläge für eine Standortklausel abzulehnen, die mit zusätzlichen Ausgaben einhergehen würden – oder im Gegenzug „finanzielle Kompensation der GKV“ zu erwarten. Zum Auftakt der Beratungen legte der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie ein umfassendes Konzeptpapier vor, das auch die GKV-Finanzen adressiert.
Die Diskussion um die Preise von Apps auf Rezept geht weiter. In einem aktuellen Positionspapier fordert der AOK-Bundesverband schärfere Regeln für die sogenannten digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) – und erinnert damit an die Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit aus dem Frühjahr. Zum Jahresende stellt die Kommission ihren zweiten Bericht vor.
Dem Unmut möchte Finanzminister Klingbeil offenbar zügigst ein Ende setzen: Auf Instagram dementiert er, eine Steuer auf zuckerfreie Getränke erheben zu wollen. Die geleakten Eckpunkte habe er noch nie gesehen. Unterdessen kursiert schon das nächste nicht geeinte Papier aus seinem Ministerium. Folgt nun der nächste Koalitionsstreit?
Die große Mehrheit der Jugendlichen findet, dass ihnen soziale Medien guttun. Dennoch sehen sie Schattenseiten und klagen bei verstärkter Nutzung über mehr körperliche und mentale Beschwerden. Das zeigt der Social-Media-Report, den die Techniker Krankenkasse heute veröffentlichen will. Darin positionieren sie sich auch zum diskutierten Social-Media-Verbot.
Der Verband der Chemischen Industrie gibt sich zuversichtlich, dass das Fachgremium zur Standortklausel seine Herkulesaufgabe meistern wird. Noch viel größere Erwartungen hat die chemisch-pharmazeutische Branche an die Bundesregierung, insbesondere das Kanzleramt. Forderungen, was für Wachstum und Investitionen nötig ist, stellte der VCI gestern vor.
Nun soll es also schnell gehen: Das BMF hat die Eckpunkte für eine Zuckersteuer ab 2027 erarbeitet. Das SPD-Ministerium wittert offenbar hohe Einnahmen: Die Pläne gehen nämlich deutlich über die Empfehlungen der Finanzkommission hinaus. Widerstand regt sich wieder einmal in der CDU. Zu scheitern droht das Vorhaben in dieser Form aber am Agrarministerium.
Führt die geplante Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag zu längeren Fehlzeiten? Laut einer aktuellen VdK-Umfrage würde sich dann jeder Fünfte vorsorglich gleich länger krankschreiben lassen, um nicht nochmal zum Arzt zu müssen. Unter Berufung darauf warnte der Sozialverband gestern nochmals vor den anvisierten Neuregelungen zur Krankschreibung.
1,8 Milliarden Euro wollte Ex-Gesundheitsministerin Nina Warken allein im kommenden Jahr durch die Kürzung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige einsparen. Ihr Nachfolger Carsten Linnemann hat nun angekündigt, diese Pläne stoppen zu wollen – und erhält dafür Beifall von allen Seiten. Doch die Frage nach der Gegenfinanzierung lässt er unbeantwortet.
Sonja Optendrenk war Referentin im Kanzleramt, Abteilungsleiterin im BMG und Staatssekretärin für Gesundheit in Hessen. Als neue Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses will sie nun das Gesundheitssystem einfacher und verlässlicher machen. Im Interview spricht sie über Reformen, Bürokratie, Abnehmspritzen – und ihre Erwartungen an Carsten Linnemann.
Bei der morgigen Webkonferenz des GKV-Spitzenverbands soll es darum gehen, ob die Einzelkassen gut genug gerüstet sind, um 2027 drohende Korrekturbeträge des Bundesamts für soziale Sicherung wegen unzulässiger Diagnosebeeinflussung in Milliardenhöhe zu schultern. Normalerweise hält der Verband sich bei Wettbewerbsthemen wie dem Morbi-RSA raus.
Der Entwurf der Verordnung zur Neufassung der BtMVV und die damit verbundene Einführung des E-Rezepts für Betäubungsmittel soll nun doch erst am 7. Oktober im Kabinett beschlossen werden. Einige Verbände haben ausführliche Kritik geäußert, die Nachbesserungsbedarf am Entwurf des BMG nahelegt.
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Einführung der U10-Früherkennungsuntersuchung für Kinder als GKV-Leistung beschlossen. Bis es so weit ist, sind allerdings noch einige Schritte nötig. Kinder- und Jugendärzt:innen sowie der GKV-Spitzenverband begrüßen den Beschluss, üben aber auch Kritik – wenn auch an unterschiedlichen Punkten.
Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes und Bluthochdruck stellen junge Erwachsene eine Schlüsselgruppe für die Primärprävention dar. Forschende stellten bei jungen Erwachsenen nun Arterienschäden fest und plädieren für frühzeitige Risikoscreenings.
Die Innungskrankenkassen fordern eine Strukturreform mit besserer Versorgungssteuerung, digitaler Ersteinschätzung, stärkerer Einbindung anderer Gesundheitsberufe und mehr Prävention. Laut Forsa sind 77 Prozent der Bundesbürger mit der Gesundheitspolitik unzufrieden; 80 Prozent nennen lange Wartezeiten als größtes Problem.
Gestufte Entlastung, klare Kriterien, die Vermeidung von Mitnahmeeffekten: So stellt sich Stephan Pilsinger die Standortklausel vor. Allein wird diese aber die Wettbewerbsfähigkeit des Pharmastandorts nicht sichern, ist der Unions-Berichterstatter für Arzneimittel überzeugt. Für die Pharmaindustrie scheint das Vorhaben einen enormen Stellenwert zu haben.
Um verlässliche Aussagen über Behandlungsfehler treffen zu können, brauche es ein verbindliches Monitoring, schreibt der Medizinische Dienst Bund in seiner aktuellen Jahresstatistik. Dennoch lassen sich aus einigen Zahlen Erkenntnisse gewinnen. Der Bericht zeigt auch, dass die Zahl der Behandlungsfehlerbegutachtungen der MD über die Jahre konstant blieb.
Das Fachgremium, das Vorschläge für eine Standortklausel diskutieren und bis Ende September eine Formulierungshilfe für eine gesetzliche Regelung erarbeiten soll, hat wenig Zeit für die Vorbereitung. Der GKV-Spitzenverband hat schon einmal durchblicken lassen, dass er europäisch geeinte industriepolitische Maßnahmen für einen guten Weg halten würde.
In deutschen Kliniken wird Mangelernährung nur selten diagnostiziert. Mit gravierenden Folgen: mehr Komplikationen, längere Krankenhausaufenthalte und sogar eine erhöhte Sterblichkeit. Mit einem verbindlichen Screening will der Gesetzgeber dagegen angehen.
Die Pflegebranche ist sich über das stambulante Versorgungskonzept nicht ganz einig. Während einige Akteur:innen Vorzüge in der Mischform zwischen ambulanter und stationärer Pflege sehen, beklagen andere zusätzliche Bürokratie und einen fehlenden Mehrwert. Nun setzen sich Abgeordnete der CDU für das Modell ein und wenden sich mit ihrem Anliegen an Linnemann.
Das Bundeskabinett hat die Gegenäußerung zur Stellungnahme des Bundesrates zu den geplanten Regeländerungen über ärztliche Zwangsmaßnahmen beschlossen. Die Kritik der Länderkammer am Entwurf, der zur Umsetzung eines Urteils des BVerfG dient, wird darin zurückgewiesen.
Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ordnet den Umgang mit neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden im Krankenhaus neu. Während GKV-Spitzenverband und Gemeinsamer Bundesausschuss mehr Evidenz und Patientensicherheit erwarten, warnen Hersteller vor zusätzlichen Hürden, steigenden Kosten und einem erschwerten Zugang zu medizinischen Innovationen.