Moore haben großes Potenzial: Nicht nur zum Speichern von Kohlendioxid, sondern auch zum Geldverdienen. Ein paar Pioniere wollen zeigen, wie das geht. Die Reportage führt zu Gründern im Oderbruch und zu einem Start-up in Berlin.
Mit mehreren Milliarden Euro sollen Landwirtschaft und Ernährungssektor bei der Transformation hin zu mehr Klimafreundlichkeit unterstützt werden. Am Mittwoch hat das Kabinett einen Wirtschaftsplan dafür beschlossen.
Auf dem Amazonasgipfel im brasilianischen Belém wurde über die Zukunft des Regelwalds diskutiert. Was dabei herauskam, ist ein umfassendes Abschlussdokument mit Versprechen zur Rettung des Amazonas. Trotzdem bleibt der Gipfel hinter den Erwartungen von Umweltschützern und Zivilbevölkerung zurück.
Die EU setzt in ihrer Landnutzungsverordnung ehrgeizige Ziele für die Minderung von Emissionen durch natürliche Systeme wie die Wälder. Zu ehrgeizig finden manche Interessenvertreter die Vorgaben. Ein geplanter Vorschlag der EU-Kommission zum Waldmonitoring könnte zumindest die Bestandsaufnahme verbessern.
Staaten, Organisationen, Unternehmen und Zivilgesellschaft kamen für drei Tage in Rom zusammen, um über die Zukunft unserer Ernährungssysteme zu diskutieren. Konkrete Beschlüsse konnte der Ernährungsgipfel nicht liefern, nicht einmal die versprochene Bilanz der Vorläuferkonferenz.
Ein volles Programm hatten die EU-Agrarminister am Dienstag bei ihrem Treffen in Brüssel. Ernährungssicherheit war die Klammer für viele Punkte auf der Agenda, ob es um Solidarität mit der Ukraine oder neue genetische Züchtungsformen ging.
Der dreitägige UN-Ernährungsgipfel kommende Woche in Rom soll eine Bestandsaufnahme auf dem Weg zu nachhaltigen Ernährungssystemen liefern. Mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen äußern Kritik: Zu groß sei der Einfluss von Konzernen.
Bis zuletzt war der Ausgang offen, doch nun steht fest: Das Europäische Parlament stimmt für das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur. Allerdings in einer abgeschwächten Form. Nun hoffen Befürworter:innen, dass sich das im weiteren Trilogverfahren wieder ändert.
Zwei Drittel der Böden in der EU seien in schlechtem Zustand, doch sowohl EU-Kommission als auch Mitgliedstaaten tun nicht genug dagegen. Das Urteil eines Sonderberichts der externen Rechnungsprüfungsstelle der EU ist hart.
Die EU-Kommission möchte bestimmte gentechnisch veränderte Pflanzen künftig ganz oder teilweise von den bisher geltenden strengen Zulassungsverfahren ausnehmen. Für Organismen, die Gene von fremden Arten enthalten, gelten die Lockerungen aber nicht.
Zum ersten Mal soll es in der EU ein Bodengesetz geben. Im Fokus des Kommissionsvorschlags: der Zustand der Böden. Umweltschützer kritisieren das. Wir wüssten längst, wie schlecht es dem Ökosystem geht. Sie fordern stattdessen effektivere Maßnahmen.
Im Umweltausschuss des Europaparlaments findet sich auch nach langen Verhandlungen keine Mehrheit für ein geplantes Gesetz zur Renaturierung. Das letzte Wort liegt nun beim Plenum des Europäischen Parlaments.
Strom aus Biogas könnte Dunkelflauten in einem erneuerbaren Energiesystem überbrücken. Doch Biogasanlagen spielen in den Debatten um die Energiewende aktuell kaum eine Rolle. Dabei ist das Potenzial groß, wie ein wissenschaftlicher Recherchedienst ermittelt hat.
Mit einer neuen Strategie will die Bundesregierung dem Bauen mit Holz auf die Sprünge helfen. Es ist nicht die Erste. Vieles hängt noch an den Landesbauordnungen. Und auch der Bund könnte mehr tun, meinen Branchenverbände.
Agri-Photovoltaik stößt in der Praxis an Grenzen, und für konventionelle Solarprojekte auf ihrem Land können viele Bauern sich nicht begeistern. Die Hoffnungen der Solarbranche liegen nun auf einem Modell, das auch die Bundesregierung interessant findet: einem Mix aus Landwirtschaft, Stromerzeugung und Biodiversität im Sinne des EU-Agrarrechts.
Mehr Flexibilität für die Umsetzung des Gesetzes zur Wiederherstellung der Natur haben die EU-Umweltminister am Dienstag in ihre Version eingebaut. Mit dieser Fassung gehen sie nun in die Trilogverhandlungen mit Kommission und Parlament. Dessen Abgeordnete ringen aber noch um einen Kompromiss.
Ein neues UN-Arbeitsprogramm zum Klimaschutz in der Landwirtschaft ist bei Verhandlungen in Bonn diese Woche nur wenig vorangekommen. Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen den Agrarbereich aber zum Schwerpunkt der nächsten Klimakonferenz machen. Brasilien denkt derweil schon an den Gipfel im Jahr 2025.
Weniger Anträge als gedacht stellen Landwirte für Fördermittel aus den neuen Ökoregelungen der europäischen Agrarpolitik. Zum Gegensteuern trafen sich am Mittwoch die zuständigen Staatssekretäre. Greenpeace fordert eine zusätzliche Ökoregelung für Kühe auf der Weide, der Bauernverband höhere Prämien.
Die Christdemokraten im EU-Parlament boykottieren die Verordnung zur Wiederherstellung der Natur. Ohne sie haben die anderen Fraktionen einen Kompromiss erarbeitet, der den Mitgliedsstaaten gewissen Spielraum gibt. Dennoch steht die Zustimmung des Parlaments auf der Kippe.
Verpackungen halten Lebensmittel frisch. Doch die Müllflut wächst, vor allem der Gebrauch von Plastik. Deshalb will die EU ihre Richtlinie für Verpackungen und Verpackungsabfälle novellieren. Muss das deutsche Mehrwegsystem nun abgeschafft werden, wie die Brauer befürchten? Nein, versichert die EU-Kommission.
Der Verlust der Arten und der Klimawandel lassen sich nur gemeinsam bekämpfen, besagt eine neue Studie. Die 1,5-Grad-Grenze müsse eingehalten und 30 Prozent der Flächen an Land und zu Wasser müssten geschützt werden, lautet die Empfehlung. Mehr Renaturierung könnte demnach gewaltige Mengen CO2 binden.
Die Regelungen zur Nutzung von Bioenergie laut der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien sollen in den nächsten Tagen schriftlich vorliegen. So weit die Bestimmungen bereits bekannt sind, liegen die Ansichten dazu weit auseinander.
Eigentlich soll die Kohlenstoffentnahme den Klimaschutz in der Europäischen Union vorantreiben. Doch die bisherigen Pläne der Kommission dafür bergen große Risiken, schreiben Fachleute in einem neuen Bericht. Probleme wie bei der Speicherdauer, der Haftung und der Begrenzung des Einsatzes blieben unberücksichtigt.
In der Mobilfunkstrategie der Bundesregierung sind auch Gelder für die Digitalisierung der Landwirtschaft enthalten. Auf der Grünen Woche hatte Agrarminister Cem Özdemir daher einige Förderbescheide zu verteilen. In vier „Zukunftsregionen“ wird nun die Arbeit aufgenommen, um mit digitalen Technologien die Lieferketten nachhaltiger und resilienter zu machen.
Die deutsche Biomassestrategie wird einen kniffligen Interessenausgleich zwischen den verschiedenen Stakeholdern leisten müssen. Im Frühjahr sollen diese in Workshops über die Strategie debattieren. Nutzungskonflikte um die begrenzte Biomasse sind jedoch schon heute absehbar.
Erderhitzung und Artensterben sind Zwillingskrisen. Bei der Biodiversitätskonferenz in Montreal soll ein neues Rahmenabkommen beschlossen werden, das Lösungen für beide Probleme bringen könnte.
Morgen stellt die EU-Kommission ein erstes Klassifizierungssystem für CO2-Speicher vor. Für die natürliche oder technische Speicherung von CO2 sollen Zertifikate mit individueller Dauer ausgestellt werden. Doch wofür diese Zertifikate genutzt werden können, bleibt unbeantwortet.
Noch nie war das Thema Landwirtschaft bei einer UN-Klimakonferenz so wichtig wie in diesem Jahr. Doch ein diplomatisches Format, um die hohen Emissionen des Sektors zu reduzieren, gibt es bisher nicht. Ein erster Textentwurf für ein neues Gremium könnte vielen Nationen zu ehrgeizig sein.
Ein neues Arbeitsprogramm unter dem Dach der Klimarahmenkonvention soll die Ambitionslücke zum 1,5-Grad-Ziel schließen. Das wurde vor einem Jahr bei der COP26 in Glasgow beschlossen. An einem jetzt vorgelegten Entwurf ist noch viel zu tun.
Wie Holz und andere biogene Produkte künftig nachhaltig genutzt werden können, soll eine Nationale Biomassestrategie beschreiben, deren Eckpunkte heute veröffentlichen werden. Am Anfang soll eine Analyse aller Stoffströme stehen.
Auch in diesem Jahr fällt die Erntebilanz wieder besorgniserregend aus. Die Klimakrise setzt der deutschen Landwirtschaft zusehends zu. Digitale Technologien können hier helfen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert ein Großvorhaben zur Digitalisierung und Zukunftsfähigkeit der Ressourcenerzeugung.
Mit einem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz will die Umweltministerin die Landökosysteme von einer CO2-Quelle zu einer Senke entwickeln. Der Entwurf setzt vor allem auf finanzielle Anreize und schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren für Renaturierungsprojekte.
Renommierte Wissenschaftler fordern in der „Berliner Erklärung“ schnelle Maßnahmen gegen Klimawandel und Artensterben. Deutschland müsse die G7-Präsidentschaft nutzen, um voranzugehen.
Selbstbedienungsmärkte, die 24 Stunden geöffnet sind, erleben einen Boom. Die modernen Tante Emma Läden bringen Einkaufsmöglichkeiten aufs Dorf zurück. Doch in Bayern stört das die Sonntagsruhe.
Wälder weltweit werden durch Hitze und Dürre geschädigt. Sogar unberührte Gebiete des riesigen Regenwaldes im Amazonas erholen sich davon immer langsamer. In Deutschland sind Kiefernbestände betroffen, die bisher als trockenresistent galten.
Die Produktion von Plastik macht vier Prozent aller Emissionen weltweit aus. Dieser Anteil könnte künftig noch stark steigen. Doch nun soll ein Abkommen der UN Abhilfe schaffen.
Die Berufung Anja Karliczeks zur Forschungsministerin war die wohl größte Überraschung im vierten Kabinett von Angela Merkel. Nach dreieinhalb Jahren hat die Westfälin zwar einige Erfolge als Ressortchefin vorzuweisen, viele Vorhaben sind jedoch nicht umgesetzt worden. Die Kritik an ihr ist hart – und auch für einige Fauxpas wird sie in Erinnerung bleiben.
Im Klimaschutzgesetz wird fest mit einem starken Beitrag von natürlichen Senken zum Erreichen der deutschen Minderungsziele gerechnet. Die Annahmen sind nicht plausibel und zu hoch angesetzt, finden Branchenverbände. Das Bundesumweltministerium widerspricht.
SWP-Klimapolitik-Experte Oliver Geden spricht im Interview über Lücken im Klimaschutzgesetz, den Unterschied zwischen Klima- und CO2-Neutralität und die politischen Konfliktlinien in den kommenden Jahrzehnten. Die Strukturbrüche in der Landwirtschaft hält er langfristig für schwerwiegender als jene in der Kohle-Industrie.
Im Klimaschutzgesetz fehlen CO2-Etappenziele über 2030 hinaus, kritisiert das Bundesverfassungsgericht. Bis Ende 2022 muss nachjustiert werden. Doch schon in diesem Jahrzehnt wird Deutschland seinen CO2-Ausstoß deutlich senken müssen, um spätere Generationen nicht ungerecht zu belasten.
Das Filtern von CO2 aus der Luft gilt als teuer und wenig effizient – aber auch unerlässlich für Klimaneutralität bis 2050. Gerade nimmt das Geschäft mit den großen Filteranlagen Fahrt auf. Ob Direct Air Capture tatsächlich den CO2-Gehalt in der Atmosphäre senken wird, hängt auch von den richtigen Anreizen ab.
Mit einer Änderung des Bundesjagdgesetzes will die Bundesregierung die Verjüngung von Wäldern fördern, damit diese dem Klimawandel besser gewachsen sind. Junge Bäume sollen vor Wildverbiss insbesondere durch Rehe geschützt werden. Doch bei den Jagdverbänden stoßen die Bestimmungen auf Kritik.
Heftig kritisiert wird die Reform der EU-Agrarpolitik, die EU-Parlament und -Rat vergangene Woche auf den Weg brachten. Kommissar Timmermans will den Text im Trilog noch verbessern. Derweil arbeitet der Deutsche Bauernverband an einer Strategie für eine bessere Klimaleistung im Agrarbereich. Die EU plant eine Initiative zum Kohlenstoff-Ackerbau.
Wie viel Land in Europa bald nach ökologischen Vorgaben bewirtschaftet werden muss, beschäftigt diese Woche Minister und Parlament. Demnächst werden sie einen Kompromiss schließen müssen. Was die Öko-Maßnahmen genau beinhalten, werden aber die Mitgliedsstaaten festlegen.
Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ist der größte Posten im EU-Haushalt. Dass die Verteilung des 390-Milliarden-Budgets für Auseinandersetzungen sorgt, ist nicht verwunderlich. Doch die Kompromisse, die auf dem Tisch liegen, bleiben weit hinter den nötigen Klimaschutzambitionen zurück, kritisieren Beobachter.
Der überarbeitete Nationale Energie- und Klimaplan (NECP) ist gestern überraschend beschlossen und nach Brüssel geliefert worden. Das Dokument enthält einige Überraschungen, von großem Optimismus im Non-ETS-Bereich über erwartete Wachstumsimpulse für die Wirtschaft. Beim Zubau der Erneuerbaren fällt er dagegen durch sparsame Informationen auf.
Für eine klimapolitisch ambitionierte Rede vor dem EU-Parlament erhält Ursula von der Leyen viel Zuspruch und sichert sich damit wohl für ihren knappen Sieg entscheidende Stimmen. Nun will sie in den ersten 100 Tagen ihres Amtes einen Green Deal auf den Weg bringen.
Bäume zu pflanzen kann ein entscheidendes Mittel gegen die globale Erwärmung sein, wie Forscher der ETH Zürich herausgefunden haben. Die Wissenschaftler fordern die Regierungen zum massenhaften Aufforsten auf. Entwicklungshilfeminister Gerd Müller zeigt sich offen dafür.
Der Emissionshandel unter dem Kyoto-Protokoll gilt allgemein als verkorkst, die Verschmutzungsrechte sind nichts wert. Im Regelbuch zum Paris-Abkommen will man es besser machen. Über das Wie sind die Verhandlungen bei der Zwischenkonferenz der UN-Klimadiplomatie in Bonn noch nicht abgeschlossen.
Die wachsende Weltbevölkerung gesund zu ernähren und gleichzeitig das Klima zu schützen, ist möglich. Vorschläge dazu hat ein Expertenteam gemacht. Es empfiehlt eine Kombination aus Ernährungsumstellung, besserer Nahrungsmittelproduktion und weniger Lebensmittelverschwendung.
Mit einem Eklat ist am Samstag die erste Verhandlungswoche der Weltklimakonferenz zu Ende gegangen: Eins ihrer wichtigsten Gremien kam zu keiner positiven Bewertung des IPCC-Berichts zum 1,5-Grad-Ziel. Und das Regelbuch für das Abkommen von Paris droht verwässert zu werden.
Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat einen detaillierten Plan vorgelegt, wie die Landwirtschaft ihren CO2-Ausstoß reduzieren könnte. Der Plan ist die Fortschreibung einer Strategie aus dem Jahr 2011. Nach dem Abschluss des Klimaabkommens von Paris sah der Verband die Notwendigkeit einer Runderneuerung.