Eine Studie zu den 100 deutschen Top-Unternehmen belegt: Je ambitionierter ihre Nachhaltigkeitsstrategie ist und je konsequenter sie diese umsetzen, desto besser sind ihre wirtschaftlichen Leistungen.
Der Klub der wichtigsten demokratischen Industriestaaten, G7, möchte eine globale Regulierung von Lieferketten in der Wirtschaft voran bringen. Wie das geschehen soll, diskutierten Regierungsangehörige aller Mitgliedsstaaten auf einer internationalen Konferenz am Freitag in Berlin.
Eigentlich hatte die Bafin ihre Richtlinie für nachhaltige Fonds bereits im Januar veröffentlichen wollen. Am Dienstag machte sie nun klar, dass sie die Veröffentlichung komplett zurückstellt und sich an ihren bisherigen Grundsätzen orientiert. Von Fondsanbietern kommt Kritik. Derweil richtet die Bafin eine zentrale Stelle für Sustainable Finance ein.
Tausende europäische Unternehmen werden künftig Nachhaltigkeitsinformationen nach neuen EU-Regeln veröffentlichen müssen. Nun sind die Entwürfe für die entsprechenden Standards öffentlich und geben einen Einblick, was auf die Firmen zukommt.
Der Verband der Ernährungsindustrie und der Global Nature Fund informieren darüber, was Unternehmen gegen die Biodiversitätskrise tun können, auch vor dem Hintergrund vermehrter Regulierung in Europa. Auf dem Kapitalmarkt befassen sich jedoch erst wenige Akteure mit Finanzierungsmöglichkeiten.
Aktiengesellschaften sollen künftig laut Beschluss der Bundesregierung virtuelle Hauptversammlungen regulär abhalten können – und nicht nur ausnahmsweise wie in der Corona-Pandemie. Nach heftigem Protest aus der Finanzwirtschaft auf den ersten Gesetzentwurf hat das Kabinett zentrale Aktionärsrechte einbezogen. Kritikern reicht das nicht.
Von den örtlichen Anwohnern getragene Gesellschaften für erneuerbare Energieerzeugung, einst Vorreiter der nachhaltigen Geldanlage, wurden in den vergangenen Jahren ausgebremst. Geplante Finanzhilfen der Bundesregierung könnten neue Projekte erleichtern.
Christopher Flensborg hat der Weltbank beim Einrichten ihres allerersten Green Bonds geholfen. Dazu wurde dem Head of Climate & Sustainable Finance beim schwedischen Geldhaus Skandinanviska Enskilda Banken (SEB) unter anderem die schwedische Ritterwürde verliehen. Im Interview spricht er über die Entwicklung des Marktes für grüne Anleihen.
Mehr als 800 Firmen bilanzieren auf besondere Art: Sie stellen detailliert dar, was sie in ihrem Kerngeschäft für die Gesellschaft tun. Auditoren sind streng, schönfärben geht nicht. An dieser international wachsenden Bewegung nehmen Finanzakteure jedoch kaum teil. Das könnte sich mit mehr Regulierung ändern.
Vanguard ist der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt, hat von Umweltaktivistinnen und -aktivisten bislang aber viel weniger Aufmerksamkeit bekommen als der häufig kritisierte größere Konkurrent Blackrock. Ein NGO-Bündnis kündigt nun Druck auf die US-Fondsgesellschaft an.
Seit diesem Jahr müssen große Unternehmen in ihren Jahresberichten angeben, welche Anteile ihres Geschäfts taxonomiefähig sind. Das erfordert einiges an Aufwand, könnte der Branche aber wichtige Daten liefern, um Gelder besser nachhaltig zu investieren. Ihren Investmentprozess darauf umgestellt haben Finanzakteure aber noch nicht.
Sustainable Finance oder Abgaben auf Emissionen – wie lässt sich das Klima besser schützen? Darüber wird eifrig gestritten. Eine Analyse des IWF zeigt nun, dass ein CO2-Preis Deutschland und andere Ölverbraucher billiger käme als Investitionszurückhaltung bei fossiler Energie.
Wie sollen Leerverkaufspositionen bei der Treibhausgasbilanz berücksichtigt werden? Trotz solcher Differenzen gibt es auch bei Hedgefonds Schritte in Richtung Klimaschutz und sozialer Verantwortung.
Investoren reißen sich um die Finanzierung nachhaltiger Finanz-Start-ups. Das Angebot ist groß und vielfältig. Besonders Start-ups, die Daten für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von großen Unternehmen zusammenstellen können, haben laut Experten viel Potenzial.
Der Vorschlag der EU-Kommission für die Vorgaben zu Green Bonds hatte unter EU-Staaten Unmut hervorgerufen: Die Hürden für Anleihen der EU seien nicht so hoch wie für die der Mitgliedsländer, klagten sie. Nun gehen die Staaten mit einem Entwurf in die Verhandlungen, der ihnen die Emission grüner Anleihen leichter machen würde.
Das Sustainable-Finance-Beratergremium der EU hat vorgeschlagen, die Taxonomie deutlich zu erweitern. Dadurch erhielten Investoren deutlich mehr Anlageoptionen, Unternehmen müssten aber aufwändig Daten erheben. Während sich Finanzakteure für eine Erweiterung aussprechen, mahnen andere Wirtschaftsfachleute vor zu hohen Belastungen für Unternehmen.
Viele Millionen Kinder müssen arbeiten, viele Menschen unterliegen der Zwangsarbeit oder Sklaverei. Um gegen diese Menschenrechtsverletzungen vorzugehen, veröffentlicht das Südwind-Institut heute einen Wegweiser für Investoren, Unternehmen und Kommunen. Tagesspiegel Background konnte vorab Einblick nehmen.
Der Finanzsektor will schnell grüner werden und sucht dafür händeringend Fachkräfte. Die Not ist so groß, dass selbst einst als besonders konservativ geltende Geldhäuser sich über Quereinsteiger aus Nichtregierungsorganisationen freuen oder gezielt Personal von der Konkurrenz abwerben. Manche in der Branche hingegen helfen sich einfach selbst.
Anbieter nachhaltiger Fonds müssen laut EU-Bestimmung angeben, warum sie ihre Produkte für ökologisch oder sozialverträglich halten. Nun hat die Europäische Kommission dargelegt, welche Informationen genau sie liefern müssen. Wir geben einen Überblick.
Der Bundesverband deutscher Banken hat zum Jahresempfang seine Unterstützung für die Ukraine sehr deutlich gemacht. Die deutschen Geldhäuser hätten zudem bereits seit 2014 ihre Aktivitäten in Russland zurückgefahren, sagte Verbandspräsident Christian Sewing. Dabei standen viele Finanzinstitute zuletzt noch wegen ihrer Geschäfte in dem Land in der Kritik.
Der Weltklimarat IPCC weist Politik und Regulatoren eine große Rolle dabei zu, die stark auf fossile Energieträger fokussierten Finanzströme in klimakompatible Geschäftsmodelle umzulenken. Auch für Kapitalgeber lassen sich aus dem Bericht klare Empfehlungen ableiten, um etwas gegen die Erderhitzung zu unternehmen.
Der interne Bericht des Bundesrechnungshofes zur Anhebung der Entfernungspauschale ist eine Generalabrechnung: Die Pauschale ist unökologisch, sozial ungerecht, juristisch fehlerhaft und wird schlecht kontrolliert. Der Steuerausfall pro Jahr liegt im dreistelligen Millionenbereich.
Ohne ehrgeizigere Politik werde sich die Erdatmosphäre bis zum Jahr 2100 um durchschnittlich 3,2 Grad Celsius aufheizen, warnte heute der Weltklimarat IPCC. Er forderte unter anderem eindringlich, Finanzströme umzulenken und Investitionen massiv zu erhöhen, um die Erderhitzung einzudämmen.
Die IFRS-Standards bilden in vielen Industrieländern die Grundlage für Finanzkennzahlen von Unternehmen. Die dahinterstehende Organisation hat nun Vorschläge für Standards für Nachhaltigkeits-Informationen vorgelegt.
Die EU-Kommission plant, nachhaltige Produkte zur Norm im europäischen Binnenmarkt zu machen und hat dafür ein Regulierungspaket mit vier Bausteinen vorgeschlagen. Zudem stellte sie diese Woche ihren Richtlinienentwurf für menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflichten öffentlich zur Diskussion.
Die Bundesregierung will „Nachhaltigkeit zu einem zentralen Element von Finanzentscheidungen“ machen und „eine glaubwürdige Sustainable Finance-Strategie mit internationaler Reichweite implementieren“. So steht es in der neuen Satzung für den Sustainable-Finance-Beirat, die Tagesspiegel Background vorliegt.
Die Bundesregierung ruft die Frühwarnstufe für die Gas-Versorgung in Deutschland aus. Kommt es tatsächlich zu einem Ausfall russischer Lieferungen, hätte das schwer absehbare Folgen für Real- und Finanzwirtschaft. Vermögensverwalter bereiten sich auf den Ernstfall vor, derweil könnten sich nachhaltige Fonds zumindest langfristig als resistenter erweisen.
Die EU hat bislang nur die Erarbeitung einer Taxonomie umweltschonender Wirtschaftstätigkeiten beschlossen, doch ihr offizielles Sustainable-Finance-Beratergremium hat sich nun dafür ausgesprochen, den Katalog deutlich zu erweitern. So sollen auch bisher nicht erfasste Geschäftstätigkeiten einsortiert werden.
Ein Großteil der klimapolitischen Maßnahmen der Bundesregierung ist nicht geeignet, die Treibhausgasemissionen zu senken, konstatiert der Bunderechnungshof in einem neuen Sonderbericht. Er mahnt bessere Koordination an, den Abbau klimaschädlicher Subventionen und Anstrengungen hin zum „Green Budgeting“.
Die EU-Kommission hat die für gestern geplante Veröffentlichung eines Regulierungsentwurfs für den Schutz der Biodiversität mit Renaturierungszielen vertagt. Das trifft in Politik und Gesellschaft angesichts der aktuellen Verhandlungen für ein Weltabkommen zum Erhalt der Lebensgrundlage auf Unverständnis.
Deutsche Finanzverbände und Investorenvereinigungen laufen Sturm gegen das Vorhaben der Bundesregierung, virtuelle Hauptversammlungen so zu etablieren, dass sie den Dialog zwischen Unternehmen und ihren Eigentümern schwächen. Dies würde zudem erschweren, dass Aktionäre die Unternehmen zu nachhaltigerem Wirtschaften drängen können.
Die USA, bislang ein Nachzügler bei der Pflicht zur Veröffentlichung von Klimadaten, preschen vor: Die Börsenaufsicht will, dass Unternehmen künftig ihre Klimarisiken und Treibhausgasemissionen bekannt machen. Das Vorhaben ist aber noch nicht in trockenen Tüchern.
Geht es nach Michael Grote von der Wirtschaftshochschule Frankfurt School, wird nachhaltige Geldanlage viel zu überschätzt. Doch sein veröffentlichtes Paper sorgt auch in der Wissenschaftsszene für viel Unmut. Es sei mindestens kontraproduktiv, einige Schlussfolgerungen zudem nicht haltbar.
Um mit dem Green Deal Europa nachhaltig umgestalten zu können, bedarf es einer stärkeren Koordinierung der Haushalts- und Finanzpolitiken der 27 EU-Staaten. Das ist die Botschaft einer Studie der Denkfabrik Climate and Company, die heute vorgelegt wird. Dazu wollen die Autoren vor allem den EU-Schuldenkrisen-Mechanismus um Klima- und Energieziele erweitern.
Große Firmen müssen nun ausweisen, welche Anteile ihrer Aktivitäten, Umsätze und Investitionen taxonomiefähig sind. Nächstes Jahr sollen sie gar darlegen, inwiefern diese auch taxonomiekonform sind. Zudem werden die Erhebungen prüfungspflichtig. Das liefert Investoren viele wichtige Kennzahlen, stellt Firmen aber vor eine große Herausforderung.
Das globale Abkommen zur biologischen Vielfalt sollte als messbares Ziel „Natur-positiv bis 2030“ verankern. Dazu riefen Umwelt-, Forschungs- und Wirtschaftsverbände auf. Die Deutsche Umwelthilfe forderte von der Bundesregierung ein großes Programm für „natürlichen Klimaschutz“. Der Koalitionsvertrag enthält einige Lücken.
Moskauer Aktien und Anleihen wirken auf Investoren so appetitlich wie eine Dose voller Maden. Aber sie zu verkaufen, ist gar nicht so einfach. Ausschlüsse aus dem Transaktionssystems Swift macht den Handel schwierig, zudem ist unklar wieviel die Papiere nun noch wert sind. Vermögensverwalter stehen vor einer schwierigen Aufgabe.
Für Claudia Kemfert, Professorin und Abteilungsleiterin Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), ist klar, wie Deutschland und Europa angesichts des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine hinsichtlich der Energieversorgung zu reagieren haben: „Je schneller wir uns umstellen, desto besser.“
Europäische Unternehmen treiben Fortschritte hin zu wissenschaftlich basierten Klimazielen an, gehen aber nicht ihre großen ökologischen Auswirkungen auf die Biodiversität an. Das will die weltumspannende Investoreninitiative CDP durch Transparenzforderungen und Leistungsbewertungen ändern.
Die Bundesfinanzaufsicht hat bekannt gegeben, welche Hauptrisiken sie 2022 für die Finanzbranche sieht. Auffällig dabei ist, dass sie Nachhaltigkeitsrisiken nicht dazuzählt. Das war in der Vergangenheit schon einmal anders. Zudem hat es bei der Bafin zuletzt einen Kompetenzwechsel in Sachen Sustainable Finance gegeben.
Die EU-Kommission will umweltschädlichen Produktgruppen einen Riegel vorschieben, was Unternehmen und indirekt auch ihre Geldgeber betreffen wird. Dazu will sie Ende März eine umfassende Regulierung vorschlagen, die Tagesspiegel Background im Entwurf vorliegt.
Entgegen anderslautenden Mutmaßungen lässt sich aus dem aktuellen Strukturvorschlag für eine soziale Taxonomie nicht ablesen, dass Rüstung als positive Aktivität einbezogen werden könnte. Waffen könnten nicht als sozial eingestuft werden, betont Antje Schneeweiß, die Leiterin der EU-Arbeitsgruppe, die die Empfehlungen für die EU-Kommission entwickelt hat.
Wie Treibhausgas-intensiv ist ein Portfolio und wie kann es klimafreundlicher werden? Um dies herauszufinden, benötigen Investoren Daten. Ein EU-Projekt könnte diese liefern, doch es wirkt wie eine Herkulesaufgabe.
Investitionsschutzabkommen wie der Energiecharta-Vertrag – einst geschaffen, um den früheren Ostblock in Europas Energieversorgung einzubinden – bremsen den nachhaltigen Umbau der EU aus: Milliardenteure Klagen vor Schiedsgerichten können Kraftwerksschließungen und Green Deal zum Kostenrisiko machen. Im Europaparlament regt sich Widerstand.
Die Loslösung des Westens von der Öl- und Gasmacht Russland schreitet in atemraubenden Tempo voran. Nur einige europäische Importeure wie Wintershall DEA zieren sich, ihre Brücken in Putins Reich ganz einzureißen. Umweltgruppen fordern vom Finanzsektor, auch diese Konzerne abzustrafen – und sehen sich in Warnungen vor fossilen Investments bestätigt.
Der russische Angriff auf die Ukraine stellt die westliche Welt auf den Kopf. Die Bundeswehr soll einen Milliarden-Fonds erhalten und die deutsche Rüstungsindustrie kann geschäftigen Zeiten entgegenblicken. Deren Verband forderte zuletzt, die Branche als nachhaltig einzustufen – dabei stellen ohnehin viele große Banken den Konzernen Kapital zur Verfügung.
Die EU-Platform on Sustainable Finance macht der EU-Kommission grundlegende Vorschläge, um eine Einordnung gesellschaftlich relevanter Wirtschaftsaktivitäten zu entwickeln. Sie hält diese für erforderlich. Eine neu aufgekommene, vieldiskutierte Frage umschifft das Beratergremium.
Was keine Klimakrise erreicht hat, gelingt Wladimir Putin mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine: Von einem Moment auf den anderen stoppen westliche Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit in einem ganzen Land: Shell, Exxonmobil, Banken, Fonds, Apple, Ford, BMW verlassen Russland. Selbst Playmobil bleibt weg. Doch stranded assets muss man erst einmal loswerden.
Das EU-Parlament dürfe konventionell argumentierenden Wirtschaftslobbyisten nicht nachgeben. Sondern es müsse klare Mindeststandards zu unternehmerischen Sorgfaltspflichten beschließen. Das fordert Yvonne Zwick, Vorstandsvorsitzende des Unternehmensnetzwerks Baum e.V., in dem sich mehr als 700 Mitglieder für Nachhaltigkeit engagieren.
Der weitreichende Vorschlag der Europäischen Kommission zu einer Richtlinie für unternehmerische Sorgfaltspflichten trifft bei Wirtschaftsverbänden auf Protest und auf Zustimmung. Manchem EU-Parlamentarier ist die Vorlage nicht ehrgeizig genug.
Mit mehrmonatiger Verspätung hat die EU-Kommission gestern ihren Richtlinien-Entwurf für unternehmerische Sorgfaltspflichten vorgestellt, um internationale Standards in europäisches Recht zu integrieren. Insbesondere die vor mehr als zehn Jahren erlassenen UN-Leitlinien für Wirtschaft und Menschenrechten.
Die EU-Kommission lässt mit ihrem gestern vorgelegen Richtlinienentwurf zu menschenrechtlichen und ökologischen Sorgfaltspflichten die Banken, Versicherungen, Vermögensverwaltungen und andere Finanzakteure weitgehend außen vor.
Das kriegerische Gebaren Russlands gegenüber der Ukraine hat bei manchen Fondsmanagern dazu geführt, dass Staatsanleihen von dort für nachhaltige Fonds tabu sind. Bei Aktien gehen die Meinungen darüber allerdings auseinander.
Russland ist wahrlich kein Staat, in dem Geld besonders nachhaltig verdient wird. Manche Transaktionen der vergangenen Jahre zeichnen davon kein schönes Bild.
Paul-Josef Patts Wagniskapitalfirma eCapital gehört zu den ersten Adressen, wenn es um die Finanzierung nachhaltiger Technik-Start-ups geht. Doch obwohl Investoren angeblich fieberhaft nach Anlagemöglichkeiten in Greentech-Unternehmen suchen, merke er wenig davon, sagt Patt im Interview: „Wir hatten immer wieder Probleme, Anschlussfinanzierungen zu finden.“
Die EU-Kommission will zwar nur große und heikle Unternehmen zur Verantwortung für negative externe Effekte ziehen, das aber konsequent: Es soll menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflichten für die gesamte Wertschöpfungskette geben sowie eine zivilrechtliche Haftung. Das geht aus einem Richtlinienentwurf hervor, der Tagesspiegel Background vorliegt.
Ab August müssen Berater nicht nur finanzielle Situation und Risikobereitschaft ihrer Kunden prüfen, sondern auch auf die Wünsche beim Thema Nachhaltigkeit eingehen. Das Forum Nachhaltige Geldanlagen arbeitet an einem Leitfaden für die praktische Umsetzung, nun will auch das Deutsche Institut für Normung (DIN) mitmischen und bastelt am eigenen Konzept.
Während einige Unternehmen, Finanzinstitute und Vereinigungen ein ehrgeiziges EU-Lieferkettengesetz fordern, wehren sich deutsche Spitzenverbände gegen strenge und breite Sorgfaltspflichten. Bei einem anderen großen Unternehmensverband stößt das auf Unverständnis.
Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) startet zwar ihren ersten Klima- und Umweltrisiko-Stresstest erst in diesem Jahr. Bei Vorlage der Ergebnisse der jährlich stattfindenden Bankenprüfung äußerten EZB-Spitzenvertreter allerdings jetzt schon Unbehagen: Die Kreditinstitute müssten „entschlossene und unverzügliche Maßnahmen“ ergreifen.
Die EU-Kommission soll bei ihrer für kommende Woche erwarteten Richtlinie zu Sorgfaltspflichten keine Prüfung komplexer Beschaffungsketten integrieren und klein- und mittelständische Unternehmen ganz davon befreien, meint Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).
Die Zahl der Finanzakteure im EU-Emissionshandel nimmt stetig zu. Ihnen geht es nicht um Emissionsrechte, sondern um finanzielle Spekulationen. Der CO2-Markt drohe damit zunehmend von einer Geschäftslogik statt vom Klimaschutz getrieben zu werden, sagen Experten.
Mit Hilfe eines delegierten Rechtsaktes will die EU-Kommission festlegen, ob Atom und Gaskraftwerke nachhaltig sind oder zumindest als Transformationstechnologie durchgehen. Götz Reichert, Klimarechtsexperte am Centrum für europäische Politik (CEP), ist der Meinung, dass die Kommission das gar nicht entscheiden darf.
Deutschland soll sich nach dem Willen der Wissenschaftsplattform Sustainable Finance international dafür einsetzen, dass Firmen Nachhaltigkeitsdaten veröffentlichen müssen. Was soll offengelegt werden, wer soll es tun, soll es eine Pflicht sein, werden die Infos geprüft – dazu geben die Experten Tipps. Und sie schneiden noch ein weiteres brisantes Thema an.
Mehr als hundert Unternehmen, Finanzinstitute und Vereinigungen forderten am Dienstag von der EU-Kommission, endlich einen Vorschlag für eine effektive Lieferketten-Richtlinie vorzulegen. Neben aktiven verpflichtenden Prüfungen zu Menschenrechten und Umweltaspekten verlangen sie eine Haftungsregel.
Im Europäischen Parlament ist der Unmut über die geplante Erweiterung der EU-Taxonomie um Atom und Erdgas groß. Auf einer Abendveranstaltung am Dienstag mit rund 2.300 Teilnehmern übten Europaabgeordnete von Grünen, Sozial- und Christdemokraten demonstrativ den Schulterschluss. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen droht eine Niederlage.
Sie sollen „Frühwarnsignale für die Vergrünung der Wirtschaft“ sein: Neue Frühindikatoren der 2 Degrees Investing Initiative messen Klimaschutz-Pläne von Schlüsselbranchen – und wie diese an den Finanzmärkten ankommen. Die erste Ausgabe leidet allerdings an Schwächen und Fehlern.