Energie & Klima Briefing vom 12.01.2023

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Stromsystem steht vor großen Umbrüchen: Deutschland steigt aus der Kohlekraft aus, muss die Wind- und Solarenergie massiv ausbauen und sie gleichzeitig mit Batteriespeichern, Gas- und Wasserstoffkraftwerken flankieren. Trotz all dieser Notwendigkeiten ist die Stromversorgung bis 2031 gesichert, erklärte die Bundesnetzagentur zuletzt. Nun liegt auch der dazugehörige, gut 100 Seiten starke Bericht vor – und zeigt im Detail auf, welche Annahmen die Fachleute bei ihrer Einschätzung treffen. Jakob Schlandt hat das Dokument gewälzt und ist auf viel Optimismus gestoßen.

Davon kann in Lützerath keine Rede sein. Polizeibeamte aus ganz Deutschland räumen das von Klimaaktivist:innen besetzte Dorf am angrenzenden Tagebau Garzweiler. Es ist ein Symbolort der deutschen Klimabewegung. Für die in Nordrhein-Westfalen und im Bund regierenden Grünen wird die Situation zur Zerreißprobe. Denn die Klimabewegung war eigentlich immer ihre natürliche politische Verbündete. Sie sieht sich aber verraten, weil die Grünen das Abbagern von Lützerath politisch im Einvernehmen mit dem verantwortlichen Konzern RWE mittragen. Die Partei kann nicht damit glänzen, dass das Rheinische Revier im Gegenzug bis 2030 aus der Kohle aussteigt.

Eine noch schlechtere Figur beim Klimaschutz macht jedoch immer noch Bundesverkehrsminister Volker Wissing von der FDP. Er weigert sich, ein wirksames Sofortprogramm aufzulegen, damit die Emissionen auch in seinem Sektor endlich gemäß Klimaschutzgesetz sinken. Die Grünen-Bundestagsfraktion lässt jetzt durchblicken, wie sie sich den Klimaschutz in dem Bereich vorstellt: Weg mit Dieselprivileg und Pendlerpauschale, kein Autobahn-Neubau und her mit elektrischen Lkw und Mobilitätsbudgets. Henrik Mortsiefer kennt die Details – und verrät, dass der Bundesverkehrsminister seinen eigenen Expertenbeirat geflissentlich ignoriert.

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Agora Energiewende verfolgt als Think Tank das Ziel, ein global klimaneutrales Energiesystem bis Mitte des Jahrhunderts zu erreichen. Wir agieren unabhängig und frei von wirtschaftlichen oder parteipolitischen Interessen.
Tätigkeitsbereich: Die deutsche Energiewende spielt dabei für uns eine zentrale Rolle. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 80% des Stroms aus Erneuerbaren Energien zu erzeugen. Deutschland kann dieses Ziel nur mit innovativen, praxisnahen Politikkonzepten erreichen, die eine massive Beschleunigung des Ausbaus von Wind- und Solarenergie und Flexibilisierung des Stromsystems ermöglichen.
Karrierestufe: Mindestens 8 Jahre einschlägige Berufserfahrung in Politik, NGOs, Beratungen, Wirtschaft oder Forschung; Umfassende fachliche Kenntnisse der deutschen Energie- und Klimapolitik im Stromsektor; Expertise in einem oder mehreren der folgenden Felder: Funktionsweise von Strom- und Energiemärkten, UND/ODER Modellierung zukünftiger Stromsysteme, UND/ODER energie- und verfahrensrechtliche, regulatorische sowie ökonomische Herausforderungen bei der Beschleunigung des Infrastrukturaufbaus; starkes Netzwerk in der deutschen und Berliner Energie- und Klimaszene; aufgeschlossenen Kommunikationsstil und Offenheit für die Arbeit in einem diversen und interkulturellen Team; Fließende Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift.
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