Einst wurden sie als „Heuschrecken“ beschimpft, inzwischen sehen Beteiligungsgesellschaften Umwelt und Soziales als Mittel der Wertsteigerung ihres Portfolios. Schon bei der Auswahl der Zielfirmen wird auf deren Geschäftsaussichten in einer klimaneutralen Welt geachtet.
Schallende Ohrfeige für EU-Kommission und Bundesregierung: Der Bundesrechnungshof wirft beiden vor, bei der Umsetzung des Corona-Wiederaufbau-Paketes Greenwashing Vorschub zu leisten. Statt die finanzierten Umweltprojekte an der EU-Taxonomie auszurichten, hätten EU und Berlin die Kriterien stark aufgeweicht – und Ausgaben fälschlich als „grün“ deklariert.
Ein klarer formulierter Auftrag und mehr Absprache mit den Ministerien: Seit Dienstag ist die Satzung des neuen Sustainable-Finance-Beirats öffentlich. Ein Vergleich mit der Fassung des vorherigen Beirats macht deutlich, was sich die Bundesregierung von ihrem Beratergremium erhofft.
Nachdem sie bereits stellvertretende Vorsitzende des ersten Sustainable-Finance-Beirats der Bundesregierung war, ist Silke Stremlau von den Hannoverschen Kassen nun Vorsitzende des Beratergremiums. Im Interview spricht sie über die wichtigsten Herausforderungen – und räumt mit Bedenken an der veränderten Satzung auf.
Zwei Ausschüsse des Europaparlaments stimmen dagegen, dass Kernkraft- und fossile Gaskraftwerke als nachhaltig im Sinne der EU-Taxonomie deklariert werden. Doch verhindern kann es nur das gesamte Parlament. Und dessen Abstimmung steht nächsten Monat an.
Europaparlament und EU-Rat könnten diesen Monat entscheiden, wie die Nachhaltigkeitsberichte von Firmen künftig aussehen müssen, heißt es auf einer Fachveranstaltung. Kleinunternehmen stehe ein großer Schock bevor, wird gewarnt.
Warum beträgt die Mehrwertsteuer auf Süßkartoffeln 19 Prozent, auf Trüffel aber nur sieben? Das Umweltbundesamt sieht darin keinen Sinn und fordert, die Mehrwertsteuer stärker an sozialen und ökologischen Kriterien auszurichten. Das könnte Haushalte mit niedrigen Einkommen entlasten und obendrein CO2-Emissionen sparen.
Zwar erkennen vermehrt einzelne Unternehmen und Investoren den Verlust von Ökosystemleistungen als systemisches Risiko an. Doch Berichterstattung und Ratings fehlen, deutsche Investoren hinken hinterher, und EU-Experten weichen Kriterien auf. Das bemängeln zumindest Forscher in einer Studie und geben Handlungsempfehlungen.
Seine Berufung in den Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung sorgt für Furore, seine Organisation steht in der Kritik von Umweltschützern: Christian Heller von der Value Balancing Alliance (VBA) erklärt, was er im Beirat erreichen will und warum die vom VBA entwickelte Monetarisierung von Umwelteffekten der richtige Berichterstattungsansatz ist.
Der europäische Wiederaufbaufonds Next Generation EU ist Teil des bisher größten Konjunkturpakets der EU. Die Fördergelder vergibt sie theoretisch nur an die Mitgliedstaaten, wenn diese sie bis zu gut einem Drittel zum Kampf gegen den Klimawandel einsetzen. Bisher übererfüllen die meisten Länder diese Vorgabe tatsächlich, wie eine aktuelle Auswertung zeigt.
Auf dem Sustainable Investor Summit wurde die Vielstimmigkeit der Branche deutlich. Während Feri Hoffnungen auf ein Ende des Datenmangels machte, traten in der Versicherungsbranche unterschiedliche Ansichten zur Nachhaltigkeit zutage.
Bei Kreditvergaben, Kapitalanlagen und Rechnungslegung sind die Risiken schwindender Ökosysteme bisher weiße Flecken. Es fehlen nicht nur Daten und Informationen im Lagebericht, sondern auch Selbsteinschätzungen und Szenarioanalysen. Das lässt sich aber ändern.
Auf der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank lasten weiterhin Greenwashing-Vorwürfe. Mit einer Razzia bei DWS und dem Mutterhaus sicherten Ermittler potenzielles Beweismaterial. Die Begründung der Frankfurter Staatsanwaltschaft für die Bürodurchsuchungen erinnert an Anschuldigungen der ehemaligen Nachhaltigkeitschefin Desiree Fixler.
In ihrer Rede auf der Jahreshauptversammlung der Deutschen Bank griff Luisa Neubauer Deutschlands größtes Geldhaus sowie die Finanzbranche insgesamt scharf an. Im Interview erklärt die Klimaaktivistin, wie sie auf die Rolle des Finanzsektors blickt und warum sie die Deutsche Bank für unglaubwürdig hält.
Wie die EU den Anteil ihrer Ausgaben für den Klimaschutz berechnet, bezeichnen Naturschutzverbände schon länger als fingierte Buchhaltung. Jetzt liefert der Europäische Rechnungshof Beweise. Für die nächste Haushaltsperiode hofft er nicht auf Besserung.
Silke Stremlau, Vorständin der Hannoverschen Kassen und bis 2021 stellvertretende Vorsitzende des ehemaligen Sustainable-Finance-Beirats, ist von zuständigen Bundesministerien gefragt worden, ob sie sich die Übernahme des Vorsitzes des neuen Sustainable-Finance-Beirats vorstellen kann. Sie sei dazu bereit, wie Stremlau Tagesspiegel Background sagte.
Die Diskussionen über und der Umgang mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine mögen die Schlagzeilen vom diesjährigen Weltwirtschaftsforum beherrscht haben. Die Top-Priorität war in Davos aber die Klimakrise – Spitzenpolitiker wie Konzernführer berieten über weitere milliardenschwere Initiativen, die den Globus nachhaltiger machen sollen.
Banken können in einigen Geschäftsbereichen deutlich mehr als bisher für eine zukunftsorientierte Wirtschaft tun. Was alles möglich ist, zeigt eine Studie für die Schweiz.
Die ING-Bank misst die ESG-Performance jedes einzelnen Firmenkunden. Wer gut abschneidet, kann Euros billiger in Dollars tauschen. Dabei will sie es nicht belassen. Bei der Commerzbank sind klimafreundliche Kredite begehrt.
Nachhaltigkeit wird in der Autoindustrie inzwischen groß geschrieben. Doch damit ist nicht nur Klimaschutz gemeint. Auch soziale Fragen und eine gute Unternehmensführung zählen dazu. Stimmt hier etwas nicht, werden Investoren hellhörig – wie Tesla jetzt erfahren musste.
Umweltverbände werfen dem Unternehmensverband Value Balancing Alliance (VBA) vor, einen ungeeigneten Ansatz für die Erfassung der Folgen von Geschäftsaktivitäten zu verfolgen. Die Kritik erhält dadurch Brisanz, dass VBA-Chef Christian Heller einflussreicher Berater der Bundesregierung werden könnte.
Geht es nach der Mehrheit der EU-Parlamentarier im Wirtschaftsausschuss, dann sollen Emittenten europäischer Green Bonds künftig angeben, wenn sie die auch für Kernenergie oder fossiles Gas nutzen wollen. Die am Montag dort unter den Politikern abgestimmte Position ist auch ein Hinweis darauf, wie das Parlament in Sachen EU-Taxonomie votieren könnte.
Russlands Ukraine-Krieg, Chinas Exportabschottung und Inflationsängste drücken die Finanzmärkte. Dabei behaupteten sich nachhaltige und insbesondere dunkelgrüne Geldanlagen im ersten Quartal relativ gut – wie schon während der Corona-Pandemie.
Die Bundesregierung hat für den Vorsitz des Sustainable-Finance-Beirats den Industrievertreter Christian Heller in die engere Auswahl genommen. Der Chef des Unternehmensbündnisses Value Balancing Alliance (VBA) sei im Gespräch für den Posten, erfuhr Tagesspiegel Background aus Sustainable-Finance-Kreisen.
Die Krypto-Welt will Blockchain-Technologie und freiwillige Kohlenstoffmärkte verbinden. Während sich die junge Start-up-Szene noch formiert, geraten einige Initiativen schon wegen unrealistischer Klimaversprechen in die Kritik. Experten warnen allerdings vor einer vorschnellen Verurteilung.
FDP-Finanzminister Christian Lindner hat gestern eine „finanzpolitische Strategie“ der Bundesregierung für die nächsten Jahre vorgestellt. Die soll sich an Schuldenabbau, Inflationsbekämpfung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft orientieren. Nachhaltigkeitsthemen wie der Klimawandel hingegen spielen darin kaum eine Rolle.
Die von der EU geplante Richtlinie für die Nachhaltigkeitsberichterstattung wird von Unternehmen viele zusätzliche Informationen fordern. Doch um manche Bestimmungen ringen Europaparlament und die Mitgliedsstaaten noch.
Eine Studie zu den 100 deutschen Top-Unternehmen belegt: Je ambitionierter ihre Nachhaltigkeitsstrategie ist und je konsequenter sie diese umsetzen, desto besser sind ihre wirtschaftlichen Leistungen.
Der Klub der wichtigsten demokratischen Industriestaaten, G7, möchte eine globale Regulierung von Lieferketten in der Wirtschaft voran bringen. Wie das geschehen soll, diskutierten Regierungsangehörige aller Mitgliedsstaaten auf einer internationalen Konferenz am Freitag in Berlin.
Eigentlich hatte die Bafin ihre Richtlinie für nachhaltige Fonds bereits im Januar veröffentlichen wollen. Am Dienstag machte sie nun klar, dass sie die Veröffentlichung komplett zurückstellt und sich an ihren bisherigen Grundsätzen orientiert. Von Fondsanbietern kommt Kritik. Derweil richtet die Bafin eine zentrale Stelle für Sustainable Finance ein.
Tausende europäische Unternehmen werden künftig Nachhaltigkeitsinformationen nach neuen EU-Regeln veröffentlichen müssen. Nun sind die Entwürfe für die entsprechenden Standards öffentlich und geben einen Einblick, was auf die Firmen zukommt.
Der Verband der Ernährungsindustrie und der Global Nature Fund informieren darüber, was Unternehmen gegen die Biodiversitätskrise tun können, auch vor dem Hintergrund vermehrter Regulierung in Europa. Auf dem Kapitalmarkt befassen sich jedoch erst wenige Akteure mit Finanzierungsmöglichkeiten.
Aktiengesellschaften sollen künftig laut Beschluss der Bundesregierung virtuelle Hauptversammlungen regulär abhalten können – und nicht nur ausnahmsweise wie in der Corona-Pandemie. Nach heftigem Protest aus der Finanzwirtschaft auf den ersten Gesetzentwurf hat das Kabinett zentrale Aktionärsrechte einbezogen. Kritikern reicht das nicht.
Von den örtlichen Anwohnern getragene Gesellschaften für erneuerbare Energieerzeugung, einst Vorreiter der nachhaltigen Geldanlage, wurden in den vergangenen Jahren ausgebremst. Geplante Finanzhilfen der Bundesregierung könnten neue Projekte erleichtern.
Christopher Flensborg hat der Weltbank beim Einrichten ihres allerersten Green Bonds geholfen. Dazu wurde dem Head of Climate & Sustainable Finance beim schwedischen Geldhaus Skandinanviska Enskilda Banken (SEB) unter anderem die schwedische Ritterwürde verliehen. Im Interview spricht er über die Entwicklung des Marktes für grüne Anleihen.
Mehr als 800 Firmen bilanzieren auf besondere Art: Sie stellen detailliert dar, was sie in ihrem Kerngeschäft für die Gesellschaft tun. Auditoren sind streng, schönfärben geht nicht. An dieser international wachsenden Bewegung nehmen Finanzakteure jedoch kaum teil. Das könnte sich mit mehr Regulierung ändern.
Vanguard ist der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt, hat von Umweltaktivistinnen und -aktivisten bislang aber viel weniger Aufmerksamkeit bekommen als der häufig kritisierte größere Konkurrent Blackrock. Ein NGO-Bündnis kündigt nun Druck auf die US-Fondsgesellschaft an.
Seit diesem Jahr müssen große Unternehmen in ihren Jahresberichten angeben, welche Anteile ihres Geschäfts taxonomiefähig sind. Das erfordert einiges an Aufwand, könnte der Branche aber wichtige Daten liefern, um Gelder besser nachhaltig zu investieren. Ihren Investmentprozess darauf umgestellt haben Finanzakteure aber noch nicht.
Sustainable Finance oder Abgaben auf Emissionen – wie lässt sich das Klima besser schützen? Darüber wird eifrig gestritten. Eine Analyse des IWF zeigt nun, dass ein CO2-Preis Deutschland und andere Ölverbraucher billiger käme als Investitionszurückhaltung bei fossiler Energie.
Wie sollen Leerverkaufspositionen bei der Treibhausgasbilanz berücksichtigt werden? Trotz solcher Differenzen gibt es auch bei Hedgefonds Schritte in Richtung Klimaschutz und sozialer Verantwortung.
Investoren reißen sich um die Finanzierung nachhaltiger Finanz-Start-ups. Das Angebot ist groß und vielfältig. Besonders Start-ups, die Daten für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von großen Unternehmen zusammenstellen können, haben laut Experten viel Potenzial.
Der Vorschlag der EU-Kommission für die Vorgaben zu Green Bonds hatte unter EU-Staaten Unmut hervorgerufen: Die Hürden für Anleihen der EU seien nicht so hoch wie für die der Mitgliedsländer, klagten sie. Nun gehen die Staaten mit einem Entwurf in die Verhandlungen, der ihnen die Emission grüner Anleihen leichter machen würde.
Das Sustainable-Finance-Beratergremium der EU hat vorgeschlagen, die Taxonomie deutlich zu erweitern. Dadurch erhielten Investoren deutlich mehr Anlageoptionen, Unternehmen müssten aber aufwändig Daten erheben. Während sich Finanzakteure für eine Erweiterung aussprechen, mahnen andere Wirtschaftsfachleute vor zu hohen Belastungen für Unternehmen.
Viele Millionen Kinder müssen arbeiten, viele Menschen unterliegen der Zwangsarbeit oder Sklaverei. Um gegen diese Menschenrechtsverletzungen vorzugehen, veröffentlicht das Südwind-Institut heute einen Wegweiser für Investoren, Unternehmen und Kommunen. Tagesspiegel Background konnte vorab Einblick nehmen.
Der Finanzsektor will schnell grüner werden und sucht dafür händeringend Fachkräfte. Die Not ist so groß, dass selbst einst als besonders konservativ geltende Geldhäuser sich über Quereinsteiger aus Nichtregierungsorganisationen freuen oder gezielt Personal von der Konkurrenz abwerben. Manche in der Branche hingegen helfen sich einfach selbst.
Anbieter nachhaltiger Fonds müssen laut EU-Bestimmung angeben, warum sie ihre Produkte für ökologisch oder sozialverträglich halten. Nun hat die Europäische Kommission dargelegt, welche Informationen genau sie liefern müssen. Wir geben einen Überblick.
Der Bundesverband deutscher Banken hat zum Jahresempfang seine Unterstützung für die Ukraine sehr deutlich gemacht. Die deutschen Geldhäuser hätten zudem bereits seit 2014 ihre Aktivitäten in Russland zurückgefahren, sagte Verbandspräsident Christian Sewing. Dabei standen viele Finanzinstitute zuletzt noch wegen ihrer Geschäfte in dem Land in der Kritik.
Der Weltklimarat IPCC weist Politik und Regulatoren eine große Rolle dabei zu, die stark auf fossile Energieträger fokussierten Finanzströme in klimakompatible Geschäftsmodelle umzulenken. Auch für Kapitalgeber lassen sich aus dem Bericht klare Empfehlungen ableiten, um etwas gegen die Erderhitzung zu unternehmen.
Der interne Bericht des Bundesrechnungshofes zur Anhebung der Entfernungspauschale ist eine Generalabrechnung: Die Pauschale ist unökologisch, sozial ungerecht, juristisch fehlerhaft und wird schlecht kontrolliert. Der Steuerausfall pro Jahr liegt im dreistelligen Millionenbereich.
Ohne ehrgeizigere Politik werde sich die Erdatmosphäre bis zum Jahr 2100 um durchschnittlich 3,2 Grad Celsius aufheizen, warnte heute der Weltklimarat IPCC. Er forderte unter anderem eindringlich, Finanzströme umzulenken und Investitionen massiv zu erhöhen, um die Erderhitzung einzudämmen.
Die IFRS-Standards bilden in vielen Industrieländern die Grundlage für Finanzkennzahlen von Unternehmen. Die dahinterstehende Organisation hat nun Vorschläge für Standards für Nachhaltigkeits-Informationen vorgelegt.
Die EU-Kommission plant, nachhaltige Produkte zur Norm im europäischen Binnenmarkt zu machen und hat dafür ein Regulierungspaket mit vier Bausteinen vorgeschlagen. Zudem stellte sie diese Woche ihren Richtlinienentwurf für menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflichten öffentlich zur Diskussion.
Die Bundesregierung will „Nachhaltigkeit zu einem zentralen Element von Finanzentscheidungen“ machen und „eine glaubwürdige Sustainable Finance-Strategie mit internationaler Reichweite implementieren“. So steht es in der neuen Satzung für den Sustainable-Finance-Beirat, die Tagesspiegel Background vorliegt.
Die Bundesregierung ruft die Frühwarnstufe für die Gas-Versorgung in Deutschland aus. Kommt es tatsächlich zu einem Ausfall russischer Lieferungen, hätte das schwer absehbare Folgen für Real- und Finanzwirtschaft. Vermögensverwalter bereiten sich auf den Ernstfall vor, derweil könnten sich nachhaltige Fonds zumindest langfristig als resistenter erweisen.
Die EU hat bislang nur die Erarbeitung einer Taxonomie umweltschonender Wirtschaftstätigkeiten beschlossen, doch ihr offizielles Sustainable-Finance-Beratergremium hat sich nun dafür ausgesprochen, den Katalog deutlich zu erweitern. So sollen auch bisher nicht erfasste Geschäftstätigkeiten einsortiert werden.
Ein Großteil der klimapolitischen Maßnahmen der Bundesregierung ist nicht geeignet, die Treibhausgasemissionen zu senken, konstatiert der Bunderechnungshof in einem neuen Sonderbericht. Er mahnt bessere Koordination an, den Abbau klimaschädlicher Subventionen und Anstrengungen hin zum „Green Budgeting“.
Die EU-Kommission hat die für gestern geplante Veröffentlichung eines Regulierungsentwurfs für den Schutz der Biodiversität mit Renaturierungszielen vertagt. Das trifft in Politik und Gesellschaft angesichts der aktuellen Verhandlungen für ein Weltabkommen zum Erhalt der Lebensgrundlage auf Unverständnis.
Deutsche Finanzverbände und Investorenvereinigungen laufen Sturm gegen das Vorhaben der Bundesregierung, virtuelle Hauptversammlungen so zu etablieren, dass sie den Dialog zwischen Unternehmen und ihren Eigentümern schwächen. Dies würde zudem erschweren, dass Aktionäre die Unternehmen zu nachhaltigerem Wirtschaften drängen können.
Die USA, bislang ein Nachzügler bei der Pflicht zur Veröffentlichung von Klimadaten, preschen vor: Die Börsenaufsicht will, dass Unternehmen künftig ihre Klimarisiken und Treibhausgasemissionen bekannt machen. Das Vorhaben ist aber noch nicht in trockenen Tüchern.
Geht es nach Michael Grote von der Wirtschaftshochschule Frankfurt School, wird nachhaltige Geldanlage viel zu überschätzt. Doch sein veröffentlichtes Paper sorgt auch in der Wissenschaftsszene für viel Unmut. Es sei mindestens kontraproduktiv, einige Schlussfolgerungen zudem nicht haltbar.
Um mit dem Green Deal Europa nachhaltig umgestalten zu können, bedarf es einer stärkeren Koordinierung der Haushalts- und Finanzpolitiken der 27 EU-Staaten. Das ist die Botschaft einer Studie der Denkfabrik Climate and Company, die heute vorgelegt wird. Dazu wollen die Autoren vor allem den EU-Schuldenkrisen-Mechanismus um Klima- und Energieziele erweitern.
Große Firmen müssen nun ausweisen, welche Anteile ihrer Aktivitäten, Umsätze und Investitionen taxonomiefähig sind. Nächstes Jahr sollen sie gar darlegen, inwiefern diese auch taxonomiekonform sind. Zudem werden die Erhebungen prüfungspflichtig. Das liefert Investoren viele wichtige Kennzahlen, stellt Firmen aber vor eine große Herausforderung.
Das globale Abkommen zur biologischen Vielfalt sollte als messbares Ziel „Natur-positiv bis 2030“ verankern. Dazu riefen Umwelt-, Forschungs- und Wirtschaftsverbände auf. Die Deutsche Umwelthilfe forderte von der Bundesregierung ein großes Programm für „natürlichen Klimaschutz“. Der Koalitionsvertrag enthält einige Lücken.
Moskauer Aktien und Anleihen wirken auf Investoren so appetitlich wie eine Dose voller Maden. Aber sie zu verkaufen, ist gar nicht so einfach. Ausschlüsse aus dem Transaktionssystems Swift macht den Handel schwierig, zudem ist unklar wieviel die Papiere nun noch wert sind. Vermögensverwalter stehen vor einer schwierigen Aufgabe.
Für Claudia Kemfert, Professorin und Abteilungsleiterin Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), ist klar, wie Deutschland und Europa angesichts des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine hinsichtlich der Energieversorgung zu reagieren haben: „Je schneller wir uns umstellen, desto besser.“
Europäische Unternehmen treiben Fortschritte hin zu wissenschaftlich basierten Klimazielen an, gehen aber nicht ihre großen ökologischen Auswirkungen auf die Biodiversität an. Das will die weltumspannende Investoreninitiative CDP durch Transparenzforderungen und Leistungsbewertungen ändern.