In ihren neuen Leitlinien für die Beziehungen zu Afrika setzt die Bundesregierung einen Rahmen für Energiekooperationen. Erneuerbare und Klimaschutz haben Vorrang, doch auch Erdgasvorhaben sollen unter bestimmten Bedingungen Kreditgarantien erhalten. Ebenso Projekte, aus denen blauer Wasserstoff für Deutschland kommen kann.
Die Atmosphäre heizt weiter auf: 2024 war das wärmste Jahr seit Beginn Aufzeichnungen und lag erstmals über der Grenze von 1,5 Grad, meldet der EU-Dienst Copernicus. Als Folge nahmen Extremwetterereignisse weiter zu.
Die EU-Kommission will die künftige Klima- und Innovationspolitik an einem neuen „Kompass“ für Wettbewerbsfähigkeit ausrichten. Er soll den Weg für Innovation, Dekarbonisierung und Sicherheit in der Wirtschaft weisen. Fachleute fordern nun klare Prioritäten, Transparenz bei Zielkonflikten und mehr Investitionen.
Mit dem Solarpaket I will die Bundesregierung den Ausbau der Photovoltaik in Deutschland beschleunigen. Eine Zwischenbilanz zeigt: Die Konkurrenz um Flächen ist weiterhin groß. Der ländliche Raum profitiert möglicherweise nicht so, wie gedacht. Dafür sind viele ungeförderte Freiflächenanlagen hinzugekommen.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat gute Chancen, bei den Neuwahlen über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen. In der Energiepolitik wirbt es für eine 180-Grad-Wende, wie das Wahlprogramm zeigt: Der Europäische Emissionshandel sollte abgeschafft werden. Billige Energie erhofft sich das BSW dadurch, dass Russland wieder Pipeline-Gas liefert.
Gas aus Russland strömt über den europäischen LNG-Import nach wie vor ins deutsche Netz. Das Bundesunternehmen Sefe spielt bei der Einfuhr in die EU eine wichtige Rolle. Wegen einer neuen Sanktion könnte bald sogar noch mehr Gas hereinkommen, mit dem der Kreml seinen Krieg gegen die Ukraine finanziert.
Eine laute Minderheit in der EU will die CO2-Bepreisung im Straßenverkehr und beim Heizen hinauszögern. Doch ein späterer Start würde keine Probleme lösen, warnen Fachleute. Er würde den Klimaschutz zurückwerfen, zu Preisschocks führen und Investitionen hemmen. Stattdessen plädieren Expert:innen für soziale Vorkehrungen.
Ab 2027 greifen die Vorgaben der EU für Solaranlagen auf Gebäuden. Wie die Solarpflicht in Deutschland gesetzlich umgesetzt werden könnte, hat die Umweltorganisation WWF in einem Rechtsgutachten untersuchen lassen – nämlich mit einem bundeseinheitlichen Mindeststandard. Die weitere Ausgestaltung bliebe den Bundesländern überlassen.
Die sechs größten Banken der USA haben das Klimabündnis Net-Zero Banking Alliance verlassen. Der Druck aus der Republikanischen Partei, den Klimaschutz im Finanzsektor hintanzustellen, dürfte nach dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident weiter steigen.
Deutschland verfügt über eine sichere Stromversorgung. Zahlen der DIHK zeigen aber eine steigende Zahl von kürzeren Versorgungsunterbrechungen, die in Betrieben zum Teil hohe Kosten verursachen. Viele sorgen mit Notstromaggregaten und Speichern vor.
Die CO2-Emissionen sind in Deutschland im vergangenen Jahr erneut gesunken. Allerdings war der Rückgang nicht mehr so stark wie in den Vorjahren. Das geht aus der Emissionsbilanz von Agora Energiewende hervor, die heute veröffentlicht wird.
Das arktische Meereis verändert sich dramatisch: Mehrjähriges Eis schmilzt, und die charakteristischen Presseisrücken verschwinden. Forschende des Alfred-Wegener-Instituts warnen vor weitreichenden Folgen.
Die heiße Phase des Wahlkampfes hat begonnen und längst wird über Koalitionsoptionen und Kandidaten für Ministerposten spekuliert. Konkretere Aussagen lassen sich darüber treffen, wer im neuen Bundestag um sein Mandat bangen muss und wer gute Chancen auf einen Wiedereinzug hat. Ein Überblick.
Der klimagerechte Umbau der relevanten Wirtschaftssektoren lässt sich bis 2045 trotz massiver Investitionen nach den geltenden Haushaltsregeln finanzieren. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse des Thinktanks Energy Watch Group, die Tagesspiegel Background vorab vorlag.
Wie schwierig es wird, eine flächendeckende, versorgungssichere Wasserstoff-Infrastruktur für Europa aufzubauen, zeigen Szenariorechnungen des Gasnetzbetreiber-Dachverbands Entso-G. Engpässe zeichnen sich ab, manche Länder und Regionen werden abgehängt, und der Wasserstoff reicht nicht.
Für Schweröl und Schiffsdiesel müssen Reedereien in der Europäischen Union nun CO2-Zertifikate abgeben. Doch das derzeitige Preisniveau dürfte keine Investitionen in klimaschonende Alternativen anreizen, schätzt der Forscher Martin Cames vom Öko-Institut. Er regt eine systematische Förderung nachhaltiger Kraftstoffsysteme an.
Trotz Verbesserungen bleibt das Biomasse-Paket des Wirtschaftsministeriums umstritten. Das zeigte die erste Lesung im Bundestag. Verbände fordern weiterhin mehr Zeit für den Umbau der Anlagen, der für die gewünschte Flexibilisierung notwendig ist. Das Gesetz wird nun in den Ausschüssen beraten.
Dynamische Stromtarife, Netzentgeltreform, CO2-Preis, Nachtruhe für Blinklichter – der Jahreswechsel bringt einige Neuerungen. Background ruft die wichtigsten in Erinnerung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Die bundeseigene Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) saniert die ehemaligen DDR-Braunkohletagebaue. In diesem Jahr steht das 30-jährige Jubiläum der LMBV an. Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung, sagt, was in drei Jahrzehnten erreicht wurde - und warum das Bergbau-Erbe die Region noch lange beschäftigen wird.
Sondervermögen für Energieinfrastruktur, Versorgungssicherheit oder günstige Energiepreise: Welche Erwartungen haben Energie- und Industrieverbände und NGOs an eine neue Bundesregierung? Wir fassen Ergebnisse einer Umfrage von Tagesspiegel Background zusammen.
Die geplante kleine EnWG-EEG-Novelle soll eine Welle von Großspeichern im Stromnetz entfesseln. Dafür müssten aber auch die Baukostenzuschüsse für den Netzanschluss entfallen, fordern die Speicherbetreiber. Alles wartet gespannt auf ein höchstrichterliches Urteil.
Die EU-Ostsee-Anrainer wollen gemeinsam einen grünen Energie-Boom entfachen. Doch die Spannungen mit Russland stellen viele Projekte infrage. Sabotage an Unterseeleitungen offenbart ihre Verwundbarkeit. Die russische Exklave Kaliningrad könnte in diesem Jahr zum Brennpunkt werden.
Noch ist unklar, wie hoch die Strafzahlungen für Autohersteller wegen verfehlter CO2-Flottengrenzwerte ausfallen könnten. Geht es nach Bundeskanzler Olaf Scholz, sollen die betroffenen Unternehmen die Folgen wenig spüren. Derweil will die EU-Kommission ab Januar Gespräche mit der Branche führen.
„Mehr Fortschritt wagen“ wollte die Ampel, auch in der Energiepolitik. Nach drei Jahren zeigt sich: Beim Krisenmanagement und Erneuerbaren-Ausbau ist viel gelungen, bei der Modernisierung des Stromsystems weniger. Für die nächste Regierung bleibt einiges zu tun.
Russland greift zunehmend Umspannwerke an, die für den Betrieb der ukrainischen Kernkraftwerke notwendig sind. Das steigert in dem Land, das die Tschernobyl-Katastrophe erlebt hat, das nukleare Risiko. Dennoch hält die ukrainische Regierung an ihren Plänen zum Bau zusätzlicher Reaktoren fest.
Die CO2-Nutzung spielt in der deutschen Klimapolitik noch keine Rolle – aus nachvollziehbaren Gründen. Erst 2026 soll es auf Druck der EU ein Konzept geben für die Kunststoff-Produktion der chemischen Industrie. Für E-Fuels bleibt dabei kein Spielraum, warnen Experten.
Die EU will den Einfluss von Stadtwerken auf die Ladeinfrastruktur einschränken. Hierzulande soll Paragraf 7c des Energiewirtschaftsgesetzes verhindern, dass Stromnetzbetreiber auch Ladesäulen betreiben. Eine Übergangsfrist für kleine Stadtwerke läuft zum Jahresende aus. Einige wussten sich nur mit einem Notverkauf zu helfen.
Stahl, Chemikalien und andere Industrieexporte aus Europa haben es künftig auf dem Weltmarkt schwerer: Die CO2-Bepreisung verteuert die Produktion. Die Bundesregierung forderte zuletzt einen Ausgleich für Exporte. Eine Lösung ist knifflig, auch wegen internationaler Handelsregeln. Ein Ökonom plädiert für einen „Klimabeitrag“, um diesen gerecht zu werden.
In mehreren asiatischen Ländern steigt 2024 der Strombedarf deutlich und lässt auch die Nachfrage nach Kohle weiter wachsen. 2024 wird deshalb so viel Kohle verbraucht wie nie zuvor. In den kommenden drei Jahren werde der Konsum des fossilen Brennstoffs auf hohem Niveau stagnieren, prognostiziert die Internationale Energieagentur.
Die Vorstellungen der EU-Länder liegen bei der Klimapolitik auseinander: Frankreich will die Atomkraft adeln, Polen will den Start des zweiten Emissionshandels verschieben. Die Bundesregierung will nichts davon, sondern lieber neue Erneuerbaren-Ziele für die Zeit nach 2030. Bei den EU-Klimazöllen hingegen zeigen sich Gemeinsamkeiten.
Energy Sharing kann ein netzdienliches Verhalten von Verbrauchenden anreizen und damit zu einer Entlastung des Stromnetzes beitragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Forschungsstelle für Energiewirtschaft im Auftrag des Ökostromanbieters EWS Schönau. Die Analyse wird heute veröffentlicht und lag Tagesspiegel Background vorab.
Der ehemalige Fridays-for-Future-Aktivist Jakob Blasel führt seit Oktober die Grüne Jugend an. Ein Gespräch über die Fehler von Robert Habeck, die Bereitschaft der Deutschen zu harten Klimaschutzmaßnahmen und darüber, warum Energiekonzerne wie RWE mehr Verantwortung bei der Finanzierung der Klimaziele tragen sollten.
Union, SPD und Grüne wollen Klimaschutz kurzfristig gesellschaftsfähiger machen, und zwar vor allem durch finanzielle Entlastung von Bürgern und Unternehmen. Während die CDU/CSU den CO2-Preis zum Dreh- und Angelpunkt machen will, planen Grüne und Sozialdemokraten viele Detailregelungen.
Beim EU-Energierat warnte Schweden davor, dass der Rückhalt für den grenzüberschreitenden Stromhandel schwinden könnte. Die Verantwortung dafür sieht die Vizepremierministerin offenbar bei Deutschland und ärgerte sich über die jüngsten Preissprünge. Derweil zeigt ein neuer Report Investitionslücken beim Netzausbau auf.
Die EU will Tiefengeothermie zur Stromerzeugung nutzen. Ohne Fracking ginge das nicht. Deutschland schlägt einen anderen Weg ein.
Niedrigere Energiekosten für Haushalte und Unternehmen verspricht sowohl die SPD als auch die Union. Beim Weg dorthin unterscheiden sich die Entwürfe ihrer Wahlprogramme. Die Grünen wollen Klimaschutz insgesamt für mehr Menschen erschwinglich machen.
Die Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien über das EEG sinken ab den 2030er Jahren deutlich. Mit einem höheren CO2-Preispfad ließe sich die Belastung für den Haushalt noch schneller senken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmen Energy Brainpool im Auftrag der Umweltorganisation BUND, die Tagesspiegel Background vorab vorlag.
Die Reform der Fernwärmeverordnung ist vertagt – zum Ärger von Verbraucherschützern und Umweltverbänden, die auf mehr Transparenz und fairere Preise und auf die Dekarbonisierung der Netze hofften. Während Energieverbände den Stopp begrüßen, bleibt die Modernisierung der Fernwärme auf der Strecke.
Die hohen Preise an den Strombörsen während der jüngsten Dunkelflaute sorgen für Diskussionen. Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt prüfen, ob das Angebot künstlich verknappt wurde. Offene Fragen gibt es bei dezentalen Gaskraftwerken.
Der geplante Wasserstoffhochlauf geht bisher an den Regionen und den dort ansässigen Unternehmen vorbei. Das kritisiert ein Bündnis aus Bürgermeistern und Landräten in einem Tagesspiegel Background vorliegenden Positionspapier. Darin schlagen sie ein regionales Auktionsmodell vor.
Zum vierten Mal ist Entwicklungsministerin Svenja Schulze in die Ukraine gereist. Sie bringt neue Energietechnik-Hilfe für den Winter mit, darunter mobile Blockheizkraftwerke und Schutz für Umspannwerke. Hilfe ist bitter nötig, denn die russischen Zermürbungsangriffe auf das Energiesystem wirken.
Die Regierungskoalition hat sich über Plänen zur Stärkung der Cyberresilienz geeinigt. Für den Energiesektor spricht der Gesetzentwurf der Bundesnetzagentur weitreichende Befugnisse zu. Neu erfasst sind neben Netzen und Energieanlagen „digitale Energiedienste“.
Selten waren Branche und Ministerium so uneins über ein Gesetz: Während BMWK und BMEL zufrieden auf das Biomasse-Paket blicken, das gestern im Kabinett verabschiedet wurde, spricht die Branche von einem gebrochenen Versprechen.
Die BMWK-Vorschläge zur Windkraft-Steuerung haben eine Welle der Empörung ausgelöst. Das Ministerium schiebt den schwarzen Peter nach NRW weiter. Dort sieht sich die grüne Wirtschaftsministerin genötigt, die Forderungen des Landes zu verteidigen.
Bis 2030 wird es ein Kraftakt, aber danach sinkt der Investitionsbedarf für den Umbau Deutschlands in Richtung Klimaneutralität. Der Thinktank Agora Energiewende wagt in einer neuen Studie einen positiven Ausblick. In vielen Bereichen könne man beim Investieren zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, verspricht er.
Polen übernimmt ab Januar 2025 für sechs Monate den Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft. Energiepolitisch verfolgt Polen das Ziel, Europa noch unabhängiger von russischen LNG-Lieferungen zu machen. Zudem will das Land auf Anreize, statt auf Belastungen setzen. Die Energie- und Klimapolitik wolle man „flexibler“ gestalten, heißt es im Programm.
Der Wirtschaftsminister schlägt eine stärkere Steuerung der Windenergie vor, um dem CDU-Chef einen Gefallen zu tun. Der drängt auf einen Beschluss noch in diesem Jahr. In seinem Wahlkreis Sauerland wäre so ein Ausbau-Moratorium zu befürchten.
Die AfD und andere extrem rechte Gruppierungen instrumentalisieren die Klimakrise für ihre Zwecke und säen Zweifel an Klimaschutzmaßnahmen. Ein Projekt in Mitteldeutschland will dem entgegenwirken und demokratische Strukturen und Klimaschutzengagement auf lokaler Ebene stärken.
Geht es nach der Linkspartei, soll der klimagerechte Umbau der Gesellschaft die Menschen nicht finanziell belasten. Maßnahmen wie energetische Sanierung oder Heizungsaustausch sollen staatlich üppig gefördert werden. Zur Kasse möchte die Linkspartei vor allem die Reichen bitten. Klimaneutral soll das Land nun aber erst bis 2040 werden.
Von Smart Metern, intelligenten Trafos bis zu neuer Übertragungstechnik: Die Zahl der Patente für Stromnetztechnologien ist in den vergangenen Jahren laut einem gemeinsamen Bericht des Europäischen Patentamtes und der Internationalen Energieagentur deutlich gestiegen. Der einstige Vorreiter Europa ist dabei mittlerweile von China überholt worden.
Berlin beherbergt den diesjährigen „World LNG Summit“, an dem namhafte internationale und deutsche Unternehmen teilnehmen. Dagegen demonstrieren Klimaschützer. Zumal im Hotel Adlon auch der russische Gaskonzern Novatek neue Geschäfte anbahnen könnte – sein LNG-Geschäft wird für die Kriegskasse des Kremls immer wichtiger.
Die EU-Vorgaben im Bereich Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft drohen, für Deutschland zum Milliardenrisiko zu werden. Denn Deutschland müsste sich teure Zertifikate von anderen EU-Staaten zukaufen. Doch dank des neuen Emissionshandels dürfte es bis 2030 zu einem Überschuss an Zertifikaten auf dem Markt kommen, wie eine Studie zeigt.
Die Stahlindustrie steckt in der Krise und muss sich gleichzeitig dekarbonisieren. Ein Report des Thinktanks Epico gibt nun Empfehlungen, wie die Unternehmen diesen Prozess bewerkstelligen können. Ein Vorschlag: Reservierte Mengen in den europäischen Wasserstoffauktionen.
Union und FDP würden das geplante CO2-Speichergesetz der Minderheitsregierung unterstützen. Die ist aber uneins, ob sie es überhaupt noch will. Ohne Änderungen am Entwurf sei das Angebot der Opposition keines, heißt es in der SPD.
Wie Bioenergieanlagen ihren Strom flexibler zwischen Erzeugungsschüben von Windkraft- und Solaranlagen einspeisen sollen, entwirft das Wirtschaftsministerium in einem Änderungsgesetz zum EEG. Das hat kaum Chancen auf Umsetzung in dieser Legislaturperiode, Branchenverbände schlagen trotzdem Alarm.
Kavernenspeicher sind fest eingeplant zur Versorgung mit grünem Wasserstoff. Allerdings gibt es noch keine – bis auf eine kleine Anlage bei Berlin, in der EWE jetzt seine Tests abgeschlossen hat. Der Energieversorger ist zufrieden mit dem technischen Ergebnis. Geeignete Rahmenbedingungen für einen H2-Speichermarkt sieht er noch nicht.
Die Überarbeitung der Fernwärmeverordnung sorgt für heftige Kritik: Die Energiebranche warnt vor Investitionsstopps bei der Dekarbonisierung der Fernwärme und fordert, den Referentenentwurf zu verwerfen. Verbraucher- und Mieterschützer erkennen Fortschritte, verlangen jedoch weitere Anpassungen.
Die Ampel ist mit hohen Erwartungen gestartet, die Klimapolitik Deutschlands besser zu machen als ihre Vorgänger. Doch sie habe die nötigen Reformen verschleppt, kritisiert Klimaökonom Ottmar Edenhofer. Was hat die Ampel beim Klimaschutz erreicht? Tagesspiegel Background blickt auf ihre wichtigsten Vorhaben.
2045 oder 2050? Rein rechtlich wäre ein Verschieben des Klimaneutralitätsziels wohl möglich. Doch mehr Spielraum für die Unternehmen, wie von den Befürwortern angeführt, entstünde nicht. Das CO2-Budget bleibt begrenzt.
Am CO2-Speichergesetz hängen die geplanten Kraftwerksausschreibungen und Klimaschutzverträge. Für alle drei fehlt aber die Unterstützung, nicht nur in der Opposition. Trotz großen Interesses an CCS, vor allem in der Industrie.
Gemeinden im globalen Süden drohen wegen Europas Wasserstoffbedarf Landverlust, Energie- und Wasserarmut. Davor warnt die Organisation Corporate Europe Observatory in einer Analyse, die Tagesspiegel Background vorab vorlag. Forscher kritisieren Transparenzmängel bei H2-Projekten und belegen eine von Europa dominierte Regulierung.
Die Union will die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung für die Entlastung von Industrie und Haushalten nutzen. Im Klimafonds KTF wäre das Geld damit weitgehend aufgebraucht, für Förderprogramme wären kaum noch Mittel übrig. Dass die Transformation auch weitgehend ohne Förderung auskomme, daran glauben Experten nicht.
Wasserstoff und Strom werden künftig die zentralen Energieträger im Industriesektor. Das zeigen die Langfristszenarien des Bundeswirtschaftsministeriums für die Industrie. Allerdings wird der Energiebedarf deutlich steigen, wenn die Unternehmen künftig klimaneutral produzieren sollen. Und auch ohne CCS geht es nicht.
Seit Monaten fordern Unternehmen eine Senkung ihrer Stromkosten. Rot-Grün hat nun einen Gesetzesentwurf für einen Zuschuss beschlossen, der 2025 die Kosten der Übertragungsnetzbetreiber mindern soll. Sie müssten die Entlastung über eine Senkung ihrer Netzentgelte weitergeben.
Der Inselstaat Vanuatu fordert vor dem Internationalen Gerichtshof, dass Staaten, die beim Klimaschutz versagen, künftig gegen internationales Recht verstoßen. Das Gericht erarbeitet derzeit ein Gutachten zu der Frage. Rund 100 Staaten werden in den nächsten Tagen ihre Position vor den höchsten UN-Richtern darlegen.
Hunderte Milliarden Euro an Investitionen braucht die Europäische Union, um die Emissionen zu senken und die Industrie umzubauen. Experten der Denkfabrik Bruegel machen Vorschläge für die künftige Finanzierung. Helfen soll zum Beispiel eine Ausnahme bei den EU-Fiskalregeln.