Verkehrsminister Andreas Scheuer will eine Maskenpflicht auch im Fernverkehr – und denkt über eine Reservierungspflicht für ICE- und IC-Züge nach. Von den Verkehrs- und Fahrgastverbände gibt es jedoch nur Unterstützung für eine der beiden möglichen Änderungen.
In der Coronakrise schützen Regierungen zunächst Nationalairlines. Für Fluglinien, die nicht als systemkritisch gelten, wird es eng – mit Ausnahme von Condor. Während die politische Debatte an Fahrt aufnimmt, scheint ein Neustart des Luftverkehrs noch weit weg.
Der Bundestag soll in Kürze ein „Planungssicherstellungsgesetz“ beschließen, dessen Entwurf Tagesspiegel Background vorliegt. Ziel ist die Digitalisierung der Öffentlichkeitsbeteiligung bei Planungs- und Genehmigungsverfahren, um diese trotz Corona-Pandemie abzuschließen.
Die Lufthansa-Rettung entzweit die in der Pandemie sonst so harmonische Koalition. Die SPD will künftig auch beim Kranich-Konzern mitregieren, die Union warnt vor Einmischung. Der Streit zeigt, dass die wirtschaftspolitische Rolle der Regierung in der Coronakrise neu verhandelt wird.
Öl im Überfluss: Die Nachfrage ist im Corona-Stillstand niedrig, aber der Nachschub fließt weiter. Da die Lager fast voll sind, weichen Produzenten und Händler auf das Meer aus. Öl-Tanker kosten gerade bis zu 200.000 Dollar – pro Tag.
Der deutsche Ladesäulenmarkt ist geprägt von regionalen Monopolen, hatte die Monopolkommission gewarnt. Die Bundesregierung nimmt die Sorge ernst und befürwortet deshalb den Vorschlag, den Betrieb der Stationen auszuschreiben, heißt es in ihrer Stellungnahme.
In der Wirtschaft wächst die Erwartung an weitere Lockerungen im Zusammenhang mit der Coronakrise. Arndt Kirchhoff, Arbeitgeberpräsident in NRW und Vizepräsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände und des Autoverbandes VDA, fordert im Interview einen klaren Ausstiegsplan aus dem Lockdown und regt für die nächsten Monate ein Konjunkturprogramm an.
Im zweiten Teil der Artikelreihe zur Batterieforschung stellt Tagesspiegel Background die Weiterentwicklungen der gängigen Lithium-Ionen-Technik vor. Sie werden den Markt in den nächsten Jahren noch prägen. Absehbar ist: Batterien werden umweltfreundlicher und leistungsfähiger.
Die Coronakrise wirft die Planungen der Hersteller durcheinander, doch am Ende des Jahres muss die CO2-Bilanz stimmen – sonst drohen hohe Strafen der EU. Die Kalkulation der richtigen Menge an verkauften Elektroautos ist für die Konzerne eine Gratwanderung.
Ein Drittel der 10.000 Fahrschulen fürchtet infolge der Coronakrise und den damit verbundenen Einschränkungen um ihre Existenz, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Die Branche kämpft um eine Wiederaufnahme des Betriebs unter Auflagen wie Mundschutz, Spuckschutz und Desinfektionsspray.
Vorbild Barcelona: Mit ihrem Superblock-Modell verbannt die katalanische Metropole Autos aus den Wohnvierteln der Stadt. Die Idee ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Der Berliner Bezirk Pankow setzt bei der Entwicklung von Kiezblocks auf die enge Zusammenarbeit mit Verkehrsinitiativen.
Der Verkauf von Neuwagen und Gebrauchten ist wieder erlaubt. Nach mehr als einem Monat Zwangspause haben die Händler wieder geöffnet. In Berlin fand der Neustart erst am Mittwoch statt – mit Desinfektionsmitteln und Sicherheitsabstand. Ein Background-Ortstermin.
Power-to-Gas-Anlagen zur Produktion von grünem Wasserstoff wie im Hamburger Hafen kommen in Deutschland nicht recht voran – nicht zuletzt wegen Corona. Der Unternehmensverband Hydrogen Europe schlägt vor, die EU-Beihilferegeln bis Jahresende auszusetzen, um Investoren zu animieren.
Zum 1. Juli übernimmt Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft. Welche Schwerpunkte das Verkehrsministerium dabei setzen will, ist heute Thema im Verkehrsausschuss – doch viele Termine werden wegen Corona anders stattfinden als geplant. Nicht nur die Messe Innotrans.
Führt der zeitweilig negative Ölpreis in den USA zu Schnäppchenpreisen an der Tankstelle? Ist der Umstieg auf die Elektromobilität damit hinfällig? Das wäre zu kurz gedacht, warnen Branchenvertreter und Wissenschaftler.
Sobald die Infektionsraten grenzüberschreitend und dauerhaft sinken, könnten die ersten Reisebeschränkungen zwischen einzelnen Ländern gelockert werden. Das Reisen per Flugzeug wird sich stärker verändern als nach dem 11. September – nicht nur wegen der möglichen Maskenpflicht an Bord.
Wie kann der ÖPNV nach dem Ende der Kontaktsperren besorgte Kunden zurückgewinnen, um seine Funktion als umweltfreundliches Mobilitätsangebot für die Massen wieder zu erfüllen? Das Mobility Institute Berlin (MIB) hat Vorschläge, die Fahrgäste erfreuen und Unternehmen herausfordern.
Während hier die Phase nach dem Lockdown gerade erst beginnt, steckt China schon mittendrin: Reisen sind im Reich der Mitte nur unter strengen Auflagen erlaubt, die Wege werden streng kontrolliert, Bahnen regelmäßig desinfiziert. Was kann Deutschland daraus lernen?
In Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und in einigen Städten müssen ab sofort oder von kommendem Montag an Mund und Nase im ÖPNV bedeckt werden. Die Verkehrsbetriebe wollen mit freundlichen Erinnerungen statt Bußgeldern arbeiten.
Bahnhöfe sind „beliebte Orte der Begegnung“, glaubt die Deutsche Bahn, die 5700 betreibt. Viele Bahnhöfe sind eine Zumutung, sagen viele Reisende. Der Bund investiert allein 2020 rund 1,6 Milliarden Euro in die Modernisierung. Der Bedarf ist riesig, wie jetzt eine Kleine Anfrage der Grünen zeigt.
Während der Pandemie hat sich das Fahrrad für viele zum Nahverkehrsmittel der Wahl entwickelt. Doch wegen des Lockdowns konnten Fachhändler bisher nicht von dem Trend profitieren. Von dieser Woche an dürfen sie wieder öffnen – und sind nur verhalten optimistisch.
Im sächsischen Zwönitz sind einige Ortsteile nicht mehr an die Kernstadt angebunden. Wer dorthin will, muss ins Auto steigen, einen Bus gibt es nicht. Mit dem „Erzmobil“ will Chief-Digital-Officer Martin Benedict den ÖPNV attraktiver machen – und den Erzgebirgern eine echte Alternative zum eigenen Pkw geben.
Der Stuttgarter Autobauer fährt in dieser Woche die Produktion wieder hoch. Betriebsratschef Michael Brecht glaubt, dass die Daimler-Beschäftigten am Band sicherer sind als im Supermarkt. Mit einer Produktion wie vor der Krise rechnet er frühestens im kommenden Jahr.
BDEW-Chefin Kerstin Andreae fordert mehr Offenheit gegenüber blauem Wasserstoff. Auch Importe von grünem Wasserstoff seien notwendig. Der Bundesregierung fehle ein Masterplan für die Verkehrswende. Die von ihr geplante eine Million Ladepunkte mache das Geschäft unwirtschaftlich.
Es ist ein Experiment mit unsicherem Ausgang, bei dem es im Extremfall um Menschenleben geht: Die Produktion in den deutschen Automobilfabriken soll langsam wieder anrollen. Die Schutzmaßnahmen sind streng, die Unsicherheit in der Branche ist groß.
Elektromobilität ist trotz Coronakrise kein Auslaufmodell. Die globalen Investitionen und Finanzierungsrunden für Start-ups sind massiv gewachsen, wie eine exklusive Datenanalyse von Delphai für Background zeigt. Doch das Geld könnte knapp werden.
Grünes Konjunkturpaket oder Aufweichung der Klimavorgaben? Kerstin Andreae bezieht eindeutig Stellung. Die BDEW-Geschäftsführerin kündigt einen Vorstoß für klimafreundliche Investitionen an. Sie hält zudem blauen Wasserstoff für notwendig. Die von der Bundesregierung geplante eine Million Ladepunkte macht aus ihrer Sicht das Geschäft unwirtschaftlich.
Die Autobranche begrüßt, dass Händler unabhängig von ihrer Größe wieder öffnen können, drängt aber auf die Wiederinbetriebnahme aller Kfz-Zulassungsstellen. Masken im ÖPNV werden zwar keine Pflicht, die Verkehrsbetriebe erwarten aber, dass sie sich über soziale Kontrolle durchsetzen werden.
Die Bundesregierung steht vor der Übernahme von Condor, die dann bei der Lufthansa unterkommen könnte. Das hängt auch vom Rettungspaket für den Kranich-Konzern ab, bei dem es auf eine Staatsbeteiligung hinausläuft. Ein Blick auf die Optionen und ernüchternde Erfahrungen aus der Finanzkrise.
Smart Contracts, Blockchain, autonome Fahrzeuge und mit Sensoren ausgestattete Paletten werden die Logistik der Zukunft prägen. Die Coronakrise beschleunigt die Entwicklung solcher Lösungen. Im Wettbewerb mit China und den USA drängen Experten auf ein europäisches Gemeinschaftsprojekt.
Mitten in der Lieferketten-Krise fallen IT-Systeme der zweitgrößten Reederei der Welt tagelang aus – eine mutmaßliche Cyberattacke. Die Zahl und Intensität der Angriffe steigt in Folge von Covid-19 auch in Deutschland, wie neue Zahlen zeigen. Die Uno ruft zu einem „digitalen Waffenstillstand“ auf.
Wie kommt die Autonachfrage nach der Coronakrise wieder in Fahrt? Die deutschen Hersteller erinnern sich an die Abwrackprämie 2009, die die Branche aus dem tiefen Tal der Finanzkrise holte – allerdings nur kurzzeitig. Eine neue Prämie muss nachhaltig wirken, auf die Nachfrage und die Umwelt.
Atemschutzmasken könnten im öffentlichen Nahverkehr bald Pflicht werden. Festlegen will sich noch niemand, das offene System würde die Kontrolle praktisch unmöglich machen. Die Verkehrsunternehmen plädieren unterdessen für einen zeitversetzten Schulbeginn.
Deutschland soll flächendeckend mit 27.000 Kilometern Glasfaserkabel entlang der Schienenstrecken versorgt werden. Doch bisher zeigten die Deutsche Bahn und der Bund an einer Kooperation mit dem Anbieter One Fiber wenig Interesse. Bald könnten sich Gerichte damit beschäftigen.
Auch in der Coronakrise steht die Batterieforschung nicht still. Die Autoindustrie verlangt Akkus mit mehr Reichweite, aber auch die Hersteller von Drohnen und Heimspeichern haben Interesse an verbesserten Zellen. Tagesspiegel Background stellt in einer Artikelreihe die wichtigsten Forschungsrichtungen vor.
Die Transportbranche hat den Corona-Blues: Toiletten und warme Snacks an Autobahnraststätten sind zwar inzwischen gesichert, doch beim Be- und Entladen an der Rampe ist die Hygiene für viele Fahrer immer noch inakzeptabel. Weil weniger Lkw unterwegs sind, kommt ein drastischer Preisverfall hinzu.
BMW will Masken produzieren, die Lufthansa baut die „Luftbrücke“. In der Coronakrise drehen Deutschlands Konzerne auf. Das beschert ihnen größere Nähe zur Politik – mitten in den Verhandlungen über Staatshilfen.
Mehr als 15.000 Flugzeuge haben Airlines in der Coronakrise vorübergehend stillgelegt. Das globale Grounding bringt neben Existenznot auch ganz praktische Probleme mit sich. Wohin mit all den Jets?
In der Coronakrise bringt die Gasbranche erneut die bei Klima- und Umweltschützern umstrittenen grünen Gasantriebe als klimafreundliche Alternative zu herkömmlichen Verbrennern ins Gespräch. 2021 soll die EU-Kommission die Methodik zur Ermittlung der Flottengrenzen überprüfen.
Die Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus sorgen weltweit für leere Straßen und teils stillstehende Busse und Bahnen. Wie hat sich die Mobilität in den Städten und Metropolen verändert? Tagesspiegel Background hat bei sechs jungen Menschen auf sechs Kontinenten nachgefragt.
Während die einen dem Reisen abschwören, buchen die anderen jetzt für die Zeit nach dem Lockdown. Unter dem Strich sinkt die Reiselust der Deutschen, zeigt eine Tagesspiegel-Background-Umfrage. Die Lufthansa erwartet eine jahrelange Durststrecke. In China dagegen nimmt der Verkehr schon wieder deutlich zu.
Die Stadtwerke Jena modeln in die Jahre gekommene Plattenbauten in ein Hightech-Quartier um. Mit smarten Sensoren, Lieferdiensten, autonomen Krankenfahrstühlen und Digital-Sprechstunde sollen insbesondere ältere Mieter dort möglichst lange leben können.
Zur Deutschen Bahn gehört eine der größten deutschen Ingenieurfirmen mit 5000 Mitarbeitern und 4000 Projekten weltweit: DB Engineering & Consulting. Geschäftsführer Niko Warbanoff hat ehrgeizige Pläne – könnte aber bald neue Aufgaben bekommen.
Das Corona-Kabinett der Bundesregierung öffnet zwar nicht die Grenzen, schafft aber einheitliche Regeln. Menschen, die aus beruflichen Gründen zwischen den Ländern pendeln, müssen nicht mehr in Quarantäne. Das Robert-Koch-Institut weist auch keine ausländischen Risikogebiete mehr aus.
Jenseits der Lufthansa: Weltweit retten Regierungen Fluglinien mit Milliarden und teils mit Verstaatlichungen. Das wird den Luftverkehr verändern und beeinflussen, welche Airlines als Gewinner aus der Krise hervorgehen. Kommt die Konsolidierung in Europa – oder nicht?
Taxis als kostenlose Shuttles für „systemrelevante“ Berufsgruppen – darüber entscheidet heute der Berliner Senat. Die Branche würde das gerne bundesweit anbieten, allerdings nur, wenn der Staat mindestens die Hälfte der Kosten übernimmt.
Im Fern- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn fehlen wegen der Coronakrise bis zu 90 Prozent der Fahrgäste. Vorstandschef Richard Lutz will trotzdem ein umfangreiches Angebot weiterfahren. Es gelte „das Primat der Politik“. Auch im Bahn-Konzern selbst gibt es inzwischen etliche Infektionsfälle.
Günther Schuh, Chef des E-Autoherstellers e.GO, lässt sich durch die Coronakrise und das Eigenverwaltungsverfahren nicht unterkriegen. Im Gespräch mit Tagesspiegel Background erklärt Schuh, wie er sein Unternehmen retten will und welche Rolle Streetscooter und Amazon dabei spielen sollen.
In der Corona-Krise sind viele Züge und Busse fast leer, andere überfüllt. Unternehmen fordern Unterstützung nach dem Gießkannen-Prinzip. Politik und Behörden seien dabei teils zu unbedarft, kritisiert der Experte Felix Berschin. Auch die aktuelle Koordination des Regionalverkehrs stellt er in Frage.
Die Bauarbeiten für die „Gigafactory 4“ kommen voran, aber die Coronakrise trifft auch das Projekt in Brandenburg. Der Termin für den Spatenstich wurde verschoben und auch die Personalsuche gestaltet sich schwierig. Fleißig bei der Arbeit bleiben die Tesla-Spotter.
Start-ups zeigen, wie sich Mobilitätsdaten nutzen lassen, um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Coronakrise abzumildern. So soll ein Social-Distancing-Filter helfen, den Mindestabstand in Bus und Bahn zu wahren. Das funktioniert allerdings nur, wenn die nötigen Daten zur Verfügung stehen.
Weltweit retten Regierungen Fluglinien. Nun verhandelt auch die Bundesregierung mit der Lufthansa über einen vorübergehenden Einstieg. Für Condor könnte eine Teilverstaatlichung die letzte Chance sein. Es drohe ein internationaler „Subventionswettlauf“, warnt das Institut der deutschen Wirtschaft.
Die globale Entwicklungs- und Marketingplattform der Autoindustrie steht still. Die Formel-1-Teams starten stattdessen im Hightech-Rennen gegen Covid-19. Mercedes, Renault und Red Bull bauen Atemgeräte, Ferrari bietet sein Stammwerk in Maranello an.