Der Rat für nachhaltige Entwicklung (RNE) der Bundesregierung veranstaltete seine Jahrestagung in Berlin. Prominente Politiker forderten vor allem mehr deutsche Gelder für Klimaschäden und Maßnahmen in armen Staaten. Doch derjenige, der die Mittel dafür freigeben müsste, saß nicht mit am Tisch: Finanzminister Christian Lindner.
Die Vorstandsvorsitzenden global führender Finanzinstitute haben 70 Finanzminister öffentlich aufgefordert, rasch zu handeln, um „die Finanzflüsse in Übereinstimmung zu bringen mit einem ehrgeizigen globalen Rahmenwerk für Biodiversität“.
Weder die EU-Offenlegungsverordnung noch die neue Pflicht gemäß Mifid II, von Kunden Nachhaltigkeitspräferenzen abzufragen, gelten derzeit für Finanzanlagenvermittler in Deutschland. Das kann zu teils absurden Szenen führen. Immerhin: Zumindest an einem Punkt will der Gesetzgeber nun nachbessern. Doch die Sache ist kompliziert.
Weniger Anspruch, mehr praktische Lösungen: Das fordern Spitzenvertreter aus Politik und Finanzwirtschaft asiatischer Staaten für einen nachhaltigen, klimafreundlichen Umbau der Volkswirtschaften in dem bevölkerungsreichsten Kontinent der Erde. Auf einer Tagung des International Institute of Finance (IIF) machen sie auch ihrem Unmut über die Taxonomien Luft.
Er sollte eine globale Plattform für den Austausch über nachhaltige Finanzen bieten: Der Sustainable-Finance-Kongress Ecumene 2022, der kommende Woche in Moskau stattfindet. Doch bleiben die Finanzszene, Wissenschaftler und Regierungsvertreter Russlands in diesem Jahr hauptsächlich unter sich. Eine Botschaft von der Unep-Direktorin gibt es dennoch.
Das von der Europäischen Kommission geplante Verbot von Produkten aus Zwangsarbeit stößt in der Industrie und auch bei der Forschung auf deutliche Kritik. Gewarnt wird vor erheblichen Kosten und Überforderung der Unternehmen durch eine neue EU-Regulierung.
Die Net-Zero Asset Owner Alliance hat laut ihrem zweiten Fortschrittsbericht allen Grund zu feiern. Immer mehr Investoren schließen sich der UN-Initiative an, gleichzeitig steige ihr Einsatz für eine klimaneutrale Welt. Doch Nichtregierungsorganisationen gefällt längst nicht alles an der Finanzinitiative.
Die EZB benotet künftig die Klimaschädlichkeit von Unternehmen. Emissionen, Verringerungspläne und Transparenz fließen in die Bewertung ein. Je besser diese ist, desto mehr Anleihen will die EZB von den Firmen kaufen. Doch manches hält sie geheim.
Während das EU-Parlament der Finanzbranche wegen der dramatischen Entwaldung Sorgfaltspflichten auferlegen will, engagieren sich erste Investoren gegen das Vernichten tropischer Wälder und Lebensräume indigener Bevölkerungen. Eine katholische Allianz sieht bei der geplanten EU-Verordnung eine deutliche Lücke: Auf der Tabuliste fehle Gold.
Die einen halten die Aufnahme von Gas in der EU-Taxonomie für falsch, die anderen die Aufnahme von Atomkraftwerken gleich mit. Die EU-Kommission muss sich nun mit zwei formellen Widerspruchsschreiben einiger NGOs gegen ihren delegierten Rechtsakt auseinandersetzen. Die Sache dürfte am Ende vor dem Europäischen Gerichtshof landen.
Die EU-Kommission will alle unter Zwangsarbeit hergestellten Waren verbieten. Ein neues Gesetz soll Mitgliedsstaaten erlauben, entsprechende Produkte aus dem Verkehr zu ziehen. Dafür sieht es ein Prüfverfahren, eine Datenbank und Leitlinien vor.
Die Bafin integriert ESG in ihre Mindestanforderung an das Risikomanagement von Banken, Europaparlament und EU-Rat verhandeln über den Green-Bond-Standard, ESG-Ratingagenturen müssen womöglich offenlegen, wie sie ihre Bewertungen erstellen: Auf einer Konferenz berichtete die Regulierungsprominenz über den Stand ihrer Vorhaben.
Expertinnen und Experten zivilgesellschaftlicher Organisationen ziehen sich aus einem maßgeblichen Beratungsgremium der EU-Kommission zurück und äußern ihr gegenüber heftige Vorwürfe.
Wie gut lässt sich die Wirkung von Impactfonds wirklich messen – und sind solche Produkte bereits etwas für Privatanleger? Unter anderem zu diesen Fragen diskutierte am Mittwoch die Finanzbranche auf der 15. Konferenz „Nachhaltige Geldanlagen“. Gleich drei Mal stand das Thema auf der Agenda einer der wichtigsten Branchenkonferenzen des Jahres.
Das EU-Parlament fordert eine anspruchsvolle Verordnung für entwaldungsfreie Produkte. Sein Votum geht viel weiter als die Pläne von EU-Kommission und Ministerrat. Sogar die Finanzbranche soll überraschend eingebunden werden. Im Herbst stehen harte Trilog-Verhandlungen an.
Am heutigen Donnerstag startet mit einer Antrittsvorlesung des Präsidenten Jörg Rocholl der neue Lehrstuhl für nachhaltige Finanzwirtschaft an der Berliner Wirtschaftshochschule ESMT. Jörg Eigendorf, Nachhaltigkeitschef des Lehrstuhl-Sponsors Deutsche Bank, und Jörg Rocholl erklären im Interview, warum der Finanzsektor mehr Forschung bitter nötig hat.
Energiehändler haben nicht nur beim Beschaffen von Gas und Strom große Schwierigkeiten, sondern auch beim Absichern der entsprechenden Termingeschäfte an der Börse. Immer mehr brauchen staatliche Hilfe, um die sogenannten Margins finanzieren zu können.
Seit mehr als zweieinhalb Jahren ist die EU-Offenlegungsverordnung nun in Kraft – und noch immer herrschen Unklarheiten über einzelne Begriffe und Formulierungen. Die Bundesfinanzaufsicht hat nun ihre Sichtweise auf einige offene Fragen erläutert. Das dürfte Fondsanbietern das Leben zumindest etwas erleichtern.
Mehr als 90 Organisationen haben gestern Zentralbanken und Finanzaufsichten aufgefordert, zu einer klimaneutralen und naturpositiven Wirtschaft beizutragen. Die Europäische Zentralbank ist laut einer wissenschaftlichen Studie noch nicht auf einem klimakompatiblen Pfad. Greenpeace verlangt von ihr schärfere Vorgaben für Anleihenkäufe und Kreditsicherheiten.
Wissenschaftler und Umweltministerium halten Holzverheizung für nicht klimaneutral. Die Branche widerspricht und verlangt weitere Förderfähigkeit für Energieholz. Im EU-Parlament bahnt sich ein Kompromiss zur Erneuerbare-Energien-Richtlinie an, während für Investoren sinnvoll geglaubte Investments zweifelhaft werden.
Die zweitgrößte Kryptowährung Ether hat am Dienstag einen wichtigen Schritt Richtung Umweltfreundlichkeit vollzogen. Sie könnte der EZB ein Vorbild für den digitalen Euro sein.
Die von der UN angestoßene Investoren-Klimainitiative CDP schlägt Alarm: Die Klimagase-Reduktionspläne von mehr als 4000 Unternehmen in den sieben großen Industriestaaten (G7) führen ohne Nachbesserungen zu einer Erderwärmung um 2,7 Grad Celsius. Positive Entwicklungen sieht sie aber auch.
Laut einer NGO-Studie trägt der deutsche Finanzsektor durch Finanzierungen und Investitionen massiv zum Risiko der weltweiten Entwaldung bei. Die befeuert den Klimawandel und führt zu einem enormen Biodiversitätsverlust. Die NGOs fordern nun ein Verbot entsprechender Finanzprodukte in Brüssel, die Chancen dafür sind aber gering – zumindest vorläufig.
Mit dem SPD-Strategiepapier zur Energiekrise und der Regierungsklausur in Meseberg ist sie im Spätsommer wieder zurück in der Debatte: die Übergewinnsteuer. Aber was bringt eine solche Steuer? Befördert sie den nachhaltigen Umbau der Wirtschaft oder behindert sie ihn eher? Experten, Politikerinnen und Politiker streiten entlang bekannter Gesinnungslinien.
Die Corona-Pandemie und der russische Krieg gegen die Ukraine haben der Weltwirtschaft schwere Schläge versetzt. Auf einem prominent besetzten Zentralbanker-Treffen warnt EZB-Direktorin Isabel Schnabel: Auch der Klimawandel kann die Konjunktur torpedieren.
Globale Wirtschafts- und Finanzinitiativen und Konzerne stimmen in den Chor der Forderungen ein, die Regeln für Nachhaltigkeitsberichte international anzugleichen. ISSB-Chef Faber sieht dafür Spielraum, doch bestehe noch Gesprächsbedarf. Auch in Japan müssen Firmen bald Umweltangaben machen.
Die Chefs der Evangelischen Bank haben alle EU-Kommissionsmitglieder aufgefordert, die Umwelttaxonomie um die soziale Dimension zu erweitern. Dagegen scheint es Widerstand zu geben, obwohl es nicht um mehr soziale Regeln, sondern um eine Klassifizierung sozialer Produkte und Dienste geht, damit auch diese mehr Finanzierungen erhalten.
Sie repräsentieren die gigantische Zahl von 121.000 Milliarden Dollar verwalteter Vermögen, die Mitglieder der globalen Initiative PRI. Aus kleinen Anfängen wuchs ein weltumspannendes Netzwerk, das sich für verantwortliches Investieren einsetzt. Für echte Nachhaltigkeitswirkungen ist aber noch viel zu tun.
Unter den Unternehmen, die Geld aus der Gasumlage erhalten können, ist eines, dem enge Verbindungen zu Russlands Machthaber Wladimir Putin nachgesagt werden. Der Energiehändler Gunvor mit Sitz in der Schweiz hat seinen Gewinn nach dem russischen Überfall auf die Ukraine mehr als verdreifacht.
Pandemie, Kriege, Erderwärmung und Biodiversitätskrise benachteiligen weltweit vor allem Mädchen und Frauen. Das bedroht die Realisierung der nachhaltigen Entwicklungsziele. Das ist eine Herausforderung für die Politik und auch für Finanzmarktakteure, die aber noch am Anfang stehen.
Zahlreiche Fonds haben noch keine Informationen dazu bereitgestellt, ob sie die Nachhaltigkeitskriterien der EU erfüllen, und dürfen ökologisch und sozial orientierten Anlegern daher nicht von Beraterinnen und Beratern empfohlen werden. Zudem seien die Hürden für nachhaltige Fonds höher geworden, wird geklagt.
Angesichts zunehmender Dürren und Wasserverschmutzung fordern die Investoren der neuen Valuing Water Finance Initiative von Unternehmen einen viel sorgsameren Umgang mit Wasser. Die Akteure wollen finanzielle Risiken in den Griff bekommen. Unterdessen versuchen Fachleute auf der Weltwasserwoche, Lösungen voran zu treiben.
EU-Nachhaltigkeitsberichtspflichten sollten zügig auch im Mittelstand gelten, gegen Greenwashing müsse der Staat konsequent vorgehen und zudem Unternehmen CO2-Reduktionspläne abverlangen: Der an der SRH Fernhochschule Mobile University lehrende Volkswirt und Ex-Weltbank-Direktor Michael Koch mahnt mehr Druck auf die Wirtschaft an, um Klimaziele zu erreichen.
In Frankreich müssen Finanzhäuser und Unternehmen erfassen und transparent darstellen, welche negativen Effekte ihre Geschäfte auf die biologische Vielfalt haben und wie sie diese strategisch verringern wollen. Erste Institute wie der Versicherer CNP beginnen, zu berichten.
Bundesfinanzminister Christian Lindner will Inflationsgewinne zurückgeben, um Bürger zu entlasten. Doch klammert er die Frage aus, wie weitere Entlastungen finanziert werden können. Dabei gibt es laut Experten gerade im Bereich der klimaschädlichen Subventionen viel zu holen. Indes treibt die SPD die Debatte um die Übergewinnsteuer voran.
Gleich zwei öffentliche Konsultationsphasen zu den Regeln für die künftige Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen sind nun abgelaufen. Die internationalen Standardsetzer ISSB und die europäische Efrag baten um Stellungnahmen zu ihren Entwürfen. Die zahlreichen Antworten machen klar, dass auf beide Institutionen noch viel Arbeit zukommt.
Eine IWF-Studie warnt Regierungen davor, gestiegene Preise für Öl, Gas und Kohle mittels verordneter Preisgrenzen und Subventionen künstlich niedrig zu halten. Dies würde weder helfen, Energie einzusparen, noch sei es dauerhaft finanzierbar. Zudem würden erneuerbare Energien ausgebremst. Regierungen sollten eher sozial Schwache finanziell unterstützen.
Seit Dienstag müssen Anlageberater ihre Kunden nach Nachhaltigkeitspräferenzen fragen. Geldhäuser, die sich darauf schon lange vorbereitet haben, profitieren. Leitfäden sollen Anlageberatern helfen, sich in dem Chaos zurecht zu finden. Zudem gibt eine Studie bereits erste Hinweise, ob nun mehr Geld privater Investoren in nachhaltige Produkte fließen wird.
Die Unep FI ist die größte Organisation, die auf globaler Ebene einen nachhaltigen Finanzsektor vorantreibt. Dazu bringt sie seit 1992 das Umweltprogramm der Vereinten Nationen und den privaten Finanzsektor an einen Tisch. Vor allem dank Pragmatismus konnte sie viele Mitglieder gewinnen. Eine Bilanz nach 30 Jahren.
Der Klimawandel könnte Banken zusätzliche Kreditausfälle bescheren, heißt es in einer neuen umfassenden Studie der EZB und des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken – nach den Erfahrungen der Finanzkrise klingt diese Prognose der Zentralbank alarmierend. Die EZB kennt aber auch Heilmittel.
US-Präsident Joe Biden gelingt ein seltener Erfolg: Die Demokraten verbinden Sozial- und Klimapolitik in einem Anti-Inflationsgesetz. Damit gab der Senator Joe Manchin aus dem Kohle-Staat West Virginia seinen Widerstand auf. Das Gesetz mit 369 Milliarden Dollar für den Klimaschutz könnte schon in der kommenden Woche verabschiedet werden.
Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück zieht Bilanz für die weltweiten Schäden durch Naturkatastrophen in der ersten Hälfte des Jahres 2022. Demnach sind im Vergleich zum Vorjahr weniger Zerstörungen aufgetreten. Aber, erklärt Munich Res Chefklimaforscher, die Menschheit bekomme die Erderhitzung durch auffällige Wetterextreme immer stärker zu spüren.
Banken und Vermögensverwalter möchten und müssen nachhaltiger werden – aber wie? Erste Universitäten erweitern ihr Lehrangebot im Bereich nachhaltiges Finanzwesen, um die benötigten Fachkräfte auszubilden. Auf die Schnelle können auch Fortbildungskurse helfen.
Die Deutsche Bundesbank hat erstmals in ihrer Geschichte einen Klimabericht vorgelegt. Mit ihm wollen die Notenbanker ausmessen, wie stark von ihnen gehaltene Wertpapiere den Klimawandel befeuern. Die Ergebnisse sind vor allem eins – unvollständig.
Der deutsche Versicherungsverband beschäftigt sich dieses Jahr mit Ansätzen und Herausforderungen, um Biodiversität in der Kapitalanlage zu beachten.
Die Immobilienwirtschaft gilt als einer der Hauptverursacher von CO2-Emmissionen. Doch immer mehr Unternehmen wollen auf Nachhaltigkeit setzen. Auch institutionelle Investoren suchen nach entsprechenden Projekten. Oft liegen Anspruch und Wirklichkeit aber noch weit auseinander.
Holz gilt als wichtiges Element einer klimaneutralen Wirtschaft. Doch Verheizen ist laut Wissenschaftlern keine gute Idee, sie fordern ein Ende der Subventionierung. Die Holzwirtschaft protestiert angesichts der Energieknappheit mit diametral entgegen gesetzten Ansichten. In Deutschland und der EU stehen Regulierungen an, die auch Investoren betreffen.
Jörg Arnold, Deutschland-Chef des Schweizer Lebensversicherers und Finanzberaters Swiss Life, über die Schwierigkeiten bei der Definition von Nachhaltigkeit, die Rolle der Versicherungsbranche beim Wandel zur klimaneutralen Wirtschaft und warum er dafür ist, die Taxonomie um sozial nachhaltige Geschäftstätigkeiten zu erweitern.
Die Europäische Kommission will, dass die Mitgliedsstaaten künftig den wirtschaftlichen Wert ihrer Ökosysteme erfassen müssen und positiv auf eine nachhaltigere Ökonomie wirkende Subventionen darlegen. Für umweltschädliche Subventionen ist hingegen nur eine freiwillige Erhebung geplant.
Die Efrag hat im Auftrag der EU Vorschläge gemacht, wie die Nachhaltigkeitsangaben von Firmen künftig aussehen sollen. Ein Gremium der Börsenaufsicht Esma findet die Entwürfe mangelhaft: Firmen müssten wertvolle Geheimnisse verraten und hätten zu viel Arbeit damit. Dennoch könnten die CSRD-Regeln seiner Ansicht nach die EU-Wirtschaft stärken.
Zum zweiten Mal blickt das Geldhaus in einem Onlinedialog auf seine Nachhaltigkeitsperformance zurück. Die Bank sieht sich auf einem guten Weg. NGOs hingegen wünschen sich eine noch ambitioniertere Vorgehensweise. Die kritischste Anmerkung kam ausgerechnet von einem Commerzbank-Mitarbeiter.
Die zur Weltbankgruppe gehörende IFC hat einen Kredit an einen brasilianische Agrarfirma vergeben, der für Entwaldung mitverantwortlich sein soll. Umweltorganisationen versuchten vergeblich, das zu verhindern. Die Weltbank beschwichtigt, sie habe auf hohe Standards gedrungen.
Die EU-Taxonomie sieht vor, dass Wirtschaftsaktivitäten nur als nachhaltig gelten, wenn sie soziale Mindestschutz-Kriterien erfüllen. Die Platform on Sustainable Finance will heute Vorschläge dafür präsentieren. Tagesspiegel Background Sustainable Finance lagen sie vorab vor.
60 Prozent der Banken haben Klimarisiken allenfalls bedingt im Blick, für 80 Prozent sind Klimarisiken bei der Kreditvergabe kein Thema. Das sind Ergebnisse des Klimastresstests der Europäischen Zentralbank. Sie ruft die Banken auf, ihre Anstrengungen dringend zu verstärken.
Das Europäische Parlament hat sich in einer Abstimmung nicht gegen die Aufnahme von Atom- und Gaskraftwerken in die EU-Taxonomie gestellt. Lehnt der Europäische Rat den ergänzenden Delegierten Rechtsakt der EU-Kommission ebenfalls nicht ab, bleibt für die Gegner nur noch ein Gang vor Gericht.
Der EU-Rat hat nun eine ausformulierte Richtlinie für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) vorgelegt, von der erwartet wird, dass sie ohne große Änderungen in Kraft tritt. Sie enthält manche Details der Einigung mit dem Europaparlament, die noch nicht bekannt waren.
Die Europäische Zentralbank will nach jahrelangem Zögern ab Herbst mit einem Bündel von Maßnahmen die Dekarbonisierung der Wirtschaft unterstützen. Manche könnten allerdings noch weitreichender sein, wie sie selbst eingesteht.
Der Umweltministerrat hat die von der EU-Kommission vorgeschlagene Verordnung gegen Entwaldung stark abgeschwächt. Sie soll nur begrenzte Importverbote vorsehen und lediglich für unberührte Primärwälder gültig sein. Manche Europaparlamentarier und Umweltorganisationen kritisieren das heftig. Im Herbst starten Trilogverhandlungen der EU-Entscheidungsgremien.
Die Europäische Kommission hat einen Plan vorgestellt, wie die EU den internationalen Handel nach nachhaltigen Gesichtspunkten ausrichten kann. Dazu sollen in Handelsverträge vermehrt soziale, klimabezogene und Umwelt-Kriterien Einzug halten. Jedoch scheitert das oft an der Realpolitik, wie die Beispiele Ceta, Energiecharta und Entwaldungs-Verordnung zeigen.
Die Politik solle trotz der geopolitischen Krisenlage die Rahmenbedingungen für die Real- und Finanzwirtschaft so ändern, dass diese den Menschen und dem Gemeinwohl dienen, damit die Gesellschaft gerechter und nachhaltiger wird.
Gemeinwohlorientierte Unternehmen haben in Deutschland noch einen schweren Stand. Das Bildungs- und Forschungsministerium hat deshalb Zarah Bruhn beauftragt, den Bereich voranzutreiben. Im Interview spricht die Chefin des Sozialunternehmens Social Bee über Fördermaßnahmen, Investorenlogik und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftszweiges.
Die G7 haben am ersten Tag des dreitägigen Gipfels weitreichende Entscheidungen gefällt und umfangreiche Mittel zum Ausbau der Infrastruktur in Entwicklungsländer zugesagt. Nun kommt es darauf an, wann die Staaten fossile Energien im Stromsektor und die Finanzierung von Kohle, Öl und Gas im Ausland beenden wollen.
Monatelang haben Europaparlament und EU-Rat verhandelt, jetzt stehen sie fest: Die Regeln für Nachhaltigkeitsangaben, die künftig von zehntausenden Unternehmen veröffentlicht werden müssen.
Für Bundesfinanzminister Christian Linder hat die große Transformation jetzt keine Priorität. Und von der EU-Klimataxonomie hält er nichts, geschweige denn von einer sozialen Taxonomie. Investoren und andere Experten, etwa Bundesbankvorständin Sabine Mauderer, vertreten andere Ansichten.
Neue Vorgaben für den Klimaschutz durch Unternehmen haben zwei einflussreiche internationale Initiativen veröffentlicht. Experten weisen auf Unterschiede in den Details hin.
Der Angriff Russlands auf die Ukraine erschüttert auch das Konzept nachhaltiger Investments. Weder war die aggressive Despotie eines ganzen Staates in Nachhaltigkeitsratings eingepreist, noch passen viele Folgen zu den Vorstellungen öko-sozialer Anleger. Zwei Analysen legen jetzt Unzulänglichkeiten offen – und versuchen, Orientierung zu geben.