In Erwartung stark steigender Preise hatte die Offshore-Windbranche ehrgeizige Ausbaupläne ohne staatliche Prämien geschmiedet. Der Preisverfall durch eine Teilung der deutschen Strompreiszone würde ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Mehr als 16 Gigawatt würden ohne finanzielle Entschädigung wohl nicht gebaut.
Was eine zweite Amtszeit von Donald Trump für die US-Klima- und Energiepolitik bedeuten könnte, zeigt das Project 2025: Umweltbehörden drohen gemäß dem inoffiziellen Regierungsprogramm der Republikaner starke Einschnitte, der Klimawandel soll als Thema verschwinden, Forschungsgelder wegfallen.
Der Gebäudesektor hinkt traditionell beim Klimaschutz hinterher. Der jüngste Einbruch bei den Heizungsmodernisierungen verschärft die Situation. Umweltverbände fordern zusätzliche Maßnahmen. Die Bundesregierung sieht noch keinen Anlass zur Sorge.
Die jüngste Hitzewelle im Mittelmeerraum hätte es ohne die Verbrennung fossiler Energieträger durch den Menschen nicht gegeben, zeigt eine aktuelle Analyse. Die Temperaturen stiegen um bis zu 3,3 Grad, was die Gefahren durch Hitze drastisch erhöht.
Welche Moorvernässung spart besonders viel Treibhausgasemissionen ein und birgt am wenigsten Nutzungskonflikte? Diesen Fragen gehen Fachleute in der Studie „Moore in Niedersachsen“ nach. Sie enthält auch Vorschläge, wie die wiedervernässten Flächen sich weiter nutzen lassen.
Das Bundeswirtschaftsministerium will mit der angekündigten Reform der Fernwärme-Verordnung mehr Transparenz im Markt-Monopol schaffen. Eine Obergrenze für Fernwärmepreise fehlt im Referentenentwurf ebenso wie die Einführung einer Preisaufsicht. Stattdessen werden Versorger verpflichtet, Indizes zu nutzen, die die Beschaffungsstruktur widerspiegeln.
Die Ampel-Koalition wollte keine neuen Genehmigungen für Gasbohrungen in der Nordsee mehr. Das umstrittene Bohrprojekt vor Borkum wird vor allem für die Grünen zur Nagelprobe. Und zur Blaupause für den Rest des Landes. Umweltschützer tragen ihren Protest auf die See hinaus.
Yannick Seuthe von der „Letzten Generation“ wurde bekannt als „Bali-Flieger“. Kürzlich blockierte Seuthe den Flughafen Frankfurt. Im Interview begründet Seuthe das eigene Reiseverhalten, das viel Kritik und Häme zur Folge hatte.
Sollte der Europäische Emissionshandel für Verkehr und Wärme später starten als 2027, sollen die Preise für die CO2-Zertifikate im nationalen Brennstoffemissionshandel im Jahr 2027 an den Europäischen Emissionshandel gekoppelt werden. Das geht aus einem Gesetzentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium hervor.
Eine Riesenraffinerie in Nigeria will Westafrika mit Benzin versorgen und europäischen Mitstreitern damit Konkurrenz machen. Finden die europäischen Raffineure keine neuen Absatzmärkte für ihre Überproduktion, so könnten sich Schließungen mehren.
Energiekrise, klimagerechte Transformation und Corona-Pandemie haben zu gewaltigen Kraftanstrengungen in deutschen Großkonzernen geführt – und teils zu gewaltigen Subventionen. Im Deutschen Aktienindex erhielten zwei Energieversorger und ein Autohersteller besonders viel Geld, zeigt eine Studie.
Die Bundesregierung will mit einem neuen Investitionsrahmen die Versorgungssicherheit erhöhen. Mit dem VKU bringt sich nun ein großer Energieverband bei dem Thema in Position. Er setzt auf die Kombination zweier Ansätze, wie aus einem Positionspapier hervorgeht.
Kamala Harris gilt für die Demokraten im Rennen um das Weiße Haus als gesetzt. Nun fehlt noch der Vize. Die Person an ihrer Seite sollte von Klimapolitik Ahnung haben, ohne es sich mit dem Arbeitermilieu zu verscherzen. Von Harris selbst wird erwartet, bei Amtsantritt den klimapolitischen Kurs ihres Vorgängers fortzusetzen.
Der dritte Winter wird für die ukrainische Bevölkerung der bisher härteste in Russlands Krieg. Die Hälfte der Stromerzeugung liegt in Trümmern. Um so wichtiger sind Stromimporte aus der EU. Ein deutsch-ukrainisches Experten-Team hat ermittelt, wie sich die Übertragungskapazität rasch steigern ließe.
Die Bundesnetzagentur will mit variablen Netzentgelten eine flexible Stromabnahme der Industrie anreizen. Ausnahmeregelungen sollen zusätzlichen Redispatch verhindern. Damit leitet die Behörde einen Paradigmenwechsel für industrielle Verbraucher ein, lässt die Details aber offen. Die Chemieindustrie warnt vor begrenztem Flexibilitätspotenzial.
Reicht das Geld, das der Energiekonzern Leag anspart, um die Braunkohle-Schäden zu beseitigen? Umweltverbände zweifeln daran und befürchten, dass im Pleitefall die Erneuerbaren-Sparte der Leag nicht für die Tagebau-Nachsorge aufkommen muss. Sie fordern von einer zukünftigen Landesregierung, etwaige Risiken besser abzusichern.
Die IT-Sicherheitsanforderungen an Netzbetreiber sollen künftig für alle Akteure im Energiesektor gelten, planen EU und Bundesregierung. Die Details legen die Regulierungsbehörden fest. Die Gesetzesänderung dient vor allem auch dazu, die eigene Hersteller-Industrie zu halten und zu stärken.
Eine Aufteilung der Stromgebotszonen in Deutschland würde die Elektrizitätspreise im Süden zumindest mittelfristig enorm heben, wie eine Analyse des Beratungshauses Enervis zeigt. Verlierer wären vor allem Windkraftanlagenbetreiber im Norden. Andere Studien sehen aber einen deutlich geringeren Preiseffekt.
In Rekordzeit haben Bund und Fernleitungsnetzbetreiber das Konzept für das Wasserstoffkernnetz auf den Weg gebracht. Mit dem nun eingereichten Antrag für Bau ist eine weitere Hürde genommen. Es bleiben aber noch offene Fragen.
Die Kapazitäten der deutschen Import-Terminals für Flüssigerdgas lassen sich derzeit schwer verkaufen. Das liegt teils an der aktuellen Lage auf dem LNG-Markt. Es könnte aber auch strukturelle Gründe haben, die bleiben und vor allem die Terminals auf Rügen unwirtschaftlich machen. Dann käme der Bund in Erklärungsnot.
An diesem Mittwoch will die Bundesregierung ihre Wasserstoffimportstrategie beschließen. Für das Konzept gibt es Zustimmung, doch für die Zukunft braucht es aus Expertensicht eine großzügigere Finanzierung.
Serbien verfügt über Europas größtes Lithium-Vorkommen, die EU über das Know-How und die Fördermittel für eine umweltschonende Gewinnung. Gemeinsam wollen sie den Schatz heben. Es könnte ein wichtiger Schritt des Landes in die Europäische Union sein. China zieht den Kürzeren. Umweltschützer leisten aber weiter Widerstand.
Ohne Subventionen, rein marktwirtschaftlich getrieben, nimmt der Bau großer Batteriespeicher stark zu. Einer der größten Europas entsteht in Schleswig-Holstein. Die Branche hofft auf politischen Rückenwind durch Gesetzesänderungen, auf Strategien der Bundesregierung und auf lokale Akzeptanz.
Die Bundesregierung will der Wirtschaft über ein staatliches Ankaufprogramm Zugang zu Wasserstoff und Wasserstoff-Derivaten verschaffen. Im Fall von strombasiertem Kerosin ist dies beim ersten Versuch nicht gelungen. Ein Grund: Der EU-Rechtsrahmen ist für Investoren zu unsicher.
Klimaschutz soll in der EU auch in der kommenden Legislatur eine Rolle spielen – solange die Wirtschaft floriert. Die wiedergewählte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will Unternehmen bei der Transformation stärker unter die Arme greifen. Sie kündigte einen Industrie-Deal und einen Fonds zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit an.
Beim Großbatterie-Hersteller Fluence herrscht Ärger über die deutsche Regulierung, doch zugleich Euphorie über das Marktpotenzial. Fluence-Vorstandschef Julian Nebreda erklärt im Interview, unter welchen Bedingungen das Siemens-Joint-Venture eine Produktion in Europa aufbauen würde.
Mit der Verabschiedung des Haushalts für 2025 hat die Ampel-Koalition ihren Fortbestand erstmal gesichert. Doch Kritikern fehlen in dem Zahlenwerk klare Aussagen zu Energie- und Klimathemen.
Der Ausbau der Windkraft bleibt weit hinter den politischen Zielen zurück, zeigt die Halbjahres-Statistik. Daran ändern auch die vielen neuen Genehmigungen noch nichts. Die Fotovoltaik ist dagegen schon wieder auf dem Rekordkurs des Vorjahres.
Solange es noch genug Erdgaskunden gibt – und damit auch Netzentgeltzahler –, sollen Netzbetreiber ihre Leitungen schnell abschreiben dürfen. Wie schnell und zu welchen Bedingungen genau, präzisiert nun die Bundesnetzagentur in einem Festlegungsentwurf.
Mit dem gestern in Kraft getretenen Strommarkt-Paket will die EU die Preise dauerhaft deckeln. Bei der Erneuerbaren-Förderung wird eine Erlös-Obergrenze eingezogen. Kapazitätsmechanismen sollen Schwankungen ausgleichen. Und in einem erneuten Krisenfall gestattet die Richtlinie staatliche Eingriffe in die Strompreisbildung.
Trotz Investitionskosten zahlt sich eine energetische Sanierung auf lange Sicht aus. Beim Einfamilienhaus spart eine Sanierung und der Einbau einer Wärmepumpe am meisten Budget und CO2-Emissionen. Das belegt eine Studie, die die Umweltorganisation WWF vorgelegt hat. Für Mieter in Mehrfamilienhäuser wird es dagegen in beinahe jedem Fall teurer.
Aufforstung, Luftfilter, Bioenergie mit CCS: Die Palette an Methoden zur CO2-Entnahme ist breit. Eine neue Studie legt nun dar, in welchem Umfang „neuartige“ und „konventionelle“ Methoden beim Erreichen der Klimaziele helfen können. Ein Ergebnis: Verzögerte Emissionsminderungen machen vor allem den massiven Einsatz unerprobter Technologien notwendig.
Am Mittwoch will das Bundeskabinett den Haushaltsentwurf für 2025 beschließen. Doch darin klafft noch immer eine Lücke von 17 Milliarden Euro. Offen ist auch noch der Wirtschaftsplan für den Klima- und Transformationsfonds (KFT). Allerdings deutet der Etatentwurf auf grundlegende Änderungen beim KTF in den nächsten Jahren hin.
Für die Dekarbonisierung der Industrie braucht Deutschland Wasserstoff. Ein Großteil wird aus Importen kommen. Wie die Bundesregierung diese organisieren will, zeigt der Entwurf der Wasserstoff-Importstrategie. Grundlegend Neues findet sich nicht darin.
Die Neuausrichtung der deutschen Klimapolitik ist vollendet. Doch die Reform des Klimaschutzgesetzes zieht mindestens drei Verfassungsklagen nach sich. Außerdem fehlen weiterhin Vorkehrungen, damit Deutschland europäische Klimavorgaben einhalten und den milliardenschweren Ankauf von CO2-Zertifikaten vermeiden kann.
Noch keine Generation vor uns wusste so viel über den Klimawandel – und hat erkannt, wie viel wir den Nachkommen aufbürden, weit über das 21. Jahrhundert hinaus. Den „Schuldenberg“ an CO2-Emissionen abzutragen, wird künftige Generationen teuer zu stehen kommen.
Für einen möglichst konstanten Stromverbrauch erhalten Industriebetriebe deutliche Netzentgeltrabatte. Die Regelung steht der Flexibilisierung des Stromsystems entgegen. Die Bundesnetzagentur wagt sich nun an eine Reform.
In vielen EU-Mitgliedstaaten sind noch immer wegweisende Fragen in der Klimapolitik offen – zum Beispiel, welche Rolle CO2-Entnahmen künftig spielen sollen. Diese und andere Unklarheiten behindern das Erreichen der Klimaziele, warnen Fachleute vom Ecologic Institute. Ihre Empfehlungen setzen beim Prüfen und Nachsteuern an.
Für den Einstieg in eine Wasserstoffwirtschaft spielen Häfen eine zentrale Rolle – als Standorte für Import und Produktion. Während in Rotterdam die ersten Vorhaben finanziert sind und begonnen haben, herrscht in Deutschlands Häfen wie in Hamburg noch weitgehend Flaute. Es fehlen konkrete Investitionsentscheidungen.
Die Bundesregierung will den Import von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten mit Milliarden fördern. Die Ergebnisse der ersten Auktion für grünen Ammoniak zeigen, dass das Verfahren nur wenige Bieter lockt. Rufe nach Korrekturen werden laut.
Nach langem Streit hatte die EU im vergangenen Jahr Regeln zur Anerkennung von grünem Wasserstoff vorgelegt. Nun legt sie mit einem Rechtsakt für „CO2-arme Gase“ nach. Dieser schließt auch roten, blauen oder türkisen Wasserstoff ein – doch die Kriterien sind strikt.
Der Verkehrsminister sieht klimapolitisch keinen eigenen Handlungsbedarf und verweist auf die Novelle des Bundes-Klimaschutzgesetzes. Die ist aber noch nicht in Kraft getreten. Konkrete rechtliche Konsequenzen hat das zwar nicht – aber es werden Verfassungsbeschwerden vorbereitet.
Die Bundesregierung will im Oktober Eckpunkte für einen Kapazitätsmechanismus beschließen. Dabei ließe sich Versorgungssicherheit auch kostengünstig und ohne große Reformen über eine Weiterentwicklung des Strommarkts erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die Tagesspiegel Background exklusiv vorab vorlag.
Gestern stand Ursula von der Leyen bei der Grünen-Fraktion im Europaparlament Rede und Antwort. Das Manöver könnte ihr kommende Woche die nötigen Stimmen sichern, um erneut vom EU-Parlament zur Kommissionschefin gewählt zu werden. Doch innerhalb ihrer Fraktion blicken einige kritisch auf die Grünen.
Ohne bestimmte Mineralien keine Computer, Elektroautos oder Batterien. Das europäische Gesetz zu kritischen Rohstoffen soll daher die wichtigsten Ressourcen sichern. Aber das allein reicht nicht, meint Anne Lauenroth vom Bundesverband der Deutschen Industrie.
Bei jeder Gelegenheit betont die Bundesregierung, wie wichtig grüner Strom für die Wirtschaft im Osten ist. Auf einer Brachfläche an der Ostsee kann man die Zukunft erahnen – und auch, woran der Plan hakt. Kapital, Arbeitskräfte und Abnehmer des grünen Stroms fehlen. Und dann ist da noch das Problem der hohen Netzentgelte.
Neben Deutschland geben sich auch die Nachbarn eine Carbon-Management-Strategie. Sie wollen ihr CO2-Speicherverbot im Inland aufheben. Derweil äußern sich der deutsche Bundesrat und die Unionsfraktion zu den Plänen der Ampel-Regierung.
Die extrem rechten Parteien der EU haben sich zu einer neuen Fraktion zusammengeschlossen: Die „Patrioten für Europa“ lehnen den Green Deal vollständig ab und bilden die drittgrößte Gruppe im Parlament. In den anderen Fraktionen lehnt man jegliche Zusammenarbeit ab, doch die politische Versuchung nach Mehrheiten mit Hilfe rechter Stimmen könnte wachsen.
Der Technologiekonzern Siemens Energy will am Standort Berlin mit der Produktion von Elektrolyseuren punkten. Doch der Markt wächst nur langsam. Sehr gefragt sind dagegen die Gasturbinen des Herstellers. Dazu dürften auch die Kraftwerkspläne der Bundesregierung beitragen.
Nach wochenlangem Warten hat das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) Eckpunkte zu Kraftwerksstrategie veröffentlicht. Diese ist nun zum Kraftwerkssicherheitsgesetz aufgestiegen. Viele Fragen, vor allem zum Ausschreibungsdesign, bleiben aber bis zum Abschluss der anstehenden Konsultation offen.
Die Grundsatzeinigung der Koalition auf einen Haushaltsentwurf 2025 sieht eine deutliche Entlastung des Klima- und Transformationsfonds vor. Die EEG-Kosten sollen aus dem Zentralhaushalt gedeckt werden. Die Koalition will überdies die Konjunktur mit einer Wachstumsinitiative beleben. Eine Hauptrolle darin spielt die Energiewirtschaft.
Die Kosten der Erneuerbaren-Förderung belasten bereits den Haushalt 2024. Auch für die laufenden Haushaltsverhandlungen könnte das EEG eine Rolle spielen – denn der Bundeszuschuss wird nach Ansicht von Experten weiterhin hoch bleiben. Kürzungen im KTF sind wahrscheinlich. Besonders die Gebäudeförderung könnte schrumpfen, befürchten manche.
Wenn die Labour-Partei nach einer Regierungsbildung ihrem Wahlprogramm treu bleibt, wird der britische Staat zum Cleantech-Unternehmer. GB Energy soll das Unternehmen heißen und helfen, die Energiepreise für Haushalte im Zaum zu halten. Das seit neun Jahren geltende Verbot neuer Onshore-Windräder soll fallen.
Wasserstoff über Schiffe zu importieren, wird sich absehbar nicht rechnen – das legt eine neue Studie von Agora Energiewende nahe. Pipeline-Lieferungen aus dem Norden sehen die Fachleute hingegen als realistisch. Die Bundesregierung will „zeitnah“ ihre Importstrategie vorlegen. Derweil verzögern sich offenbar H2-Lieferungen beim staatlich geförderten Handel.
Das Bundeswirtschaftsministerium will die Kraftwerksstrategie erst nach einer Einigung zum Haushalt für 2025 veröffentlichen. Mehr Geld als bisher veranschlagt, wird es aber für die KWS kaum geben. Mit der EU-Kommission gibt es bereits eine Verständigung, die jedoch nur einen engen Spielraum für Veränderung zulässt.
Abwasser aus Kläranlagen und der Kanalisation bietet theoretisch großes Potenzial zum Heizen von Gebäuden. Es zu erschließen, ist aber teuer und kompliziert, wie Praxisbeispiele zeigen. Dennoch kam ein Vorstoß der Unionsfraktion bei Abgeordneten und Fachleuten im Energieausschuss überwiegend gut an.
Die Bundesregierung will ein Recht auf Balkonsolaranlagen etablieren. Doch am Gesetz von Bundesjustizminister Marco Buschmann gibt es weiter Kritik. Aus Sicht von Experten und Unternehmen greift es zu kurz und lässt weiter Raum für Konflikte.
Nicht im Nah-, sondern im Fernverkehr entsteht das Gros der reisebedingten Treibhausgasemissionen. Eine Erhebung aus Großbritannien zeigt: Die Klimabilanz des Reiseverkehrs ließe sich deutlich verbessern, ohne dass das viele Passagiere beträfe.
Die Europäische Union kommt voran auf dem Weg zur Klimaneutralität – aber noch lange nicht schnell genug, wie ein neuer Bericht des Forschungskonsortiums ECNO zeigt. Mehr Geld sei nötig für weitere Fortschritte im Industriesektor. Vertreter der Stahlbranche und klimaschonender Technologien beklagen mangelnde Förderung und unsichere Investitionsbedingungen.
3D-Druck gilt als Schlüsseltechnologie für klimaschonenderes Bauen. Dabei werden am Computer geplante Bauteile, etwa Innen- und Außenwände, Schicht für Schicht von einem Roboter aufgetragen. Lehm, Holz- oder sogar Strohmasse kann Beton ersetzen.
Spätestens bis Mitte 2028 müssen die meisten Kommunen in Deutschland einen Plan aufstellen, wie die Wärmeversorgung klimaneutral werden kann. Ein bundesweiter Dialog soll Kommunen bei den Planungen unterstützen. Doch hohe Kosten und bürokratische Hürden stellen Städte und Gemeinden vor immense Herausforderungen.
Nach den Verbraucherschützern und dem Bundeskartellamt fordert nun auch die Monopolkommission eine Regulierung der Fernwärmepreise. Auf lange Sicht empfehlen die Regierungsberater ein Unbundling von Netz und Erzeugung. Die Wärmenetz-Lobby lehnt beide Vorschläge entschieden ab.
Seit rund einem Jahr sind im deutschen Mineralölmarkt mehrere meist neue Firmen aufgetaucht, die große Mengen Diesel deutlich unter dem Marktpreis verkaufen. Vieles deutet auf Steuerhinterziehung hin, der Zoll ist bereits eingeschaltet. Dem Staat ist nach ersten Berechnungen ein Verlust in Millionenhöhe entstanden.
Die EU will mehr für Wirtschaft, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz tun. Klimaschutz bekommt weniger Gewicht. Umweltschützer schöpfen zwar Hoffnung aus der vom EU-Rat beschlossenen „Strategischen Agenda“. Aber sie verlangen von den Mächtigen in Brüssel eine klare Selbstverpflichtung zur Fortsetzung des Green Deal.
Die Umsetzung des Paktes zur Planungsbeschleunigung kommt zügig voran, bilanzieren Bund und Länder. Doch ohne mehr Geld für die Personalausstattung der Behörden könnten die gesetzlichen Regelungen ins Leere laufen.
Alle fünf Jahre müssen Staaten darlegen, wie sie zum Kampf gegen die Klimakrise beitragen wollen. Ärmere Länder wollen zwar ehrgeizigere Klimapläne fassen. Aber sie stoßen auf Probleme durch einen Mangel an Expertise, Personal und Daten, wie eine aktuelle Befragung zeigt. Und dann ist da noch das Problem der Finanzierung.