Leitungen für die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) gelten als die Stromautobahnen der Energiewende: Sie erstrecken sich über Hunderte von Kilometern, transportieren Elektrizität über Ländergrenzen hinweg und bringen große Energiemengen von den Erzeugungsregionen in die Verbrauchsregionen.
Nun zeigt ein neuer Entwurf des Bundesbedarfsplangesetzes: Neu zu planende HGÜ-Leitungen sollen künftig als Freileitungen gebaut werden und nicht länger als Erdkabel verlegt werden. Nach dem Willen der Bundesregierung soll das Milliarden von Euro beim Netzausbau sparen und damit auch den Anstieg der Netzentgelte dämpfen.
Der Schritt würde nach mehr als zehn Jahren einen deutlichen Kursschwenk in der Netzplanung bedeuten, wie Karsten Wiedemann und Alina Rapoport berichten. Doch die Länder müssen ebenfalls zustimmen – und die Landesregierungen in Niedersachen und Schleswig-Holstein haben sich bereits gegen derartige Pläne ausgesprochen.