viele Augen im Bundesgesundheitsministerium dürften heute gebannt nach Karlsruhe schauen: Dort nämlich beschäftigt sich der Bundesgerichtshof um 10 Uhr mit den Maskenbeschaffungen des damaligen Ministers Jens Spahn, das Urteil hat Signalwirkung für zig noch ausstehende Verfahren. Sollte das Gericht nicht im Sinne des BMG Recht sprechen – ob heute ein Urteil fällt, ist noch unklar – würden sich für den Etat des Ministeriums Milliardenverluste im mittleren einstelligen Bereich abzeichnen. Ein Umstand, der dann auch den Haushaltsausschuss beschäftigen dürfte – in dem Jens Spahn, so viel Pointe muss dann sein, gerade Mitglied geworden ist.
Er wirkte fast nervös, der neue Gesundheitsminister Linnemann, als er gestern auf dem Deutschen Apothekertag ans Redepult trat. Kein Wunder: Sein erster Auftritt als vereidigter Minister, und dann auch noch bei den Apothekern, die für ihren hartnäckigen Lobbyismus bekannt sind. Doch für Nervosität gab es keinen Grund. Linnemann sprang über zwanzig Minuten hinweg von einem Apothekeranliegen zum nächsten – und bekräftigte sie in jedem Punkt. So zeichnete sich das Bild eines Ministers, der weiß, dass er für viele nicht die erste Wahl gewesen wäre – und der mit allen Mitteln vom Gegenteil überzeugen will. Was er für die Apothekerschaft fordert und wie kritisch er die Cannabis-Teillegalisierung betrachtet, hat Natascha Koch aufgeschrieben.