Das Aus der Roten Gebiete rückt näher: Mit dem AMK-Beschluss für eine Regionalisierung des Düngerechts sollen bald drei Bilanzierungsoptionen je Bundesland zur Wahl stehen. Kritiker fürchten einen Flickenteppich ohne Monitoring und mehr Bürokratie. Für Stallumbau und Begleitmaßnahmen fordert die Runde 1,5 Milliarden Euro im Jahr, schreibt Theresa Crysmann.
Ein höherer Anteil von Bioethanol könnte die Spritpreise etwas senken. EU‑Agrarkommissar Hansen wirbt schon länger für E20, Bundeslandwirtschaftsminister Rainer geht mit. Auch im EU-Parlament zeigt sich etwas Bewegung in der Sache.
Mit über 100 Tagesordnungspunkten befasste sich der Bundesrat in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause. Bei den agrarpolitischen Themen gaben die Länder Stellungnahmen ab und ergriffen durch Anträge selbst Initiative. Endgültig beschlossen ist außerdem eine wichtige Änderung für Umweltverbände.
Seit gestern gilt die nationale Umsetzung der EmpCo-Regulierung. Verbraucher- und Umweltverbände finden das gut, auch die Bio-Branche freut sich. Manch andere Unternehmen fürchten dagegen Rechtsunsicherheiten, allen voran die Regionalvermarktung.
Während die Agrarministerinnen und -minister über einer Tagesordnung brüten, die so lang ist, wie seit Jahren nicht mehr, haben Stakeholder noch einmal ihre roten Linien nachgezogen. Wie realistisch die Kernforderungen angesichts der höchst angespannten Haushaltslage sind, scheint ungewiss.
Die Elektrifizierung der Prozesswärme wird Milliarden kosten. Unternehmen brauchen Investitionssicherheit, denn sie treffen Entscheidungen für die nächsten Dekaden. Benjamin Flaig, Leiter Energie- und Gebäudemanagement bei Ritter Sport, spricht über den Umstieg auf Wärmepumpen und warum es zunächst bei 90 Prozent erneuerbarer Energie bleibt.
Die geplante Überarbeitung der EU-Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken (UTP) weckt Hoffnungen im Handel. Bei einem parlamentarischen Abend machten Verbände Druck für eine Absenkung der Umsatzschwellen, ab der die Richtlinie gilt. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) kündigte Gespräche mit allen Beteiligten an.
Über zahlreiche offene Fragen rund um die Zukunft der Tierhaltung diskutieren Bund und Länder noch bis morgen bei der Agrarministerkonferenz. Mit Blick auf die Sauenhaltung geht es auch darum, dass das bereits erkämpfte Ende für den Kastenstand doch noch weiter nach hinten geschoben werden könnte.
19 Prozent der deutschen Wasserschutzgebiete liegen laut einer Greenpeace-Analyse in sogenannten Roten Gebieten. Zugleich zeigt eine Auswertung von Kontrolldaten aus Niedersachsen erhebliche Verstöße gegen das Düngerecht, das aktuell auf der Agrarministerkonferenz intensiv diskutiert wird. Auf Bund und Länder wächst der Druck, die Regeln neu zu ordnen.
Auch die Landwirtschaft ist vom nationalen Emissionshandel erfasst: Landwirte zahlen auf ihren Dieselverbrauch einen CO2-Preis. Der Sektor soll aber nicht in den neuen Emissionshandel auf EU-Ebene integriert werden. Doch das Vorhaben gestaltet sich rechtlich und finanziell kompliziert.
Nach dem Willen des Bundeslandwirtschaftsministeriums wäre die Streichung einer umstrittenen Transparenzregelung im Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch längst beschlossen. Die Aufnahme in den Entwurf für ein Bürokratieabbaugesetz scheiterte jedoch in der Ressortabstimmung. Am Freitag könnte sie nun über den Bundesrat in den Entwurf gelangen.
Zum Kommissionsvorschlag für die künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) sind gestern und heute eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen veröffentlicht worden. Sie richten sich an die Kommission selbst, aber auch an Bund und Länder, die unter anderem über die nationale Ausgestaltung der Basisprämie werden entscheiden müssen.
Hessen will die Bundesregierung bewegen, die bislang nicht im Haushaltsentwurf 2027 vorgesehenen Mittel für das europäische Biotech-IPCEI bereitzustellen. Der Bundesrat berät an diesem Freitag über einen entsprechenden Entschließungsantrag.
Aufgrund der hohen Spritpreise senkt die Bundesregierung die Energiesteuer auf Benzin und Diesel bis zum Jahresende, es soll zudem eine Mehrwertsteuersenkung geben. Ein Spritpreisdeckel soll spätestens Anfang 2027 kommen. Der einkommensbezogene Direktauszahlungsmechanismus soll realisiert werden.
Wegen der hohen Spritpreise senkt die Bundesregierung die Energiesteuer auf Benzin und Diesel bis zum Jahresende. Dadurch sinkt auch die Mehrwertsteuer. Ein Spritpreisdeckel soll spätestens Anfang 2027 kommen. Auch ein einkommensbezogener Direktauszahlungsmechanismus soll realisiert werden.
Die EU-Kommission erkennt die Bedeutung extensiver Weidehaltung für Grünland, Biodiversität und ländliche Räume an. Gleichzeitig drohen neue Hürden durch ein geringeres Budget der künftigen GAP. Für viele Halter:innen von Weidetieren könnte die Zukunft ihrer Betriebe davon abhängen, wie mutig Brüssel und die Mitgliedstaaten die neue Förderlogik ausgestalten.
Unbefristete Zulassungen für Pflanzenschutzmittel ohne vorherige Folgenabschätzung: Mehr als 500 Forschende und Ärzte kritisieren die Pläne des EU-Parlaments und fordern eine Unterbrechung des Gesetzgebungsverfahrens. Nur mit einer Folgenabschätzung könne es weitergehen – eine erste Bewertung des Vorhabens kam bereits zu einem ernüchternden Fazit.
Die AfD gewinnt weiter an Zuspruch. In manchen ländlichen Regionen erreicht sie mittlerweile die absolute Mehrheit. An diesem Sonntag werden die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wohl erneut ein deutliches Stadt-Land-Gefälle sichtbar machen. Dafür gibt es eine Vielzahl von Ursachen, die miteinander verflochten sind.
Fünf neue Initiativen zur Klimaresilienz, darunter eine Wasserinitiative, aber keine neuen Werkzeuge gegen den Klimawandel selbst: Ursula von der Leyens Rede zur Lage der EU könnte eine Verschiebung in der europäischen Klimapolitik einleiten. Umweltverbände fordern die Einbindung der Natur.
Das Europäische Parlament will den CO2-Grenzausgleich auf weitere Produkte ausweiten und Schlupflöcher schließen. Es streicht dabei von der heimischen Düngeindustrie kritisierten An-Aus-Schalter. Dieser Punkt dürfte in den nun anstehenden Trilog-Verhandlungen besonders umstritten sein.
Landwirtschaftsminister Alois Rainer dringt auf schnellere europäische Genehmigungsverfahren für Pflanzenschutzmittelwirkstoffe. Zugleich arbeiten die EU-Staaten an einem Kompromiss zum Omnibus X, der unter anderem strengere Rückstandshöchstgehalte vorsieht.
Im Kontext fossiler Energieabhängigkeit suchen Forst- und Holzwirtschaft nach der sinnvollsten Nutzung von Holz. Vorgaben von EU und Bundesregierung zeigen eher auf eine Einschränkung. Das kommt in der Branche nicht gut an.
Auf einer Tagung in Bonn ist sind Akteure aus dem Bereich Umweltkompensation zusammengekommen. Das Sägen an der Eingriffsregelung ist womöglich erst der Beginn eines größeren Rollbacks in Sachen Umweltausgleich, fürchtet man.
Die Lockerung der Regeln für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln stand am Montag dreifach auf der Agenda: Landwirtschaftsminister Rainer sprach mit der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit darüber, eine Arbeitsgruppe des Rats in Brüssel beriet und der Abgeordnete im Europäischen Parlament, Pascal Canfin, warnte vor einem Wettbewerb nach unten.
Der Tropenwaldfonds TFFF – das weltweit größte Vorhaben zum gemeinsamen Klima- und Naturschutz – droht durch ein Veto der Union im Bundestag ins Trudeln zu geraten. Ein Scheitern hätte weitreichende Folgen für die Tropenwälder, die Autorität von Bundeskanzler Friedrich Merz und den Ruf Deutschlands als zuverlässiger internationaler Partner im Klimaschutz.
Deutschlands Foodtech-Szene wandelt sich: Statt der nächsten Trendlimonade stehen alltagstaugliche Produkte, KI und Lösungen gegen Lebensmittelverschwendung im Mittelpunkt. Start-ups wie Skonelabs, Foodforecast und Foodtracks zeigen, wie Technologie Kosten senkt und das Ernährungssystem resilienter machen kann.
Im Bundestag hat CDU-Vize Albert Stegemann die Rhetorik einzelner Vertreter des Agrarsektors kritisiert. Bauernpräsident Joachim Rukwied hatte zuvor vor Kürzungen bei den EU-Agrarmitteln gewarnt – auch unter Hinweis auf die Wahlen in Sachsen-Anhalt. Die AfD versuchte, den offenen Dissens für sich zu nutzen.
Nach dem Trubel, den die Wiederzulassung von Flupyradifuron in Frankreich ausgelöst hatte, folgt die nächste Welle der Kritik: Der EU-Umweltausschuss stemmt sich gegen höhere Rückstandgrenzwerte, die die Kommission auf Antrag von Bayer ermöglichen will. NGOs warnen vor Gefahren für Bestäuber und Verbraucher, Bayer betont die Sicherheit des Wirkstoffs.
Die EU-Kommission führt neue Regeln für öffentliche Aufträge mit Qualitäts- und Umweltkriterien wie faire Preise für Landwirte ein. Das soll auch der Beschaffung von gesunden, ökologisch erzeugten Lebensmitteln zugutekommen
Ein durchgesickerter Zwischenstand für reformierte EU-Nachhaltigkeitskriterien bei den Bioenergien sorgt aktuell für Diskussionsstoff. Während die Holzenergiebranche sich unfair behandelt sieht, bewerten auch Naturschützer die Vorstöße zur energetischen Holznutzung recht kritisch. Lockerungen bei den Vorgaben für Biokraftstoffe sorgen für gemischte Gefühle.
Die EU-Kommission will die Nachhaltigkeitsregeln für Bioenergie vereinfachen und europaweit stärker harmonisieren. Ein interner Entwurf sieht etwa ein „Bioenergie-Scoreboard“, eine neue Obergrenze für die Nutzung von Holz in heimischen Heizsystemen und mehr Spielraum für Biokraftstoffe vor. Ziel ist, Bioenergie besser für das Klimaziel 2040 zu nutzen.
Forst- und Landwirtschaftsverbände fordern, die EU-Wiederherstellungsverordnung auszusetzen. Die Stimmung ist geladen. Den Waldbesitzenden bereiten vor allem Nutzungsfragen Sorgen.
Phosphor ist für die Landwirtschaft unverzichtbar, doch Deutschland ist bei mineralischem Phosphor stark auf Importe angewiesen. Das Recycling aus Klärschlamm könnte einen erheblichen Teil des Bedarfs aus heimischen Quellen decken. Weil es jedoch an Rückgewinnungskapazitäten fehlt, droht die gesetzliche Vorgabe bis 2029 zu scheitern.
Sachsen-Anhalts ehemaliger Agrarminister und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze konnte einen Wahlsieg der AfD nicht verhindern. Die Regierungsbildung dürfte nun äußerst schwer fallen. Erfahrung als agrarpolitische Sprecher in der AfD-Fraktion haben Hannes Loth und Daniel Roi.
Die Neuregelung der Düngeverordnung nimmt Gestalt an: Ein Eckpunktepapier sieht drei Modelle vor, aus denen die Bundesländer wählen können. Bayern wirbt bereits für das Modell mit betrieblicher Bilanzierung. Niedersachsen wünscht sich eine möglichst einheitliche Lösung.
Die hohe staatliche Förderung für die Wiedervernässung von landwirtschaftlich genutzten Mooren gilt als Meilenstein. Doch in der Praxis könnte sie für die meisten Betriebe unattraktiv sein, denn der Absatzmarkt für Paludiprodukte ist noch nicht groß genug.
Im Agrarausschuss des Europaparlaments zeichnen sich harte Verhandlungen über die künftige Gemeinsame Agrarpolitik ab. Streit gibt es unter anderem über die Kappung von Flächenprämien. Verabschiedet hat der Ausschuss seine Position zu Emissionen aus der Tierhaltung.
Die Ernteeinbrüche in diesem Jahr sind laut Alois Rainer eine Krise nationalen Ausmaßes. Das klingt zwar ernst, ist aber kein nationales „Schadensereignis“, das für noch mehr staatliche Hilfen hätte vorliegen müssen. Und die Gelder, die es gibt, werden teilweise mit der Gießkanne verteilt – was für Kritik sorgt.
4,21 Euro pro Mittagessen, hohe Ansprüche und der Zuschlag meist für den billigsten Anbieter: Eine neue Studie beschreibt den Kostendruck beim Kita- und Schulessen. Mit dem Ganztagsausbau steige der Bedarf an Küchen, Technik und Personal zusätzlich. Die Branche fordert eine Qualitätswende – und möglicherweise Inflationsanpassungen in den Verträgen.
Überraschend hat sich die Bundesregierung aus einem wichtigen Forschungsprogramm der EU für die Biotechnologie zurückgezogen. Die Branche versucht nun, die Öffentlichkeit zu mobilisieren, um doch noch einen Titel im Haushalt für 2027 zu erwirken.
Abgeordnete des Umweltausschusses im Europaparlament wollen über die Pläne der EU-Kommission zur Vereinfachung der Industrieemissionsregeln hinausgehen. Ein Änderungsantrag zur Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sieht vor, dass Industrielle Transformation, Energiewende und Digitalisierung bis 2035 Vorrang vor Naturschutzzielen haben sollen.
Hitze und Trockenheit stellen die Landwirte in Europa vor extreme Herausforderungen. Die EU verzeichnet signifikante Ertragseinbrüche und Ernteausfälle. Neuartige Maßnahmen sollen die Folgen abmildern. Experten sehen dringenden Handlungsbedarf.
Der Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig zeigt, wie dringend die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen für die Feststellung des Spannungsfalls geklärt werden müssen – insbesondere bei hybriden Bedrohungen.
In Ulaanbaatar endete am Freitag die UN-Wüstenkonferenz. Gestaltete sich der Beginn der Verhandlungen wegen Blockaden bestimmter Themen schwierig, gab es am Ende zumindest kleine Fortschritte. Beim größten Streitthema – der Einführung eines neuen globalen Dürreinstruments – kam es allerdings wieder nicht zu einer Einigung.
Ab dem 3. September darf Brasilien vorerst kein Rind- und Geflügelfleisch mehr in die EU liefern. Grund sind fehlende Nachweise zur Einhaltung des EU-Verbots von Reserveantibiotika. Während die Branche über mögliche Preis- und Versorgungseffekte diskutiert, arbeitet Brasilien bereits an einer Rückkehr auf die Positivliste.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium will das Antibiotikaminimierungskonzept vereinfachen: Künftig sollen nur noch zehn statt 25 Prozent der besonders belasteten Betriebe einen Maßnahmenplan vorlegen. Während das Bundesinstitut für Risikobewertung den Schritt als plausiblen Kompromiss bewertet, warnt die Deutsche Umwelthilfe vor einem Rückschritt.
Für die Endphase der Verhandlungen um den Mehrjährigen Finanzrahmen der EU ab 2028 haben große Nettozahler jetzt ihre Pflöcke eingeschlagen: Hunderte Milliarden sollen aus der Planung der EU-Kommission gestrichen werden – in allen Bereichen. Welche Titel wie stark betroffen sein könnten, ist offen. Dass auch die GAP tangiert wird, ist nicht ausgeschlossen.
Selbst für Erwerbstätige wird der Lebensmitteleinkauf in der teuersten Stadt der Welt zunehmend zu einer finanziellen Zerreißprobe. Bürgermeister Mamdani will mit fünf subventionierten Supermärkten in den ärmsten Stadtvierteln gegensteuern. Ob das Konzept in Deutschland funktionieren könnte, ist unklar. Auch weil hierzulande Daten zur Ernährungsarmut fehlen.
In einer ausführlichen Stellungnahme hat sich die EU-Kommission zum Tierhaltungskennzeichnungsgesetz geäußert. Damit ist die pünktliche Umsetzung der Regelungen zum 1. Januar 2027 sehr unwahrscheinlich geworden – Deutschland soll nämlich ordentlich nachbessern.
Dem Unmut möchte Finanzminister Klingbeil offenbar zügig ein Ende setzen: Auf Instagram dementiert er, eine Steuer auf zuckerfreie Getränke erheben zu wollen. Unterdessen kursiert schon das nächste nicht geeinte Papier aus seinem Ministerium.
Das Bundesfinanzministerium hat Eckpunkte für eine Zuckersteuer ab 2027 erarbeitet. Das SPD-Ministerium wittert offenbar hohe Einnahmen: Die Pläne gehen deutlich über die Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit hinaus. Widerstand regt sich wieder einmal in der CDU. Zu scheitern droht das Vorhaben in dieser Form aber am Ministerium für Landwirtschaft.
Noch bis Freitag läuft in der Hauptstadt der Mongolei die UN-Konferenz gegen Wüstenbildung (UNCCD). Johann Saathoff, Parlamentarischer Staatssekretär im BMZ, steht an der Spitze der deutschen Delegation. Im Interview erklärt er, worauf es in den Verhandlungen nun ankommt.
Der Urnengang in Sachsen-Anhalt könnte die politischen Kräfteverhältnisse im Land grundlegend verändern. Wenige Tage vor der Wahl liefern sich die Parteien ein enges Rennen – mit der AfD als mögliche stärkste Kraft. Ein Vergleich der Parteiprogramme für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und den ländlichen Raum.
Vom Roman über wissenschaftliche Arbeiten, Sachbücher und einen Podcast bis hin zu einer außergewöhnlichen Dokumentation: Empfehlungen für eine spannende und lehrreiche Lektüre – nicht nur für den ausklingenden Sommer.
Nach seinem Sommerurlaub besucht der Kanzler das Waldbrandgebiet Hürtgenwald in NRW. Verbesserte Schutzmaßnahmen sollen ab morgen im Kabinett besprochen werden. Experten fordern einen Neubeginn bei der Landschaftsplanung und betonen die Dringlichkeit der Wiederherstellungsverordnung.
Taten statt Absichtserklärungen – diese Wendung einzuleiten, hat sich die Exekutivsekretärin der UN-Konferenz gegen Wüstenbildung zur Aufgabe gemacht. Bei der laufenden COP in Ulaanbaatar will sie vor allem das globale Dürremanagement verbessern. Über Rechtsverbindlichkeit müssen allerdings die Vertragsparteien entscheiden, sagt Yasmine Fouad im Interview.
Viele Länder Europas hatten extreme Waldbrände zu bekämpfen. Deren Fläche könnte bis 2100 um bis zu 192 Prozent steigen – so eine Studie. Spezielle Maßnahmen könnten das Ausmaß jedoch deutlich senken.
Aktuell zieht die Teuerung langsamer an, doch für 2027 sehen Prognosen einen sprunghaften Anstieg der Preise im Supermarkt. Derweil ist die Idee eines Deutschlandkorbs versandet; Mehrwertsteuersenkungen sind in der Regierung bislang nicht gewollt. Die Unterstützung für ein solches Instrument in der Bevölkerung könnte allerdings kaum größer sein.
Die Situation um die Straße von Hormus verdeutlicht die Abhängigkeiten im globalen Ernährungssystem, gerade in Westafrika. Ibrahim Hamadou aus dem Niger arbeitet eng mit Landwirt:innen in der Sahelregion zusammen. Er erklärt er, wie sie sich unabhängiger machen und was deutsche Landwirt:innen von ihnen lernen können.
Seit mehr als 20 Jahren kämpft Foodwatch gegen irreführende Versprechen, überzuckerte Produkte und die Macht der Lebensmittelindustrie. Geschäftsführer Chris Methmann fordert strengere Regeln für Werbung, eine Altersgrenze für Energy-Drinks und eine Limosteuer – und erklärt, warum schlechte Ernährung nicht das Versagen Einzelner ist.
Die bevorstehende Novellierung des Düngerechts betrifft nicht nur Betriebe und Ökosysteme an Land. Die Auswirkungen reichen bis in die Meere. Das gilt insbesondere für die Ostsee. Eigentlich müssten die Phosphoreinträge aus Deutschland um die Hälfte sinken.
Intakte Ökosysteme können Hitzewellen abmildern, auf die sich Deutschland künftig jeden Sommer einstellen muss. Doch ausgerechnet das Gesetz zur Stärkung grüner Flächen steckt seit Monaten in der Ressortabstimmung fest. Ein Treffen von Kanzler Merz und Vizekanzler Klingbeil soll die Blockade nun lösen.
In deutschen Kliniken wird Mangelernährung nur selten diagnostiziert. Mit gravierenden Folgen: mehr Komplikationen, längere Krankenhausaufenthalte und sogar eine erhöhte Sterblichkeit. Mit einem verbindlichen Screening will der Gesetzgeber dagegen angehen.
Wegen der Dürre fällt die Ernte diesen Sommer geringer aus. Der Deutsche Bauernverband fordert Hilfen für Dünger und Diesel von der Bundesregierung. Diese versprach, die Direktzahlungen für 2027 aufzustocken. Umweltverbände dagegen verlangen ein Umsteuern in der Landwirtschaftspolitik. Das Potenzial für den Klimaschutz ist riesig, schreibt der Weltklimarat.
Bundesweit sollen die trockengelegten Moore in den kommenden 20 Jahren fast vollständig wiedervernässt werden. Doch im aktuellen Dürresommer drängt sich die Frage auf: Haben wir dafür überhaupt genug Wasser? Die Frage lässt sich für die meisten Regionen in Deutschland mit ja beantworten. Aber trotzdem gibt es Hindernisse.
Angesichts von Dürre und Ernteausfällen stellen Verbände der Öko-Landwirtschaft die Systemfrage: Jetzt sei die Zeit für Anpassungen an den Klimawandel, die die Landwirtschaft auf Dauer widerstandsfähiger machten. Der Deutsche Bauernverband dagegen fordert Soforthilfen und Steuererleichterungen für Diesel.