Ein digitales Angebot von Verwaltungsleistungen, vor allem für sensible Daten auf allen Ebenen der deutschen Bürokratie, das fordert das OZG bis Ende des Jahres 2022. Während der Umbruch nun in den Behörden beginnt, darf die digitale Sicherheit dabei nicht auf der Strecke bleiben.
Während in jüngster Zeit vor allem finanziell orientierte Cyberangriffe wie Ransomware-Attacken große Präsenz in den Medien verzeichnen, gibt es auch zahlreiche Gruppierungen, die vorwiegend politische Ziele verfolgen und ungewünschte Regierungskritiker:innen und Aktivist:innen überwachen und sogar mithilfe gefälschter Beweise hinter Gitter bringen.
Zu vage, wenig praxistauglich und viele bürokratische Pflichten, die dann doch eine politische Lösung erforderlich machen: Auch nach der IT-Sig 2.0-Novelle gibt es noch zahlreiche regulative Baustellen im deutschen IT-Sicherheitsrecht, sagt Fachanwalt Lutz Martin Keppeler.
Ransomware-Angriffe auf international hochrangige Ziele zeigen, wie verletzlich kritische Infrastrukturen sind. Das kriminelle Geschäft ist lukrativ und lockt immer mehr Cyberkriminelle an. Daher müssen öffentliche Einrichtungen und Verwaltungen sowie Unternehmen reagieren und Daten schützen, mahnt Roland Schneider von Fortinet.
Effektive Verteidigungsstrategien gegen Desinformation sind eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, um eine Infodemie einzudämmen. Lars Niggemann, Geschäftsführer von Prevency, weist auf die Wichtigkeit von Resilienz gegenüber derartigen Angriffen hin.
Die Netzbetreiber in Deutschland und Europa stehen im Zuge neuer Regulierung vor erheblichen strukturellen und technischen Herausforderungen im Bereich der Cybersicherheit. Maik Neubauer, Senior Advisor bei Decomplexity Europe, sieht erheblichen Nachholbedarf, denn noch verließen sich Netzbetreiber zu sehr auf theoretische Grundlagen.
Mit der G7-Präsidentschaft hat Deutschland die Chance, auf internationaler Ebene die Verbreitung sicherer Verschlüsselungstechnik voranzutreiben. Warum dadurch Autokratien geschwächt und gleichzeitig Bürger:innen und Wirtschaft in demokratische Staaten gestärkt werden, erklären Valentin Weber und David Hagebölling heute.
Heartbleed, Shellshock, Log4Shell – alle paar Jahre findet eine besonders heikle Sicherheitslücke den Weg in die öffentliche Wahrnehmung. Doch die größere Gefahr lauert an anderer Stelle, weiß Julian-Ferdinand Vögele und fordert mehr Sichtbarkeit für Zero-Days-Exploits.
Für eine funktionierende Demokratie ist es wichtig, dass öffentliche Personen wie Politiker:innen und Journalist:innen ihre Meinungen äußern können. Doch eine neue Studie zeigt, dass sich Politiker:innen und Journalist:innen im Netz nahezu schutzlos fühlen. Das schränkt sie in ihrer Arbeit ein. Deshalb müssen die bisherigen Schutzmaßnahmen verbessert werden.
Neue Regulierungen wie NIS-2 sollen das IT-Sicherheitsniveau in Deutschland und Europa steigern. Doch ein wesentliches Problem dürfte damit mitwachsen: der Fachkräftemangel. Und nicht nur dort sieht Timo Kob, Vorstand der HiSolutions AG, deutlichen Nachbesserungsbedarf.
What is behind the troop deployment on the Ukrainian border? The Russian government seems to be keeping all options open. A digital attack is likely. How the EU responds will be crucial. A column by Annegret Bendiek and Matthias Schulze.
Auf dem 18. Deutschen IT-Sicherheitskongress des BSI debattieren Deutschlands Entscheider:innen aus dem Feld der Cybersicherheit über Trends, Handlungsempfehlungen und Maßnahmen. Northwave Deutschlandchefin Eileen Walther erlebt Ransomware-Attacken auf Unternehmen nahezu tagtäglich und leistet Unterstützung und Aufbauarbeit im Ernstfall. Auf dem Kongress wirbt sie für Vertrauen in externe Expert:innen. Tagesspiegel Background kann Teile ihres Vortrags vorab veröffentlichen.
Was früher die kaum erforschten und kaum kontrollierten Ozeane waren, ist heute das Internet. Ein fast rechtsfreier Raum, in dem unbekannte Täter ihre Opfer angreifen und Lösegeld fordern. Damals ging es um Gold, heute um Daten und Kryptowährungen. Bis die Politik angemessen reagiert, müssen sich Unternehmen auf harte Zeiten einstellen.
Zahlreiche Unternehmen investieren nach einem Jahr voller Cyberzwischenfälle verstärkt in die IT-Sicherheit. Doch mit Prävention alleine ist es nicht getan, warnt Thomas Schumacher, Leiter Cybersecurity bei der Unternehmensberatung Accenture. Was Unternehmer:innen dringend noch beachten müssen.
Seit einigen Jahren gibt es Cyber-Versicherungen, die Unternehmen im Schadensfall unter die Arme greifen. Doch mit der Zeit zeigten sich die Versicherungen weniger zahlungswillig – und erhöhen ihre Anforderungen. Es lohnt sich, gemeinsam mit Experten eine optimal abgestimmte Sicherheitsstrategie zu entwickeln.
Die EU und die NATO-Bündnispartner sollten sich mit gemeinsamen Übungen, stärkerer Rechenschaftspflicht und schnellen Reaktionsmechanismen auf eine steigende Zahl von Cyber-Angriffen vorbereiten, fordert Cybersicherheitsexpertin Merle Maigre.
Von Mittelständlern bis hin zu großen Handelsketten: Vor Cyberattacken ist kein Unternehmen gefeit. Was verantwortliche Führungskräfte vor, während und nach einem Angriff beachten und umsetzen müssen, erklärt Martin Kuppinger, Principal Analyst bei KuppingerCole Analysts.
Für die deutsche Cybersicherheitsarchitektur braucht es auf Bundesebene klare Zuständigkeiten, fordert Thomas R. Köhler. Denn ohne zentrale Anlaufstelle wird auch die kommende Regierung im Notfall nicht schnell genug reagieren können.
Das chinesische Verständnis von Cybersicherheit unterscheidet sich fundamental von dem des Westens. Hauke Gierow, Leiter Unternehmenskommunikation bei G DATA CyberDefense und Mitglied im Vorstand beim Institut für Technik und Journalismus (ituj) über den chinesischen Weg der IT-Sicherheit.
Israel hat sich in den vergangenen Jahren einen Vorreiterstatus im Bereich Cybersecurity aufgebaut. Oleg Brodt, Chief Innovation Officer Cyber@Ben-Gurion University und Direktor für Forschung und Entwicklung des Deutsche Telekom Innovation Labs an der Ben-Gurion University, erklärt, wie es dazu kommen konnte und was den Markt auszeichnet.
In Anhalt-Bitterfeld ist es Cyberkriminellen gelungen, eine Verwaltung in bisher ungekanntem Ausmaß lahmzulegen. Dass die Bundeswehr hier Amtshilfe leisten musste zeigt, wie wenig die zuständigen Landesbehörden vorbereitet sind. Das muss sich dringend ändern, fordert Sven Herpig von der Stiftung Neue Verantwortung – und gibt Tipps für Städte und Kommunen.