Digitalisierung & KI Briefing vom 22.12.2020
die Frage mag etwas verfrüht sein: Was bleibt von der Covid-19-Pandemie? Andererseits würden wir jede Wette eingehen, dass Sie sich diese Frage in den vergangenen Monaten mehr als nur einmal gestellt haben. Übrigens, Ihre schönsten Antworten sammeln wir und veröffentlichen sie in einem Jahr an dieser Stelle. Bevor sie jetzt überhastet in die Tasten hauen, legen wir Ihnen jedoch den Standpunkt von Zukunftswissenschaftler Christian Schoon ans Herz. Er beschäftigt sich unter anderem mit der Erkenntnis, wie wertlos Prognosen sind. Statt wild zu spekulieren sollten wir lieber lernen, Zukunft selbst zu gestalten, meint er. Und am besten fangen wir mit der Digitalisierung an: Sie sollte in der postpandemischen Zeit zum Motor für soziale Innovationen werden.
Wenn man Axel Hefer nach der Zukunft fragt, fallen ihm mindestens drei Dinge ein: GWB, DMA und Google. Übrigens sind es dieselben Begriffe, die ihm auch zur jüngeren Vergangenheit einfallen. Als Chef der Hotel-Suchmaschine Trivago sind die Marktmacht der weltgrößten Suchmaschine Google sowie die Versuche von europäischer wie deutscher Seite, diese Marktmacht zu beschränken, gleichsam von existenzieller Bedeutung und echte Dauerbrenner. Was 2020 daran vielleicht doch verändert hat und 2021 verändern könnte, hat Miriam Schröder mit ihm besprochen.
Apropos Google. Nicht alles, was der kalifornische Konzern so macht oder in der Vergangenheit gemacht hat, ist schlecht. Hätte er etwa nicht vor bald zehn Jahren damit begonnen, die Kunstschätze der Welt gemeinsam mit den jeweiligen Museen zu digitalisieren, würde so mancher Museumsbesucher dieser Tage vor verschlossener Türe stehen. So jedoch finden sich allein 5000 Objekte aus Berliner Schaustätten über die digitale Plattform. Kunst, digital dargeboten – das hat inzwischen auch die Kulturpolitik entdeckt – ist nicht nur in Pandemie-Zeiten ein echtes Zukunftsfeld für Museen. Einen aktuellen Überblick gibt Maximilian Zech.
In demselben Land, in dem Kunsthallen mit Holografie experimentieren, versucht so manche Verwaltung noch auf den Fortschrittszug der 1980er Jahre aufzuspringen. Da wird gefaxt, was das Zeug hält, nicht nur in den Gesundheitsämtern. „Schreib' mal wieder“ – ein Satz, der zumindest an den Gerichten künftig immer häufiger mit dem Zusatz „eine E-Mail“ versehen werden könnte. Viola Heeger schreibt über den verwegenen Plan, beziehungsweise Referentenentwurf, des Bundesjustizministeriums.
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