Klima-Effekt ungewiss, Datenschutz gefährdet: Smart Mobility muss reguliert werden, um einen öffentlichen Nutzen zu haben, sagt Felix Creutzig, Professor an der TU Berlin. Er schreibt, wie das eigene Auto in Städten überflüssig werden könnte.
Künstliche Intelligenz (KI) genießt seit Jahren eine hohe Aufmerksamkeit. Mit seinem Standpunkt möchte Steven Peters KI entmystifizieren, aber gleichzeitig anhand von industriellen Beispielen zeigen, warum KI zu Recht als „Game Changer“ gesehen wird. Der Einsatz von KI als neues Werkzeug kann fortschrittlichen Industrienationen wie Deutschland und hiesigen Unternehmen helfen, die eigenen Stärken weiter zu stärken.
Statt neue Mobilitätsformen wie den E-Tretroller im Keim zu ersticken, sollten sich Politik und Gesellschaft für neue Infrastrukturen starkmachen – und eine andere Haltung gegenüber Innovationen einnehmen, fordert der Berater Michael Pachmajer in seinem Standpunkt.
Fliegen steht aus Klimaschutzgründen in der Kritik. Verbote seien allerdings nicht zielführend, schreibt der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß im Standpunkt. Um schnell mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern, schlägt er eine Reform des Planungsrechts vor.
Bei den Berliner Mobilitätsangeboten kontrolliert Google Maps den Markt. Dabei haben die Berliner Verkehrsbetriebe den Schlüssel zur selbstverwalteten Smart City in der Hand: Die Echtzeitdaten des ÖPNV-Netzwerks, argumentieren Philipp Staab und Dominik Piétron vom Lehrstuhl „Soziologie der Zukunft der Arbeit“ der Humboldt-Universität.
Wenn CO2-arme Mobilität im Wettbewerb gegenüber Flugzeug und Pkw begünstigt werden soll, dann darf das nicht nur für Fernverkehrszüge gelten. Gleiches muss auch für den Reise- und Fernlinienbusverkehr gelten, fordert Karl Hülsmann, Präsident des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer (BDO), im Standpunkt.
Alle reden von Flugscham. Aber kaum eine oder einer ändert sein Verhalten. Das sollte niemanden überraschen, denn Shaming ist eine schlechte Strategie, schreibt Tadzio Müller, Referent für Klimagerechtigkeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung in seinem Gastbeitrag.
Am 20. Juli vor 150 Jahren wurden die „Technischen Grundzüge über die Anlage sekundärer Bahnen“ festgelegt. Ein sperriges Jubiläum mit großer Strahlkraft für die Gegenwart, findet Marian Zachow. Der CDU-Politiker und hessische Vizelandrat plädiert für ein ähnliches Vorhaben: Die Reaktivierung von brach liegenden Nebenbahnen, um den ländlichen Raum zu beleben.
Ignorieren, Bekämpfen, Verzögern: Lange bremste die deutsche Autoindustrie bei Elektromobilität und Energiewende. Das ändert sich gerade. Plötzlich sind die Autobauer ins Lager der Ökostrom-Lobbyisten gewechselt. Was es noch braucht, um den Erneuerbaren-Ausbau zu beschleunigen, beschreibt Gastautor und Verbraucherschützer Udo Sieverding.
In München läuft gerade die Konferenz des Forschungsinstituts Cyber Defence der Bundeswehr-Universität. In seiner Keynote gibt Roland Schütz, Chief Information Officer der Lufthansa-Gruppe, am heutigen Donnerstag eine Anleitung für mehr Cybersicherheit. Für Background hat er die wichtigsten Punkte vorab zusammengefasst.
Die EU-Kommission steht vor einem politischen und technologischen Scherbenhaufen – und das ausgerechnet bei einem der wichtigsten Digitalisierungs-Projekte der nächsten Jahrzehnte: dem Autonomen Fahren. Die Lage analysiert Gastautor Mathias Oberndörfer von KPMG.
Fahrverbote sollen Emissionen und Staus in den Innenstädten verhindern. Doch sie sind ein ungeeignetes Regulierungsinstrument. Eine City-Maut würde nach dem Verursacherprinzip besser funktionieren. Ein Vorschlag von Weert Canzler, Mobilitätsforscher am Wissenschaftszentrum Berlin, und Lars Grotewold von der Stiftung Mercator.
Die Reform des Personenbeförderungsgesetzes muss eine sichere und saubere Mobilitätsgarantie für alle zum Ziel haben, fordert der Verkehrspolitiker Stefan Gelbhaar (Grüne). Bus und Bahn sollen weiter Vorrang haben und private Anbieter wie Uber verpflichtet werden, ihre Verkehrsdaten mit den Städten und Kommunen zu teilen.
Von heute an gilt das erhöhte Briefporto der Deutschen Post. Das sorgt für eine Wettbewerbsverzerrung, weil die im BIEK-Verband zusammengeschlossenen Unternehmen Hermes, GLS, DPD und UPS ihre Kosten im Paketmarkt nicht zum Teil über das Briefporto refinanzieren können.
Ob Carsharing, Leihräder, oder aktuell elektrische Tretroller: Es gibt immer mehr Angebote, die die Innenstädte entlasten sollen. Bisher mit mäßigem Erfolg. Das liegt nicht zuletzt an der mangelnden Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Regulatoren.
Die Zustellung von Paketen mit ÖPNV-Fahrzeugen erscheint neu, war aber noch vor 50 Jahren Alltag in Frankfurt. Natürlich müssen dafür die relevanten Regelwerke angepasst werden. Das ist aber nicht unmöglich, sondern ein normaler Veränderungsprozess.
Neue Mobilitätsdienstleister haben es in Deutschland schwer. Grund dafür ist das Personenbeförderungsgesetz, das Mietwagen eine Rückkehrpflicht auferlegt. Diese gehört abgeschafft, schreibt Daniela Kluckert von der FDP im Standpunkt – genau wie die Betriebs- und Tarifpflicht.
Der öffentliche Personennahverkehr mit Bussen soll emissionsfrei werden. Von der EU beschlossene Quoten legen fest, dass zwei Drittel der neu angeschafften Busse ab 2025 „sauber“ sein müssen. Hersteller und Politik treiben vor allem die Entwicklung batteriebetriebener Fahrzeuge voran. Insbesondere bei Bussen zeigt sich jedoch, dass die alleinige Fokussierung auf batterieelektrische Antriebe riskant ist. Wasserstoff hingegen bietet viele Vorteile, schreibt Simon Schäfer-Stradowsky im Standpunkt.
China, Indien und die USA investieren Milliarden in die Luft- und Raumfahrt. Um im Rennen um emissionsfreie Flugzeuge und neue Geschäftsmodelle im Weltraum mithalten zu können, braucht der europäische Luftfahrt-Champion Airbus auch zukünftig politische Flankierung, fordert Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie.
Elektrofahrzeuge bieten erhebliche wirtschaftliche und ökologische Vorteile. Damit sind sie ein wesentlicher Bestandteil einer sauberen Mobilität. Ob diese Vorteile realisiert werden, hängt jedoch davon ab, wie gut E-Autos in die Stromnetze eingebunden werden. Gelingt die Netzintegration, profitieren nicht nur Nutzer der E-Autos, sondern alle Stromkunden, schreiben die Verkehrswissenschaftler Julia Hildermeier und Andreas Jahn von Regulatory Assistance Project (RAP).
Das Wissen und die Werkzeuge für eine Mobilitätswende sind bereits vorhanden, findet Michael Pachmajer. Was fehle, sei eine Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure, kritisiert der PwC-Berater und Buchautor und fordert, dass die Verbundpartner die Rolle eines Moderators übernehmen.
Im Verkehr sind wir weit davon entfernt, die Klimaziele einzuhalten. Da könnte eine Strategie helfen, die die Effizienz des Elektrofahrzeugs im Nahverkehr und die Energiespeicherfähigkeit von Methanol für den Fern- und Schwerlastverkehr nutzt. So wird Methanol, gewonnen aus überschüssiger erneuerbarer Energie und CO2 aus der Luft, zum klimaneutralen Kraftstoff und kostengünstigen Energiespeicher. Dafür werben die Ingenieure Manfred Kuczera, Klaus Hedrich und Ludolf Plass in einem Gastbeitrag.
Beim Thema Autoabgase könnten alle Akteure zufrieden sein: Umweltverbände haben erreicht, dass das Thema Stickoxid-Reduzierung höchsten Stellenwert genießt. Die EU hat die beste Emissionsgesetzgebung weltweit. Die Motoringenieure haben mit der zweiten Generation der SCR-Katalysatoren den gordischen Knoten der Emissionsreduzierung nach jahrzehntelanger Entwicklung durchschlagen. Warum das so lange gedauert hat, beschreibt der Motorenexperte Thomas Koch.
Vergangene Woche in Hamburg: Das Verwaltungsgericht bremst den Versuch der VW-Tochter Moia, mit bis zu 1000 Fahrzeugen einen neuen Shuttle-Dienst einzuführen. Eine Woche davor: Großdemonstration vor dem Verkehrsministerium. Die Taxiunternehmer fürchten um Ihre Existenz. Dahinter steckt das Personenbeförderungsgesetz. Wie dessen Experimentierklausel sinnvoll genutzt werden kann, schreiben die Mobilitätsforscher Andreas Knie und Lisa Ruhrort vom WZB Berlin.
Die Debatte um Grenzwerte konzentriert sich auf die Gesundheitseffekte lokaler Luftschadstoffe und lässt dabei Auswirkungen auf andere bedeutsame Dimensionen wie Leistungsfähigkeit oder Bildungserfolg außer Acht. Die ökonomischen Kosten der Schadstoffbelastung werden massiv unterschätzt, argumentieren Wolfgang Habla, Vera Huwe und Martin Kesternich vom ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in ihrem Standpunkt.
Die Fortführung der Erneuerbare Energien-Richtlinie (RED II) bremst Biokraftstoffe aus, warnt deren Verbandsgeschäftsführer Elmar Baumann. Deshalb sollte die Bundesregierung die RED II so nicht umsetzen. Die EU-Staaten dürfen ihr Erneuerbaren-Ziel sogar halbieren, wenn sie auf Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse verzichten, womit sie unter das heutige Niveau erneuerbarer Energien absinken würden.
Weil die Nachfrage nach Elektroautos stark zunehmen wird, ist es sinnvoll, eigene Kapazitäten für die Produktion von Batteriezellen aufzubauen. Deutschland und Europa müssen sich gegen das Rohstoffmonopol aus China durchsetzen und sich nicht zu abhängig von wenigen Lieferanten machen. Aber: Eine eigene Produktion ist nur sinnvoll, wenn die Rohstoffe fair und nachhaltig gewonnen und Recyclingsysteme aufgebaut werden, schreibt Claudia Kemfert vom DIW in ihrem Standpunkt.