Digitale Identitäten : Sprind stellt vier Eudi-Wallet-Prototypen vor
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Die Agentur für Sprunginnovationen (Sprind) hat der Öffentlichkeit vier Prototypen für die deutsche Version der Eudi-Wallet vorgestellt. Am Dienstag zeigten vier Teams die Ergebnisse von 15 Monaten Arbeit:
- Ubique: Das Schweizer Digitalunternehmen hat eine Wallet namens „Heidi“ entwickelt. Dafür ist das Unternehmen von der Sprind mit Geldmitteln gefördert worden.
- Amino Solutions: Das niederländische Start-up ist auf digitale Identitäten spezialisiert und wurde ebenfalls von der Sprind finanziell unterstützt.
- Lissi: Das deutsche Start-up hat ohne Förderung der Sprind in der dritten Phase einen Prototypen entwickelt und dabei laut eigenen Angaben besonders auf Anwendungsfälle bei Bezahltransaktionen geachtet.
- Wwwallet: Wwwallet ist anders als die anderen Lösungen webbasiert, kann aber auch Daten lokal auf dem Gerät ablegen. Hinter dem Produkt steckt ein Konsortium der drei Unternehmen Gunet, Sunet und Yubico. Auch Wwwallet hat in der dritten Phase keine Förderung von der Sprind erhalten.
Die vier Teams sind die Auswahl aus einem dreistufigen Innovationswettbewerb, den die Sprind im Mai 2024 ausgerufen hat. In der ersten Stufe waren noch sechs Teams finanziell gefördert worden, fünf weitere beteiligten sich ohne Förderung. Die dritte und finale Stufe traten nur noch vier Teams an und nur zwei erhielten Finanzspritzen dafür.
„Es ist viel billiger als alles, was wir vorher gemacht haben“, verteidigte Sprind-Chef Rafael Laguna die Idee nochmal in Berlin auf der Bühne. Es sei zwar „Doppelförderung“, doch durch den Wettbewerb im Auftrag des Bundesinnenministeriums und nun des Digitalministeriums habe die Eudi-Wallet viel mehr Reichweite erzielt. „Und wir werden rechtzeitig fertig, da bin ich sicher“, fügt Laguna hinzu.
Staatssekretär Markus Richter war erst im BMI und nun im BMDS für das Projekt Eudi-Wallet verantwortlich. „Nur wenn wir offene Protokolle und offene Ökosysteme kreieren, werden die Menschen diese Wallet nutzen können“, sagte Richter auf der Konferenz. Deshalb sei die deutsche Wallet ein System, auf das verschiedene Wallets aufsetzen können und deshalb gebe es auch mehrere Prototypen.
„Dies war der erste und einfachste Schritt“, sagte der CDU-Digitalpolitiker Markus Reichel. In den nächsten Monaten müssten weitere Schritte gemacht werden. Der Bundestag müsse ein Gesetz für digitale Identitäten erlassen und andere einschlägige Gesetze wie das Onlinezugangsgesetz so ändern, dass es mit dem Eudi-Wallet-Ökosystem kompatibel sei. Das Schwierigste sei aber die Kommunikation. „Wir müssen von der Schweiz lernen“, warnte Reichel. Dort haben die Bürger:innen in einem Volksentscheid im September mit nur einer hauchdünnen Mehrheit für ein e-ID-Gesetz gestimmt. „Die Menschen haben teilweise Angst oder sie wollen beim bekannten System bleiben. Also müssen wir alle reden, reden, reden“, sagte Reichel. bhi
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