Batterie und Brennstoffzelle : Technologieoffenheit für die Verkehrswende
Die europäische Mobilitätspolitik befindet sich in einer entscheidenden Phase: Während China die Wasserstoff- und Elektromobilität rasant ausbaut und bis 2035 allein eine Million Wasserstofffahrzeuge auf die Straße bringen möchte, geht der Wandel in Deutschland und Europa langsamer voran. Es braucht eine kombinierte Strategie aus Batterie- und Wasserstoffantrieben, um Europas Klimaziele zu erreichen und eine führende Rolle in diesen Zukunftsmärkten einzunehmen.
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Europa hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt und der Verkehrssektor steht dabei unter besonderem Druck: Denn während Emissionen sinken müssen, wächst gleichzeitig die Nachfrage nach Mobilität. Damit die Transformation erfolgreich gelingt und Wachstumschancen genutzt werden, muss Europa auf einen ganzheitlichen Ansatz setzen, der sowohl batteriebetriebene als auch wasserstoffbetriebene Fahrzeuge integriert und eine Technologieoffenheit unterstützt. Nur durch ein Zusammenspiel aus beiden innovativen Antriebslösungen entsteht die Chance, bei den deutschen und europäischen Klimazielen voranzukommen.
Während die Batterietechnologie unverzichtbar ist, bietet Wasserstoff einzigartige Vorteile, die ihn zu einer wertvollen Ergänzung in vielen Sektoren machen. Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb kombinieren hohe Reichweiten mit kurzen Betankungszeiten und entlasten gleichzeitig das Stromnetz. Bereits heute sind Wasserstoff-Lkw auf europäischen Autobahnen, Wasserstoff-Taxis unter anderem in Berlin und kommunale Busflotten oder Bahnen mit Wasserstoffantrieb im täglichen Betrieb. Diese Beispiele zeigen: Die Technologie ist praxistauglich und kann einen erheblichen Beitrag leisten – vor allem da, wo große Reichweiten und mehr als Individualmobilität gefragt sind.
Klimaziele und industrielle Wertschöpfung sichern
Die Wasserstoffmobilität ist nicht nur eine technologische, sondern zugleich auch eine industriepolitische Entscheidung. Durch eine starke Wasserstoffwirtschaft werden Schlüsseltechnologien in Europa gesichert und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie gestärkt. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Herstellung in Elektrolyseuren über die Speicherung bis hin zu Wasserstofffahrzeugen und weiteren Brennstoffzellensystemen – eröffnen sich Zukunftsmärkte, in denen deutsche und europäische Unternehmen eine führende Rolle einnehmen können. Mit den richtigen Impulsen lassen sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette erhebliche Potenziale erschließen. So zeigen Studien, dass bis 2030 europaweit bis zu 500.000 qualifizierte Arbeitsplätze entstehen könnten.
Damit diese Technologien ihr volles Potenzial entfalten können, müssen Nachfrage und Angebot Hand in Hand wachsen. Es braucht klare und verlässliche Rahmenbedingungen, die Planungssicherheit für Unternehmen schaffen und somit Innovationen und damit einhergehend den kontinuierlichen Ausbau der Infrastruktur unterstützen. Mit diesem Appell haben sich diesen Sommer mehr als 30 CEOs führender Unternehmen im Rahmen der Global Hydrogen Mobility Alliance mit einem offenen Brief an die Bundesregierung gewandt – als gemeinsames Signal, dass die Industrie bereit ist, ihren Beitrag zu leisten.
Von der Strategie zur Umsetzung
Die politischen Grundlagen wurden von der EU gelegt: Die Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) zum europaweiten Aufbau von Wasserstofftankstellen und die Richtlinie über erneuerbare Energien (RED III) bieten einen Ausgangspunkt. Durch den EU-Beihilferahmen des Clean Industrial Deal aus dem Februar dieses Jahres wird Wasserstoff zudem klarer in den Fokus der europäischen Industrie- und Mobilitätspolitik gestellt.
Wasserstoffmobilität ist kein Gegenspieler zur Elektromobilität, sondern ihr systemischer Partner. Gemeinsam leisten diese Technologien einen Beitrag zu einem resilienten Energiesystem. So kann Wasserstoff überschüssige erneuerbare Energien speichern und flexibel nutzbar machen. Im Jahr 2024 wurden beispielsweise in Deutschland laut Bundesnetzagentur über neun Terawattstunden an erneuerbarem Strom abgeregelt – Energie, die künftig in Form von Wasserstoff gespeichert und genutzt werden könnte, um die Effizienz des Gesamtsystems zu steigern.
Damit zeigt sich: Wasserstoffmobilität ist keine Doppelung, sondern eine Optimierung. Sie ermöglicht Synergien im Energiesystem, stärkt Wertschöpfungsketten in Europa und trägt zur Sicherung hochwertiger Industriearbeitsplätze bei. Wenn beide Technologien intelligent kombiniert werden, könnten bis 2050 mehrere Milliarden Euro an Infrastrukturkosten eingespart werden. Deswegen sprechen wir bei Hyundai von einer sogenannten „Hydrogen Society“, bei der Wasserstoff noch über die Mobilität hinaus Möglichkeiten bietet.
Technologieoffenheit ist der Schlüssel, um ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ziele gleichermaßen zu erreichen. Wasserstoffmobilität ist ein integraler Bestandteil dieser Entwicklung und Teil der Lösung. Die Industrie ist bereit, ihren Beitrag zu leisten.
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