In deutschen Kliniken wird Mangelernährung nur selten diagnostiziert. Mit gravierenden Folgen: mehr Komplikationen, längere Krankenhausaufenthalte und sogar eine erhöhte Sterblichkeit. Mit einem verbindlichen Screening will der Gesetzgeber dagegen angehen.
Wegen der Dürre fällt die Ernte diesen Sommer geringer aus. Der Deutsche Bauernverband fordert Hilfen für Dünger und Diesel von der Bundesregierung. Diese versprach, die Direktzahlungen für 2027 aufzustocken. Umweltverbände dagegen verlangen ein Umsteuern in der Landwirtschaftspolitik. Das Potenzial für den Klimaschutz ist riesig, schreibt der Weltklimarat.
Bundesweit sollen die trockengelegten Moore in den kommenden 20 Jahren fast vollständig wiedervernässt werden. Doch im aktuellen Dürresommer drängt sich die Frage auf: Haben wir dafür überhaupt genug Wasser? Die Frage lässt sich für die meisten Regionen in Deutschland mit ja beantworten. Aber trotzdem gibt es Hindernisse.
Angesichts von Dürre und Ernteausfällen stellen Verbände der Öko-Landwirtschaft die Systemfrage: Jetzt sei die Zeit für Anpassungen an den Klimawandel, die die Landwirtschaft auf Dauer widerstandsfähiger machten. Der Deutsche Bauernverband dagegen fordert Soforthilfen und Steuererleichterungen für Diesel.
Im Südharz entsteht eine große Wildnisfläche mit alten Buchen. Studien zeigen, dass alte Wälder weiterhin Kohlenstoff speichern – zugleich verweisen Forstwissenschaftler auf die Klimaschutzwirkung bewirtschafteter und verjüngter Bestände. Der Streit über den richtigen Umgang mit Wäldern ist damit nicht beendet.
Der neue Vizechef der Unionsfraktion für Klima und Umwelt, Klaus Mack, will kommunale Erfahrungen beim Klimaschutz in die Bundespolitik einbringen. Im Interview spricht er über die Idee, Klimaanpassung zur Gemeinschaftsaufgabe zu machen, und erklärt, warum Deutschland es aus seiner Sicht beim Naturschutz übertreibt.
Viel Aufmerksamkeit wird sich in den kommenden zwei Wochen auf das am dünnsten besiedelte Land der Erde richten. Die Mongolei ist Gastgeberin der UN-Konferenz gegen Wüstenbildung. Im Mittelpunkt stehen Rangelands und Hirtenvölker. Außerdem verhandeln die Vertragsstaaten über ein Dürreprotokoll.
Die deutsche Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung stößt auf Widerstand: Waldbesitzer und Holzindustrie warnen vor unsicheren Vorgaben, einem fehleranfälligen Meldesystem und Sanktionen, die Unternehmen bis an den Rand ihrer Existenz bringen könnten. Die Bundesregierung verweist auf geplante Erleichterungen für die Praxis.
Das Landwirtschaftsministerium muss sich gleich an zwei Fronten mit Kritik an seiner Pflanzenschutzpolitik auseinandersetzen: Der wissenschaftliche Beirat des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz bemängelt, dass der Einsatz von Pestiziden seit Jahren kaum zurückgeht. Zugleich fehlt bislang eine systematische Erfassung, welche Mittel ausgebracht werden.
Trotz Recycling produzieren die Menschen immer mehr Abfall. Nun gelten in der EU neue Regeln, allerdings mit langen Übergangsfristen und vielen Ausnahmen. Umweltorganisationen kritisieren mangelnde Müllvermeidung.
Deutschland verfehlt seine Klimaziele im Landnutzungssektor nach wie vor mit Ansage. Das Bundesumweltministerium will deshalb das „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ in einer neuen Fassung vorlegen – als ANK 2.0. Doch in dem Entwurf werden Maßnahmen versprochen, die andere Bundesressorts längst abgelehnt haben.
Der integrierte Pflanzenschutz soll den Einsatz chemisch-synthetischer Mittel begrenzen. Eine Stellungnahme für das Bundeslandwirtschaftsministerium kommt jedoch zu einem ernüchternden Ergebnis: Seit der Verankerung des Prinzips im Pflanzenschutzgesetz ist keine Trendwende erkennbar. Im Interview erklärt der Ökotoxikologe Carsten Brühl, was zu tun wäre.
Am Mittwoch lädt das BMLEH zum Runden Tisch zur Schweinehaltung. Bayern hat mit der Möglichkeit für Steuererleichterungen vorgelegt, nun ist Berlin am Zug. Background hat vorab mit Torsten Staack, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands, darüber gesprochen, welche Maßnahmen der Branche akut helfen würden.
Immer weniger Wirkstoffe, drohende Resistenzen und ein Zulassungssystem, das kaum noch hinterherkommt: Mark Winter, neuer Geschäftsführer des Industrieverbands Agrar (IVA), warnt vor Engpässen beim Pflanzenschutz. Im Gespräch erklärt er, warum Landwirte beim Anlegen von Habitaten auf ihren Flächen unterstützt werden müssen.
Per Verwaltungsvorschrift will das BMLEH Erleichterungen bei der EU-Anti-Entwaldungsverordnung verankern. Ein Gros der Waldbesitzer soll künftig auf Geodaten verzichten und Sammelerklärungen abgeben können. Während die Branche stattdessen eine Verankerung im Durchführungsgesetz fordert, mahnt der WWF einmal mehr die kosten der Ausnahmeregelungen an.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung, das Max Rubner-Institut und das Bundeszentrum für Ernährung sollen fusionieren. Während der Wissenschaftsrat schon vor einigen Jahren Umstrukturierungen empfahl, reagieren Stakeholder gespalten: NGOs befürchten einen Abbau beim Verbraucherschutz, ein Landbesitzerverband fordert Konsolidierungen auch im Umweltressort.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium will zusätzliche EU-Mittel für 2027 in Höhe von gut 700 Millionen Euro zum großen Teil in die nächste Förderperiode verschieben. Der Rest soll über höhere Flächenprämien an die Betriebe ausgezahlt werden. Umweltverbände kritisieren, dass für Agrarumweltmaßnahmen nur das gesetzliche Minimum vorgesehen ist.
Ägypten ist geradezu vernarrt in Megaprojekte in der Wüste. Sie sollen Allheilmittel sein bei der rasant wachsenden Bevölkerung und immer knapper werdendem Wasser. Neuestes Beispiel: das „New Delta“. Ist das Projekt eine Fata Morgana im „Traum von der Moderne“.
Seit Juli gibt es EU-weite Zertifizierungsregeln für Carbon Farming, bald könnten sie greifen. Die Kommission feiert klare Standards, doch Kritik kommt von allen Seiten: Umweltorganisationen fürchten Schlupflöcher, Bauernverbände klagen über hohe Hürden, Zertifizierer monieren Schwachstellen.
Pflanzlich, nachhaltig – und billiger: Laut einer neuen Studie könnten Zweipersonenhaushalte in Deutschland bis zu 1.315 Euro im Jahr sparen, wenn einkaufen, wie es die Planetary Health Diet empfiehlt. Gleichzeitig ließen sich Hunderttausende vorzeitige Todesfälle vermeiden. Aber es gibt Skepsis, ob die Vision Realität werden kann.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium schließt nationale Koexistenzmaßnahmen für NGT-1-Pflanzen aus. Die EU-Verordnung sei vollharmonisierend und lasse somit keinen Spielraum. Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik beharrt dennoch auf einer abweichenden Rechtsauslegung, die Möglichkeiten für nationale Schutzregeln zum gentechnikfreien Anbau einräumt.
Die Schilf-Glasflügelzikade überträgt gefährliche Bakterien auf Zuckerrüben und Kartoffeln. Während die Forschung die Ursachen und Mechanismen des Befalls analysiert, sucht die Landwirtschaft nach kurzfristig wirksamen Maßnahmen gegen die wachsenden Ernteverluste.
Qualität statt Masse - liegt hochwertiges Fleisch im Trend? Transparente Produktion, Tierwohl und regionale Qualität sollen Vertrauen zurückgewinnen. Auch Agrarminister Rainer sagt: Weniger ist mehr.
Ab 2028 sollen die Lockerungen der EU-Gentechnikreform für NGT-1-Pflanzen in der Praxis gelten. Ein neues Rechtsgutachten kommt aber zu dem Schluss, dass Deutschland Genpflanzen auch dann noch umfassend regulieren kann: Die bislang geltenden Koexistenzregeln zu Standortregister, Informations- und Abstandsregeln sowie Haftung bleiben demnach anwendbar.
Der europaweite Kampf gegen die Feuer in Spanien und Frankreich wird in einem Notfallzentrum in Brüssel koordiniert. Die Aussichten für diesen Sommer sind eher düster.
Die Öko-Regelungen der EU-Agrarpolitik werden immer stärker angenommen, doch die Bundesregierung streicht weitere Programme. Der Naturschutzbund Deutschland sieht darin einen Widerspruch. Das Bundeslandwirtschaftsministerium rechtfertigt sein Vorgehen mit einem Wunsch der Länder.
Nach der Verabschiedung von EEG und Netzpaket im Kabinett hagelt es Kritik aus der Landwirtschaft und von Umweltverbänden. Sie warnen vor dem Abbau erneuerbarer Energien – ausgerechnet in Zeiten steigender Energiepreise und Klimaextreme. Wunde Punkte sind der Windpachtdeckel, die magere Biogasförderung und die Agri-PV.
In Europa brennen bereits so große Flächen wie nie zuvor – und die eigentliche Waldbrandsaison hat noch gar nicht begonnen. Europas Löschflugzeugflotten sind überaltert, Ersatzteile knapp und neue Maschinen erst in einigen Jahren verfügbar. Start-ups wittern deshalb ihre Chance: Sie rüsten bestehende Flugzeuge um oder entwickeln neue Löschflieger.
Wer seinen Stall für mehr Tierwohl umrüstet oder eine Biogasanlage flexibler macht, soll künftig keine Umweltverträglichkeitsprüfung mehr beantragen müssen. Ein Referentenentwurf des Bundesumweltministeriums sieht entsprechende Ausnahmen vor – mit Grenzen für Industriebetriebe.
Bei den Löscharbeiten in den Waldbrandgebieten in Frankreich und Spanien unterstützt die EU die betroffenen Staaten mit Flugzeugen, Feuerwehrleuten und Daten. Immer wichtiger wird die Prävention. Deutschlands Umweltminister Carsten Schneider drängt auf den Umbau der Wälder von Monokulturen in klimastabilere Mischwälder.
Angereicherte Grundnahrungsmittel könnten Milliarden Menschen vor Mangelernährung schützen. Davon ist die Gates Foundation überzeugt. Leonie Vierck koordiniert dort die Programme zur Nahrungsmittelanreicherung und erklärt, was hinter dem Konzept steckt, und wo die Grenzen einer privaten Stiftung als entwicklungspolitischer Akteur liegen.
Wie können Wälder besser vor Feuer geschützt werden? Diese Frage stellt sich in der laufenden Waldbrandsaison wieder häufiger. Beim genaueren Hinschauen gibt es einige Zielkonflikte und oft keine eindeutige Lösung. Aus einem weiten Spektrum an Maßnahmen müssen standortgerechte Konzepte zusammengestellt werden.
Die Ewigkeitschemikalie TFA findet sich inzwischen fast überall im deutschen Grundwasser und kann dort kaum entfernt werden. Nun verschärft die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit ihre gesundheitliche Bewertung. Das könnte auch für fluorierte Pflanzenschutzmittel Konsequenzen haben.
60 Millionen Euro Sonderhilfen für Dünger sollen aus Brüssel in deutsche Betriebe fließen. Doch wie die Auszahlung laufen soll, ist weiter offen. Die von der EU-Kommission angeregte Kopplung an GAP-Direktzahlungen halten nicht nur der Raiffeisenverband und der Zentralverband Gartenbau für fehlgeleitet. Dass es anders geht, zeigt ein Blick nach Frankreich.
2025 hungerten weltweit etwas weniger Menschen als in den vorangegangenen fünf Jahren. Doch die Folgen des Klimawandels und geopolitische Konflikte lassen nicht darauf hoffen, dass Lebensmittel günstiger und besser verfügbar werden. Weit entfernt bleibt das Ziel, den Hunger bis 2030 zu besiegen. In Gaza und im Sudan herrscht sogar Hungernot.
Der Referentenentwurf für das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz stößt bei Verbänden und Abgeordneten auf breite Ablehnung. Bioenergie-Branche, Landeigentümer und Grüne kritisieren geplante Kürzungen bei Ausschreibungsvolumina, einen Pachtdeckel für Windkraftflächen und die Absenkung der Agri-PV-Förderung.
Mit sinkenden Grundwasserpegeln tauchen in Deutschland zunehmend Nutzungskonflikte ums Wasser auf. Bald sollen Leitlinien kommen, die bei Wasserknappheit Klarheit bringen sollen, wer Vorrang bei der Nutzung hat. Die Getränkewirtschaft fühlt sich nicht ausreichend berücksichtigt.
Der Wissenschaftliche Beirat für Natürlichen Klimaschutz fordert Nachbesserungen am NatIf-Entwurf. Das überragende öffentliche Interesse für Naturschutzgebiete und Moorwiedervernässung werde zu stark eingeschränkt. Außerdem mahnt der Beirat, die im Gesetz vorgesehenen Naturgutschriften hätten Missbrauchspotenzial.
Die EU-Kommission will die Abhängigkeit von fossilen Energien mit einem Electrification Action Plan verringern. Geplant ist unter anderem eine Reform der Energiebesteuerung, um den Preisabstand zu Gas zu verkleinern. Für die Lebensmittelindustrie mit viel Prozesswärme dürfte vor allem die Höhe der Investitionskosten über die Umsetzung entscheiden.
Bei SKW Piesteritz in Sachsen-Anhalt geben sich hochrangige Politiker die Klinke in die Hand. Dahinter steckt weit mehr als ein Interesse an der Herstellung von Dünger.
Müssen Behörden Daten zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln offenlegen oder endet der Informationsanspruch, wenn Ehrenamtliche ins Visier geraten? Ein Gericht hat dazu zwei gegensätzliche Urteile gefällt – und eine Debatte über die Grenzen des Umweltinformationsrechts und die Instrumentalisierung von Auskunftsansprüchen entfacht.
Die EU-Kommission sieht die Nitratrichtlinie weiterhin als wirksames Instrument zum Schutz von Gewässern und Trinkwasser, verweist aber auf anhaltend hohe Nitratbelastungen, auch in Deutschland. Während Umweltverbände strengere Kontrollen fordern, kritisiert der Dachverband Copa-Cogeca, die Evaluierung enthalte zu wenig Vorschläge für die Praxis.
Das BMLEH will Landwirte und Verwaltung von überflüssiger Bürokratie befreien – und kippt mit Rückenwind des Kabinetts zwei seit Jahren geplante Öko-Regelungen für Weideviehhaltung und Biotopverbünde. Umweltverbände wie Grüne sprechen von Wortbruch und auch der SPD scheint bei dem Vorhaben nicht ganz wohl zu sein.
Während Wirtschaftsministerin Reiche auf kanadisches Flüssiggas setzt, zeigt eine neue Studie: Heimisches Bio-LNG aus Gülle, Mist und Haushaltsabfällen könnte den Schwerlastverkehr klimafreundlicher machen. Doch komplizierte Regularien, fehlende Förderung und Wettbewerbsnachteile hemmen die deutsche Branche massiv.
In der Erntesaison 2026 hat Russland seine Taktik geändert. Drohnen setzen in ukrainischen Frontregionen Felder in Brand und zerstören Maschinen, noch bevor die Ernte eingeholt werden kann. Betriebe verlieren ihre Existenzgrundlage, die Aussaaten für 2027 sind gefährdet.
Beim EU-Fahrplan für Nature Credits soll eine Sachverständigengruppe ihr Wissen einbringen. Nach den ersten Treffen ist aber weiter unklar, wie viel ihr Input am Ende zählt. Zweifel bleiben, ob Naturgutschriften die Finanzierungslücke beim Biodiversitätsschutz schließen können.
Einige der vielen Tagesordnungspunkte der letzten Bundesratssitzung vor der Sommerpause betrafen Agrar- und Waldthemen. Die Länder positionierten sich zur GAP ab 2028 und zu PV-Anlagen im Wald. Durchgewunken haben sie das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz und das Infrastruktur-Zukunftsgesetz.
Die Marktlage belastet die landwirtschaftlichen Betriebe, Brüssel ringt um die Zukunft der GAP und Berlin spart. Für DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet kommt das zur Unzeit. Im Interview kritisiert sie fehlende Entlastungssignale der Bundesregierung, fordert Investitionen statt Kürzungen und macht klar: Versorgungssicherheit gibt es nicht zum Sparpreis.
Das Europaparlament hat den Plan gestoppt, Soja als Hoch‑ILUC‑Rohstoff zu bewerten. 388 Abgeordnete legten ihr Veto ein. Streitpunkt: fehlende geografische Differenzierung und Zweifel an der Datengrundlage. Die Kommission warnt vor Sanktionen, NGOs sehen den Klimaschutz verschleppt. Ein Agrar-Thinktank sieht einen Weg nach vorn.
„Zukunft Gas“ und die „Biomethan Taskforce“: Für Bioenergieunternehmen tauchen momentan immer wieder neue Interessensvertretungen auf. Teilweise ziehen die Organisationen an einem Strang, doch es gibt gegenläufige Positionen. Wie es zum Flickenteppich der Sichtweisen kommt, zeigt der Blick auf die Akteure hinter den Lobbygruppen.
Der Referentenentwurf zum Gesetz für die Stärkung der Natürlichen Infrastruktur könnte in vielen Branchen für Aufatmen sorgen: Der Bestandsschutz soll auf die Planungsphase von Infrastrukturprojekten ausgeweitet werden. Das Ziel, die Natürliche Infrastruktur weiter auszubauen, entfällt.
Die EU-Kommission will noch in diesem Jahr ein Gesetz für die Haltung von Legehennen und Hähnen vorlegen. 2027 soll ein Vorschlag für die Schweinehaltung folgen. Bauernverband und Tierschützer bewerten die Strategie sehr unterschiedlich.
Noch erfüllt die Landwirtschaft ihre Klimaziele. Doch der Erfolg beruht bislang vor allem auf sinkenden Tierbeständen. Nach 2030 droht der Emissionsrückgang zu stagnieren. Neue Förderprogramme zielen deshalb erstmals auf einzelbetriebliche Klimaschutzmaßnahmen.
Die umkämpfte Green Claims Richtlinie ist in der Brüsseler Versenkung verschollen, nicht so die eng verwandte EmpCo-Richtlinie. Ab Ende September gelten EU-weit strengere Regeln für grüne Werbeversprechen. Die Lebensmittelbranche bangt: Müssen abgemahnte Hersteller bald massenweise Produkte vernichten?
Agrar- und Umweltausschuss im EU-Parlament beraten erstmals über den hochbrisanten Teil des Lebens- und Futtermittel-Omnibus: Dabei geht der Berichtsentwurf mit schrumpfendem Spielraum für Mitgliedstaaten, gelockerten Regeln für bedenkliche Wirkstoffe und weniger doppelte Böden deutlich weiter als die Vorlage der Kommission. NGOs und Forschende warnen.
Das mögliche Ende des Netzzugangs für Biomethananlagen nach nur zehn Jahren hängt weiter wie ein Damoklesschwert über der Branche. Für einen Kompromiss, der die Interessen von Netzbetreibern und Erzeugern ausgleichen soll, endete am Freitag die Frist für Stellungnahmen. Das Landvolk drängte am gleichen Tag auf höhere Ausschreibungsmengen für Biogas im EEG.
Die Kommission will mehr Spielraum für Gärreste als Düngemittel. Doch auf einem Brüsseler Fachfrühstück warnten Wissenschaft, Wasserwirtschaft und Juristen: Schon die geltenden Nitratregeln greifen zu kurz – besonders in Deutschland.
Die Koalition hat sich auf 34 Punkte für Wirtschaftsreformen geeinigt – von Bürokratieabbau bis zu neuen Arbeitsmarktregeln. Gastgewerbe und Handel reagieren verhalten positiv, Gewerkschaften und Linke sprechen von einem Angriff auf Beschäftigtenrechte. Antworten auf zentrale Fragen zu Arbeitszeit und Minijobs wurden verschoben.
Das globale Ernährungssystem steht durch Kriege, Konflikte und Klimawandel unter Druck. Die Tierhaltung ist dabei besonders verletzlich, meinen Forschende aus Oxford und Potsdam. Sie sehen pflanzenbasierte Ernährung als Schlüssel zu mehr Resilienz und machen Vorschläge, was die Politik tun müsste.
Bei der Videoüberwachung in Schlachthöfen und beim Düngegesetz hat das Bundeskabinett am Mittwoch auf Forderungen des Bundesrates reagiert. In einigen Punkten zeigt sich die Regierung kompromissbereit – in anderen besteht sie auf ihrer Linie.
Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die novellierte Biomasseverordnung beschlossen. Sie schränkt die Förderung der Stromerzeugung aus Holz ein. Holzwirtschaft und Naturschützer sind gleichermaßen unzufrieden, wenn auch aus gegensätzlichen Gründen.
Die EU-Wiederherstellungsverordnung soll Lebensräume aufwerten, doch für den deutschen Privatwald könnte sie zur Falle werden, meint Andreas Bitter, Präsident des Waldeigentümerverbands AGDW. Er beschreibt, warum bis zu vier Millionen Hektar Privatwald betroffen sein könnten und warum das Konzept der Lebensraumtypen dem Klimawandel nicht gewachsen ist.
Bereits bekannt sind die Vorschläge von Norbert Lins zur GAP ab 2028, nun sind sie Thema im Agrarausschuss des EU-Parlaments. Für die Debatte dort sind die Reaktionen hierzulande wohl ein guter Vorgeschmack. Dass bei den Direktzahlungen und der Kappung eine Lösung gefunden wird, mit der alle zufrieden sind, ist bisher jedenfalls schwer vorstellbar.
Migrantische Landarbeiter:innen in Deutschland sind bei Hitzewellen besonders gefährdet, denn der Arbeitsdruck ist hoch und die Möglichkeit, Schutz einzufordern, gering. Forscherin Larissa Nenning spricht sich für härtere Kontrollen und spürbare Sanktionen aus.