Ein Aktionsplan soll Klima- und Umweltschutz stärker verbinden, den natürlichen Klimaschutz in den Fokus rücken. Dazu hat die Umweltministerin ein Eckpunktepapier vorgelegt. Vier Milliarden Euro sind für die umfangreiche Liste an Maßnahmen vorgesehen.
Die G7 in Deutschland verlangen, dass die Forderung von Putin, Gas in Rubel zu bezahlen, nicht erfüllt wird. Die deutschen und europäischen Unternehmen werden sich wohl daran halten. Unklar bleibt, wie sich die Gazprom-Töchter verhalten. Gravierende Auswirkungen zeichnen sich ab, falls Russland im Gegenzug nicht mehr liefert.
Durch den Ausfall der Betreibergesellschaft hat Mecklenburg-Vorpommern die Fürsorge für Nord Stream 2 geerbt. Auf das Land kommt hoher Inspektions- und Wartungsaufwand zu und die Frage, was mit dem Gas in der Pipeline passiert. Träte es aus, wäre es Gift für das Klima.
Seit dem Jahr 2000 wird die energetische Verwertung von Grubengas gefördert. Doch mit dem Osterpaket soll diese Regelung entfallen. Die Landesregierungen in NRW und dem Saarland sind alarmiert. Der Essener Konzern Steag ist empört – denn ein Geschäftsmodell droht wegzubrechen. Doch was passiert mit dem Grubengas?
Nach zähem Ringen hat sich der EU-Gipfel am Wochenende auf einen Formelkompromiss geeinigt, der alles offenlässt. Egal ob Russland-Embargo, Preisdeckel oder gemeinsamer Gaseinkauf - konkrete Entscheidungen sind frühestens in zwei Monaten zu erwarten.
Deutsche Energieunternehmen haben Verträge mit russischen Lieferanten gekündigt oder lassen sie auslaufen. Damit führen sie Deutschland schrittweise aus der Abhängigkeit von Brennstoffen des Kreml. Wirtschaftsminister Habeck verkauft das auch als Verdienst der vergangenen Wochen. Doch gerade bei Gas sind die Lieferungen seit sechs Monaten rückläufig.
Mit dem Klimawandel muss sich auch Deutschland vermehrt auf Wetterextreme einstellen. Künstliche Intelligenz kann eine entscheidende Rolle dabei spielen, Krisen vorauszusehen oder im Ernstfall Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Einige Projekte sind dabei schon jetzt im Einsatz.
Der BDEW verlangt, die Warnstufe des Notfallplans Gas auszurufen – das BMWK lehnt ab. Über den Grund für die Besorgnis herrscht allerdings weiter große Unklarheit. Während Polen und Österreich Putins Forderung nach Rubel-Zahlungen für Gas nicht erfüllen wollen, halten sich Konzerne und Regierung in Deutschland die Optionen offen.
Immer dringlicher fordern einige EU-Mitglieder wegen des Krieges in der Ukraine ein Energie-Handelsembargo gegen Russland. Doch die Positionen liegen weit auseinander. Ein amerikanisch-europäisches LNG-Abkommen soll helfen, die Versorgung aufrecht zu erhalten.
Ein Großteil der klimapolitischen Maßnahmen der Bundesregierung ist nicht geeignet, die Treibhausgasemissionen zu senken, konstatiert der Bunderechnungshof in einem neuen Sonderbericht. Er mahnt bessere Koordination an, den Abbau klimaschädlicher Subventionen und Anstrengungen hin zum „Green Budgeting“.
Lange haben SPD, Grüne und FDP gerungen, nun liegen ihre Pläne vor: Alle Steuerpflichtigen will die Ampel mit einem Energiegeld in Höhe von 300 Euro entlasten. Zudem sollen die Weichen für ein Klimageld gestellt werden. Im öffentlichen Nahverkehr gibt es drei Monate lang günstigere Tickets. Aber auch Autofahrer werden gezielt unterstützt.
Um die Gasspeicher bis zum nächsten Winter voll zu bekommen plädiert die EU-Kommission erneut für eine Einkaufsgemeinschaft. Die war in den letzten zehn Jahren aber regelmäßig an Partikularinteressen gescheitert. Um die Inflation zu stoppen sollen die Mitgliedsstaaten Preisdeckel einziehen dürfen.
Russlands Präsident Wladimir Putin will innerhalb einer Woche nur noch Rubel für russische Gaslieferungen akzeptieren. Gaspreis und Rubel steigen daraufhin steil an. Wirtschaftsminister Habeck spricht von Vertragsbruch. Möglicherweise soll mit dem Schritt das Zentralbank-Embargo umgangen werden.
Für die Jahreszeit viel zu warm war es in den vergangenen Tagen in der Antarktis. Ursache war zwar ein einzelnes Wetterereignis: Ein Hochdrucksystem hatte feuchtwarme Luftmassen über der Ostantarktis blockiert. Doch auf der Nordhalbkugel werde solche Wetterlagen bereits mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht.
Die Wärmepumpe wurde schon vor fast 200 Jahren erfunden. Um unabhängig von russischem Gas zu werden, soll sie bald Millionen Gebäude in Deutschland heizen. Dafür braucht das Handwerk aber Planungssicherheit und eine klare Ansage, meint der Chef des Bundesverbandes Wärmepumpe.
In der Windenergie ist Repowering gängig. Doch in der Photovoltaik greift das Prinzip, alte Anlagen durch neue, stärkere zu ersetzen, noch nicht. Branchenvertreter wollen das ändern und schlagen dazu eine Anpassung des EEG vor. Ihr Argument: Geschwindigkeit.
Laut einer Studie des WWF spart eine Verdoppelung der Recyclingquote bis 2040 rund 60 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ein. Die Ampelkoalition hat das Potenzial erkannt und arbeitet an einem regulatorischen Rahmen, der einen Anstieg der Quote beschleunigen soll. Doch unter den Koalitionären gibt es auch Streit bei den Details.
200 Wissenschaftler:innen aus 22 Forschungseinrichtungen, Behörden und Unternehmen arbeiten seit August an der Forschungsmission CDRmare. Sie wird fünf Strategien zur Speicherung von CO2 in den Meeren untersuchen. Am Montag wurde das Projekt erstmals in großem Rahmen vorgestellt.
Der Masterplan Ladeinfrastruktur II von Verkehrsminister Volker Wissing sieht 74 Vorschläge vor: vom Förderprogramm für die Kombination aus Solaranlage, Heimspeicher und Wallbox über bidirektionales Laden, Plug-and-Charge, einen Masterplan für Kommunen bis zum Schnellladen für Nutzfahrzeuge. Ein Überblick.
Wie schnell die EU sich unabhängig von russischem Gas machen kann, hängt auch davon ab, wie schnell sie ihre Gasinfrastruktur umstellen kann. Doch um das Netz effizient und auf lange Sicht auch klimafreundlich umzubauen, mangelt es ihr an Daten.
Der jüngste Bericht des Weltklimarats wird Anfang April vor dem Hintergrund von drastisch gestiegenen Energiepreisen erscheinen. Das könnte ein Akzeptanzproblem für den Klimaschutz schaffen, befürchtet der Klimaökonom Ottmar Edenhofer. Er fordert einen umfassenden Sozialausgleich.
Wegen geringerer Getreidelieferungen aus Russland und der Ukraine sollten geplante Stilllegungen von Agrarflächen in der EU verschoben werden. Das forderten Parlamentarier der EVP vor einem Treffen der EU-Agrarminister. Klimaschützer warnen vor den Folgen.
Deutschland will bei der Gasversorgung nicht mehr abhängig sein von Russland. Katar soll einer der Partner werden. Dort erzielt der Wirtschaftsminister Fortschritte auf dem Weg zur Energiesouveränität. Aber das Emirat am Golf ist kein einfacher Partner.
Deutschland will langfristig von den russischen Energieexporten unabhängig werden. Dafür braucht es nachhaltige Alternativen auch in der Wärmeversorgung. Abwärme aus Rechenzentren wird bereits jetzt in kleinem Maßstab genutzt. Damit die Wärme noch effektiver eingesetzt werden kann, müssen aber einige Hürden überwunden werden.
Zur Umsetzung des Fit for 55-Paketes der EU-Kommission stehen noch schwierige Verhandlungen ins Haus. Es klafft ein Abgrund zwischen den Mitgliedsstaaten, die den Emissionshandel ausweiten wollen, und jenen, die das strikt ablehnen, wie der gestrige Umweltrat gezeigt hat. Verhandlungsmasse ist dabei vor allem der Klimasozialfonds.
Natürliche Wälder fördern die Artenvielfalt stärker als Forste, wie eine große Vergleichsstudie belegt. Gepflanzte Forste erzeugen zwar mehr Holzmasse. Natürliche Mischwälder können in puncto Klimaschutz trotzdem besser abschneiden, zeigt sich auf Versuchsflächen in Brandenburg.
Die mögliche Einführung von Differenzverträgen (CfD) für EEG-Anlagen spaltet die Energiebranche: Einige Verbände sind klar dafür, die meisten aber entschieden dagegen. Die aktuelle Strompreis-Rally befeuert die Debatte in beide Richtungen.
Jochen Flasbarth ist nach der Bundestagswahl ins Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gewechselt. Im Interview erläutert der Staatssekretär, was das Haus unter der neuen Leitung von Svenja Schulze (SPD) anders machen will und wie es Schwellenländer auf dem Klimaschutzpfad unterstützen möchte.
Die Verbände der Offshore-Windbranche beziehen heute Stellung zum Regierungsentwurf für ein neues Windenergie-auf-See-Gesetz. Sie beschäftigt vor allem, nach welchen Kriterien künftig in Ausschreibungen der Sieger ermittelt wird. Die einen setzen auf das Bereitstellen von Systemdienstleistungen, die anderen auf einen gewissen Local-Content-Anteil.
Heute endet die Konsultation zum Entwurf der jüngsten EEG-Novelle. Mehrere Verbände mahnen deutliche Änderungen und mehr Ambition an. Die erneuerbaren Energien sollen effektiver dazu beitragen können, Deutschlands Energieabhängigkeit von Russland schnell zu beenden.
Die Ampel entlastet Verbraucher weiter von den hohen Energiepreisen – sie erhöht unter anderem den Heizkostenzuschuss. Doch das soll noch nicht alles sein. Den von Bundesfinanzminister Christian Lindner vorgeschlagenen Tankrabatt lehnen die Grünen jedoch ab. Sie wollen zeitnah ein Energiegeld auf den Weg bringen, das aus dem Haushalt finanziert wird.
Für Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung ist klar, wie Deutschland und Europa hinsichtlich ihrer Energieversorgung auf den Angriff auf die Ukraine reagieren müssen: „Je schneller wir uns umstellen, desto besser.“
Die Bundesregierung regelt die Grundversorgung neu: Unterschiedliche Tarife für Alt- und Neukunden darf es nicht mehr geben, dafür wird aber die Möglichkeit eingeräumt, die Ersatzversorgung drei Monate lang teurer zu machen. Mit Lieferstopps soll strafbewehrt Schluss sein.
Unabhängig von Energieimporten zu werden, steht auf einmal hoch auf der Agenda, Energieeffizienz tritt aus dem Schatten. Energiesouveränität heißt aber auch Umbau der Energieversorgung. Wenig beachtet bisher: Gute Lösungen liegen in der Energiesuffizienz.
Der Aufruhr im Ölmarkt schlägt auf die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl durch. Doch ob die aktuellen Rekordpreise der Mineralölbranche gerechtfertigt sind, ist umstritten. Eine Sondersteuer, wie in den USA angestrebt, könnte auf die Ölunternehmen auch in Deutschland zukommen.
Nach einem coronabedingten Rückgang im Jahr 2020 ist der Treibhausgasausstoß in Deutschland 2021 um 4,5 Prozent gestiegen. Das ist vorallem auf die Kohlekraftwerke zurückzuführen, die wegen des hohen Gaspreises höhere Vollaststunden führten. Auch für dieses Jahr ist deshalb mit einem Anstieg der CO2-Emissionen in der Energiewirtschaft zu rechnen.
Im zweiten Haushaltsentwurf für 2022 sieht die Ampel für die kommenden Jahren massive Investitionen im Bereich der Gebäudeförderung und der Dekarbonisierung der Industrie vor. Doch die Zahlen stehen unter Vorbehalt: Die Bundesregierung arbeitet schon an einem Ergänzungshaushalt, der das in Aussicht gestellte Entlastungspaket abdecken soll.
Der Ukraine-Krieg macht's vielleicht doch noch möglich: Eine Horizontalbohrung nach Erdgas von der niederländischen Nordsee bis unter das deutsche Wattenmeer. Niedersachsens Umweltminister war lange strikt dagegen, lenkt jetzt aber ein. Es wäre die erste Gasförder-Plattform auf dem Meer, die mit Windstrom betrieben würde – den die deutsche Seite liefert.
Die Ampel-Koalition hofft auf eine Einigung in dieser Woche auf ein neues, deutlich größeres Energiekosten-Entlastungspaket für Haushalte. Während die Grünen für ein Energiegeld plädieren, besteht die FDP auf dem Tankrabatt-Vorschlag von Finanzminister Lindner.
Nachhaltigkeitsforscher Mark Lawrence erklärt ein neues, stark verbessertes Verfahren für die Gewinnung von Benzin aus CO2. Der Verbrenner-Motor stehe dennoch nicht vor einem Comeback. CCU sei insbesondere für die Zement-Industrie sehr wichtig.
Bundesfinanzminister Christian Lindner kann sich als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine Öl- und Gasbohrungen in der Nordsee vorstellen. Laut dem zuständigen Verband ist es möglich, die Förderung in Deutschland zu erhöhen. Für die Versorgungssicherheit würden die Mengen aber nur eine begrenzte Bedeutung spielen.
Da die Gaspreise weiterhin hoch und Benzin und Sprit so teuer wie nie sind, will die Ampel-Koalition weitere Entlastungen auf den Weg bringen. Die Bundesregierung stemmt sich aber mit Blick auf die Folgen für Verbraucher und die Industrie weiterhin gegen ein Energie-Embargo.
Energiesparen stand in den Konzepten für die Unabhängigkeit von Energieimporten aus Russland bisher nicht im Vordergrund. Das Wirtschafts- und Klimaministerium arbeitet aber daran, hieß es auf Nachfrage. Ein breites Bündnis der Effizienzbranche fordert einen baldigen Gipfel für Energiesouveränität.
Die USA boykottieren russisches Öl, Händler auf dem Weltmarkt ziehen bereits mit. Die EU braucht für ihre Entwöhnung länger. Falls der Westen Russland wirklich isoliert, müssen Opec-Länder im Nahen Osten zulegen. Gewinnen könnte am Ende vor allem China.
Die EU-Staaten ringen um eine grundlegende Reform ihrer gemeinsamen Schuldenregeln. Einige fordern, grüne Zukunftsinvestitionen nicht auf die Schulden anzurechnen. Damit es soweit kommen kann, müssten Frankreich und Deutschland zunächst ihren Taxonomie-Streit über die Definition von „grün“ beilegen.
Im EU-Rat wurde am Donnerstag die Möglichkeit eines Embargos auf russische Energieimporte debattiert, wobei die Meinungen weit auseinandergingen. Derweil gibt es auch im Parlament erheblichen Dissens. Ein vollständiges Embargo hat bislang keine Fraktion gefordert, doch viele sind offen für schärfere Sanktionen.
Beschuss und Stromausfälle könnten in den ukrainischen Kernkraftwerken zu Störungen und zum Austritt von Radioaktivität führen. Gefährlich wird es, wenn alle drei Sicherheitsstränge des in der Ukraine üblichen Reaktortyps WWER-1000 ausfallen. Die Auswirkungen könnten bis nach Deutschland reichen.
Die durch den russischen Angriff auf die Ukraine extrem gestiegenen Energiepreise verursachen höchste Nervosität in der Energiebranche. Die Sorge wächst, dass Vertragspartner ausfallen könnten. Erstmals wird nun der Ruf nach einem Rettungsschirm für die Branche laut – der Stadtwerkeverband VKU wagt sich vor und fordert Darlehen zur Sicherung der Liquidität.
Die enorm gestiegenen Energiepreise belasten die deutsche Industrie schwer. Angesichts der derzeitigen Kosten müsse vielfach die Produktion eingestellt werden, warnen Insider. Die Rufe nach der Politik werden lauter – ebenso wie die Warnung vor Energiesanktionen.
Die USA boykottieren russische Öl – ob das eine Option für Europa wäre, besprechen heute die Regierungschefs der EU auf einem Gipfeltreffen. Doch die Chancen sind gering, zu groß ist die Front der von Russland abhängigen Länder.
Damit die EU ihren Vorsatz wahrmachen kann, sich von russischem Erdgas zu lösen, schlägt der Verband Hydrogen Europe eine europäische Vermittlungsplattform für grünen Wasserstoff vor, ähnlich der deutschen H2 Global. Auch der Ukraine schreibt er eine Rolle zu.
200 Milliarden Euro möchte Christian Lindner bis 2026 für den Klimaschutz bereitstellen. Umweltschützer bezweifeln, dass das Geld frisch ist. Tatsächlich fallen 175 Milliarden Euro in den Bereich, den die Bundesregierung wohl ohnehin für die Energie- und Verkehrswende verplant hätte. Mehr Klarheit wird der kommende Mittwoch bringen.
Im Falle eines russischen Gaslieferstopps müsste die EU vor allem mit zusätzlichem Flüssigerdgas durch den nächsten Winter kommen. Doch die für Deutschland wichtigsten Importterminals sind bereits ausgebucht, und das europäische Gasnetz ist nicht auf die Fließrichtung West-Ost ausgelegt.
Mit einem großen Strauß von Maßnahmen will die EU unabhängiger von russischem Erdgas werden. Am Dienstag stellte die Kommission ihren Plan dafür vor. Höhere Ziele für Energieeffizienz und die Erneuerbaren sind nicht dabei.
Die USA und Großbritannien verhängen ein Ölembargo gegen Russland. In Deutschland spricht sich die Ampel-Koalition hingegen erneut gegen einen Boykott russischer Energielieferungen aus. Dabei könnte Europa die Ölimporte aus Russland gut durch andere Länder ersetzen und Russlands Wirtschaft hart treffen.
Ukrainische NGOs rufen die Energiekonzerne Europas zu einem Boykott russischer Brennstoffe auf. Während sich das bei Gas schwierig gestaltet, können neben Ölimporten auch Steinkohleimporte aus Russland in wenigen Monaten durch andere Länder ersetzt werden. Der schwedische Konzern Vattenfall prüft ein solches Vorgehen bereits.
Sehr komplex sind die Verhandlungen zum EU-Emissionshandel und der Einführung eines CO2- Grenzausgleichmechanismus (CBAM). Während sich der EU-Rat hinter verschlossenen Türen damit befasst, beraten sich dieser Tage die Ausschüsse des Parlaments zu den beiden hochwichtigen Dossiers. Ein Überblick über den Stand der Verhandlungen.
Der russische Vize-Regierungschef Alexander Nowak hält als Antwort auf das Aus für Nord Stream 2 einen Lieferstopp durch die erste Ostsee-Pipeline für möglich. Noch sei aber keine Entscheidung gefallen. Die Gaspreise an Europas Handelsplätzen waren bereits zuvor drastisch gestiegen.
Die Solarbranche und Vertreter von Energiegenossenschaften kritisieren den EEG-Entwurf der Bundesregierung. Die Förderhöhe reiche nicht, um ausreichend Investitionsimpulse zu setzen. Missbrauch bei den Bürgerenergieregeln werde nicht ausreichend vorgebeugt.
Die Strom- und Gaspreise gehen durch die Decke. Lion Hirth, Geschäftsführer von Neon Neue Energieökonomik und Professor der Hertie School, warnt vor staatlich subventionierten Energiepreisen oder Preiseingriffen im Großhandel. Damit werde das Problem der Knappheit bei einem Gaslieferausfall Russlands nicht gelöst und große Probleme geschaffen.
Wälder weltweit werden durch Hitze und Dürre geschädigt. Sogar unberührte Gebiete des riesigen Regenwaldes im Amazonas erholen sich davon immer langsamer. In Deutschland sind Kiefernbestände betroffen, die bisher als trockenresistent galten.
Die EU und die USA erwägen ein Verbot russischer Energieimporte. Auch in Deutschland fordern viele ein Ende der Gas- und Öleinkäufe, andere lehnen dies mit Verweis auf die ohnehin schon hohen Energiepreise ab.
Die KfW beteiligt sich im Auftrag des Bundes mit 50 Prozent am LNG-Projekt Brunsbüttel, die Betriebsführung soll bei Engie liegen. Das BMWK schätzt die Bauzeit auf drei bis dreieinhalb Jahre – und stellt bereits innerhalb von zwei Jahren fertige Floating-LNG-Anlagen in Aussicht.
Kasachstan ist zum mit Abstand wichtigsten Uran-Lieferanten der Welt aufgestiegen. Dank einer unkonventionellen Fördermethode, die an das „Fracking“ aus der Öl- und Gasindustrie erinnert. Die Umweltauswirkungen des „Lösungsbergbaus“ veranschaulicht ein Milliarden-Sanierungsprojekt aus DDR-Zeiten im sächsischen Erzgebirge.
Deutschland bezieht rund die Hälfte seiner Erdgasimporte aus Russland. Noch fließt das Gas – doch stellt sich die Frage, mit welchen Maßnahmen Deutschland kurzfristig Energie einsparen kann. Es lohnt ein Blick nach Japan: Nach dem Reaktorunfall in Fukushima 2011 wurde Stromsparen zu einer Art Volkssport.
Der Industrieausschuss des EU-Parlaments hat sich zum ersten Mal über die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) und die Energieeffizienz-Richtlinie ausgetauscht. Während letztere viel Lob erhielt, regnete es Kritik für die Aufnahme kohlenstoffarmer Energien in die RED III.