Während viele Staaten auf der Weltklimakonferenz angekündigt haben, die Entwaldung bis 2030 stoppen zu wollen, haben sich einige Finanzakteure zu entwaldungsfreien Portfolios bis 2025 verpflichtet. Deutsche Finanzakteure und Wissenschaftlerinnen fordern von den Ampel-Unterhändlern, den Schutz der Biodiversität ambitioniert im Koalitionsvertrag zu verankern.
Lange schon schwelt die Debatte um die Aufnahme von Erdgas und Atomenergie in die EU-Taxonomie. Ein Dokument zeigt, dass Frankreich auf eine Entscheidung drängt. In Berlin fürchtet man, dass die künftige Bundesregierung keinen Einfluss mehr nehmen könnte, wenn die EU-Kommission schnell den Vorschlägen folgt.
Müde ist die Weltklimakonferenz COP26 gestartet. Statt vieler erhoffter neuer Klimazusagen der Staatengemeinschaft gab es bislang vor allem kleine Zugeständnisse. Doch für den Finanzsektor und Unternehmen gilt das nicht: Mit neuen Initiativen schickt sich die Wirtschaft an, die Welt vor der Überhitzung zu retten – und Glasgow doch noch zum Erfolg zu machen.
IFRS ist das in vielen Ländern anerkannte Regelwerk für die Finanzkennzahlen von Unternehmen. Nun sollen unter dem gleichen Dach auch Standards für Nachhaltigkeitsberichte erarbeitet werden. London prescht derweil bei den Regeln für Klimainformationen vor.
Die Londoner HSBC gehört zu den größten Banken der Welt. Ihr deutscher Risikovorstand Nikolas Speer erklärt im Background-Interview, warum die Finanzbranche anfangs so zögerlich war in Sachen Klimawandel, wie schnell man 1000 Milliarden US-Dollar gegen Kohlendioxid in Stellung bringen kann und warum ausgerechnet Fridays for Future für die HSBC wichtig sind.
Ein großes Hindernis für eine erfolgreiche Klimakonferenz in Glasgow ist beiseite geräumt: Ein Finanzierungsplan unter deutscher Beteiligung kann glaubhaft machen, dass die Industrieländer ihre Hilfszusagen in den nächsten Jahren einhalten.
Auf Druck insbesondere aus Frankreich steht Brüssel kurz davor, Atomkraft in den Katalog nachhaltiger Geschäftstätigkeiten, die sogenannte Taxonomie, aufzunehmen. Im Gegenzug gilt es als wahrscheinlich, dass Erdgas als Übergangstechnologie für eine angestrebte Klimaneutralität anerkannt wird – was wiederum vor allem deutschen Interessen entgegenkommen würde.
Für bis zu 60 Milliarden Dollar möchte die Asiatische Entwicklungsbank ADB mit privaten Investoren Kohlekraftwerke in Asien aufkaufen, um die CO2-Schleudern möglichst schnell abzuschalten. Warum das ein guter Plan ist, wie er funktioniert und weshalb es sich für Investoren lohnt, erklärt ADB-Projektleiter David Elzinga im Tagesspiegel-Background-Interview.
Europas größter Pensionsfonds ABP aus den Niederlanden verkauft milliardenschwere Pakete von Kohle-, Öl- und Gasaktien und will emissionslastige Branchen zu Klimaschutz drängen. Kurz vor dem Start der Weltklimakonferenz COP26 rückt Großbritannien das Thema auf die politische Agenda und formuliert Erwartungen an Investoren.
Die Bundesregierung solle lieber jetzt ambitionierte Maßnahmen zur Verringerung der Emissionen ergreifen als dass später sehr drastische Änderungen anstehen, fordert der Privatbankenverband BDB. Schließlich trügen Nachhaltigkeits-Innovationen zum Erhalt der wirtschaftlichen Stärke Europas bei. In den Koalitionsgesprächen würden die Banken aber übersehen.
Beim Thema Finanzen ist während der Klimakonferenz in Glasgow Musik drin: Werden die komplexen Verhandlungen um Artikel 6 des Abkommens abgeschlossen, gäbe es gesicherte Regeln für Investition in CO2-Minderungsprojekte.
Kapitalmarktakteure haben laut einer Umfrage begonnen, sich mehr um Diversität in ihren Teams zu kümmern. Doch sie stehen am Anfang, wie laut einer anderen Studie insbesondere die Situation und Benachteiligung von Frauen in den Wechseljahren zeigt, von denen viele nicht mehr für Führungspositionen bereit stehen.
Das nächste Regierungsbündnis dürfe in Sachen nachhaltiges Finanzwesen nichts mehr auf die lange Bank schieben, sagt Silke Stremlau, Vorständin der Hannoverschen Kassen und stellvertretende Vorsitzende des bisherigen Sustainable-Finance-Beirats der Bundesregierung. Die Politik solle Anreize für eine neue Art von Wirtschaft setzen, fordert sie.
Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, braucht es mehr Tempo. Die Organisation Swiss Sustainable Finance hat darum vor der COP26 ihre Mitglieder aufgerufen, sich zur Senkung ihrer CO2-Emissionen zu verpflichten. Damit hat sie ihrem deutschen Pendant etwas voraus.
Die Europäische Kommission möchte Unternehmen verpflichten, langfristiger zu denken. Firmenleitungen sollen Klima, Umwelt, Beschäftigte, Soziales und Menschenrechte stärker berücksichtigen.
In Vorbereitung auf den morgigen Sustainable-Finance-Gipfel haben Vertreter verschiedener Organisationen eine Studie vorgelegt, die den Weg Deutschlands zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort skizzieren könnte. Dabei wird deutlich: Es ist von allen Akteuren noch viel Einsatz notwendig.
Die Sustainable-Finance-Strategie der EU-Kommission gerät unter Druck. Als teilweise wenig ambitioniert und „an vielen Stellen“ mit einem Mangel „an Dringlichkeit und Dynamik“ versehen – so charakterisieren Experten der deutschen Wissenschaftsplattform Sustainable Finance die Strategie. Und raten der künftigen Bundesregierung zu entschlosseneren Schritten.
Das vom Weltnaturschutzgipfel angepeilte Abkommen mit größeren Naturschutzgebieten reicht laut Fachleuten nicht, um den drohenden Kollaps von Ökosystemen zu verhindern und das neue Menschenrecht auf eine gesunde Natur wirksam zu schützen. Investoren fordern ambitionierte Regulierung und geben Impulse. Die nächste deutsche Koalition steht vor großen Aufgaben.
Eine verpflichtende Klimaberichterstattung führt dazu, dass Unternehmen weniger CO2 ausstoßen. Zu unter anderem diesem Ergebnis ist eine Forschungskooperation verschiedener Universitäten gekommen. Im Interview sprechen Rüdiger Hahn von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Frank Schiemann von der Universität Hamburg über ihre Erkenntnisse.
Unter Blockchain-Vermögenswerten findet man seit neuestem auch CO2-Tokens. Die verbrieften CO2-Kompensationen dienen nicht nur dem Emissionsausgleich: Als Krypto-Finanzprodukte sollen sie die Natur als Assetklasse etablieren. Doch nicht jeder ist überzeugt davon, dass CO2-Kryptos langfristig auch dem Klimaschutz nützen.
Ampel oder Jamaika? Was bei den Sondierungen und späteren Koalitionsverhandlungen über eine neue Bundesregierung herauskommt, muss sich noch zeigen. Klar ist jedoch, dass es in Sachen nachhaltige Finanzen bei einem Links-Mitte-Bündnis weniger knirschen würde – und dass einige neue Gesichter in Bundestag und Regierung den Ton mit angeben werden.
Nie wuchs die Finanzbranche so massiv wie heute der Nachhaltigkeitsfinanzbereich. Vor dem sehr hohen Tempo in der Vermögensverwaltung warnt Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei Deka Investment. Er weist kurz vor dem 5. Sustainable-Finance-Gipfel auf Nachholbedarf in der Branche hin.
Die Finanzvereinigung UK Sif fordert, dass sich die Regierung in London bei den G20, dem Weltklimagipfel und der Weltbiodiversitätskonferenz für mehr Naturschutz einsetzt, um systemische Finanzrisiken zu senken. Sie stellt auch Erwartungen an die nationale Politik mit Blick auf Unternehmen und den Kapitalmarkt.
Mit dem Management diskutieren, Firmen und Wertpapiere kaufen und verkaufen oder unethischen Unternehmen den Mietvertrag kündigen – Vermögensverwalter haben unterschiedliche Optionen, ihr Portfolio nachhaltiger zu machen. Die Mittel hängen von der Art der Investition ab.
Nächstes Jahr geht es für Europas Banken ans Eingemachte. Die EZB will die 112 größten Geldhäuser der Eurozone Klimastresstests unterziehen. Zwar stehen noch nicht alle Kriterien fest, doch herrscht bei den Banken bereits helle Aufregung. Sie müssen schleunigst entsprechende Daten sammeln.
Professor Martin Faust hat vor 14 Jahren die Konferenz für nachhaltige Geldanlagen der Frankfurt School ins Leben gerufen. Im Interview blickt er zurück auf die Anfänge von Sustainable Finance, beschreibt wie sich die Branche entwickelt hat – und wo er noch dringend Nachholbedarf sieht.
Anlegerinnen und Anleger reißen sich neuerdings um nachhaltige Indexfonds (ETF). Bei ihnen gilt die Klimabilanz mehr als die Bilanzsumme. Die Indexfonds legen besondere Kriterien dafür an, welche Aktien gekauft werden und wie viele davon.
Die EU-Kommission hat gestern ihre Vorschläge zur Überarbeitung der europäischen Versicherungsregeln Solvency II vorgelegt. Demzufolge sollen Versicherer Klimarisiken mittels Szenarioanalysen untersuchen. Außerdem könnte die europäische Aufsichtsbehörde Vermögenswerte, die mit sozialen oder mit Klimazielen verbunden sind, nach neuen Kriterien prüfen.
Die Bundesregierung schichtet Milliarden von Euro, die sie für künftige Pensionszahlungen und Altenpflegekosten in Aktien angelegt hat, nach Nachhaltigkeitskriterien um. Allzu klimafreundlich geht es dabei aber anscheinend nicht zu, geht aus einer Stellungnahme des Innenministeriums hervor.
Eine EU-Sozialtaxonomie könnte einen globalen Standard setzen, sagt Antje Schneeweiß, Leiterin der Arbeitsgruppe Soziales der EU-Plattform Sustainable Finance und Co-Geschäftsführerin des Arbeitskreises kirchlicher Investoren. Sie erklärt, warum das gut für Unternehmen und Staaten wäre.
Die neu gegründete Initiative „Zukunftsweisen“ aus Managerinnen, Managern und Forschenden will diese Woche ihr Programm für eine klimafreundliche Wirtschaftspolitik vorstellen (Background berichtete). Maja Göpel und Martin Stuchtey, die das Projekt angestoßen haben, erklären die Hintergründe.
Ein Zusammenschluss prominenter Unternehmenslenker und Professoren hat eine Reihe von Handlungsempfehlungen für ein nachhaltigeres Deutschland vorgelegt. Durch neue Bilanzierungsregeln sollen umweltschonende Investitionen Firmengewinne weniger belasten und statt Arbeitseinkommen soll Naturzerstörung besteuert werden.
Das Institut Südwind bemängelt, Investoren würden die Achtung der Menschenrechte meist nicht in ihre Investitionsentscheidungen einbeziehen. In einem Policy Paper fordert es von der Politik verbindliche Regeln dafür. Manche Parteienvertreter stimmen dem zu, andere setzen auf Freiwilligkeit.
Im nächsten Deutschen Bundestag wird sich einiges tun in Sachen nachhaltige Finanzen. Neue Gesichter werden dort die politische Debatte um Sustainable Finance, ein nachhaltiges Finanzsystem, künftig mitprägen, einige bekannte Experten werden sich zurückziehen oder, je nach Wahlausgang, womöglich in die Regierung einziehen.
Desiree Fixlers Vorwürfe hatten Ermittlungen ausgelöst und den Aktienkurs der Deutsche-Bank-Tochter einbrechen lassen. Jetzt erläutert sie genauer, was sie dort erlebt hat.
Damit zu hohe Klima- und Umweltansprüche die grüne Transformation der Wirtschaft nicht ausbremsen, wollen Fachleute die EU-Taxonomie erweitern. Finanzakteure benennen Vor- und Nachteile.
Im etablierten London, im ehrgeizigen Frankfurt oder im mondänen Genf – wo wird künftig für die Welt entschieden, wie Unternehmen über ihre Umweltauswirkungen berichten sollen? Der Wettstreit um die Ansiedlung des neuen Gremiums spiegelt den um das große Geschäft mit nachhaltigen Finanzprodukten wider.
WWF Deutschland und Finanzwende fordern umfassende Gesetzesreformen, um den deutschen Finanzsektor auf nachhaltige Investitionen auszurichten. Dafür haben die Organisationen ein Rechtsgutachten vorgelegt, dessen Umsetzung die Transparenz grüner Geldanlagen erhöhen und Finanzströme im Immobiliensektor sowie öffentlicher Banken klimafreundlich machen würde.
Im Oktober soll die EU nach dem Willen der Europäischen Kommission erstmals grüne Anleihen begeben. Die EU würde bei dem geplanten Volumen direkt zum weltweit größten Emittenten. Doch ihre Pläne stoßen auch auf Widerstand.
Der Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags, Professor Klaus Josef Lutz, hat eindringlich vor den Auswirkungen der EU-Regulierungen in Sachen nachhaltige Finanzen gewarnt. „Da hängen Millionen von Arbeitsplätzen daran“, erklärte er auf dem Bayerischen Stromgipfel. Auf Nachfrage wurde er deutlicher: Die EU-Vorgaben seien „ein Irrweg“.
Noch fällt es schwer, aus Nachhaltigkeitsberichten von Banken auch eine direkte Wirkung ihres Handelns ablesen zu können. Die GLS Bank hat für ihren neuen Bericht nun auf die Methode der „ganzheitlichen Messung“ gesetzt, um ihre Wirkung transparenter zu machen. Es soll ein Signal an die Branche sein.
Philipp Aeby, Vorstandsvorsitzender der Schweizer Researchagentur Reprisk, erläutert internationale Trends bei Reputationsrisiken für die Finanzwelt und ordnet den Fall DWS ein.
In vier Monaten werden Banken bei der Vergütung ihrer Beschäftigten auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen müssen – doch die Umsetzung dieser EU-Vorgabe ist noch nicht weit vorangeschritten. Bankenverbände warten noch auf Konkretisierungen.
Der von der Europäischen Kommission vorgestellte Entwurf für eine Green-Bond-Verordnung stößt auf Widerstand: EU-Mitgliedsstaaten fürchten, bald nur noch sehr eingeschränkt eigene grüne Anleihen emittieren zu können – weil Staaten nur wenige Nachhaltigkeitswirkungen ihrer Titel messen und belegen können. Prompt werden Nachbesserungen gefordert.
Die nachhaltig ausgerichtete Smartphone-„Bank“ musste Anfang des Monats eine Abmahnung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg kassieren. Eine bemängelte Formulierung hat das Fintech daraufhin zwar geändert, gegen andere Punkte wehrt es sich aber.
In Kürze stehen internationale Beratungen zu einer globalen Übereinkunft zu Einwegplastik an. Nachdem viele Staaten und Unternehmen für einen weltweit geltenden UN-Vertrag plädieren, ruft jetzt auch ein institutioneller Großanleger dazu auf.
Die globalen Ziele für Klima, Biodiversität und Wasser wären mit naturschützender Raumplanung erreichbar, erklärt eine Forschergruppe. Da die Weltbiodiversitätskonferenz verschoben wurde, müsse sich die Weltklimakonferenz im November damit befassen. Das hat tiefgreifenden Folgen, auch für die Finanzwirtschaft.
Emissionen an anderer Stelle ausgleichen – dieses Konzept könnte eine wichtige Rolle beim Klimaschutz spielen und auch finanziell eine große Bedeutung bekommen. Doch bislang wird bei vielen Zertifikaten bezweifelt, ob sie halten, was sie versprechen. Mit neuen Richtlinien und Technologien sollen sie zuverlässiger werden.
Die Subventionen des Bundes verdoppeln sich innerhalb von drei Jahren. Doch nicht einmal die Hälfte der Hilfen hat einen positiven Bezug zu den Klima- und Umweltzielen, zeigt der neue Subventionsbericht. Der deutsche Gesetzgeber versteckt sich hinter der EU, den G7 und G20.
Die Zahl der Finanzakteure, die bis 2050 netto keine CO2-Emissionen mehr ausstoßen wollen, nimmt zu. Eine einflussreiche Initiative versucht nun, auch Beteiligungsgesellschaften und Private-Equity-Fonds für Klimafreundlichkeit zu gewinnen. Diese seien dafür besonders gut positioniert, argumentiert sie.
Eine neunseitige Erklärung der EU-Kommission zur Offenlegungsverordnung SFDR schafft nur bedingt Klarheit, wie nachhaltigkeitsorientierte Finanzprodukte aussehen dürfen. Viele Konzepte sind möglich. Auf jeden Fall ist ein hoher Anspruch gefordert. Wer nachhaltige Geldanlagen vertreiben will, muss noch mehr Anforderungen erfüllen.
Florian Huber misst dem neuen Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC große Bedeutung bei: Jeder solle nach den Erkenntnissen handeln, sagt im Tagesspiegel-Background-Interview der Leiter von EYCarbon – der Marke, unter der das Wirtschaftsprüfungs- und beratungsunternehmen EY die Industrie in Sachen Klimafreundlichkeit berät.
Die Umweltorganisation Urgewald kritisiert in einem Bericht, dass deutsche Banken weiter in großem Ausmaß Kohleförderung und -verstromung finanzieren. Die Banken halten ihre Nachhaltigkeitsbemühungen für nicht ausreichend gewürdigt.
Der vom Weltklimarat vorgestellte Sachstandsbericht ist in Wirtschaftspolitik und Wirtschaft als Aufruf zum Handeln aufgefasst worden. Bundesfinanzpolitiker forderte die Einbeziehung von Klimarisiken in die Urteile von Ratingagenturen. Wirtschaftsprüfer und Fondsmanager kündigten an, den Klimawandel in ihrer Arbeit stärker zu berücksichtigen.
Wären manche Geschäftsaktivitäten überhaupt noch lukrativ, wenn Emissionsrechte teurer würden? Diese Frage treibt Anleger und Unternehmen um. Einige rechnen es mit theoretischen Preisen durch – doch das Konzept hat Tücken, warnt ein Experte.
Drei Billionen Euro sind in der EU nach ESG-Kriterien angelegt, Tendenz stark steigend, so eine Studie. Laut Umfragen orientieren sich institutionelle Anleger vermehrt an Nachhaltigkeit, auch wegen der Pandemie. Für Anlageentscheidungen fordern sie solidere Daten von Unternehmen.
Die deutsche Finanzaufsicht will per Richtlinie vorgeben, unter welchen Bedingungen Anlageprodukte als nachhaltig gelten können. Dazu stellt sie einen Entwurf zur Diskussion. Trotz Verbesserungen gegenüber einer Vorversion kritisiert der Fondsverband BVI den Alleingang der Bafin als kontraproduktiv.
Die für ihre klimaschädliche Investitionspolitik oft kritisierte Neue-Seidenstraße-Initiative Chinas wird grün – Kohleprojekte sind abgesagt, stattdessen werden erneuerbare Energien in den Partnerländern finanziert. Das ist auch Folge der ehrgeizigen Sustainable-Finance-Strategie Pekings.
Wie sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für nachhaltiges Investieren an wichtigen Finanzplätzen? Die Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer hat sich in zehn Ländern und der EU genauer angeschaut, welche Fallstricke auf Investoren, Pensionsfonds und Versicherer warten. Das Fazit: Es ist zu kompliziert – und auch die EU hat noch viel zu tun.
Grüne Refinanzierungsinstrumente wie Green City Bonds und grüne Kommunalkredite werden von Deutschlands Städten und Gemeinden nur selten genutzt. Eine neue Studie der Förderbank KfW bringt zu Tage, warum: wegen noch zu geringen Zinsvorteilen und vor allem einem erheblichen bürokratischen Mehraufwand.
Nach den zerstörerischen Sturzfluten im Westen werden die hohen Schäden abgeschätzt – und die Versicherer finden sich gleich in zwei Debatten. Erstens um die Entwicklung der Klimawandelrisiken. Und zweitens werden in der Politik Rufe nach Pflichtversicherungen laut. Das lehnt die Branche brüsk ab.
Vor der UN-Generalversammlung und der Klimakonferenz COP26 in Glasgow wächst die Kritik an der Finanzpolitik der G-20-Staaten. Subventionen für klimaschädliche Energien seien nur wenig gesunken. Auch die Implementierung nachhaltiger Standards in der Firmenbilanzierung komme zu langsam voran, so eine Studie. Einen (Fast-)Musterknaben gibt es: Deutschland.
Nach der verheerenden Unwetter-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz will die Bundesregierung schnell helfen, Förderbanken geben erste Erleichterungen bekannt. Die Versicherer können die Schäden noch nicht einmal ansatzweise abschätzen – und eine Debatte um staatliche Unterstützung bahnt sich an.
Das „Fit for 55“-Paket der Europäischen Kommission bedeutet eine neue Klimaarchitektur, löst einen gewaltigen Investitionsbedarf aus und ist mit der Sustainable-Finance-Strategie verknüpft. Die Finanzwirtschaft erwartet Impulse für grüne Produkte.
Wie schafft man es, hunderte Milliarden Euro rund um den Globus anzulegen und dabei auf mehr Nachhaltigkeit hinzuarbeiten? Henrik Pontzen, ESG-Abteilungsleiter von Union Investment, erklärt im Interview, warum die Fondstochter der Volks- und Raiffeisenbanken gerade aus Klimagründen auf VW setzt. Und warum sich die EU teils selbst im Weg steht.