Teure stationäre Behandlungen und eine schlechte Verteilung der Ärzte: Der EU-Bericht „State of Health“ gibt dem Bundesgesundheitsministerium Hausaufgaben in der Leistungsverteilung auf. Denn in vielen Punkten liegt Deutschland nur im Mittelfeld.
In den nächsten Jahren dürften immer neue gentherapeutische Verfahren Realität werden. Gesundheitspolitiker und das GKV-System fürchten eine Preisexplosion. Im Gesundheitsausschuss denkt man über neue Finanzierungsmodelle nach, um nicht bald über Rationierungen reden zu müssen.
Die Zulassung von Algorithmen für den medizinischen Einsatz fordert die zertifizierenden Stellen heraus. Es fehlen eine Infrastruktur zur Überprüfung von Datenqualität und Methodik – und ein Konzept zum Umgang mit lernenden Systemen.
Um seine Gesetzesvorhaben finanzieren zu können, holt sich Gesundheitsminister Jens Spahn in den nächsten fünf Jahren mehr als 5,2 Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfonds. Die Reserve für die gesetzlichen Kassen schmilzt dadurch um gut die Hälfte. Und sie würde sogar unter die gesetzliche Mindestgrenze rutschen – wenn der CDU-Politiker nicht vorgebaut hätte.
Eine Patientensteuerung mit finanziellen Anreizen ist unvermeidbar, um einen Kollaps der Arztpraxen zu verhindern, sagt der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. Im Interview mit Tagesspiegel Background plädiert er zudem für ein Verbot des Heilpraktikerberufs, der seine Existenz einem Gesetz aus der Nazizeit verdanke.
Das Genscheren-Verfahren CRISPR/Cas birgt riesige Chancen, jetzt sollen erstmals Patienten mit Blutkrankheiten geheilt worden sein, eine von ihnen ist Regensburgerin. Ist der Therapieerfolg von Dauer, wäre das ein Meilenstein der Medizingeschichte.
Die Einführung der internationalen medizinischen Terminologie zum Austausch wissenschaftlicher medizinischer Daten, SNOMED CT, könnte kurz vor der Einführung stehen. Niedergelassene Ärzte kritisieren die Einführung.
In China gibt es zwei bestätigte Fälle der hochinfektiösen Lungenpest. Die Öffentlichkeit wird darüber kaum informiert. Staatliche Behörden wollen offenbar Panik vermeiden, erreichen in der Bevölkerung damit aber das Gegenteil.
Europa soll als Standort für die Arzneimittelproduktion gestärkt werden. Pharmakonzerne fordern Steuererleichterungen und Subventionen, die Politik winkt da ab. Sie strebt stattdessen geänderte Vergabeverfahren bei Arzneimittelverträgen an. Auch ein Gütesiegel „Made in Europe“ ist in der Diskussion.
Die Pflegekosten steigen rasant – und wenn erst mal die Babyboomer zum Pflegefall werden, sind sie für die Beitragszahler kaum noch zu stemmen. In einer Bertelsmann-Studie fordern Wissenschaftler, die Jüngeren rechtzeitig zu entlasten. Sie raten zu einer Kombi aus vorgezogenen Beitragserhöhungen und milliardenschweren Steuerzuschüssen.
Die Bundesregierung bescheinigt Prothesen und Orthesen aus dem 3D-Drucker großes Potenzial. Das gelte vor allem für patientenindividuelle Sonderanfertigungen, schreibt das Bundesgesundheitsministerium in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion.
In Deutschland wird überdurchschnittlich viel organschädigender Feinstaub produziert, heißt es in einer Studie des Wissenschaftsmagazins „Lancet“, die heute vorgestellt wird. Wenn nichts gegen den Klimawandel unternommen wird, drohen zudem mehr Hitzetote und neue Infektionskrankheiten.
Vision Health Pioneers ist eine Start-up-Schmiede, bei der nur Teams aufgenommen werden, die aus dem Gesundheitsbereich kommen. So sollen Fehlentwicklungen vermieden werden. Ein umstrittenes Konzept.
In der Bundesrepublik wird überdurchschnittlich viel organschädigender Feinstaub produziert, sagt der „Lancet Countdown“, der heute in Berlin vorgestellt wird. Würde nichts gegen den Klimawandel unternommen, drohten zudem mehr Hitzetote und neue Infektionskrankheiten.