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EU-Klimapolitik : Deutschland reißt EU-Klimavorgaben deutlich

Im Bereich, der nicht vom Emissionshandel abgedeckt wird, kommt es laut den jüngsten Zahlen der Europäischen Umweltagentur zu einer deutlichen Zielverfehlung. Die Behörde warnt vor einem immer größeren Defizit. Die Slowakei bietet indes ihre überschüssigen Quoten feil.

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Deutschland hat erstmals überhaupt Klimaschutzvorgaben der EU deutlich verfehlt. In den Bereichen, die nicht vom EU-Emissionshandel (EU ETS) abgedeckt wurden, lagen die Emissionen 2017 bei 465 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. Im sogenannten Effort-Sharing, der Lastenteilung zwischen den Mitgliedsländern, sind Emissionen in Höhe von 432 Millionen Tonnen vorgeschrieben. Dies geht aus der Ende vergangener Woche veröffentlichten Auswertung der Europäischen Umweltagentur (EEA) hervor. Die Emissionsschätzungen 2017 sind schon länger öffentlich, allerdings hat die EEA nun erstmals ETS- von Non-ETS-Emissionen abgegrenzt.

Im Jahr 2016 war das Defizit mit zwei Millionen Tonnen nur minimal. Das Anwachsen der Lücke auf 33 Millionen Tonnen ergibt sich durch zwei Effekte. Zum einen stiegen die Emissionen im Non-ETS-Bereich an. Dieser umfasst unter anderem Gebäudeenergie, Verkehr, Landwirtschaft und kleinere Industrieanlagen. Dort stiegen die Emissionen um elf Millionen Tonnen an. Die zugeteilte Menge an Emissionen sank dagegen um 20 Millionen Tonnen.

Die Vorgaben des Effort-Sharings sind verbindlich, bei Überschreitung droht ein Vertragsverletzungsverfahren. Bereits in der ersten Regulierungsperiode von 2013 bis einschließlich 2020 ist für Deutschland nun ein erhebliches Defizit zu erwarten. Laut den offiziellen deutschen Zahlen, die nur alle zwei Jahre und nächstes Mal 2019 gemeldet werden, wird für die gesamte Periode zwar nur eine Unterdeckung in Höhe von 15,6 Millionen Tonnen erwartet. Werden zusätzliche, politisch noch nicht umgesetzte Maßnahmen eingeleitet, könnte dieses Defizit auf insgesamt 8,1 Millionen sinken.

Die nun veröffentlichten Zahlen zeigen jedoch, dass diese Ziele kaum noch erreicht werden können, da die Emissionen schon jetzt stark nach oben abweichen. Das Öko-Institut hatte bereits im August geschätzt, dass bei gleichbleibenden Emissionen auf dem Niveau von 2017 knapp 120 Millionen Tonnen, also Annual Emission Allowances (AEA), fehlen.


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