heute veröffentlicht die Europäische Kommission wieder ihren jährlichen Digitalisierungsindex DESI, der für Deutschland in den vergangenen Jahren stets eher unbequeme Wahrheiten enthielt: Nur durchschnittlich digitalisiert sind wir im Vergleich mit den anderen EU-Ländern, im Bereich E-Government sogar weit hinten abgeschlagen. Wie Tagesspiegel Background vorab erfuhr, sieht es insgesamt wieder nicht besser aus als im Vorjahr. Dänemark schneidet hingegen gut ab. Der Botschafter des Königreichs in Berlin Friis Arne Petersen nimmt dies heute im Standpunkt zum Anlass für Überlegungen, wie die „digitale Kluft“ in Europa mit einer „Digitalisierungsoffensive“ geschlossen werden kann.
Ganz eigene Überlegungen dazu hat die deutsche Ratspräsidentschaft der EU, die am 1. Juli beginnt. Lina Rusch hat den Entwurf für das Programm der Bundesregierung einem Digitalcheck unterzogen. Die Pläne reichen von einem Corona-App-Netzwerk, über die Förderung des europäischen Gesundheitsdatenraumes bis hin zu einem „Geheimtresor“ für Bürgerdaten fürs Smartphone. In den Mittelpunkt rückt die Bundesregierung das Konzept der digitalen Souveränität.
Um technologische Souveränität geht es auch beim Cyber Innovation Hub (CIH) der Bundeswehr. Wie Tagesspiegel Background erfuhr, hat die Digitaleinheit ab Montag einen neuen Leiter. Wer der Ex-Telekom-Hacker ist, der neue Impulse für die Digitalisierung der Truppe setzen will, erzählt Miriam Schröder im Porträt.
Einen Digitalisierungsschub braucht auch die Verwaltung. Mit Milliarden aus dem Konjunkturpaket soll die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) beschleunigt werden. Vor allem die Kommunen sollen profitieren, denn dort werden auch die meisten Verwaltungsleistungen angeboten. Gestern sprach der neue Bundes CIO Markus Richter erstmals über Maßnahmen und Ziele des Krisenprogramms. Über die Details berichtet Matthias Punz.
Das McKinsey Global Institute hat eine neue Studie zur Zukunft der Arbeit in Europa erarbeitet. Demnach könnte die Pandemie den bestehenden Wandel am Arbeitsmarkt durch die Digitalisierung deutlich verstärken: Jobs, die ohnehin in mittelfristiger Zukunft durch die Automatisierung zur Disposition stehen, sind bereits jetzt durch die Auswirkungen der Coronakrise gefährdet. Sorgen macht den Forschern darüber hinaus die alternde Bevölkerung, berichtet Sebastian Christ.