Auf Transparenz zu Nachhaltigkeitsdetails und negativen Effekten von Anlagefonds auf Umwelt und Soziales wird man weiter warten müssen. Denn die EU-Finanzaufsichtsbehörden stellen so umfangreiche Forderungen, dass die Europäische Kommission mehr Zeit für den Rechtsakt benötigt und den Finanzakteuren mehr Zeit einräumen will.
Klimaschonend, ökologisch und arbeitnehmerfreundlich: Viele Investmentfonds kaufen nur Wertpapiere von Unternehmen, die bestimmte Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) erfüllen. Aber was ist mit Staatsanleihen? Einige Fonds achten auch bei diesen auf ethische Kriterien.
Der künftige Vizekanzler und Superministeriums-Chef von den Grünen, Robert Habeck, macht ernst: Drei seiner vier neuen Staatssekretäre sind Finanzexperten. Damit rückt Habeck das Geld ins Zentrum seiner Klimapolitik und macht nebenher auch dem künftigen FDP-Bundesfinanzminister Christian Lindner Kompetenzen streitig.
Zwar plant die EU-Kommission einen zentralen Sammelpunkt für ESG-Daten von Unternehmen. Doch soll der frühestens 2024 kommen. Ein Bündnis verschiedener Organisationen sowie Finanzhäuser und Unternehmen hat nun eine eigene Plattform entwickelt. Sie könnte eine wichtige Hilfe für die Transformation der Wirtschaft sein.
Ein Umsteuern auf den 1,5-Grad-Pfad in Deutschland erfordert vielfältige Lösungsansätze. Der WWF hat zusammen mit dem Öko-Institut untersucht, wie die Ambitionslücke beim Klimabeitrag doch noch geschlossen werden könnte: Finanztransfers sollen dafür sorgen, dass Emissionsbudgets andernorts nicht ausgeschöpft werden. Wichtig sei dabei eine robuste Governance.
Nicht nur die EU, auch eine Reihe von Staaten außerhalb entwickeln Regelwerke für klimafreundliche Investitionen. Besonders beim Erdgas, für dessen Einbeziehung in die EU-Taxonomie Deutschland geworben hat, setzen manche engere Grenzen.
Die Bundesbank hat in einer Studie das deutsche Finanzsystem daraufhin getestet, ob es einen stark steigenden CO2-Preis aushält. Weitgehend ja, erklären die deutschen Währungshüter. Insbesondere die Banken müssen sich angeblich wenig Sorgen machen.
Nach der Vorstellung ihres Koalitionsvertragsentwurfs finden die Ziele von SPD, Grünen und FDP im Bereich Sustainable Finance viel Unterstützung in der Finanzszene. Die Koalitionspläne werden aber auch einen Preis haben, mahnen zwei Finanzexperten.
Erstmals taucht in einem Koalitionsvertrag für eine Bundesregierung der Begriff Sustainable Finance auf. Die Branche findet Licht und Schatten in dem Dokument, doch ein wichtiges Wort wird vermisst.
Brexit hin, Brexit her: In Sachen energetische Gebäudesanierung geriert sich London so, als gehöre man weiter zur EU. Zumindest hat das von der britischen Regierung mit ins Leben gerufene Green Finance Institute jetzt eine Initiative mit dem Ziel gestartet, ausgerechnet in europäischen Staaten die Finanzierung für den Klima-Umbau von Häusern zu koordinieren.
Um einen Kollaps des ökologischen Systems auf der Erde zu vermeiden, wollen Aktivisten aus Süddeutschland eine „Gemeinwohlwährung“ als neues Zahlungsmittel etablieren. Was zunächst utopisch klingt, passt allerdings gut zu den vielfältigen Finanzinitiativen, die sich für den Erhalt der Biodiversität stark machen.
Gezielter Naturschutz würde beträchtlich zum Klimaschutz beitragen. Das untermauert eine aktuelle Studie der Conservation International. Die Wissenschaftlergruppe fordert von Regierungen, besonders kohlenstoffhaltige Ökosysteme rasch und effektiv zu schützen. Kapitalgeber könnten anhand der Erkenntnisse das Nachhaltigkeitsprofil ihrer Portfolios verbessern.
Informationen aller börsennotierten Unternehmen sollen nach dem Willen der EU-Kommission künftig an einem einzigen Punkt abrufbar sein, am liebsten maschinenlesbar. Zudem will Brüssel Investitionen in klimaschonende Infrastruktur attraktiver machen.
Mit Angela Merkel hat nun auch die scheidende Bundeskanzlerin anscheinend die Hoffnung aufgegeben, die Atomkraft aus dem Katalog der ökologisch nachhaltigen Geschäftstätigkeiten in der EU-Taxonomie herauszuhalten. Der kommenden Ampel-Koalition droht damit der erste Rückschlag, bevor mit dem Regieren überhaupt begonnen werden kann.
Gestern hat die Europäische Kommission ihren Vorschlag für ein Gesetz gegen „importierte“ Entwaldung vorgelegt. Die Finanzbranche als Akteur und weitere Ökosysteme als Objekt bleiben außen vor, kritisieren Umweltverbände und EU-Parlamentarier. Das Gesetz ist ein Baustein, um Lieferketten europäischer Unternehmen sozialer und umweltverträglicher zu machen.
Die Net-Zero Asset Owner Alliance, in der sich viele große institutionellen Investoren zusammengeschlossen haben, erwägt, sich gegen die Aufnahme von Atomenergie und Erdgas in die EU-Taxonomie nachhaltiger Geschäfte auszusprechen. Manche Schwergewichte positionieren sich schon klar dagegen.
Seit Samstag steht der Abschlussbericht der Klimakonferenz COP26 in Glasgow. NGOs gehen die Versprechungen der Staats- und Regierungschefs aber an vielen Punkten nicht weit genug. Im Interview spricht Christoph Bals, politischer Geschäftsführer der Umweltorganisation Germanwatch, über enttäuschte Erwartungen und historische Beschlüsse.
Dass trotz aller zur Schau gestellter Zuversicht vieles umstritten ist in den Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP, zeigt jetzt ein Sachstandsbericht der für Finanzthemen zuständigen Arbeitsgruppe. Besonders umkämpft: das Thema nachhaltige Finanzen.
Konzepte für nachhaltige Finanzen bieten unterschiedliche Lösungsansätze, um Gesellschaft und Wirtschaft ökologisch und sozial zukunftsfähig zu machen. Ihre Vielfalt mag irritieren, entspricht aber den vielfältigen Herausforderungen. Welche Konzepte es gibt und welche Vor- und Nachteile sie haben.
Mit mehreren Durchbrüchen, aber auch erwartbaren Verwässerungen konkreter Klimaziele und Vereinbarungen zu nachhaltigen Finanzen ist die Weltklimakonferenz COP26 am Samstag in Glasgow zu Ende gegangen. So verständigten sich die 197 Vertragsstaaten unter anderem auf einen Kohleausstieg und ein Regelwerk für den Handel mit CO2-Zertifikaten.
Gegen den Versuch einiger EU-Mitgliedsstaaten, Atomkraft und Erdgas in den Taxonomie-Katalog nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten aufzunehmen, formiert sich immer mehr Widerstand. Dem SPD-Kanzlerkandidaten und derzeit geschäftsführenden Vizekanzler Olaf Scholz steht eine erste Bewährungsprobe auf dem europäischen Parkett bevor.
Der Klimaschutz müsse im Mittelpunkt der Haushaltsplanung stehen, empfiehlt der Bundesrechnungshof. Auch die Wirtschaftsweisen sehen darin eine große Chance für die deutsche Wirtschaft. Sie werfen einen Blick auf die globale Ebene und mahnen: Klimaschutz braucht vor allem ein sicheres Investitionsumfeld.
Wann ist Finanzpolitik nachhaltig? Wann nicht? Ganz unterschiedliche und sogar gegensätzliche Konzepte werden mit dem Attribut angepriesen. Durch die wachsende Bedeutung der Klimapolitik wird über die generelle Richtung von Finanzentscheidungen des Staates künftig mehr gestritten werden. Ein Überblick.
Eine Reihe großer Staaten, darunter Deutschland, will jetzt Erdöl- und Erdgasprojekten die Finanzierung abdrehen. Darauf hat man sich auf der Weltklimakonferenz COP26 geeinigt. Doch bereits jetzt haben fossile Energievorhaben einen schweren Stand: Finanziers haben die Renditeanforderungen deutlich hochgeschraubt, so die US-Investmentbank Goldman Sachs.
Während sich internationale Vorreiter auf dem Kapitalmarkt zunehmend gegen die Vernichtung wertvoller Ökosysteme und Landdegradierung einsetzen, fehlen große deutsche Finanzinstitute weitgehend. Eine Studie will Licht ins Dunkel zerstörerischer Finanzierungen bringen.
EU-Parlamentarier und NGOs warnen vor einer Verwässerung des kommenden EU-Lieferkettengesetzes gegen Entwaldung. Es soll bislang weder den Finanzsektor zur Sorgfalt bei Finanzierungen verpflichten, noch Regelungen zu wichtigen Rohstoffen enthalten, die zur Entwaldung beitragen, wie der Verordnungsentwurf zeigt, der Tagesspiegel Background vorliegt.
Die mit der Entwicklung der EU-Standards für Nachhaltigkeitsinformationen von Unternehmen betraute Fachgruppe Efrag lässt sich in die Karten blicken: Sie hat die von anderen Organisationen entwickelte Regeln in ihren ersten Entwurf integriert.
Während viele Staaten auf der Weltklimakonferenz angekündigt haben, die Entwaldung bis 2030 stoppen zu wollen, haben sich einige Finanzakteure zu entwaldungsfreien Portfolios bis 2025 verpflichtet. Deutsche Finanzakteure und Wissenschaftlerinnen fordern von den Ampel-Unterhändlern, den Schutz der Biodiversität ambitioniert im Koalitionsvertrag zu verankern.
Lange schon schwelt die Debatte um die Aufnahme von Erdgas und Atomenergie in die EU-Taxonomie. Ein Dokument zeigt, dass Frankreich auf eine Entscheidung drängt. In Berlin fürchtet man, dass die künftige Bundesregierung keinen Einfluss mehr nehmen könnte, wenn die EU-Kommission schnell den Vorschlägen folgt.
Müde ist die Weltklimakonferenz COP26 gestartet. Statt vieler erhoffter neuer Klimazusagen der Staatengemeinschaft gab es bislang vor allem kleine Zugeständnisse. Doch für den Finanzsektor und Unternehmen gilt das nicht: Mit neuen Initiativen schickt sich die Wirtschaft an, die Welt vor der Überhitzung zu retten – und Glasgow doch noch zum Erfolg zu machen.
IFRS ist das in vielen Ländern anerkannte Regelwerk für die Finanzkennzahlen von Unternehmen. Nun sollen unter dem gleichen Dach auch Standards für Nachhaltigkeitsberichte erarbeitet werden. London prescht derweil bei den Regeln für Klimainformationen vor.
Die Londoner HSBC gehört zu den größten Banken der Welt. Ihr deutscher Risikovorstand Nikolas Speer erklärt im Background-Interview, warum die Finanzbranche anfangs so zögerlich war in Sachen Klimawandel, wie schnell man 1000 Milliarden US-Dollar gegen Kohlendioxid in Stellung bringen kann und warum ausgerechnet Fridays for Future für die HSBC wichtig sind.
Ein großes Hindernis für eine erfolgreiche Klimakonferenz in Glasgow ist beiseite geräumt: Ein Finanzierungsplan unter deutscher Beteiligung kann glaubhaft machen, dass die Industrieländer ihre Hilfszusagen in den nächsten Jahren einhalten.
Auf Druck insbesondere aus Frankreich steht Brüssel kurz davor, Atomkraft in den Katalog nachhaltiger Geschäftstätigkeiten, die sogenannte Taxonomie, aufzunehmen. Im Gegenzug gilt es als wahrscheinlich, dass Erdgas als Übergangstechnologie für eine angestrebte Klimaneutralität anerkannt wird – was wiederum vor allem deutschen Interessen entgegenkommen würde.
Für bis zu 60 Milliarden Dollar möchte die Asiatische Entwicklungsbank ADB mit privaten Investoren Kohlekraftwerke in Asien aufkaufen, um die CO2-Schleudern möglichst schnell abzuschalten. Warum das ein guter Plan ist, wie er funktioniert und weshalb es sich für Investoren lohnt, erklärt ADB-Projektleiter David Elzinga im Tagesspiegel-Background-Interview.
Europas größter Pensionsfonds ABP aus den Niederlanden verkauft milliardenschwere Pakete von Kohle-, Öl- und Gasaktien und will emissionslastige Branchen zu Klimaschutz drängen. Kurz vor dem Start der Weltklimakonferenz COP26 rückt Großbritannien das Thema auf die politische Agenda und formuliert Erwartungen an Investoren.
Die Bundesregierung solle lieber jetzt ambitionierte Maßnahmen zur Verringerung der Emissionen ergreifen als dass später sehr drastische Änderungen anstehen, fordert der Privatbankenverband BDB. Schließlich trügen Nachhaltigkeits-Innovationen zum Erhalt der wirtschaftlichen Stärke Europas bei. In den Koalitionsgesprächen würden die Banken aber übersehen.
Beim Thema Finanzen ist während der Klimakonferenz in Glasgow Musik drin: Werden die komplexen Verhandlungen um Artikel 6 des Abkommens abgeschlossen, gäbe es gesicherte Regeln für Investition in CO2-Minderungsprojekte.
Kapitalmarktakteure haben laut einer Umfrage begonnen, sich mehr um Diversität in ihren Teams zu kümmern. Doch sie stehen am Anfang, wie laut einer anderen Studie insbesondere die Situation und Benachteiligung von Frauen in den Wechseljahren zeigt, von denen viele nicht mehr für Führungspositionen bereit stehen.
Das nächste Regierungsbündnis dürfe in Sachen nachhaltiges Finanzwesen nichts mehr auf die lange Bank schieben, sagt Silke Stremlau, Vorständin der Hannoverschen Kassen und stellvertretende Vorsitzende des bisherigen Sustainable-Finance-Beirats der Bundesregierung. Die Politik solle Anreize für eine neue Art von Wirtschaft setzen, fordert sie.
Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, braucht es mehr Tempo. Die Organisation Swiss Sustainable Finance hat darum vor der COP26 ihre Mitglieder aufgerufen, sich zur Senkung ihrer CO2-Emissionen zu verpflichten. Damit hat sie ihrem deutschen Pendant etwas voraus.
Die Europäische Kommission möchte Unternehmen verpflichten, langfristiger zu denken. Firmenleitungen sollen Klima, Umwelt, Beschäftigte, Soziales und Menschenrechte stärker berücksichtigen.
In Vorbereitung auf den morgigen Sustainable-Finance-Gipfel haben Vertreter verschiedener Organisationen eine Studie vorgelegt, die den Weg Deutschlands zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort skizzieren könnte. Dabei wird deutlich: Es ist von allen Akteuren noch viel Einsatz notwendig.
Die Sustainable-Finance-Strategie der EU-Kommission gerät unter Druck. Als teilweise wenig ambitioniert und „an vielen Stellen“ mit einem Mangel „an Dringlichkeit und Dynamik“ versehen – so charakterisieren Experten der deutschen Wissenschaftsplattform Sustainable Finance die Strategie. Und raten der künftigen Bundesregierung zu entschlosseneren Schritten.
Das vom Weltnaturschutzgipfel angepeilte Abkommen mit größeren Naturschutzgebieten reicht laut Fachleuten nicht, um den drohenden Kollaps von Ökosystemen zu verhindern und das neue Menschenrecht auf eine gesunde Natur wirksam zu schützen. Investoren fordern ambitionierte Regulierung und geben Impulse. Die nächste deutsche Koalition steht vor großen Aufgaben.
Eine verpflichtende Klimaberichterstattung führt dazu, dass Unternehmen weniger CO2 ausstoßen. Zu unter anderem diesem Ergebnis ist eine Forschungskooperation verschiedener Universitäten gekommen. Im Interview sprechen Rüdiger Hahn von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Frank Schiemann von der Universität Hamburg über ihre Erkenntnisse.
Unter Blockchain-Vermögenswerten findet man seit neuestem auch CO2-Tokens. Die verbrieften CO2-Kompensationen dienen nicht nur dem Emissionsausgleich: Als Krypto-Finanzprodukte sollen sie die Natur als Assetklasse etablieren. Doch nicht jeder ist überzeugt davon, dass CO2-Kryptos langfristig auch dem Klimaschutz nützen.
Ampel oder Jamaika? Was bei den Sondierungen und späteren Koalitionsverhandlungen über eine neue Bundesregierung herauskommt, muss sich noch zeigen. Klar ist jedoch, dass es in Sachen nachhaltige Finanzen bei einem Links-Mitte-Bündnis weniger knirschen würde – und dass einige neue Gesichter in Bundestag und Regierung den Ton mit angeben werden.
Nie wuchs die Finanzbranche so massiv wie heute der Nachhaltigkeitsfinanzbereich. Vor dem sehr hohen Tempo in der Vermögensverwaltung warnt Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei Deka Investment. Er weist kurz vor dem 5. Sustainable-Finance-Gipfel auf Nachholbedarf in der Branche hin.
Die Finanzvereinigung UK Sif fordert, dass sich die Regierung in London bei den G20, dem Weltklimagipfel und der Weltbiodiversitätskonferenz für mehr Naturschutz einsetzt, um systemische Finanzrisiken zu senken. Sie stellt auch Erwartungen an die nationale Politik mit Blick auf Unternehmen und den Kapitalmarkt.
Mit dem Management diskutieren, Firmen und Wertpapiere kaufen und verkaufen oder unethischen Unternehmen den Mietvertrag kündigen – Vermögensverwalter haben unterschiedliche Optionen, ihr Portfolio nachhaltiger zu machen. Die Mittel hängen von der Art der Investition ab.
Nächstes Jahr geht es für Europas Banken ans Eingemachte. Die EZB will die 112 größten Geldhäuser der Eurozone Klimastresstests unterziehen. Zwar stehen noch nicht alle Kriterien fest, doch herrscht bei den Banken bereits helle Aufregung. Sie müssen schleunigst entsprechende Daten sammeln.
Professor Martin Faust hat vor 14 Jahren die Konferenz für nachhaltige Geldanlagen der Frankfurt School ins Leben gerufen. Im Interview blickt er zurück auf die Anfänge von Sustainable Finance, beschreibt wie sich die Branche entwickelt hat – und wo er noch dringend Nachholbedarf sieht.
Anlegerinnen und Anleger reißen sich neuerdings um nachhaltige Indexfonds (ETF). Bei ihnen gilt die Klimabilanz mehr als die Bilanzsumme. Die Indexfonds legen besondere Kriterien dafür an, welche Aktien gekauft werden und wie viele davon.
Die EU-Kommission hat gestern ihre Vorschläge zur Überarbeitung der europäischen Versicherungsregeln Solvency II vorgelegt. Demzufolge sollen Versicherer Klimarisiken mittels Szenarioanalysen untersuchen. Außerdem könnte die europäische Aufsichtsbehörde Vermögenswerte, die mit sozialen oder mit Klimazielen verbunden sind, nach neuen Kriterien prüfen.
Die Bundesregierung schichtet Milliarden von Euro, die sie für künftige Pensionszahlungen und Altenpflegekosten in Aktien angelegt hat, nach Nachhaltigkeitskriterien um. Allzu klimafreundlich geht es dabei aber anscheinend nicht zu, geht aus einer Stellungnahme des Innenministeriums hervor.
Eine EU-Sozialtaxonomie könnte einen globalen Standard setzen, sagt Antje Schneeweiß, Leiterin der Arbeitsgruppe Soziales der EU-Plattform Sustainable Finance und Co-Geschäftsführerin des Arbeitskreises kirchlicher Investoren. Sie erklärt, warum das gut für Unternehmen und Staaten wäre.
Die neu gegründete Initiative „Zukunftsweisen“ aus Managerinnen, Managern und Forschenden will diese Woche ihr Programm für eine klimafreundliche Wirtschaftspolitik vorstellen (Background berichtete). Maja Göpel und Martin Stuchtey, die das Projekt angestoßen haben, erklären die Hintergründe.
Ein Zusammenschluss prominenter Unternehmenslenker und Professoren hat eine Reihe von Handlungsempfehlungen für ein nachhaltigeres Deutschland vorgelegt. Durch neue Bilanzierungsregeln sollen umweltschonende Investitionen Firmengewinne weniger belasten und statt Arbeitseinkommen soll Naturzerstörung besteuert werden.
Das Institut Südwind bemängelt, Investoren würden die Achtung der Menschenrechte meist nicht in ihre Investitionsentscheidungen einbeziehen. In einem Policy Paper fordert es von der Politik verbindliche Regeln dafür. Manche Parteienvertreter stimmen dem zu, andere setzen auf Freiwilligkeit.
Im nächsten Deutschen Bundestag wird sich einiges tun in Sachen nachhaltige Finanzen. Neue Gesichter werden dort die politische Debatte um Sustainable Finance, ein nachhaltiges Finanzsystem, künftig mitprägen, einige bekannte Experten werden sich zurückziehen oder, je nach Wahlausgang, womöglich in die Regierung einziehen.
Desiree Fixlers Vorwürfe hatten Ermittlungen ausgelöst und den Aktienkurs der Deutsche-Bank-Tochter einbrechen lassen. Jetzt erläutert sie genauer, was sie dort erlebt hat.
Damit zu hohe Klima- und Umweltansprüche die grüne Transformation der Wirtschaft nicht ausbremsen, wollen Fachleute die EU-Taxonomie erweitern. Finanzakteure benennen Vor- und Nachteile.
Im etablierten London, im ehrgeizigen Frankfurt oder im mondänen Genf – wo wird künftig für die Welt entschieden, wie Unternehmen über ihre Umweltauswirkungen berichten sollen? Der Wettstreit um die Ansiedlung des neuen Gremiums spiegelt den um das große Geschäft mit nachhaltigen Finanzprodukten wider.
WWF Deutschland und Finanzwende fordern umfassende Gesetzesreformen, um den deutschen Finanzsektor auf nachhaltige Investitionen auszurichten. Dafür haben die Organisationen ein Rechtsgutachten vorgelegt, dessen Umsetzung die Transparenz grüner Geldanlagen erhöhen und Finanzströme im Immobiliensektor sowie öffentlicher Banken klimafreundlich machen würde.