Klimaneutrale flüssige Kraftstoffe – E-Fuels und moderne Biofuels – können einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Kritiker, darunter die Agora Verkehrswende, NGOs und sogar das Bundesumweltministerium wollen der Elektromobilität wegen der höheren Effizienz den Vorzug geben. Aus Sicht von Christian Küchen sind die Klimaziele der EU nur mit einem technologieoffenen Ansatz erreichbar. Dazu zählt, E-Fuels auf die CO2-Flottenziele anrechenbar zu machen.
Die deutsche Hauptstadt will ihren Kohlendioxidausstoß bis 2050 um mindestens 85 Prozent reduzieren. Bisher ist allerdings der Erneuerbaren-Anteil bei Strom und Wärme noch sehr gering. Dabei könnte Berlin aus Brandenburg mit echtem Grünstrom versorgt werden. Wie das gelingen könnte, schreiben Simon Schäfer-Stradowsky und Dominik Dicken vom Ikem.
Mit wissenschaftlicher Unterstützung hat die Erneuerbaren-Branche das sogenannte Marktentwicklungsmodell (MEM) entwickelt. Dieses MEM ermöglicht den Kunden, sortenreinen grünen Strom zu beziehen. So kann der Kunde seine eigene CO2-Bilanz verbessern oder den Strom zur Weiterverwendung in anderen Sektoren nutzen. Die steigende Nachfrage nach grünem Strom bietet auch eine Vermarktungsmöglichkeit für Anlagen, die bald keine Förderung mehr erhalten.
Schon ein CO2-Preis von 20 bis 25 Euro würde zu einer deutlichen Reduktion der Emissionen führen. Kombiniert mit der Stilllegung von einigen älteren Braunkohlekraftwerken wäre das ein signifikanter Schritt, um die Klimaziele zu erreichen. Damit die schmutzigsten, aber auch billigen Braunkohlekraftwerke unwirtschaftlich werden, wäre ein CO2-Preis von etwa 35 Euro nötig.
Klimaschutz und Strukturwandel brauchen Planungssicherheit. Während in den Sektoren Energiewirtschaft und Teilen der Industrie mit dem Emissionshandel eine funktionierende CO2-Bepreisung besteht, fehlt in den Sektoren Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft ein konsistentes Preissignal. Wie ein gerechtes Konzept aussehen kann, schreiben Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Reiner Hoffmann, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).
Jüngst veröffentlichte das polnische Energieministerium einen ersten Entwurf seiner Energiepolitik bis 2040. Wie trägt die neue Strategie zur CO2-Reduktion des derzeitigen Gastgebers der Weltklimakonferenz bei? Eine Analyse von Filip Fiasecki und Johanna Schiele von Aurora Energy Research.
Eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts fordert vom Gesetzgeber einheitliche Vorgaben für den Umgang mit dem Tier- und Artenschutz in der Genehmigung von Windrädern. Das Gericht macht deutlich, dass die Regierung ihre Behörden nicht mit wissenschaftlichen Entscheidungen überfordern darf. Zumal: Die Unwägbarkeiten der Genehmigungsverfahren bedrohen inzwischen die deutschen Klimaschutz-Ziele.
Gute Energiepolitik muss drei Ziele in Einklang bringen: Die Energieversorgung soll wirtschaftlich sein, sodass Unternehmen und Haushalte ihren Energiebedarf ohne Einbuße ihrer Handlungsfähigkeit decken können. Sie soll versorgungssicher sein, sodass Produktionsabläufe nicht unterbrochen werden. Schließlich soll sie umweltverträglich sein. Es wäre dringend anzuraten, auf einen einheitlichen CO2-Preis zu setzen, argumentiert Christoph M. Schmidt.
Meldungen zum CO2-Anstieg sind oft entmutigend. Doch dem gegenüber stehen die vielen Menschen auf der ganzen Welt, die sich tagtäglich für den Klimaschutz engagieren, schreibt Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan. Sie fährt deshalb mit Optimismus zur Klimakonferenz in Kattowitz.
In diesem Jahr breitet sich in Deutschland eine Idee stark aus, die von der Wissenschaft schon lange propagiert und jetzt auch im politischen Raum unterstützt wird: Mit einem einheitlichen Preis für Kohlendioxidemissionen ließe sich zumindest den nicht unter den EU-Emissionshandel (ETS) fallenden Wirtschaftsbereichen bei der Emissionsminderung Beine machen. Wie ein solcher Preis ausgestaltet werden sollte, schreibt Andreas Troge in seinem Standpunkt.
Die Autohersteller wollen durchsetzen, dass strombasierte Kraftstoffe auf die europäischen CO2-Flottengrenzwerte für Pkw angerechnet werden. Doch das würde den Klimaschutz schwächen, argumentieren Urs Maier, Kerstin Meyer und Carl-Friedrich Elmer vom Thinktank Agora Verkehrswende in ihrem Standpunkt. Ein solcher Schritt würde den von Pkw verursachten Stromverbrauch deutlich erhöhen.
Die Strukturentwicklung in den Braunkohleregionen muss mehr sein als „Enddatum plus Fördermittel des Bundes“. Tatsächlich geht es um ein Leitbild der Regionen für die Zukunft, schreibt Dagmar Schmidt, Vorsitzende des Vereins Lausitzer Perspektiven. Es kommt jetzt darauf an, Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft viel stärker in den Prozess einzubinden und auch die überregionalen Chancen wahrzunehmen.
Was sind die wichtigsten Themen für die Politik im nächsten Jahr? Antworten gibt die Tagesspiegel-Konferenz „Agenda 2019“ am 19. November. Im Vorfeld schreiben Parteienvertreter über ihre Ideen für zentrale Themen. Für SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch soll 2019 zum Jahr einer neuen Energie- und Klimapolitik werden. Ganz oben auf seiner Agenda: Ein Klimaschutzgesetz.
Allein die Übertragungsnetzbetreiber besitzen die Systemverantwortung für das Stromnetz? Mitnichten, argumentiert Ines Zenke, Partnerin der Energierechtskanzlei Becker Büttner Held (BBH) und Vize-Präsidentin des Wirtschaftsforums der SPD, in ihrem Standpunkt. Rechtlich und praktisch seien die Verteilnetzbetreiber auf Augenhöhe – und rücken durch Energiewende und Dezentralisierung immer weiter in den Mittelpunkt.
DB Schenker ist einer der größten Logistiker der Welt. Vorstandschef Jochen Thewes plädiert in seinem Standpunkt für strenge CO2-Grenzwerte für den Güterverkehr, kurz vor der Abstimmung darüber im Europaparlament. Er sagt: Kleine Schritte der Fahrzeughersteller reichen nicht, es müssen Technologiesprünge vollzogen werden.
Deutschland hat bei der neuen EU-Erneuerbaren-Richtlinie (EE-RL) gemauert, insbesondere bei der Regelung zum „Erneuerbaren Eigenverbrauch“ (Art. 21). Dadurch wurde ein möglicher Befreiungsschlag für deutsche Prosumer verhindert. Dennoch erhöht sich der Druck auf Deutschland, schreibt Holger Schneidewindt von der Verbraucherzentrale NRW in seinem Standpunkt.
Die Klimakrise erfordert einen weitreichenden Wandel in der Wirtschaft. Die Transformation dürfe nirgends haltmachen, auch nicht vor der Finanzwelt, schreibt Matthias Kopp, Leiter Sustainable Finance beim WWF Deutschland, in seinem Standpunkt. Sonst klaffen gehandelte und reelle Werte irgendwann auseinander und der Wirtschaft fehlt das Geld, um sich für die Zukunft zu rüsten. Wertverschiebungen zu antizipieren sei mittelbar entscheidend für die Stabilität des Finanzsystems.
Es gibt braucht mehr räumliche Koordination beim Ausbau der Windenergie. Die Regionalisierung von Ausschreibungen hilft aber nicht, schreiben die Volkswirtschaftler Paul Lehmann und Erik Gawel vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in ihrem Standpunkt. Das sei weder kosteneffizient noch hebe es Standortpotenziale.
Der Ausbau erneuerbarer Energien schreitet innerhalb Deutschlands mit unterschiedlicher Geschwindigkeit voran und diese Entwicklung wird zunehmend kritisch gesehen. Jedoch stellt die Regionalisierung von Ausschreibungen keine Lösung dar, schreiben Paul Lehmann und Erik Gawel vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in ihrem Standpunkt. Das sei weder kosteneffizient noch würde es regionale Potenziale heben.
Unter dem sperrigen Begriff Nichtwohngebäude verbirgt sich ein wichtiger Baustein für den Klimaschutz. Büros, Hotels, Kitas: Sie machen ein Drittel des Energieverbrauchs im Gebäudebereich aus. Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur wirbt für Reformen, auch, um das Nutzer-Investor-Dilemma zu lösen. Zum Beispiel mittels „grüner“ Mietverträge.
Polen ist Gastgeber der Weltklimakonferenz – und kämpft mit ähnlichen Strukturproblemen wie Deutschland, schreiben Rebecca Bertram und Irene Hahn-Fuhr von der Heinrich-Böll-Stiftung in ihrem Standpunkt. Es helfe, dass Deutschland nicht mehr als Lehrmeister auftreten kann. So ist die Basis für eine intensivere deutsch-polnische Klima-Diplomatie gegeben.
Am vergangenen Freitag haben sich in Hamburg die Vertreter von Airlines und Flughafenbetreibern mit Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zum Krisengipfel getroffen. Über Flugverspätungen und -ausfälle wurde viel geredet. Viel wirksamer wäre ein Verbot von innerdeutschen Flügen, meint der Verkehrsforscher Andreas Knie.
Den „Ressourcenfluch“ kennt man von Ländern, deren Wirtschaft vom Export fossiler Brennstoffe abhängig ist. In ihrem Standpunkt argumentieren Christian von Hirschhausen (DIW Berlin) und Ben Wealer (TU Berlin), dass die Atomgroßmächte China, Russland und USA Atomkraftwerke für diplomatische Zwecke nutzen. Dadurch würden aber korrupte Eliten in ohnehin schwachen Staaten gefördert.
Dass die EEG-Umlage kaum noch steigt, ist das Ergebnis steigender Börsenpreise, nicht von Ausbaudeckel und Ausschreibungen. Die Politik sollte sich davor hüten, wieder falsche Schlüsse zu ziehen.
Der schnellere Ausbau der Erneuerbaren Energien ist zum Scheitern verurteilt, wenn die teuren, langwierigen und widersprüchlichen Doppelgenehmigungen im Bau- und Immissionsschutzrecht für die Erneuerbaren nicht endlich abgeschafft werden, schreibt der Energierechtsanwalt Martin Maslaton. Dann laufen auch gut gemeinte Sonderausschreibungen ins Leere.
Was hat die Union in der Energiepolitik vor? In seinem Standpunkt legt Joachim Pfeiffer, energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Leitlinien dar. Die Strompreise müssten insbesondere für die Industrie bezahlbar bleiben. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien spricht er sich gegen Entschädigungszahlungen aus, wenn die Anlagen nicht laufen – und fordert technologieoffene Ausschreibungen. Gebäude- und Verkehrssektor sollen Teil des europäischen Emissionshandels werden.
Banken sind systemrelevant. Ein stabiles Klima ebenso. Deshalb müssen die Zentralbanken dabei helfen, den Klimawandel zu stoppen, schreibt Matthias Kroll, Chef-Ökonom der Future-Finance-Kommission des World Future Council, in seinem Standpunkt. Zehn Jahre nach dem Bank-Bailout sei ein Bailout für das Klima notwendig.
Die regionale Steuerung des Ausbaus der Windenergie an Land entlastet die Netze und bietet weitere Vorteile. Die kommende EEG-Änderung sollte für die Einführung genutzt werden, schreibt Michael Class, Vorstandsvorsitzender der juwi-Gruppe, in seinem Standpunkt.
An welchen Parteien scheitert eigentlich der Versuch, aus dem europäischen Emissionshandel ein Instrument zu machen, das dem Klima nützt, fragt sich die Geschäftsführerin des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel in ihrem Standpunkt.
Die stark gestiegenen CO2-Preise im europäischen Emissionshandel erwecken den Eindruck, das System funktioniere. Keineswegs, argumentiert Jörg Lange, Vorstand des Vereins für eine nationale CO2-Abgabe. Er fordert verursachergerechte, sozialverträgliche und technologieoffene "Deponiegebühren" für Treibhausgase – ohne Ausnahmen.
Jetzt wird's komplex: Die deutsche Energiewende muss Strom, Wärme und Verkehr verknüpfen. Und sie muss internationaler werden. Sonst sind die Klimaziele nicht zu schaffen, schreibt der Sprecher des Forschungsprojekts „Energiesysteme der Zukunft“, Dirk Uwe Sauer. Weil bei der Energiewende alles mit allem zusammenhänge, sei sie eine „unglaubliche intellektuelle Herausforderung“. Ein CO2-Preis allerdings würde vieles einfacher machen.
Deutschland ist derzeit führend bei der Entwicklung von Power-to-X-Technologien zur Herstellung von E-Fuels. Dies sollte sowohl für eine effiziente Sektorkopplung als auch den Klimaschutz im Mobilitätssektor genutzt werden. Notwendig sind aber neue regulatorische Spielregeln.
Thorben Becker vom BUND widerspricht in seinem Standpunkt dem Magdeburger Umweltökonomen Joachim Weimann, der den Ausbau der Windenergie scharf kritisiert hatte. Den Vergleich der Anti-Wind-Bewegung mit der Anti-Atombewegung kann er nicht nachvollziehen.
Netzausbau ist wichtig, doch nur über neue Hochspannungsleitungen zu diskutieren, greift viel zu kurz. Notwendig ist eine umfassende Netz-Reform auf unterer Ebene. Neben dem Übertragungsnetzgipfel muss ein Verteilnetzgipfel stehen, fordert Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (BNE), in seinem Standpunkt.
Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) hat ausgedient als „Grundgesetz des Energierechts“. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist längst nicht mehr nur Juniorpartner. Nach 20 Jahren ist die Zeit reif für ein modernes Energiegesetzbuch (EGB), schreibt Holger Schneidewindt von der Verbraucherzentrale NRW in seinem Standpunkt. Das „4. EU-Energiebinnenmarktpaket“ sei eine Steilvorlage für dieses Großprojekt. Deutschland könnte sich damit in der Spitzengruppe der Energiewende-Länder zurückmelden.
Gegen eine Steigerung der Energieeffizienz wird immer wieder angeführt, dass die Vorteile durch Mehrkonsum aufgefressen würden, nach dem Motto: „Warum das Licht ausschalten, wenn die Lampe so sparsam ist?“ Dieser sogenannte Rebound-Effekt wird aber maßlos überschätzt. Statt sich mit solchen Neben-Diskussionen zu befassen, sollte die Bundesregierung sich auf ihre Energieeffizienzstrategie konzentrieren, um die 2030-Klimaziele zu erreichen.
Emissionsfreie Fahrzeuge konnten sich bisher am Markt noch nicht durchsetzen – trotz der E-Auto-Prämie von Bundesregierung und Industrie. So wird der Verkehrssektor die Klimaziele nicht erreichen. Die Wissenschaftler Clara Burzlaff vom Institut Ikem und Florian Gizzi von der TU Berlin beschreiben in ihrem Standpunkt, wie eine wirksame Regulierung aussehen sollte. Eine zentrale Rolle spielt dabei eine besondere Quotenregelung.
Der Klimaschutz steht nach dem heißen Sommer und aufgrund der Arbeit der sogenannten Kohle-Kommission diesen Herbst im politischen Fokus. Nun sollten sich alle Beteiligten zurücklehnen und überlegen, ob der bisher eingeschlagene Weg auf Dauer erfolgversprechend sein wird, fordert Andreas Troge in seinem Standpunkt. Welches sind die Erfahrungen der deutschen und EU-Klimaschutzpolitik? Welche Schlussfolgerungen sind zu ziehen, um Klimaschutz in Deutschland, der EU & global zum Erfolg zu bringen?
Wie Deutschland sozialverträglich aus der Kohle aussteigen kann, zeigt ein Report, den der WWF und der Ökostromanbieter Lichtblick am heutigen Mittwoch veröffentlicht haben. Vier gute Gründe für einen baldigen Abschied von der Kohle beschreiben Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland, und Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft bei Lichtblick, in ihrem Standpunkt.
Der Effizienzexperte Jan Rosenow hofft, dass nach der Bundestagswahl die Stunde marktbasierter Effizienzpolitik schlagen wird. Mit "weißen Zertifikaten" oder anderen Möglichkeiten, Effizienz einen Wert zu geben, könne das Tempo der Effizienzverbesserung steigen, schreibt er in seinem Standpunkt
Eine kürzlich im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlichte Studie deutet darauf hin, dass bei der Gasförderung in den USA wesentlich größere Mengen des Treibhausgases Methan in die Atmosphäre gelangen als bisher vermutet. Mangelnde Überwachung ist dafür verantwortlich, dass zahlreiche Lecks nicht erkannt werden – nicht nur bei der kontroversen Fracking-Methode, sondern unabhängig von der eingesetzten Technik zur Gasgewinnung.
Bei der Gasförderung in den USA gelangen wesentlich größere Mengen des Treibhausgases Methan in die Atmosphäre, als die aktuellen Berechnungen vermuten lassen, so das Ergebnis einer neuen Studie. Grund für die Lecks ist mangelnde Überwachung – nicht nur bei der kontroversen Fracking-Methode, sondern unabhängig von der eingesetzten Technik zur Gasgewinnung. Lorenzo Cremonese vom IASS schreibt in seinem Standpunkt über Möglichkeiten, das Problem einzudämmen.
Digitalisierung ist das Buzzwort der letzten Jahre gerade im Zusammenhang mit einer intelligenten Energieversorgung von Städten. Berlin hat 2015 eine Smart City-Strategie beschlossen, doch passiert ist bisher wenig. Frank Zeeb, Vorstandsvorsitzender der Alliander AG, beschreibt in seinem Standpunkt, wo Berlin beim Thema viel von Amsterdam abschauen kann.
Kürzlich hat das Öko-Institut die Studie „Transparenz Stromnetze – Stakeholder-Diskurs und Modellierung zum Netzausbau und Alternativen“ veröffentlicht. In seinem Beitrag dazu übernahm Background-Redaktionsleiter Jakob Schlandt nach Ansicht von Malte Zieher, Vorstand im Bündnis Bürgerenergie, die Skepsis des Öko-Instituts in Bezug auf die eigenen Ergebnisse. Schlandt habe von gravierenden Bedenken gesprochen, ob ein dezentrales Szenario für den Ausbau erneuerbarer Energien umsetzbar sei.
Rund um den Globus gehen Menschen gegen hohe Benzinpreise auf die Straße, Unruhen erschüttern Brasilien, Haiti und Jordanien. Jetzt droht auch noch der Iran, die Straße von Hormus zu sperren und so den Öl-Export seiner Nachbarn einzuschränken. Die dramatischen Folgen der bislang nur leicht gestiegenen Ölpreise zeigen: Wir müssen uns aus unserer Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen lösen. Das hilft nicht nur dem Klima, argumentiert Hans-Josef Fell in seinem Standpunkt, sondern verhindert auch Aufstände und sogar Kriege.
Die einheitliche deutsche Strompreiszone wird zum nächsten Konfliktgebiet der Energiewende. Ingrid Nestle, Sprecherin für Energiewirtschaft der Grünen im Bundestag, vertritt in ihrem Standpunkt die Ansicht, dass der Preis für ihren Erhalt zu hoch geworden ist. Es drohten spürbare Mehrbelastungen der Stromkunden, widersinnige Stromflüsse an den Grenzen und höhere CO2-Emissionen, weil erneuerbare Energien abgeschaltet werden müssen. Die erneuerbaren dürften nicht zum Sündenbock gemacht werden.
Die Stromverteilnetze in Europa arbeiten weit unter ihrem vollen Potenzial. Das Laden von Elektrofahrzeugen kann deshalb weitestgehend ohne zusätzlichen Netzausbau erfolgen, hat das Regulatory Assistance Project (RAP) in einer Kurzanalyse festgestellt. „Intelligente Preisgestaltung und smarte Technologien sind die Schlüssel dafür“, schreiben Mike Hogan und Andreas Jahn vom RAP.
Wie funktioniert die Überwachung der Energieunion? Wer sorgt mit welchen Instrumenten dafür, dass die EU-Ziele für erneuerbare Energien und Effizienz erreicht werden? In ihrem Standpunkt analysiert Michèle Knodt, Professorin der TU Darmstadt, die Einigung für die Zeit bis 2030. Ihr Fazit: Die Chance, harte Sanktionen verhängen zu können, wurde nicht genutzt. Dafür wird die Energieunion genau überwacht und präzise Zahlen müssen vorliegen. Offenbar wird auf den öffentlichen Druck gebaut.
Die Energiewende kommt kaum von der Stelle. Die erreichten Fortschritte reichen nicht aus, um die von der Bundesregierung gesteckten Ziele zu erreichen. Umso mehr kommt es aus Sicht des Mittelstands jetzt darauf an, die Energiewende entschlossen zum Erfolg zu führen, schreibt Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), in seinem Standpunkt.
Wenn es um die Mobilität von morgen geht, reden wir über Elektrifizierung, autonomes Fahren, Digitalisierung. Alles nicht falsch. Aber alles technischer Natur. Die Debatte vernachlässigt die Akteure: Unternehmen, Nutzer und vor allem Städte und Kommunen. Wer spielt welche Rolle auf dem Weg hin zu einer sauberen, vernetzten und effizienten Mobilität?
Die Elektrifizierung des Verkehrs bietet die Möglichkeit, Mobilität in die Stromversorgung zu integrieren. Doch was sind die technischen Voraussetzungen? Worauf müssen sich Stadtwerke und Kommunen einstellen? René Mono, Geschäftsführender Vorstand der 100 Prozent Erneuerbar Stiftung und Lutz Ribbe, Naturschutzpolitischer Direktor von EuroNatur, analysieren die Möglichkeiten in ihrem Standpunkt und sehen große Chancen für die Wertschöpfung vor Ort.
Susanna Zapreva ist Vorstandschefin der Enercity AG. Im Background-Interview kündigt sie an, den Energiemarkt umkrempeln zu wollen – und die einst betulichen Stadtwerke Hannover zum ersten Plattformunternehmen der Branche zu machen. Ein vermessenes Ziel? Nicht aus Sicht von Zapreva.
Weil die Preise an den Strombörsen immer häufiger ins Minus drehen, ist die Aufregung groß. Vom „Wahnsinn Energiewende“ ist teils sogar die Rede. Höchste Zeit für einen nüchternen und analytischen Blick auf das Phänomen. Manuel Köhler, Deutschland-Chef von Aurora Energy Research, erklärt in seinem Standpunkt die Hintergründe, von den Anreizen konventioneller Kraftwerke bis zur Sechs-Stunden-Regel für erneuerbare Energien.
Wenn aktuell die zukünftigen CO2-Ziele für Neufahrzeuge verhandelt werden, prallen unterschiedliche Weltansichten aufeinander. Nicht nur in Brüssel, sondern vor allem auch in Berlin. Dort läuft man Gefahr, Geld auch langfristig in Ölimporte aus dem Ausland anstatt in innovative Technologie zu investieren. Für mehr Mut bei Klimaschutz im Verkehrssektor plädiert ICCT-Geschäftsführer Peter Mock.
Der Amerikaner Ken Berlin ist Präsident und CEO der vom ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore gegründeten Klimaschutz-Organisation „The Climate Reality Project“, das gerade in Berlin gastiert. In seinem Standpunkt fordert Berlin Deutschland zu einem Kohleausstieg bis 2030 auf. Nur so könne das Land zurückkehren in die Reihen der progressiven Klimaschutz-Staaten.
Die großen Entscheidungen der EU über die zukünftige Energie- und Klimapolitik sind gefallen. Rainer Hinrichs-Rahlwes von der European Renewable Energies Federation (EREF) analysiert die Entscheidungen im Detail. Das „Highlight“ sind für ihn die europaweiten Regeln zur Bürgerenergie. Alle Würfel sind aber noch nicht gefallen.
Die Stilllegung von Braunkohlerevieren wird Arbeitsplätze kosten. Doch die politischen Entscheider müssten darauf achten, nicht die Fehler der Steinkohle-Subventionierung zu wiederholen. Statt die Konzerne und ihr Geschäftsmodell zu stützen, sollten die Betroffenen direkt Hilfe bekommen, argumentiert Luke Haywood, Researcher am MCC, in seinem Standpunkt.
Ballast der Vergangenheit abwerfen und endlich loslegen. Das wünscht sich Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (BNE), in seinem Standpunkt von der Bundesregierung. Zum Beispiel müsse eine Energie-Abgabenreform angegangen werden, die die marktlichen Kräfte freisetzt.
Strukturbrüche sind nichts Neues für die Energiewirtschaft, schreibt Christoph Müller, Chef des Verteilnetzbetreibers Netze BW, in seinem Standpunkt. Er warnt vor voreiligen Schlüssen, wie damit umzugehen sei. Von Kapazitätsmärkten rät er ab. Denn Misstrauen in den Markt und die Angst vor Versorgungsengpässen würden zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Die Situation müsse aber genauer beobachtet werden.
Die Diskussion um den Verbrennungsmotor verunsichert junge Menschen, befürchtet der Motorenforscher Thomas Koch vom Karlsruher Institut für Technologie. Koch hat viele Jahre für Mercedes Dieselmotoren entwickelt und macht sich nun Sorgen, dass es auf diesem Gebiet zu wenig wissenschaftlichen Nachwuchs geben könnte. Dabei hat der Verbrennungsmotor aus seiner Sicht gute Zukunftsaussichten.
Deutsche Privathaushalte heizen noch zu 76 Prozent mit Heizöl und Erdgas. Um CO2-Emissionen zu senken, fordern Ralph Henger und Thilo Schaefer, Forscher am IW Köln, die Energiebesteuerung im Wärmesektor am Ausstoß der klimaschädlichen Gase auszurichten.
Eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung ist dringend geboten, weil hier erhebliche Effizienzpotenziale liegen. Schon das 2030 zu erreichende Klimaschutz-Ziel für den Gebäudesektor, die Reduktion der CO2-Emissionen um 66 bis 67 Prozent im Vergleich zu 1990, ist hochambitioniert. Die Zeit läuft davon, warnt Dena-Geschäftsführer Andreas Kuhlmann.
Als der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unlängst seinen Abschaltplan für Atom- und Kohlekraft vorlegte, kam sofort Kritik vom Energieverband BDEW: Der Plan gefährde die Versorgungssicherheit. Doch es fehlte an Argumenten mit Substanz. In ihrem Standpunkt erklären die BUND-Experten Thorben Becker und Tina Löffelsend ihr Konzept. Es geht um den Ausbau der erneuerbaren Energien und flexibler KWK-Kraftwerke sowie eine Senkung des Stromverbrauchs.