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EU : EU-Minister verschärfen Abgas-Grenzwerte

Die EU-Umweltminister haben sich am Dienstag auf einen neuen Flottengrenzwert für CO2 bei Pkw geeinigt. Im Jahr 2030 sollen die Fahrzeuge 35 Prozent weniger ausstoßen. Außerdem legte der Ministerrat seine Position für die Klimakonferenz in Kattowitz fest.

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Umweltministerin Svenja Schulze ist am Dienstag mit einem schweren Auftragnach Luxemburg zum EU-Umweltministerrat gefahren. Sie musste dort eine Position der Bundesregierung zum CO2-Grenzwert für Pkw im Jahr 2030 vertreten, die nicht die ihre war. Schulze hatte sich im Vorfeld für 50 Prozent Minderung bis 2030 im Vergleich zu 2021 ausgesprochen. Nun musste sie den Wunschwert der Bundesregierung vertreten, nämlich 30 Prozent. Er stimmt mit dem Vorschlag der EU-Kommission überein. Das Parlament hatte 40 Prozent gefordert. Das deutsche Klimaziel für Emissionssenkungen im Verkehrssektor bis 2030 um 40 bis 42 Prozent würde ebenfalls mit einer 50-prozentigen Senkung einhergehen müssen.

Die Regierungsposition zu vertreten „fällt mir sehr schwer, wenn man die Zahlen [des Weltklimarats] von gestern sieht und genau sieht, dass jede eingesparte Tonne [CO2] eine Menge bedeutet, dass es nicht egal ist, ob wir 1,5 oder zwei Grad [Erderwärmung] haben“, sagt Schulze in einem Statement vor Beginn des Treffens. Sie halte es auch industriepolitisch nicht für den richtigen Weg. „Die Alternative wäre aber, dass es keine Grenzwerte gibt, und das kann wirklich niemand wollen“, sagte Schulze.

Kurz vor Mitternacht einigten sich die Umweltminister schließlich auf 35 Prozent Minderung. Der luxemburgische Staatssekretär Claude Turmes griff Deutschland frontal an: Merkel fahre zugunsten der deutschen Autobauer „den Klimaschutz an die Wand“, sagte der ehemalige Grünen-Europaabgeordnete. Nach dem Kompromiss muss eine Einigung mit dem Europaparlament ausgehandelt werden. Die Abgeordneten hatten sich vorige Woche für eine Minderung um 40 Prozent ausgesprochen. Die Verhandlungen sollen schon am heutigen Mittwoch beginnen.

Zweites großes Thema im Ministerrat war ein Beschluss zur Klimakonferenz in Kattowitz (COP 24) und wann die EU welche neuen Vorschläge für eine Erhöhung ihres Klimaziels abgibt. Laut einem Stufenplan im Abkommen von Paris müssen alle Vertragsstaaten 2020 ihr freiwilliges Ziel für den Zeitraum bis 2030 benennen. Am Dienstag haben sich die Umweltminister auf eine Minimalposition verständigt. Die EU werde ihr Klimaziel 2020 „kommunizieren oder erhöhen“, lautet eine entsprechende Formulierung in Paragraph 23 des Beschlusstextes. Das wurde aber wortgleich bereits 2015 in Paragraf 24 des Klimaabkommens von Paris beschlossen.

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