Die ABDA hat eine starke Einbindung im geplanten Primärversorgungssystem gefordert – von Ersteinschätzung, über Prävention bis hin zur Begleitung von Chronikerpatienten. Ihr Präsident bot der Ärzteschaft gestern den Schulterschluss an. Die SPD-Abgeordnete Tanja Machalet hält Arbeitsteilung und gute Zusammenarbeit der Berufe für eine Notwendigkeit.
Angesichts magerer Finanzergebnisse im ersten Quartal appellieren Orts-, Ersatz- und Betriebskrankenkassen an die Bundesregierung, dem Drängen von Bundesländern und Leistungsanbietern auf weitere Abstriche bei der Gesundheitsreform nicht nachzugeben. Ihr Überschuss von 1,1 Milliarden Euro sei allein stark gestiegenen Zusatzbeiträgen zu verdanken.
Sowohl in der EU als auch in Deutschland wird sich der Personalmangel im Gesundheitswesen in den kommenden Jahren verschärfen. Die zuständigen Ausschüsse des EU-Parlaments haben gestern einen Bericht zum Fachkräftemangel im Gesundheitswesen angenommen. So ist der Stand in Deutschland.
Trotz massiver Proteste bleibt es bei der Honorarkürzung für Psychotherapeuten. Das Bundesgesundheitsministerium sieht keinen Handlungsbedarf. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat Klage eingereicht, in neun Städten wird nächste Woche demonstriert.
Die Zahl der neuen Verdachtsfälle bei Ebola-Infektionen nach dem Ausbruch Mitte Mai ist rückläufig, aber die WHO warnt vor vorzeitigen Rückschlüssen. Vor dem Ad-hoc-Treffen der EU-Gesundheitsminister am Freitag läuft derzeit die heiße Phase, um Maßnahmen in die Wege zu leiten, die jetzt und in Zukunft helfen. Denn der nächste Ausbruch kommt gewiss.
Am 2. Januar 2027 soll die deutsche EUDI-Wallet starten. Doch nur 18 Prozent der Deutschen haben die dafür nötige Online-Ausweisfunktion aktiviert, Behördensysteme sind kaum vernetzt, und eine eindeutige Personenkennziffer fehlt bis heute. Ein Blick auf das, was die EUDI-Wallet leisten soll – und was dafür noch fehlt.
In den Pflegeheimen hat sich der Zugang zu zahnärztlicher Prävention verbessert. Doch in mehr als jeder zweiten Einrichtung erhalten die Bewohner nach wie vor kaum Prophylaxe-Leistungen, heißt es im aktuellen Zahnreport der Barmer, der heute veröffentlicht wird. Und in der ambulanten Pflege liegt die Inanspruchnahme bei gerade mal drei Prozent.
Bitmarck ist einer der größten IT-Dienstleister des Gesundheitswesens in Deutschland. Somit liegen viele Gesundheitsdaten bei dem Unternehmen. Im Interview spricht Geschäftsführer Andreas Strausfeld über Lehren aus zwei Cyberangriffen, das neue Digitalgesetz und warum er Teile des geplanten GKV-Sparpakets für „groben Unsinn“ hält.
Das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) verwaltet die Pflegeversicherung über den Pflegeausgleichsfonds. Trotz Milliardendarlehens droht der Versicherung nun schon wieder die Puste auszugehen. Aber die monatlichen Ausgleichszahlungen an die Pflegekassen weiter zu senken, um die Liquidität des Fonds zu sichern – das kommt dem BAS offenbar nicht in den Sinn.
Die Techniker Krankenkasse hat eine Studie vorgelegt, die sie am Nutzen der Hausarztzentrierten Versorgung zweifeln lässt. Die Bundesvorsitzende des Hausärzt:innenverbandes Nicola Buhlinger-Göpfarth widerspricht: Im Gespräch erklärt sie, warum die HZV unverzichtbar ist und was auf dem Spiel steht, wenn der Gesetzgeber die Angebotspflicht kippt.
Die Steuerungseffekte der Hausarztzentrierten Versorgung fallen gering aus, einen wesentlichen Mehrwert zur vertragsärztlichen Regelversorgung gibt es bei gleichzeitigen Mehrkosten nicht. So fällt das Fazit einer Evaluation im Auftrag der TK aus. Die Kasse will HzV-Verträge als freiwillige Leistung. Der beauftragte Forscher Jonas Schreyögg macht Vorschläge.
Der Berliner Senat bereitet die Krankenhäuser mit einem Rahmenplan auf den Kriegsfall vor. Offen ist darin die Frage, ob Zivilisten und Soldaten im Notfall unterschiedlich behandelt werden sollen. Unter Berliner Ärzten führte das jetzt zu einem Eklat.
Dem Digitalgesetz zufolge soll die Gematik die Telematikinfrastruktur stärken. Wie das funktionieren könnte, hat die Digitalagentur in einem Konzept ausgearbeitet. Demnach soll sie eine aktivere Rolle mit mehr Macht bekommen. Der Plan ist mit ausformulierten Aufgaben und einem genauen Zeitplan versehen.
Durch das Streichen der Vermittlungspauschale für Facharzttermine würden Fachärztinnen und Fachärzte das Vertrauen in die Politik verlieren, heißt es von Facharztseite. Über mögliche Konsequenzen streiten sich Verbände und Krankenkassen.
Die Wirtschaftsweisen senken ihre Wachstumsprognose – und warnen zugleich vor einer langfristigen Bremse: dem demografisch getriebenen Kostenschub in Kranken- und Pflegeversicherung. Ohne Reformen drohen steigende Beitragssätze, die Nettoeinkommen und Beschäftigung belasten.
Die EU-Kommission hat eine interne Analyse zum Biotech Act veröffentlicht, in welcher die Auswirkungen des Vorhabens auf verschiedene Bereiche abgeschätzt werden. Für kleine und mittelständische Unternehmen fällt die Bilanz der Beamten sowohl finanziell als auch für die Produktivität klar positiv aus. Bei Biosimilars erkennen sie jedoch auch einen Nachteil.
Vertreter von Zahnärztinnen und Zahnärzten kritisieren seit Jahren, dass Fremdinvestoren Praxen aufkaufen und Ketten bilden können. Von der Politik fordern sie mehr Regulierung. Allerdings wachsen investorenbetriebene MVZ mittlerweile langsamer als noch vor wenigen Jahren. Hat sich der Markt von allein beruhigt?
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit hat die Ergebnisse der diesjährigen Drogenaffinitätsstudie vorgestellt. Auffällig ist: Entgegen dem jahrzehntelangen rückläufigen Trend ist Rauchen offenbar bei Minderjährigen wieder auf dem Vormarsch. Gerade junge Mädchen greifen demnach öfter zu Nikotinprodukten. Am beliebtesten: die E-Zigarette.
Antibiotikaresistenzen, Gesundheitsfinanzierung, Strahlung: Die 79. Weltgesundheitsversammlung in Genf hat vieles beschlossen – etwa eine „Economics of Health for All“-Strategie, einen Aktionsplan gegen Antibiotika-Resistenzen oder eine Reform der globalen Gesundheitsarchitektur.
Neue Strukturen, um Lieferabhängigkeiten zu verringern und Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln langfristig herzustellen, aber auch etliche Maßnahmen zur Stärkung des Produktions- und Forschungsstandorts in Deutschland werden im Entwurf eines Positionspapiers der SPD-Fraktion vorgeschlagen. Darin findet sich auch ein Vorgeschmack auf Preisdebatten.
Es war ein langer Weg hierher, wie die Abgeordneten selbst konstatieren – doch das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) ist am Freitag vom Bundestag verabschiedet worden. Von der Opposition musste sich die Regierung heftigste Kritik anhören. Und auch viele Verbände sind mit dem Gesetz noch lange nicht zufrieden.
Weitreichende Änderungen dürften die Länder an zwei zentralen Gesetzen dieser Legislatur fordern. Das geht aus den Empfehlungen des Unterausschusses Gesundheit im Bundesrat zu den Entwürfen zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und zum Gesetz für eine Reform der Notfallversorgung hervor. Die Vorschläge gleichen Zugeständnissen an viele Stakeholder.
Bürgergeld, Psychiatrieentgelte, Pflegebudget: Beim Zukunftsforum der Deutschen Krankenhausgesellschaft ging es ums Sparen in Krisen. Beim Pflegebudget war man sich im Ziel einig – aber nicht im Weg: Deckelung für einige Jahre oder zurück in die Fallpauschalen?
Das parlamentarische Verfahren zum Medizinregistergesetz hat begonnen. TMF-Chef Sebastian Semler begrüßt die Stoßrichtung, warnt aber vor Überregulierung, fehlender Grundfinanzierung und einem zu engen Konzept für Datenverknüpfungen.
Weniger Kassen, weniger Kosten? Die RSA-Allianz widerspricht Fusionsvorschlägen aus den Regierungsparteien. Kooperationen, Wettbewerb und freiwillige Fusionen seien der bessere Weg. Außerdem müsste der Blick nach Österreich den Ruf nach deutschem Kassen-Kahlschlag verstummen lassen.
Die Bundesregierung hat die Roadmaps für die sechs Schlüsseltechnologien der Hightech Agenda Deutschland vorgelegt. Umfassend sind die Ziele und Messindikatoren im Bereich Biotechnologie. Neben Zuspruch äußern Verbände auch Kritik und verweisen auf offene Fragen – etwa, mit welchen Mitteln die Maßnahmen umgesetzt werden sollen.
Finanzminister Lars Klingbeil drängt die Bundesressorts zur Konsolidierung für den Haushalt 2027. Im Gesundheitsbereich soll dabei das GKV-Spargesetz helfen. Die Opposition ist mit der Lastenverteilung der geplanten Maßnahmen unzufrieden. Tino Sorge verteidigte gestern als parlamentarischer Staatssekretär für Gesundheit die Vorhaben.
Kann das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) den schnellen Rückgang der Zahl der Apotheken stoppen? Dazu gibt es in der Schlussphase der Gesetzgebung bei Verbänden, Forschungsinstituten und Versandapotheken unterschiedliche Einschätzungen. Das gleiche gilt für die Zukunft der Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Apotheken.
Die Bundesgesundheitsministerin ist bereit, über die Ausgestaltung der Maßnahmen im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz zu sprechen – mit der Pharmabranche wie auch auf Ministerien-Ebene. Die Auflagen für Anpassungen gefallen der Industrie eher nicht. Die verstärkte gestern ihre industriepolitische Argumentationslinie, flog dafür sogar Enrico Letta ein.
Im Hause des GKV-Spitzenverbands diskutierten Tino Sorge und Janosch Dahmen zur Primärversorgung. Dahmen brachte wieder einmal heftige Kritik an der Prioritätensetzung des BMGs ein: Ohne Strukturreformen brauche es weder digitale Tools noch mehr Termine. Sorge ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen – und sprach auch zu den bevorstehenden Fachdialogen.
Bereits im ersten Quartal 2026 klafft ein Finanzierungsloch von 667 Millionen Euro in der sozialen Pflegeversicherung. Dieses könnte sich ohne Pflegereform bis 2027 auf sieben Milliarden Euro ausweiten. GKV-Spitzenverband und MD Bund stellten dafür einige Ideen vor.
Viele Influencer:innen bewerben zweifelhafte Mittel und verbreiten falsche Gesundheitsinfos. Dagegen vorzugehen ist selbst mit Heilmittelwerbegesetz und Digital Services Act schwierig. Ein Faktencheck-Projekt der Verbraucherzentralen NRW und Rheinland-Pfalz soll jetzt helfen.
Das GeDIG soll das Gesundheitswesen ins digitale Zeitalter führen. Die Stellungnahmen zur gestrigen Verbändeanhörung zeigen: Die Skepsis ist groß. Ärzteverbände warnen vor realitätsfremden Vorgaben und einem schleichenden Machtzuwachs der Krankenkassen. Die wiederum sehen den Entwurf überwiegend positiv.
Insgesamt 13 Änderungsanträge haben die Regierungsfraktionen für das ApoVWG eingereicht. Darunter: keine Exklusivverträge für Biosimilars, Impfen und Blutentnahme in Apotheken und ein niedrigschwelligerer Zugang zu bestimmten pharmazeutischen Dienstleistungen.
Glücksspielähnliche Mechanismen in Videospielen sind ein großes Problem, sagt Stefanie Drese. Die Jugend- und Gesundheitsministerin von Mecklenburg-Vorpommern hat daher eine Bundesratsinitiative für schärfere Regeln gestartet. Im Interview spricht sie über den Stand und ihre Erwartungen.
Die seit Wochen andauernden Debatten zur Pflegereform reißen nicht ab – drehen sich angesichts fehlender belastbarer Reformdetails aber auch stoisch im Kreis. So auch am Wochenende. In Reihen von CSU und SPD wurde unisono vor einem Verschiebebahnhof gewarnt, der finanzielle Lasten verlagere, Pflegebedürftige aber nicht zukunftssicher absichere.
Der Entwurf zum GeDIG schreibt Telemonitoring-DiGA ins SGB V – deklaratorisch, sagt das Bundesgesundheitsministerium. Verbände und Hersteller fordern eine Präzisierung des Begriffs. Andernfalls blieben die regulatorischen Hürden für Telemonitoring-Anwendungen weiterhin zu hoch.
In Hannover fordert der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) ein Umsteuern in der Gesundheitspolitik: Das Gesundheitswesen müsse stärker auf frühe Hilfen ausgerichtet werden, statt vor allem späte Schäden zu behandeln. Die Delegierten verlangen zudem strengere Regeln für Alkohol, Tabak, Nikotinprodukte, Medizinal-Cannabis und soziale Medien.
Die EU will sich besser gegen Gesundheitskrisen wappnen: Mit der neuen Global Health Resilience Initiative setzt die Kommission auf mehr internationale Koordinierung, resilientere nationale Systeme und diversifizierte Lieferketten – von Frühwarnsystemen und Künstlicher Intelligenz (KI) bis hin zu neuen Hubs für Diagnostik und Therapeutika.
Ein neuer Referentenentwurf sieht erhebliche Änderungen für die Apotheker vor: Das Packungsfixum soll nun über ein Jahr stufenweise angehoben werden, die Versandkontrollen für Online-Versandapotheken werden fast gänzlich gestrichen. Der Apothekenreform dürfte damit endgültig der Weg geebnet sein – denn auch die GKV wird nicht belastet.
Beim 130. Deutschen Ärztetag stieß Bundesgesundheitsministerin Nina Warken mit ihren geplanten Milliarden-Einsparungen gestern auf deutliche Kritik. Ärztepräsident Klaus Reinhardt warnte vor Belastungen für Versorgung, Praxen und Kliniken – richtete seine schärfsten Vorwürfe aber an den Bund und Finanzminister Lars Klingbeil.
Stark steigende Leistungsausgaben sorgen dafür, dass die Zusatzbeiträge der Krankenkassen unter Druck bleiben. Trotz erneuter Beitragserhöhungen zu Jahresbeginn wird es deshalb rund einem Drittel der Kassen nicht gelingen, bis zum Jahresende ihre Rücklagen auf die gesetzliche Mindestreserve aufzufüllen, analysiert Kassendienstleister Bitmarck.
Vor dem heute in Hannover beginnenden 130. Deutschen Ärztetag warnen der Präsident der Bundesärztekammer und der Marburger Bund vor empfindlichen Einschränkungen bei der Versorgung infolge des milliardenschweren GKV-Sparpakets. Die KBV kündigt derweil keine Leistungen mehr für gesetzlich Versicherte jenseits des Budgets an.
Bis Ende Juli 2027 müssen GKV-SV, PKV-Verband und DKG einen Leistungskatalog vereinbaren, den Pflegefachpersonen eigenverantwortlich erbringen dürfen. So will es das BEEP – und Kliniken sehen großes Potenzial. Nur: Das GKV-Spargesetz könnte neue Berufsbilder ausbremsen, bevor sie in Deutschland Fuß fassen, warnt Charité-Vorständin Carla Eysel.
Der Ausbruch des Andes-Virus auf der MV Hondius machte aus einer Expeditionsreise eine internationale Krise mit drei Todesopfern. Während die letzten Passagiere von Bord gebracht werden, mahnt die WHO zur Besonnenheit: Das Risiko einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung sei gering. Derweil reagieren die betroffenen Länder mit unterschiedlichen Quarantänemaßnahmen.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken warnt vor einem Defizit von 22,5 Milliarden Euro und kündigt höhere Belastungen für Pflegebedürftige an. SPD-Politiker Pantazis hält dagegen: Ohne Strukturreform und gerechtere Lastenverteilung zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung werde sich an der Schieflage des Systems nichts ändern.
Arzneimittel belasten Klima und Gewässer. Ein neuer Policy Brief des Centre for Planetary Health Policy zeigt, wo Politik und Selbstverwaltung ansetzen können, um die Umweltbilanz von Medikamenten zu verbessern: von mehr Transparenz über nachhaltige Beschaffung bis hin zu Abwasserreinigung.
BMG-Staatssekretär Tino Sorge kündigt beim Digitalforum Gesundheit ein Sofortprogramm für Cybersicherheit an und dringt auf mehr Tempo bei der Digitalisierung – auch bei Datennutzung und der elektronischen Patientenakte. Ein neues Positionspapier des Veranstalters liefert dazu konkrete Vorschläge.
Eine interfraktionelle Abgeordnetengruppe will die Organspende neu regeln. Nach ihrem Gesetzentwurf soll ab 2030 die Widerspruchsregelung gelten: Wer einer Organentnahme zu Lebzeiten nicht widerspricht, käme nach dem Tod grundsätzlich als Spender infrage. Kritiker warnen vor Eingriffen in die Selbstbestimmung.
Der Bund will die finanziell klamme Pflegeversicherung kurzfristig stabilisieren, legt den Ländern aber weiter keinen Referentenentwurf vor. Die beim gestrigen Treffen der Bund-Länder-AG skizzierten Eckpunkte deuten vor allem auf Sparmaßnahmen hin – zentrale Finanzierungsfragen bleiben dagegen offen.
Mehr Teamarbeit, mehr digitale Tools und mehr Vernetzung: In einem Primärversorgungssystem sieht Bündnis 90/Die Grünen die Chance für eine bessere Versorgung. Im November haben sie einen Antrag an die Bundesregierung gerichtet, das Modell gesetzlich festzuschreiben. Gestern fand dazu eine Anhörung statt.
Der Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg verspricht mehr Geld für Krankenhäuser, eine Kinderarztquote und einen verbindlichen Pharmapakt Baden-Württemberg. Bei einigen Ankündigungen, etwa zu Integrierten Notfallzentren oder neuen Berufsbildern, hängt die Umsetzung durch die künftige Grün-Schwarze-Landesregierung aber von Vorarbeiten des Bundes ab.
Auf dem DAV-Wirtschaftsforum stand überraschend eines im Raum: Das Packungsfixum soll nach Informationen aus dem BMG nun doch stufenweise erhöht werden – ohne das Wissen und entgegen den Wünschen der Fraktionen. Wie es nun weitergeht mit der Apothekenreform, scheint ungewisser denn je.
Die Debatte über das GKV-Spargesetz verschärft den Streit um die Zukunft der stationären Versorgung. Während die DKG vor Insolvenzen und Leistungseinschränkungen warnt, kritisiert die AOK, zu viele Patienten seien unnötig im Krankenhaus: Jeder zweite Klinikfall sei ambulant behandelbar oder vermeidbar. Auch bei der Klinikfinanzierung gebe es Reformbedarf.
Die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wirtschaftsstandortes will Kanzleramtschef Frei zurückgewinnen, wohl wissend, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen. Der CDU-Wirtschaftsrat warnt indes vor einem absurden Nebeneinander von Gesetzen. Und zwei Pharma-Bosse verteidigen ihre Kritik am GKV-Spargesetz.
Nun hat man sich also doch darauf geeinigt: Ab 2028 soll die Zuckersteuer kommen – und der GKV aus ihrer Notlage helfen. Innerhalb der SPD sowie fraktionsübergreifend wird bereits über eine genaue Ausgestaltung gesprochen. Möglicherweise stützen sich die Abgeordneten dabei auf ein neues Gutachten, das die Rechtmäßigkeit einer zweckgebundenen Steuer prüft.
Neben Heroinersatz in Pillenform ist seit 2009 auch Substitution mit reinem Heroin (Diamorphin) möglich. Nur wenige Patienten nehmen diese Möglichkeit in Anspruch, gleichzeitig ist der Aufwand hoch. Ein Berliner Suchtarzt erklärt, warum es diesen Weg trotzdem braucht.
Im Bundestag formiert sich ein neuer Vorstoß für die Widerspruchsregelung bei der Organspende. Eine fraktionsübergreifende Abgeordnetengruppe will ihren Gesetzentwurf am Donnerstag der Öffentlichkeit vorstellen. Zugleich wächst der Widerstand: Eine zweite Gruppe will Freiwilligkeit stärken und ethische Bedenken gegen ein Schweigen als Zustimmung betonen.
Deutschland ist weltweit das einzige Land, das sich ein Ganzkörper-Hautkrebsscreening für symptomlose Gesunde leistet. Der Entwurf für das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sieht deshalb vor, dass das anlasslose Screening überprüft und eventuell in ein risikobasiertes Screening umgewandelt wird.
Wie hilfreich sind KI‑Reallabore? Ein Pilotprojekt von Bundesnetzagentur, der Bundesdatenschutzbeauftragten und dem hessischen Digitalministerium hat einen Durchlauf simuliert. Während Forscher das Format als wichtigen Lernraum loben, zweifeln Beteiligte, ob es eine echte Testumgebung bietet oder eher gut gemeinte Theorie.
Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz will die schwarz-rote Koalition Milliarden im Gesundheitswesen sparen – und gerät politisch unter Druck. Während Bundeskanzler Friedrich Merz die Einschnitte verteidigt, wird die Kritik immer lauter. Diese richtet sich vor allem an die Belastungen für Versicherte.
Angesichts der anstehenden Pflegereform schlägt der PKV-Verband ein Fünf-Punkte-Sofortprogramm vor. Es umfasst ein flexibles Pflegebudget, die Neuausrichtung von Pflegegrad 1, eine verbindlichere Pflegeberatung, ein zentrales Pflegeportal und verschärfte Qualitätssicherung. Einsparpotenzial: gut fünf Milliarden Euro.
Bei den diversen Verkleinerungen der europäischen Sustainable-Finance-Vorschriften seit dem vergangenen Jahr fand sie wenig Aufmerksamkeit, doch inzwischen werden die Auswirkungen klarer: Die Verwendung tausender gefährlicher Chemikalien steht nicht mehr einer Einstufung von Wirtschaftstätigkeiten als ökologisch nachhaltig im Weg.
Gleich nach Kabinettsbeschluss machte sich Nina Warken auf in die Mitte Deutschlands. Im thüringischen Mechterstädt will sie für ihre Politik werben und transparent kommunizieren – ausgerechnet an einem Tag, der wegen eines Übergriffs des Finanzministers auf GKV-Gelder in Erinnerung bleiben dürfte.
Das Bundeskabinett hat das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz beschlossen – mit deutlichen Änderungen in letzter Minute. Am neuen Entwurf entfacht sich ein Streit über Kürzungen, Belastungen und verpasste Reformchancen. Das Parlament will nachschärfen, doch viel Zeit lässt die Planung aus dem Bundesgesundheitsministerium nicht.
Die Koalition legt ein angepasstes Paket zur Beitragsstabilisierung in der GKV vor, der Finanzminister will dies als Einstieg in die Vollerstattung der Kosten für Bürgergeldbezieher verstehen. In der Amtszeit des Finanzministers soll aber erst mal mit Beitragsgeldern der Steuertopf saniert werden. Die Kritik fällt deutlich aus.