Die schwarz-rote Koalition will telefonische Krankschreibungen beenden und Beschäftigte schon am ersten Krankheitstag zur Vorlage eines Attests verpflichten. Statistiken und Studien sprechen allerdings nicht dafür, dass dies etwas am hohen Krankenstand, den viele Arbeitgeber mit Blick auf die Kosten für Lohnfortzahlung beklagen, ändern würde.
Als freiwillige Entscheidung charakterisierten gestern die Vorstände der Innungskrankenkassen gesund plus und Brandenburg und Berlin die Entscheidung, beide Kassen zum 1. Oktober dieses Jahres zu fusionieren. Weitere sinnvolle Fusionen dürften folgen, kündigten sie an – allerdings nur, wenn die Politik auf gesetzliche Zwangszusammenschlüsse verzichte.
Die Beschlüsse der Koalition zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und der Vorlagepflicht von AU-Bescheinigungen ab Tag Eins stoßen auf heftige Kritik. Vor allem Ärztefunktionäre sind entsetzt, warnen vor Millionen zusätzlicher Praxisbesuche. Doch ob die Pläne Gesetz werden, ist noch lange nicht raus. Die SPD-Spitze ruderte abends bereits zurück.
In einem Brief an die Ministerin deutet Johnson & Johnson an, innovative Arzneimittel in Deutschland später einzuführen, sollten die vorgesehenen Kürzungen im GKV-Paket kommen. Unterdessen muss die Ministerin auch bei der Pflege einen Rückschlag einstecken: Das PNOG verschiebt sich.
Immer weniger Menschen auf dem Land haben einen Hausarzt in unmittelbarer Nähe. Um ihnen lange Wege und Hausärzten unnötige Kontakte zu ersparen, fördert die TK nun ein neues Berufsbild: Sogenannte „DIHVA“ sollen Patienten zuhause aufsuchen und mithilfe von KI-gestützten Tools ersteinschätzen. Die Hausärzte sind erwartungsgemäß wenig erfreut.
Bei der Reform der Notfallversorgung hatte der Bundesrat mehr Mitsprache, längere Fristen und mehr Finanzspielraum eingefordert. Gestern konterte die Regierung mit einer Gegenäußerung: Sie will nur wenige Vorschläge übernehmen, mehrere immerhin prüfen – viele andere jedoch lehnt sie kategorisch ab. Am 10. Juli ist die erste Lesung im Bundestag geplant.
Auch aus Sicht des GKV-Spitzenverbands verdichten sich die Anzeichen, dass es beim GKV-Sparpaket nun doch zu einer massiven Mehrbelastung von Besserverdienern und damit zu einer Massenabwanderung zur PKV kommen könnte. Unterdessen hat die Koalition eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses beantragt, was die Linken-Fraktion heftig kritisiert.
Heute beginnt die Wirtschaftsministerkonferenz. Ein klares Signal für mehr Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Dynamik setzen will dort das Vorsitzland Baden-Württemberg zusammen mit den anderen Ressortchefs. Die sehen in einer starken Gesundheitswirtschaft und einer langfristig stabilen Finanzierung keinen Gegensatz.
Wenn es um Primärversorgung geht, wird meist darüber diskutiert, wie sich Arztkontakte verringern lassen. Eine neue Studie des Zi zeigt aber: Eigentlich weiß man gar nicht, zu wie vielen Arztkontakten es pro Jahr und Patient kommt. Die Datenanalyse legt den Verdacht nahe, dass der Wert sehr viel höher liegt, als bislang angenommen.
Die CSU-Abgeordnete Emmi Zeulner ist sich sicher: Der umstrittene Entwurf zur Pflegereform wird im Bundestag noch stark verändert. Insbesondere liegen ihr die geplanten Kürzungen bei pflegenden Angehörigen und die zeitliche Streckung der Zuschüsse für Heimbewohner im Magen. Und auch höheren finanziellen Druck auf Kinder und Ehepartner lehnt sie ab.
Nach den extremen Temperaturen der letzten Tage wächst der Druck auf Bund, Länder und Kommunen, den Hitzeschutz auszubauen. Ärzte, Kliniken, Landkreise und Abgeordnete fordern verbindlichere Vorgaben, mehr Tempo und verlässliche Finanzierung. Der Bund verweist auf Länderzuständigkeiten, bestehende Programme und laufende Prüfungen.
Eine Studie hatte sie als wirkungsarm und teuer charakterisiert, nun hat die TK Konsequenzen gezogen: Zum Jahresende kündigt sie 14 ihrer 17 HZV-Verträge. Zusammen mit den Hausärzten möchte sie neue erarbeiten, die die Versorgung effizienter machen sollen. Ob es dazu kommen wird, bleibt abzuwarten. Denn die Hausärzte gehen offensichtlich auf Konfrontation.
Mit der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2026 legt Irland seine politischen Schwerpunkte für die kommenden sechs Monate vor. Laut der neuen Ratspräsidentschaft ist Gesundheitspolitik die Grundlage wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Außerdem: Die EU soll eine stärkere Rolle in der globalen Gesundheit spielen und resilienter werden.
Mit einem Suizidpräventionsgesetz will das BMG Hilfsangebote besser vernetzen, eine Bundesfachstelle schaffen und Krisendienste ausbauen. Hintergrund ist die hohe Zahl von mehr als 10.000 Suiziden jährlich. Parallel dazu arbeiten Abgeordnete fraktionsübergreifend an einem neuen Anlauf zur Regulierung des assistierten Suizids.
EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi hat vor einer Übernahmewelle in der europäischen Medizintechnik durch chinesische Unternehmen und Investoren gewarnt. Die Antwort auf Übernahmedruck sehen eine zuständige Berichterstatterin und eine Cluster-Expertin weniger in Protektionismus als in besseren Standortbedingungen – insbesondere in einer reformierten MDR.
Mit dem Biotech Act I will die EU die europäische Biotechnologiebranche stärken. Die Vorschläge der EU-Kommission enthalten unter anderem Anreize, wie mehr privates Kapital in Europa mobilisiert werden kann – so will sie der Konkurrenz aus China und den USA gegenhalten. Was halten europäische Biotech-Investoren von den Vorschlägen?
Bei den Hausärzten hatte sich Deutschlands größte Krankenkasse mit ihren Vorschlägen für eine verbindliche digitale Ersteinschätzung vor kurzem unbeliebt gemacht. Die Diskussionen beim „Forum Versorgung“ der TK hätten deshalb gestern sehr kontrovers werden können – nur waren die größten Kritiker nicht vor Ort.
In der nächsten Plenarsitzung der Länderkammer am 10. Juli soll die Verordnung zur Änderung der Apothekenbetriebsordnung und weiterer Verordnungen beraten werden. Aus Änderungsanträgen des Gesundheitsausschusses geht bereits hervor, dass die Bundesländer die Arbeitsbedingungen in Apotheken verbessern wollen – etwa durch weniger Bürokratie.
Soll in Deutschland künftig jeder als Organspender gelten, der zu Lebzeiten nicht widersprochen hat? Oder soll es dabei bleiben, dass eine Organentnahme nur nach ausdrücklicher Zustimmung möglich ist? Der Bundestag befasste sich gestern erneut mit einer Grundsatzfrage der Transplantationsmedizin. Abgestimmt wird aber erst in einigen Monaten.
Prognosen zufolge werden die Sozialversicherungsbeiträge selbst bei Umsetzung aller vorliegenden Reformempfehlungen weiter steigen – auf 47 Prozent bis 2035. Im Gegenzug müsse wenigstens die Gegenleistung für die Versicherten stimmen, drängten Experten gestern beim Hauptstadtkongress. Außerdem brauche es eine als fair empfundene Lastenverteilung.
Die Vertagung des PNOG bringt die Bundesregierung in Erklärungsnot. Aus den Ländern und der Pflege kommen deutliche Einwände gegen Kürzungen, Mehrbelastungen und aus Sicht der Kritiker ungelöste Strukturprobleme. Doch bislang äußern sich weder BMG noch BMF.
Nach häufigen Berichten über steigende Darmkrebs-Fallzahlen bei jüngeren Menschen in den USA haben Forschende die Erkrankungssituation in Deutschland unter die Lupe genommen. Anlass, die Altersgrenze zum Screening abzusenken, sehen sie nicht. Stattdessen empfehlen Experten mehr Primärprävention und einen Fokus auf Risikogruppen.
Jede verhinderte Erwerbsminderungsrente ist ein Gewinn: Unter diesem Motto drängt die Rentenkommission in ihren gestern vorgelegten Empfehlungen auf deutlich mehr Prävention und Rehabilitation für Beschäftigte. Außerdem fordern die Experten eine altersgerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen.
Was längst abgeräumt schien, wird in SPD und Union beim GKV-Paket mittlerweile wieder verhandelt, mittlerweile eine Etage höher. Auch die Anhebung der Beitragsbemessung steht nun wieder zur Debatte. Damit allerdings, warnt TK-Chef Baas, würde das Gegenteil dessen erreicht, was man in der SPD erhofft.
Die Pflegebevollmächtigte Katrin Staffler (CSU) fordert, das erneut verschobene PNOG vor der Sommerpause ins Kabinett zu bringen. Pflegebedürftige und Einrichtungen bräuchten Klarheit. Zugleich wächst der Druck auf die Pflege durch Fachkräftemangel und Herausforderungen bei der internationalen Rekrutierung.
Mehr als 80 Verbände bei der Anhörung zum GKV-Spargesetz, dazu noch anderweitige Sachverständige: Um sie gestern alle in einen Raum zu bekommen, hätte es des Plenarsaals bedurft. So waren viele Experten nur online zugeschaltet. Und AOK-Chefin Reimann brachte noch einen Aufreger mit: Vertrags- und Zahnärzte sollten erstmal auf Honorarzuwächse verzichten.
Die Belastungen für die Kliniken sind ein wesentlicher Knackpunkt bei den laufenden Verhandlungen zum Sparpaket – in einem in der Koalition kursierenden Papier scheint man nun auf die Länder zuzugehen. Es sollen auch Anreize zur Sparsamkeit beim Personal gesetzt werden.
Anhand der amtlichen Daten über die Ausgabenentwicklung im ersten Quartal hat Gesundheitsministerin Nina Warken zum Wochenende die vom GKV-Spitzenverband erhobene Forderung übernommen, das Sparvolumen bei der Gesundheitsreform deutlich zu erhöhen. 2,5 Milliarden Euro seien zusätzlich nötig, um 2027 die Zusatzbeiträge zu stabilisieren.
Die Digitalisierung im Pflegesektor schreitet nur langsam voran. Bundesgesundheitsministerin Warken will das angehen und plant dafür Maßnahmen im Pflegeneuordnungsgesetz. Politiker:innen, Verbände und Pflegekassen sind zum Teil zufrieden mit dem Vorstoß, wünschen sich an manchen Stellen aber Nachschärfungen.
Die Gesundheitsminister:innen der Länder wollen Fortschritte sehen: bei der Einführung des Primärversorgungssystem, beim Bürokratieabbau und in Sachen Prävention. Nachzulesen in der vorläufigen Niederschrift der GMK. Diese muss nun aber noch unter den Ländern abgestimmt werden.
14 Jahre lang stand Josef Hecken als unparteiischer Vorsitzender an der Spitze des Gemeinsamen Bundesausschusses. Gestern leitete der 66-Jährige seine letzte Plenumssitzung – und zog Bilanz. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken“, sagte er. Gleichzeitig erinnerte er an „interessengeleitete Polemik, Anfeindungen und auch gesetzgeberische Übergriffe“.
Die Koalition kann sich nicht rechtzeitig auf die Änderungen zum GKV-Sparpaket einigen, Ziel ist weiterhin die Verabschiedung vor der Sommerpause. Dafür müssen die Länder einer Fristverkürzung zustimmen. Sie wollen dies nutzen, um den Druck auf den Bund zu erhöhen. Fortschritte gibt es beim Pharmaabschlag – aber noch keine Einigung.
Die nächste Frist bei den Verschlüsselungsverfahren für digitale Anwendungen im Gesundheitswesen steht an. Bis Ende Juni müssen alle Gesundheitseinrichtungen ihre alten Praxis-, Institutions- und Heilberufsausweise erneuert haben, um weiterhin Zugang zur Telematikinfrastruktur zu haben. Wie ist der Stand in den Praxen, Apotheken und Kliniken?
Mit dem Medizinregistergesetz will die Bundesregierung für Transparenz, Datenqualität und einen einheitlichen Rechtsrahmen sorgen. Das gefällt der Register-Community. Bei den Medizinregistertagen meldete sie jedoch auch Nachbesserungsbedarf an: bei Datenverknüpfung, Qualifizierung und Finanzierung.
Wenn es mit dem Primärversorgungsgesetz vorangehen soll, brauche es mehr Geschwindigkeit. Das forderte die stellvertretende GKV-Spitzenverbandschefin Stoff-Ahnis gestern. Auf dem Presseseminar des Verbands stellte sie die für die Kassen idealen Lösungsansätze vor. Die drei Bausteine: digitale Navigation, Überweisung und Terminvermittlung.
Durch die gesteigerte Defizitprognose wird nun doch wieder über eine deutliche Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der GKV diskutiert. Das Forschungsinstitut der PKV hat analysiert, wie dies prosperierende Regionen gleich doppelt treffen könnte – und warnt vor den Folgen für den Wirtschaftsstandort.
Nun liegen die Zahlen offiziell vor: Die GKV hat im ersten Quartal 2026 deutlich mehr ausgegeben als geschätzt. Damit ergibt sich ein zusätzliches Sparvolumen für die Finanzreform in Milliardenhöhe. Beim Presseseminar des Spitzenverbandes bekräftigen die GKV-Vertreter ihre Forderungen an die Politik. Doch klar wird auch: Langsam ist ihre Geduld am Ende.
Der Argumentation der US-Regierung in der MFN-Debatte sei schwer zu widersprechen, meint Stéphane Bancel, CEO von Moderna, im Interview. Außerdem seien Investitionen in Europa und den USA allein notwendig, um von China nicht abgehängt zu werden. Deutschland-Chef Andreas Pollner erklärt, warum er den geplanten Herstellerabschlag auf Impfstoffe falsch findet.
Von den Fallzahlen her war die vergangene Grippe-Saison im Vergleich zum Vorjahr eher harmlos. Doch die Rate derer, die wegen Influenza ins Krankenhaus mussten, war weit höher als 2024/2025. Und es gab auch mehr Todesfälle. Im aktuellen Grippereport rätseln Experten noch über die Gründe. Aber sie warnen: Die Impfquoten in Deutschland sind viel zu niedrig.
Psychische Störungen verursachen Leid und hohe Kosten. Eine OECD-Studie zeigte, wie stark sie Volkswirtschaften belasten. Fachleute diskutierten gestern, wie die Politik die langen Krankheitsverläufe verhindern könnte. Vorschläge gab es viele. Ein Experte merkte aber an: Oft gehen hilfreiche Maßnahmen mit einem Regierungswechsel verloren.
Bei einem Parlamentarischen Abend der Orthopädietechnik in der Thüringer Landesvertretung in Berlin stand das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz im Mittelpunkt. Vor allem der vorgesehene Drei-Prozent-Abschlag auf Hilfsmittelversorgungen stößt in der Branche auf scharfe Kritik.
Beim grenzüberschreitenden Gesundheitsdatenaustausch, der digitalen Identität und der störungsfreien Nutzung von Anwendungen im Gesundheitssektor spielt die Gematik eine entscheidende Rolle. Dem neuen Digitalgesetz für das Gesundheitswesen zufolge soll sie deshalb eine stärker steuernde Rolle einnehmen. Gematik-Geschäftsführer Florian Hartge mit Details.
Der Bundesrat drängt, die Koalition deutet Entgegenkommen an, geht es um Sparmaßnahmen im Arzneimittelbereich – insbesondere forschende Hersteller in Deutschland können hoffen. Gesucht werden nun aber zusätzliche Einnahmequellen – am Ende noch stärker bei Besserverdienern?
Die Krankheitslast durch nichtübertragbare Krankheiten ist hoch und geht mit enormen Kosten einher. Dass es an der Zeit ist, endlich gegenzusteuern, wird schon lange gefordert. Klare Handlungsempfehlungen für die Politik haben Forschende der TU Berlin nun im Auftrag der Partnership for Health System Sustainability and Resilience erarbeitet.
Die Pflegebeauftragte der Regierung, Katrin Staffler, ist nicht wirklich zufrieden mit dem vorliegenden Entwurf für die Pflegereform. Vor allem würde sie sich wünschen, dass die Rentenbeitragszahlungen für pflegende Angehörige nicht gekürzt, sondern aus Steuern bezahlt werden. Dafür lobt die CSU-Politikerin den geplanten Anspruch auf frühe Pflegebegleitung.
Bei der PKV-Jahrestagung sind unterschiedliche Perspektiven auf die Reformen in Gesundheit und Pflege aufeinandergeprallt. Während der Verband die Pläne der Bundesregierung attackierte, warb das Ministerium für seinen Kurs. Und die „Wirtschaftsweise“ Veronika Grimm warnte vor den volkswirtschaftlichen Folgen ausbleibender Strukturreformen.
Vor der ersten Lesung des GKV-Spargesetzes äußerten Vertreter der Pharmabranche auf der BPI-Hauptversammlung gestern nochmal ihren Unmut. Die Dynamisierung des Herstellerabschlags wäre eine „Katastrophe“, sagte Verbandschef Oliver Kirst. Sein Geschäftsführer hat sich kürzlich mit Wirtschaftsministerin Reiche getroffen, um für die Pharma-Anliegen zu werben.
Bei der diesjährigen Gesundheitsministerkonferenz in Hannover drehte sich viel um die geplanten Sparmaßnahmen in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Aus den A- und B-Ländern kamen unterschiedliche Einschätzungen dazu, ob das dazugehörige Gesetz im Vermittlungsausschuss landen sollte oder sich Bund und Länder in strittigen Punkten noch einigen können.
Gesetzliche Krankenkassen könnten laut einer Studie der Boston Consulting Group bis zu 24 Milliarden Euro einsparen. Am größten wäre das Potenzial mit personalisiertem Versorgungsmanagement. Ein Gesundheitsökonom sagt jedoch, die Idee werde seit Jahren diskutiert, der Effekt sei bisher gering.
Mit der GKV-Finanzreform lässt die Koalition die Kassen nicht nur auf hohen Versorgungskosten für Bürgergeld-Beziehern sitzen. Sie verschärft die Probleme noch, indem sie den Bundeszuschuss für versicherungsfremde Leistungen insgesamt kürzt. Darüber empörte sich gestern der GKV-Spitzenverband in einem letzten Aufbäumen vor der Erstbefassung des Bundestages.
Ein Namensbeitrag von Christos Pantazis und Matthias Mieves zum Pharmastandort Deutschland dürfte – und ruft bereits – deutliche Reaktionen hervor. Dabei sind die Ideen nüchtern betrachtet längst bekannt. In manchen Bereichen folgen die Vorschläge global erfolgreichen Industrie-Standorten. Die Brisanz liegt im Timing.
Bei der gestern begonnenen und heute endenden Gesundheitsministerkonferenz in Hannover richtet sich der Fokus auf Entbürokratisierung und eine effizientere Patientensteuerung. Deutliche Kritik kommt aus den Ländern am geplanten GKV-Spargesetz – ebenso von den Wissenschaftsministern mehrerer Länder.
Ein interdisziplinäres Expertenbündnis fordert Schulgesundheitsfachkräfte an jeder Schule – gesetzlich verankert und dauerhaft finanziert. In einem aktuellen Bericht verweisen die Expert:innen auf internationale Evidenz, positive Effekte aus Modellprojekten und zeigen Optionen für eine bundesweite Umsetzung auf.
Die deutsche Wallet ist das Produkt, an dem sich Digitalminister Karsten Wildberger messen lassen will. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Das Projekt ist chaotisch, von Interessenkonflikten durchzogen und bereits heftig in Zeitverzug.
Es braucht mehr Prävention und Innovation, um dem wachsenden Druck auf Europas Gesundheitssysteme standzuhalten, sagte EU‑Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi gestern in Berlin. Im Bundesgesundheitsministerium sprach er mit Nina Warken über die Arzneimittelversorgung. Auf einer anschließenden Veranstaltung warb er für mehr Investitionen in EU‑Start-ups.
Ende Mai hat die Weltgesundheitsversammlung die metabolische Fettlebererkrankung erstmalig als wachsende globale Bedrohung anerkannt. Dabei ist weltweit längst jeder Dritte betroffen, in Deutschland jede vierte Person. Derzeit wird die Diagnostik nicht von der GKV übernommen. Doch Studien zeigen: Die Kosten für die häufig zu späten Behandlungen steigen.
Der Bundesrechnungshof hat die geplante Krankenkassen-Reform untersucht. Die Prüfer kritisieren „willkürliche Kürzungen“ des Bundeszuschusses. Unter anderem bemängeln sie, dass Finanzminister Lars Klingbeil seinen Etat zulasten der Versicherten saniere.
Die Landräte sehen im GKV-Spargesetz ein Umverteilungsgesetz und werfen der Bundespolitik vor, die Krankenkassen zulasten der Landkreise zu stabilisieren – während sie selbst Ausfallbürgen für etliche defizitäre Krankenhäuser seien. Ministerin Warken will Bürokratie abbauen und so die Kostenlast der Kommunen reduzieren.
Die Kassen geben immer mehr Geld für Heilmitteltherapien aus – doch Daten dazu, ob das Geld gut angelegt ist, fehlen weitestgehend. Der AOK-Heilmittelreport 2026 zeigt: Besonders Maßnahmen wie die 2024 eingeführte Blankoverordnung treiben die Kosten in die Höhe. Die Herausgeber fordern klare Leitlinien, eine bessere Ausbildung und ein effektives Monitoring.
Mit ihrem ernüchternden Befund zur HzV haben die TK und Studienautor Jonas Schreyögg für Proteste der Hausärzte gesorgt. Im Interview mit Thomas Trappe verteidigt Schreyögg seine Studie, plädiert für ein Primärversorgungssystem mit strengen Leitplanken – und gegen eine verpflichtende digitale Erscheinschätzung.
Verstoßen die mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz geplanten Vorhaben im Pharmabereich gegen geltendes Recht? Verfassungsrechtliche Bedenken formuliert eine Wirtschaftskanzlei in einem von Pharma Deutschland beauftragten Gutachten. Insbesondere die kumulative Wirkung von dynamischem Herstellerabschlag und Co. sehen die Juristen kritisch.
Am 10. Juni werden die Verbände zum Referentenentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes befragt. Die Kritik ist schon jetzt massiv. Kommunen, Länder und Sozialverbände warnen vor neuen Lasten, gebrochenen Zusagen und einem Attraktivitätsverlust der Pflege.
Das BMG vergibt ein externes Gutachten, um die finanziellen Auswirkungen des Entwurfs einer novellierten Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) vor rechtlicher Umsetzung zu prüfen. Die Radiologen haben dies bereits abschätzen lassen: Die beauftragten IGES-Forschenden berechneten deutliche Erlöseinbußen. Fachgesellschaft und Berufsverband warnen vor den Folgen.
Telemonitoring bei Herzinsuffizienz soll das Leben verlängern und ungeplante Krankenhausaufenthalte verhindern. „Das ist Prävention im besten Sinne des Wortes“, sagt der Kardiologe Friedrich Köhler. Mit Blick auf den Safe Hearts Plan der EU müsse aber noch an ein paar Stellschrauben gedreht werden, sind sich Experten einig.
Seit gestern liegt Nina Warkens Entwurf zur Pflegereform auf dem Tisch. Er enthält, wie erwartet, zahlreiche Zusatzbelastungen für Versicherte und Beitragszahler. Bund und Länder dagegen machten sich einen schlanken Fuß, kritisieren die Pflegekassen. Auch die SPD ist unzufrieden, sie hätte sich einen Finanzausgleich mit der PKV gewünscht.
Immer mehr Krankenhäuser in Deutschland melden, von dem Cyberangriff auf den Klinik-Dienstleister Unimed betroffen zu sein. Der geht indes davon aus, dass die Daten nun doch nicht durch Kriminelle veröffentlicht werden. Wurde ein Lösegeld gezahlt?