Sergiy Makogon, Generaldirektor des ukrainischen Gasfernleitungsbetreibers, berichtet über die Lage vor Ort. GTSOU versuche, trotz Kriegsschäden und aller Widrigkeiten den Gasfluss sicherzustellen, auch für die Bevölkerung. Von Deutschland und Europa fordert er, Nord Stream 1 zu boykottieren. So werde die Ukraine derzeit am gezieltesten unterstützt.
Laut Internationaler Energieagentur kann Europa seine Energieabhängigkeit von Russland stark verringern. Ein vollständiges Energiehandelsembargo würde die Bundesregierung aber nicht mittragen. Deutschland und die EU planen allerdings weitere Schritte zur Sicherung der Gasversorgung.
Industrieansiedlung für neue Arbeitsplätze, das ist das Hauptanliegen der Menschen in den ostdeutschen Kohlerevieren. Ideen und erste Pläne gibt es, wie auch auf einer Konferenz im Lausitzer Revier deutlich wird. Doch es fehlen Straßen, Energieleitungen, Vernetzungen und Fachkräfte.
Die Sorge vor weiteren politischen Auswirkungen auf den Gasmarkt ist groß – und offenbar treibt auch der Rückzug einzelner Versorger aus Geschäften mit Gazprom die Kurse nach oben. Gleichzeitig stürzt der Kurs im europäischen Emissionshandel ab.
Auch der Öl- und Gasförderer Wintershall Dea reduziert sein Russlandgeschäft. Seine Nord-Stream-2-Finanzierung schreibt er ab. Andere westliche Energiekonzerne steigen ganz aus ihren russischen Projekten aus. Das Wirtschaftsministerium wird unterdessen zum Gaskäufer.
Die Produktion von Plastik macht vier Prozent aller Emissionen weltweit aus. Dieser Anteil könnte künftig noch stark steigen. Doch nun soll ein Abkommen der UN Abhilfe schaffen.
Die Ukrainekrise heizt die Debatte über längere Laufzeiten für Kohlekraftwerke an. Die Betreiber signalisieren, dass sie bereitstehen, falls sie gebraucht werden. Da Deutschland über mehrere Reservemechanismen verfügt, muss der Pfad beim Kohleausstieg aber nicht zwingend aufgekündigt werden.
Der vollständige Umstieg auf erneuerbare Energien für das Heizen von Gebäuden ist bereits bis 2035 möglich, das ergab eine neue Studie des Wuppertal Instituts. Besonders die Wärmepumpe spielt dabei eine wichtige Rolle. Allerdings brauche es entsprechende Gesetzesreformen, so die Autoren. Das fordert auch der Bundesverband Wärmepumpe.
Die EU fürchtet um ihre Energieimporte aus Russland – und rüstet sich dennoch für den Worst Case. Dabei setzt sie auf gezielte Sanktionen gegen Einzelpersonen, eine Koordinierung der Gaseinkäufe und die Besteuerung von Windfallprofiten. Ein Überblick über die bisher getroffenen Maßnahmen.
Die EU will den Wust an täglich mehr werdenden Daten unter anderem für den Energiesektor besser nutzbar machen. Sie plant dazu eine Reihe von „Datenräumen“ – auch einen für den Green Deal. Netzdaten, ebenso Daten von Satelliten, sollen darin wichtige Rollen spielen.
Die erneuerbaren Energien sind im Klimawandel eine Lösungsoption mit vielen Facetten. Das zeigt die Durchsicht von mehreren Tausend Seiten des jüngsten IPCC-Berichts.
Stromvertriebe sollen die Senkung der EEG-Umlage auf null zur Jahresmitte an die Kunden weitergeben. Der Verbraucherschutz findet das richtig – die Branche befürchtet dagegen erhebliche Belastungen. Das gesamte Umlagesystem wird zudem neu aufgestellt, der Eigenverbrauch vollständig entlastet.
Die Ampel-Koalition will die Förderung von Offshore-Windparks zum Teil auf Differenzverträge umstellen, geht aus Eckpunkten für das geplante Osterpaket hervor. Die Umstellung des gesamten EEG werde geprüft. Differenziert wird auch die Vergütung solarer Dachanlagen – und zeitlich vorgezogen, um Attentismus zu vermeiden.
Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Bau von zwei Flüssigerdgas-Terminals angekündigt. Die Standorte, an denen sie entstehen sollen, überraschen. Der Bundesregierung kann es nur um einen mittelfristigen Import von Flüssigerdgas gehen – denn kurzfristig bereitstehen werden die Terminals aller Voraussicht nach nicht.
Spätestens im April soll der Bundestag ein „Gesetz zur Nationalen Gasreserve“ beschließen. Es würde die Grundlage dafür schaffen, dass Speichernutzern gehortete, ungenutzte Kapazitäten entzogen werden können. Die Liberalisierung des Marktes würde ein Stück weit zurückgedreht.
Bundeskanzler Scholz kündigt als Reaktion auf den Einmarsch Russlands in die Ukraine eine neue Energiepolitik Deutschlands und zwei deutsche LNG-Terminals an. Finanzminister Lindner bezeichnet Erneuerbare als „Freiheitsenergien“. Die Sanktionen sollen Energielieferungen aussparen – allerdings wird über die Gefahr russischer Gegenmaßnahmen diskutiert.
Der Weltklimarat hat in diesen Minuten den Bericht der Arbeitsgruppe II zu den Auswirkungen des Klimawandels freigegeben. Er fasst zusammen, welche Menschen und Regionen besonders verletzlich sind wie sich die Menschheit an den Klimawandel anpassen kann. Die Zeit dafür wird knapp.
Wichtige deutsche Öl- und Gas-Infrastrukturen gehören russischen Staatskonzernen. Deutsche Energieunternehmen sind in Russland investiert und machen dort erhebliche Teile ihres Umsatzes. Putins Krieg gegen die Ukraine stellt all das in Frage.
Der Krieg in der Ukraine begann bereits vor dem 24. Februar mit russischen Cyberattacken. Bei Sicherheitsbehörden und in der Politik wächst nun die Sorge vor möglichen Hackerangriffen auch in Deutschland. Gerade das Stromnetz wäre ein empfindliches Ziel.
Die EU-Mitglieder haben sich auf weitere Sanktionen gegen Russland geeinigt, die auch den Energiesektor treffen sollen. Fachleute halten ein Öl-Einfuhr-Embargo für wirkungsvoll, doch ob die EU so weit geht, ist noch nicht klar. Wegen ihrer hohen Importabhängigkeit wäre das ein heikler Zug.
Für Energieunabhängigkeit ist Effizienz ist das Mittel der Stunde. Da trifft es sich gut, dass das europäische Parlament die Beratungen über die Neufassung der Energieeffizienzrichtlinie vorantreibt. Der Entwurf des zuständigen Berichterstatters enthält einige Verbesserungen, finden Experten.
Im Umweltausschuss kämpft der ETS-Berichterstatter Peter Liese für den Emissionshandel für den Gebäude- und Verkehrssektor. Im Interview erläutert er, welche Kompromisse er bereit ist, einzugehen, warum er an freien CO2-Zuteilungen festhält und ein Mindestpreis für ihn wenig Sinn macht.
Deutschland könnte im Notfall auch ohne russisches Erdgas auskommen, sagt Wirtschaftsminister Habeck – allerdings zu hohen Preisen. Die EU wirbt weltweit um Flüssigerdgas. Die FDP will Deutschlands inländische Förderung ausweiten.
Während die EU den Kohleausstieg vorantreibt, wird in Russland weiter massiv Kohle gefördert und in alle Welt exportiert. Westliche Unternehmen ziehen sich offiziell aus dem Land zurück – doch dem Klima nützt das bisher nichts.
IPCC-Autorin Friederike Otto erklärt, wie viel Klimawandel im Wetter steckt. Bei den Hitzewellen sei die Sache eindeutig und sehr ausgeprägt, auch höhere Niederschläge seien zu beobachten. Für stärkere Stürme in Europa gebe es hingegen zum Beispiel keine Belege. Zudem gibt sie einen Ausblick auf die Ergebnisse des Weltklimarat-Berichts.
Folgen bis hinein in das geplante neue Design des deutschen Strommarkts könnte der militärische Konflikt in der Ukraine haben. Experten rechnen auch mit einer Renaissance der Kohle. Das vorläufige Ende von Nord Stream 2 kommt währenddessen auf dem Verwaltungsweg.
Geht es nach der EU-Kommission, wird das europäische Lieferkettengesetz bald auch für Klimaschäden gelten. Unternehmensführungen sollen verpflichtend Pläne für den Übergang zur nachhaltigen Wirtschaft beschließen. Was das bedeutet, könnte eine erste Klage in Frankreich zeigen.
Wenn die Ukraine-Krise es zulässt, wird sich die Regierungs-Koalition heute auf ein Entlastungspaket zur Milderung des Energiepreis-Schocks verständigen. Für das Drei-Parteien-Bündnis geht es darum, seinen ersten internen Konflikt in eine „win-win-win-Situation“ umzumünzen.
Der Klimaschutz hat es derzeit schwer im US Senat, meint Michael Mehling, stellvertretender Direktor des Center for Energy and Environmental Policy Research am MIT. Im Interview erklärt er, woran das liegt und welchen Weg die USA in der Klimapolitik einschlagen.
Die Klimaschützer vom „Aufstand der letzten Generation“ machen immer weiter mit ihren umstrittene Aktionen. Nun melden sich zwei Spitzenpolitiker der Grünen zu Wort. Sie finden, die Straßenblockaden würden Mehrheiten für den Klimaschutz gefährden. Ein Religionspsychologe sieht sektenartige Züge bei der Gruppe.
Die Bundesregierung sollte ihre sektorspezifischen CO2-Minderungsziele flexibler gestalten, empfiehlt ein Zusammenschluss führender Forschungsinstitute. Dringend erforderlich sei auch, eine Langfriststrategie für negative Emissionen zu entwickeln und stärker um Zustimmung für die eigene Klimapolitik zu werben.
Um die Energiepolitik in Afrika ging es am Wochenende bei der Münchner Sicherheitskonferenz und kurz zuvor beim EU-Gipfel mit der Afrikanischen Union. Das Engagement Europas könnte den Unterschied machen zwischen einer fossilen und einer grünen Zukunft.
In einer geplanten Mitteilung zu den hohen Energiepreisen treibt die EU-Kommission die Idee freiwilliger, gemeinsamer Gasankäufe voran. Dazu sollen unter anderem die Mitgliedsstaaten eine Inventur ihrer Gasspeicher machen und eine verpflichtende Mindestbefüllung zu einem Stichtag gelten.
In den kommenden Wochen beginnt die heiße Phase in den Verhandlungen um die Erneuerbare-Energien-Richtlinie in Brüssel. Ihre Neufassung wurde im Rahmen des Green Deal notwendig. Über die Details ringen jetzt die Abgeordneten des EU-Parlaments.
Noch mangelt es an einem praktikablen Konzept für ein Klimageld gegen steigende CO2-Preise. Während die Regierung daran tüftelt, machen Verbände einen ersten Aufschlag. Dabei greifen sie in die Trickkiste schon existierender Instrumente. Ob am Ende genügend Geld für die Prämie da sein wird, bleibt offen.
Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron will in neue Kernkraftwerke investieren. Auch andere Länder planen Neubauten. Doch regelmäßig zeigt sich, wie groß die Lücke zwischen Planung und Realisierung ausfällt.
Jessica Rosenthal ist seit Oktober Juso-Bundesvorsitzende sowie Bundestagsabgeordnete. Ein Interview über Nord Stream 2, die soziale Frage bei der Energiewende und den Klimakanzler Olaf Scholz.
Bis zum Mittwoch hatten die Abgeordneten im EU-Umweltausschuss Zeit, ihre Änderungsanträge zur ETS-Reform einzureichen. Grüne und Sozialdemokraten lehnen die Einführung eines ETS2 weiter ab und fordern ein schnelles Ende der freien Zertifikate. Derweil brachte der Berichterstatter kurz vor der Deadline noch eine CO2-Preisbremse in den Entwurf ein.
Politische Ansätze zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren konzentrierten sich bislang auf Verkehr und Energie. Die Industrieverbände fordern nun dringend ein Gesetz, das auch ihre Belange berücksichtigt. Die Öffentlichkeitsbeteiligung soll dauerhaft digitalisiert und der übliche, physische Erörterungstermin gestrichen werden.
Transparency International beklagt, dass die umstrittene und zur Unterstützung von Nord Stream 2 geschaffene „Stiftung Klima- und Umweltschutz MV“ gegen das Geldwäschegesetz verstoße. Trotz Ermahnungen werde die Einflussnahme durch Gazprom nicht offengelegt. Der Stiftungsvorstand weist die Vorwürfe zurück.
In Afrika zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels besonders stark. Mit Johan Rockström sprachen Cordula Eubel und Matthias Jauch anlässlich der morgen beginnenden Münchner Sicherheitskonferenz über Extremwetter, Migration und seine Sorge um die Schwächsten.
Ein Schlüssel für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen liegt im schnellen Ausbau der Solarenergie. Um diesen auch auf EU-Ebene zu beschleunigen, arbeitet die EU-Kommission derzeit an einer Strategie. Ein Überblick
Die Ampel-Koalition hat sich auf ein Stufenmodell zur Aufteilung des CO2-Preises zwischen Mietern und Vermietern geeinigt. Die jeweils zu zahlenden Anteile hängen vom energetischem Zustand des Gebäudes ab.
Wie lässt sich der deutsche CO2-Handel ab 2026 in ein EU-ETS überführen? Wie müsste das BEHG dafür angepasst werden? Antworten dazu haben Forschende des Projekts Ariadne in Form einiger „No-Regret-Maßnahmen“ entwickelt, welche sie der Bundesregierung ans Herz legen. Dazu gehört, den Preiskorridor und die Versteigerung von Zertifikaten auf 2023 vorzuziehen.
Vor einem Jahr setzte sich die Energiewirtschaft gegen die Sicherheitsbehörden durch und erhielt den Zuschlag für die Funkfrequenzen rund um 450 Megahertz. Nun wurde Nokia mit dem Bau und der Wartung beauftragt. Netze BW will in seinem Netzgebiet besonders schnell fertig sein. Im Mittelpunkt steht die Sicherheit – aber auch Marktlösungen könnten profitieren.
Der Energieverbrauch von Rechenzentren weltweit steigt rasant an und bringt Fragen zur Energieeinsparung mit sich. Neben den Datenzentren könnte aber auch beim Thema Software deutlich Energie gespart werden. Die Politik tut sich bei einem Nachhaltigkeitssiegel für Software jedoch noch schwer.
In zwei Wochen veröffentlicht der Weltklimarat einen neuen Bericht zu den Folgen des Klimawandels für Mensch und Natur. Digital kommen Staatenvertreter und Wissenschaftler jetzt schon zusammen, um über die Kurzfassung für die Politik zu sprechen. Dabei könnte es zu Kontroversen kommen.
Die Forderungen an die Bundesregierung, wegen der stark gestiegenen Energiepreise tätig zu werden, nehmen an Schärfe und Frequenz zu. Immer lauter wird der Ruf nach einem Gipfeltreffen im Kanzleramt. Aus den Wirtschaftswissenschaften kommt ein Vorschlag, den Preis für Gas-Kleinverbräuche zu deckeln.
Deutschlands größter Erdgasspeicher Rehden ist auch sein leerster. Wer die Kapazitäten gebucht hat und brachliegen lässt, verrät die zu Gazprom gehörende Betreibergesellschaft nicht. Das Wirtschaftsministerium erwägt angesichts schwindender Reserven eine Regulierung von Gasspeichern nach dem Prinzip „use it or lose it“.
Die Zahl der Finanzakteure im EU-Emissionshandel nimmt stetig zu. Ihnen geht es nicht um reale Emissionsmöglichkeiten, sondern um finanzielle Spekulation. Der CO2-Markt drohe damit zunehmend von einer Geschäftslogik statt vom Klimaschutz getrieben zu werden, sagen Experten.
Der von der EU geplante CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ist hoch umstritten. Exportierende Unternehmen fürchten um ihre Wettbewerbsfähigkeit, eine Lösung ist nicht in Sicht. Experten plädieren daher für eine CO2-Steuer – in jedem Fall seien freie Zertifikate für Exporteure aber weiterhin nötig.
Präsident Emmanuel Macron hat eine „Renaissance der französischen Atomkraft“ angekündigt. Sechs Anlagen sind beschlossen, weitere acht könnten bis 2050 folgen. Umfassende Laufzeitverlängerungen soll es ebenfalls geben. Auch der Erneuerbaren-Ausbau wird beschleunigt.
Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat über die eigene Position zur Überarbeitung des ETS und dessen Ausweitung auf den Gebäude- und Transportsektor debattiert. Dabei zeigte sich: Nicht nur der zweite ETS, sondern auch die Zukunft der freien Zertifikate sind umstritten. Viele fürchten zudem soziale Verwerfungen.
Das Umweltbundesamt stellt heute eine Studie zum Umweltbewusstsein der Menschen in Deutschland vor. Die Mehrheit der Deutschen sehen Klimaschutz als wichtiges Thema. Es gibt allerdings auch Grenzen bei der Akzeptanz von Klimaschutzmaßnahmen. Derweil berät die Wissenschaft, wie noch mehr Menschen von striktem Klimaschutz überzeugt werden können.
Agrarflächen sollen Feldfrüchte liefern und zugleich Solaranlagen Platz bieten, „benachteiligte Gebiete“ und landwirtschaftlich genutzte Moore sollen mehr Photovoltaik aufnehmen. Drei Bundesministerium geben mit einem PV-Eckpunktepapier die Richtung für die EEG-Reform vor.
Kommende Woche wollen CDU und CSU einen Antrag in den Bundestag einbringen, der Entlastungen in Milliardenhöhe vorsieht: Die EEG-Umlage soll schnell abgeschafft und die Stromsteuer abgesenkt werden. Wirtschaftsstaatssekretär Oliver Krischer verspricht indes, dass einige heikle Fragen im Strommarkt mit dem Osterpaket geklärt werden sollen.
Mehr als drei Jahre wurde erforscht, wie sich aus dem deutschen Stromnetz durch bessere Betriebsführung und neue Hilfsmittel deutlich mehr herausholen lässt. Das erste Fazit von InnoSys 2030 ist positiv: Um 15 bis 40 Prozent könnten zum Beispiel die Netzeingriffe sinken.
Mit der Ampel-Regierung ist die Zuständigkeit für internationale Klimapolitik ins Auswärtige Amt gewandert. Annalena Baerbock positioniert nicht nur die bisherige Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan als Sonderbeauftragte, sondern schafft auch eine neue Abteilung in ihrem Haus.
In der vergangenen Woche herrschte Aufregung darüber, wie schnell die EEG-Umlage abgeschafft werden soll. Die Unstimmigkeiten zwischen den Regierungsparteien haben vor allem haushaltspolitische und koalitionsinterne Gründe. Im Zentrum stehen die Etats für 2022 und 2023 und der Energie- und Klimafonds.
Die USA betrachten die Ostsee-Pipeline als Druckmittel im Ukraine-Konflikt. Deutschland schließt dessen Anwendung im Eskalationsfall nicht explizit aus. Falls die fertiggestellte Leitung wirklich nicht in Betrieb gehen darf, muss die Bundesregierung mit hohen Schadenersatzforderungen vor einem internationalen Schiedsgericht rechnen.
Nachdem eine Studie zweier renommierter Institute der Bundesregierung Nachholbedarf beim Thema Negativemissionen bescheinigt hat, kommt nun auch Druck von der FDP-Bundestagsfraktion. Es brauche möglichst schnell eine Strategie Deutschlands zu Technologien wie CCS. Rückenwind kommt von der Industrie.
Bis zu 42 Milliarden Euro könnte die Umstellung von erheblichen Teilen der deutschen Industrie auf weitgehend klimaschonende Prozesse bis 2030 kosten – oder auch viel weniger. Eine neue Studie im Auftrag des Think-tanks Agora zeigt, wie stark die Differenzkosten von den großräumigen Rahmenbedingungen der Industrie abhängen.
Deutschland ist bei der schwimmenden Photovoltaik im Rückstand. Ob eine spezielle Ausschreibung im April hilft, ist fraglich. Aber gestiegene Strompreise machen „Floating PV“ nun für die Eigenversorgung von Unternehmen interessant, wie ein Beispiel in NRW zeigt.
Nicht nur die Erwärmung der Arktis schreitet überraschend voran. Auch die „Polarstern“ driftete rascher als gedacht durchs Eismeer. Warum das so war, zeigen nun erste Erkenntnisse der Polarexpedition.
Der russische und der chinesische Staatschef haben in Peking eine gemeinsame Energiezukunft in Aussicht gestellt. Mit einer Steigerung seines Gasexports nach China würde Russland weniger abhängig von seinem bisher wichtigsten, aber zunehmend schwierigen Exportmarkt Europa.
Der Markt für „klimaneutrales“ Flüssigerdgas wächst – das wirft Fragen auf. Wie problematisch ein CO2-Ausgleich für LNG sein kann, zeigt ein Gasprojekt in Australien, in dessen Umfeld hohe Emissionen auftraten. Auch Deutschland hat sich an dessen Finanzierung beteiligt.