In Europa brennen bereits so große Flächen wie nie zuvor – und die eigentliche Waldbrandsaison hat noch gar nicht begonnen. Europas Löschflugzeugflotten sind überaltert, Ersatzteile knapp und neue Maschinen erst in einigen Jahren verfügbar. Start-ups wittern deshalb ihre Chance: Sie rüsten bestehende Flugzeuge um oder entwickeln neue Löschflieger.
Wer seinen Stall für mehr Tierwohl umrüstet oder eine Biogasanlage flexibler macht, soll künftig keine Umweltverträglichkeitsprüfung mehr beantragen müssen. Ein Referentenentwurf des Bundesumweltministeriums sieht entsprechende Ausnahmen vor – mit Grenzen für Industriebetriebe.
Bei den Löscharbeiten in den Waldbrandgebieten in Frankreich und Spanien unterstützt die EU die betroffenen Staaten mit Flugzeugen, Feuerwehrleuten und Daten. Immer wichtiger wird die Prävention. Deutschlands Umweltminister Carsten Schneider drängt auf den Umbau der Wälder von Monokulturen in klimastabilere Mischwälder.
Angereicherte Grundnahrungsmittel könnten Milliarden Menschen vor Mangelernährung schützen. Davon ist die Gates Foundation überzeugt. Leonie Vierck koordiniert dort die Programme zur Nahrungsmittelanreicherung und erklärt, was hinter dem Konzept steckt, und wo die Grenzen einer privaten Stiftung als entwicklungspolitischer Akteur liegen.
Wie können Wälder besser vor Feuer geschützt werden? Diese Frage stellt sich in der laufenden Waldbrandsaison wieder häufiger. Beim genaueren Hinschauen gibt es einige Zielkonflikte und oft keine eindeutige Lösung. Aus einem weiten Spektrum an Maßnahmen müssen standortgerechte Konzepte zusammengestellt werden.
Die Ewigkeitschemikalie TFA findet sich inzwischen fast überall im deutschen Grundwasser und kann dort kaum entfernt werden. Nun verschärft die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit ihre gesundheitliche Bewertung. Das könnte auch für fluorierte Pflanzenschutzmittel Konsequenzen haben.
60 Millionen Euro Sonderhilfen für Dünger sollen aus Brüssel in deutsche Betriebe fließen. Doch wie die Auszahlung laufen soll, ist weiter offen. Die von der EU-Kommission angeregte Kopplung an GAP-Direktzahlungen halten nicht nur der Raiffeisenverband und der Zentralverband Gartenbau für fehlgeleitet. Dass es anders geht, zeigt ein Blick nach Frankreich.
2025 hungerten weltweit etwas weniger Menschen als in den vorangegangenen fünf Jahren. Doch die Folgen des Klimawandels und geopolitische Konflikte lassen nicht darauf hoffen, dass Lebensmittel günstiger und besser verfügbar werden. Weit entfernt bleibt das Ziel, den Hunger bis 2030 zu besiegen. In Gaza und im Sudan herrscht sogar Hungernot.
Der Referentenentwurf für das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz stößt bei Verbänden und Abgeordneten auf breite Ablehnung. Bioenergie-Branche, Landeigentümer und Grüne kritisieren geplante Kürzungen bei Ausschreibungsvolumina, einen Pachtdeckel für Windkraftflächen und die Absenkung der Agri-PV-Förderung.
Mit sinkenden Grundwasserpegeln tauchen in Deutschland zunehmend Nutzungskonflikte ums Wasser auf. Bald sollen Leitlinien kommen, die bei Wasserknappheit Klarheit bringen sollen, wer Vorrang bei der Nutzung hat. Die Getränkewirtschaft fühlt sich nicht ausreichend berücksichtigt.
Der Wissenschaftliche Beirat für Natürlichen Klimaschutz fordert Nachbesserungen am NatIf-Entwurf. Das überragende öffentliche Interesse für Naturschutzgebiete und Moorwiedervernässung werde zu stark eingeschränkt. Außerdem mahnt der Beirat, die im Gesetz vorgesehenen Naturgutschriften hätten Missbrauchspotenzial.
Die EU-Kommission will die Abhängigkeit von fossilen Energien mit einem Electrification Action Plan verringern. Geplant ist unter anderem eine Reform der Energiebesteuerung, um den Preisabstand zu Gas zu verkleinern. Für die Lebensmittelindustrie mit viel Prozesswärme dürfte vor allem die Höhe der Investitionskosten über die Umsetzung entscheiden.
Bei SKW Piesteritz in Sachsen-Anhalt geben sich hochrangige Politiker die Klinke in die Hand. Dahinter steckt weit mehr als ein Interesse an der Herstellung von Dünger.
Müssen Behörden Daten zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln offenlegen oder endet der Informationsanspruch, wenn Ehrenamtliche ins Visier geraten? Ein Gericht hat dazu zwei gegensätzliche Urteile gefällt – und eine Debatte über die Grenzen des Umweltinformationsrechts und die Instrumentalisierung von Auskunftsansprüchen entfacht.
Die EU-Kommission sieht die Nitratrichtlinie weiterhin als wirksames Instrument zum Schutz von Gewässern und Trinkwasser, verweist aber auf anhaltend hohe Nitratbelastungen, auch in Deutschland. Während Umweltverbände strengere Kontrollen fordern, kritisiert der Dachverband Copa-Cogeca, die Evaluierung enthalte zu wenig Vorschläge für die Praxis.
Das BMLEH will Landwirte und Verwaltung von überflüssiger Bürokratie befreien – und kippt mit Rückenwind des Kabinetts zwei seit Jahren geplante Öko-Regelungen für Weideviehhaltung und Biotopverbünde. Umweltverbände wie Grüne sprechen von Wortbruch und auch der SPD scheint bei dem Vorhaben nicht ganz wohl zu sein.
Während Wirtschaftsministerin Reiche auf kanadisches Flüssiggas setzt, zeigt eine neue Studie: Heimisches Bio-LNG aus Gülle, Mist und Haushaltsabfällen könnte den Schwerlastverkehr klimafreundlicher machen. Doch komplizierte Regularien, fehlende Förderung und Wettbewerbsnachteile hemmen die deutsche Branche massiv.
In der Erntesaison 2026 hat Russland seine Taktik geändert. Drohnen setzen in ukrainischen Frontregionen Felder in Brand und zerstören Maschinen, noch bevor die Ernte eingeholt werden kann. Betriebe verlieren ihre Existenzgrundlage, die Aussaaten für 2027 sind gefährdet.
Beim EU-Fahrplan für Nature Credits soll eine Sachverständigengruppe ihr Wissen einbringen. Nach den ersten Treffen ist aber weiter unklar, wie viel ihr Input am Ende zählt. Zweifel bleiben, ob Naturgutschriften die Finanzierungslücke beim Biodiversitätsschutz schließen können.
Einige der vielen Tagesordnungspunkte der letzten Bundesratssitzung vor der Sommerpause betrafen Agrar- und Waldthemen. Die Länder positionierten sich zur GAP ab 2028 und zu PV-Anlagen im Wald. Durchgewunken haben sie das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz und das Infrastruktur-Zukunftsgesetz.
Die Marktlage belastet die landwirtschaftlichen Betriebe, Brüssel ringt um die Zukunft der GAP und Berlin spart. Für DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet kommt das zur Unzeit. Im Interview kritisiert sie fehlende Entlastungssignale der Bundesregierung, fordert Investitionen statt Kürzungen und macht klar: Versorgungssicherheit gibt es nicht zum Sparpreis.
Das Europaparlament hat den Plan gestoppt, Soja als Hoch‑ILUC‑Rohstoff zu bewerten. 388 Abgeordnete legten ihr Veto ein. Streitpunkt: fehlende geografische Differenzierung und Zweifel an der Datengrundlage. Die Kommission warnt vor Sanktionen, NGOs sehen den Klimaschutz verschleppt. Ein Agrar-Thinktank sieht einen Weg nach vorn.
„Zukunft Gas“ und die „Biomethan Taskforce“: Für Bioenergieunternehmen tauchen momentan immer wieder neue Interessensvertretungen auf. Teilweise ziehen die Organisationen an einem Strang, doch es gibt gegenläufige Positionen. Wie es zum Flickenteppich der Sichtweisen kommt, zeigt der Blick auf die Akteure hinter den Lobbygruppen.
Der Referentenentwurf zum Gesetz für die Stärkung der Natürlichen Infrastruktur könnte in vielen Branchen für Aufatmen sorgen: Der Bestandsschutz soll auf die Planungsphase von Infrastrukturprojekten ausgeweitet werden. Das Ziel, die Natürliche Infrastruktur weiter auszubauen, entfällt.
Die EU-Kommission will noch in diesem Jahr ein Gesetz für die Haltung von Legehennen und Hähnen vorlegen. 2027 soll ein Vorschlag für die Schweinehaltung folgen. Bauernverband und Tierschützer bewerten die Strategie sehr unterschiedlich.
Noch erfüllt die Landwirtschaft ihre Klimaziele. Doch der Erfolg beruht bislang vor allem auf sinkenden Tierbeständen. Nach 2030 droht der Emissionsrückgang zu stagnieren. Neue Förderprogramme zielen deshalb erstmals auf einzelbetriebliche Klimaschutzmaßnahmen.
Die umkämpfte Green Claims Richtlinie ist in der Brüsseler Versenkung verschollen, nicht so die eng verwandte EmpCo-Richtlinie. Ab Ende September gelten EU-weit strengere Regeln für grüne Werbeversprechen. Die Lebensmittelbranche bangt: Müssen abgemahnte Hersteller bald massenweise Produkte vernichten?
Agrar- und Umweltausschuss im EU-Parlament beraten erstmals über den hochbrisanten Teil des Lebens- und Futtermittel-Omnibus: Dabei geht der Berichtsentwurf mit schrumpfendem Spielraum für Mitgliedstaaten, gelockerten Regeln für bedenkliche Wirkstoffe und weniger doppelte Böden deutlich weiter als die Vorlage der Kommission. NGOs und Forschende warnen.
Das mögliche Ende des Netzzugangs für Biomethananlagen nach nur zehn Jahren hängt weiter wie ein Damoklesschwert über der Branche. Für einen Kompromiss, der die Interessen von Netzbetreibern und Erzeugern ausgleichen soll, endete am Freitag die Frist für Stellungnahmen. Das Landvolk drängte am gleichen Tag auf höhere Ausschreibungsmengen für Biogas im EEG.
Die Kommission will mehr Spielraum für Gärreste als Düngemittel. Doch auf einem Brüsseler Fachfrühstück warnten Wissenschaft, Wasserwirtschaft und Juristen: Schon die geltenden Nitratregeln greifen zu kurz – besonders in Deutschland.
Die Koalition hat sich auf 34 Punkte für Wirtschaftsreformen geeinigt – von Bürokratieabbau bis zu neuen Arbeitsmarktregeln. Gastgewerbe und Handel reagieren verhalten positiv, Gewerkschaften und Linke sprechen von einem Angriff auf Beschäftigtenrechte. Antworten auf zentrale Fragen zu Arbeitszeit und Minijobs wurden verschoben.
Das globale Ernährungssystem steht durch Kriege, Konflikte und Klimawandel unter Druck. Die Tierhaltung ist dabei besonders verletzlich, meinen Forschende aus Oxford und Potsdam. Sie sehen pflanzenbasierte Ernährung als Schlüssel zu mehr Resilienz und machen Vorschläge, was die Politik tun müsste.
Bei der Videoüberwachung in Schlachthöfen und beim Düngegesetz hat das Bundeskabinett am Mittwoch auf Forderungen des Bundesrates reagiert. In einigen Punkten zeigt sich die Regierung kompromissbereit – in anderen besteht sie auf ihrer Linie.
Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die novellierte Biomasseverordnung beschlossen. Sie schränkt die Förderung der Stromerzeugung aus Holz ein. Holzwirtschaft und Naturschützer sind gleichermaßen unzufrieden, wenn auch aus gegensätzlichen Gründen.
Die EU-Wiederherstellungsverordnung soll Lebensräume aufwerten, doch für den deutschen Privatwald könnte sie zur Falle werden, meint Andreas Bitter, Präsident des Waldeigentümerverbands AGDW. Er beschreibt, warum bis zu vier Millionen Hektar Privatwald betroffen sein könnten und warum das Konzept der Lebensraumtypen dem Klimawandel nicht gewachsen ist.
Bereits bekannt sind die Vorschläge von Norbert Lins zur GAP ab 2028, nun sind sie Thema im Agrarausschuss des EU-Parlaments. Für die Debatte dort sind die Reaktionen hierzulande wohl ein guter Vorgeschmack. Dass bei den Direktzahlungen und der Kappung eine Lösung gefunden wird, mit der alle zufrieden sind, ist bisher jedenfalls schwer vorstellbar.
Migrantische Landarbeiter:innen in Deutschland sind bei Hitzewellen besonders gefährdet, denn der Arbeitsdruck ist hoch und die Möglichkeit, Schutz einzufordern, gering. Forscherin Larissa Nenning spricht sich für härtere Kontrollen und spürbare Sanktionen aus.
Das geplante Gesetz zum Schutz der natürlichen Infrastruktur ist in der Koalition stark abgeschwächt worden. Ein Vergleich des neuen Entwurfs mit dem Erstentwurf vom März zeigt: Die Union hat sich in zentralen Punkten durchgesetzt. Für die Landwirtschaft soll es Erleichterungen beim Stallneubau geben.
Der Oberste Gerichtshof der USA hat im milliardenschweren Rechtsstreit über den Unkrautvernichter Glyphosat ein wegweisendes Urteil zugunsten von Bayer gefällt. Der Supreme Court entschied am Donnerstag, dass bei Warnhinweisen auf Pestiziden das Bundesrecht Vorrang vor den Gesetzen der einzelnen Bundesstaaten hat.
Um die EU-Finanzmittel für die Zeit von 2028 bis 2034 ging es bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag in Berlin. Die Regierungschefs der Länder fassten Beschlüsse zur GAP und zum MFR. Aus dem Protokoll geht hervor, dass noch viel Arbeit vor Bund und Ländern liegt.
Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab August 2026 wächst der Druck auf Kommunen und Schulen, ein verlässliches Mittagessen anzubieten. Fachleute warnen vor ungeklärten Zuständigkeiten, Personalmangel und Finanzierungsproblemen. Jetzt müssten Planung, Vergabe und Qualitätsstandards vorbereitet werden.
Der EU-Haushalt und die neue GAP stehen heute im Mittelpunkt der Ministerpräsidentenkonferenz. Während sich die Länder einen stabilen Agrarhaushalt wünschen, will die Bundesregierung im Gesamthaushalt sparen. Auch das Streitthema Kappung und Degression ist noch nicht gelöst. Eine neue Studie zeigt die Folgen GAP-Pläne für den Ökolandbau.
Die Koalition hat sich auf das Infrastruktur-Zukunftsgesetz geeinigt und will es am Freitag durch den Bundestag bringen. Während Union und SPD die Planungsbeschleunigung feiern, hat es das Gesetz zur natürlichen Infrastruktur am Mittwoch nicht ins Kabinett geschafft.
Morgen endet die Frist für Stellungnahmen zum nationalen Plan für die EU-Wiederherstellungsverordnung. Jan-Niclas Gesenhues erklärt, warum er lieber vom „Renaturierungsgesetz“ spricht, weshalb die Wirtschaft die Natur braucht und was die Grünen während ihrer Regierungszeit falsch gemacht haben.
Die EU-Kommission will die Tierhaltung in Europa unterstützen, damit Extremwetter oder Seuchen sie weniger hart treffen, heißt es in einem Entwurf der Nutztierstrategie. Erleichterungen stellt die Strategie in Bezug auf die Nitratrichtlinie in Aussicht. Käfighaltung und Kastenstand bekommen (noch) kein Enddatum.
Die Europäische Umweltagentur sieht in einer breiteren Proteinversorgung einen Schlüssel für mehr Nachhaltigkeit, Resilienz und Ernährungssicherheit. Parallel arbeitet die EU-Kommission an ihrem Proteinplan, der sich allmählich konkretisiert. Branchenvertreter begrüßen die Richtung, vermissen aber einen klaren Finanzierungsrahmen.
Union und SPD ringen weiter um Umweltminister Carsten Schneiders Gesetz zum Schutz der grünen Infrastruktur. Schon jetzt zeichnen sich Änderungen am Entwurf ab. So soll zum Beispiel das überragende öffentliche Interesse für Naturschutzflächen eingeschränkt werden. Umweltverbände sind besorgt.
Schwankende Erträge sind für Landwirte keine ungewohnte Sache. Gerade schlagen aber mehrere ungünstige Faktoren hart durch. Die generellen Geschäftsaussichten sind gerade schwer eingetrübt – nicht nur für Getreide, wie es vor dem Bauerntag heißt.
Das geplante Abkommen über sanitäre und phytosanitäre Maßnahmen soll den Agrar- und Lebensmittelhandel über den Ärmelkanal erleichtern: keine Kontrollen, keine Zertifikatspflichten mehr. Eine politische Einigung steht kurz bevor. Der Preis ist regulatorische Bindung. Die Briten müssten EU-Recht dauerhaft übernehmen, vor allem bei NGT-Pflanzen.
Bärbel Bas will das Arbeitszeitgesetz reformieren, doch ihr Entwurf kommt schlecht an. Denn die Wochenarbeitszeit soll nur tarifgebundenen Betrieben zugutekommen. Verbände wie der Dehoga sprechen von Koalitionsbruch und bezweifeln, dass Gewerkschaften überhaupt mitspielen würden.
Die Bonner Zwischenverhandlungen für die UN-Klimakonferenz in der Türkei sind ohne großen Durchbruch zu Ende gegangen. Dabei verschärft sich die Lage: Die Klimakrise beschleunigt sich, die Zahl der Hungernden wächst. Fortschritte gab es bei der Vermeidung von Methan – aber wohl nur im Abfallsektor. Die Landwirtschaft bleibt ausgeklammert.
Deutschland hat ambitionierte Umweltziele. Doch zwischen Gesetz und Wirklichkeit klafft eine Lücke. Das stellt der Sachverständigenrat für Umweltfragen in einem Sondergutachten fest, das heute erscheint. Beispiels sind das Düngerecht und die Natura-2000-Gebiete.
Das EU-Parlament hat die Gentechnikreform bestätigt: Ab Mitte 2028 entfällt für die meisten NGT-Pflanzen und -Produkte die Kennzeichnungspflicht, Patente auf Saatgut werden möglich. Während Befürworter von Innovation sprechen, kritisieren NGOs und Bio-Verbände fehlende Transparenz und mögliche Monopole. Es dürfte Klagen folgen – mit guten Chancen.
Obwohl Millionen Menschen hierzulande von struktureller Ernährungsarmut betroffen sind, wird das Problem politisch und medial oft kleingeredet oder individualisiert, hieß es am Mittwoch in einem Webinar. Gleichzeitig ersetzt ehrenamtliche Hilfe zunehmend die staatliche Verantwortung. Welche Maßnahmen wirklich wirksam wären.
Samen von regionalen Sorten sollen künftig EU-weit gehandelt werden können. Das ist die gute Nachricht aus dem Trilog zur Saatgutverordnung. Gleichzeitig werden enge Grenzen für den Tausch unter Landwirten gesetzt. Erhebliche Dokumentationspflichten dürften vor allem kleine Betriebe belasten.
Der drohende Handelskrieg scheint abgewendet. Das Europarlament spricht sich für den umstrittenen Deal mit den USA aus – will aber Nachbesserungen.
Nach den neuesten Zahlen des Nährstoffberichts für Niedersachsen bleibt das Erreichen der EU-Ziele für den Gewässerschutz im Bundesland utopisch. Moderne, effiziente Techniken bei der Düngung haben die Werte kaum verbessert. Wieder einmal zeigt sich die Dringlichkeit einer Düngerechtsnovelle.
Die Bundesregierung arbeitet an einer Neuausrichtung der Ernährungsvorsorge. Geplant ist ein dezentraler Vorrat an haltbaren, sofort verzehrbaren Lebensmitteln, der bestehende Bundesreserven ergänzt. Handel und Industrie sollen unterstützen, sie fordern aber klare Regeln zu Finanzierung, Haftung und Zuständigkeiten.
Eine Anpassung des Düngerechts steht wegen neuer Erkenntnisse des Julius-Kühn-Instituts bevor. Die Anpassung der Bedarfswerte für Stickstoff ist aber umstritten. Der Deutsche Bauernverband stellt deutliche Verbesserungen beim Gewässerschutz fest, während der Agrarwissenschaftler Friedhelm Taube seine Kritik von 2018 bestätigt sieht.
Zwei wichtige agrarpolitische Vorhaben der Bundesregierung sollen den Gewässer- und den Tierschutz verbessern. Im Bundesrat wurde deutlich, was die Länder über die Umsetzung denken. Insbesondere beim Düngegesetz gab die Länderkammer ein klares Statement ab.
Bundestag und Bundesrat befassen sich am heutigen Freitag mit dem Düngegesetz. In die Debatte, die bisher um die Abschaffung der Stoffstrombilanz kreiste, tritt ein neuer Aspekt: Die Stickstoffbedarfswerte für Mais, Winterweizen und Winterraps sind zu hoch angesetzt, ergab eine Anfrage der Abgeordneten Ina Latendorf.
Der Bundestag berät heute erstmals das Beitragssatzstabilisierungsgesetz für die gesetzliche Krankenversicherung. Parallel schwelt die Debatte um eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke ab 2028 – ein konkreter Entwurf lässt auf sich warten. Das Gesundheitsministerium hält sich zu Zeitplan und Vorgehen bedeckt.
Ein breites Bündnis fordert den Ausbau der Schulgesundheitspflege in Deutschland. Denn internationale Beispiele zeigen, wie wirksam feste Ansprechpartner für gesundheitliche Chancengleichheit durch Ernährungsbildung und Präventionsangebote sein können.
Im Europaparlament endete die Frist für Änderungsanträge zur Verordnung über Neue Genomische Techniken. Der französische Sozialdemokrat Christophe Clergeau will die geplante Meldeplattform für Patente verpflichtend machen und damit den Trilog‑Kompromiss an einer entscheidenden Stelle nachschärfen.