Cybersecurity Briefing vom 20.03.2025

Liebe Leserin, lieber Leser,

bis Mittwoch war Berlin der Mittelpunkt der deutschen Sicherheitsforschung. Das Bundesforschungsministerium hatte zu seiner Nationalen Konferenz für IT-Sicherheitsforschung geladen und so wimmelte es am Alexanderplatz ab Montagabend nur so von klugen Menschen aus der Wissenschaft. Zu ihnen sprach am Dienstag auch BSI-Präsidentin Claudia Plattner und skizzierte ihre Vision der Cybernation Deutschland, in der die Forschung (und der Transfer) eine zentrale Rolle einnimmt. Bei den sich anschließenden Zuschauerfragen kam das Thema Digitale Souveränität auf und da wollte jemand wissen, wie die denn mit der vermeldeten Google-BSI-Kooperation zusammenpassen würde. Die Meldung darüber sorgte nämlich für reichlich Aufmerksamkeit – und Kritik. Oliver Voß und Johannes Steger berichten und haben mit BSI-Vize Thomas Caspers über Politik und Technik, falsches Timing und Cloud-Sicherheit gesprochen.

„Viel Arbeit, wenig Geld“ dürfte das Klagelied zahlreicher nationaler Cybersicherheitsbehörden sein. Auch die europäische Cybersicherheitsagentur Enisa ist da keine Ausnahme. Die EU-Behörde hat in den vergangenen Jahren immer neue Aufgaben zugewiesen bekommen. Mehr Geld gab es dabei aber nicht. Auch die Behörde selbst hat schon darauf hingewiesen, dass das nicht ewig weitergehen kann. Ein Bericht der Denkfabrik Interface fordert nun einen Kurswechsel. Benjamin Stiebel hat ihn gelesen.

Die USA sollen ihre Abwehr russischer Sabotage und Desinformation teilweise ausgesetzt haben. Dies berichteten ehemalige und aktuelle Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters, wie am Mittwoch bekannt wurde. Dabei wickelt die Trump-Administration derzeit sukzessive sämtliche staatliche Institutionen dafür ab. Auch in Zivilgesellschaft und Wissenschaft gibt es kaum noch Kapazitäten – auch aus Angst vor Schikane. Friederike Moraht listet die Maßnahmen auf, hat mit Betroffenen gesprochen und zeichnet ein erschreckendes Bild über die derzeitige Lage.

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