Mit einem 20-Milliarden-Dollar-Paket möchten Industriestaaten Indonesien schnell aus der Abhängigkeit von Kohlestrom befreien. Im Gegenzug sagt der G20-Gastgeber ehrgeizige Klimaziele zu. Nach einem ähnlichen Klimadeal mit Südafrika wird mit weiteren Großemittenten wie Vietnam und Indien über solche Verträge verhandelt. Doch viele Details sind ungeklärt.
Ein Mangel an Daten hindere sie daran, klimafreundlicher zu werden, ist von Finanzinstituten allenthalben zu hören. Nun geht ein Großvorhaben mit prominenter Unterstützung an den Start, das ihn beheben könnte.
Elon Musks Übernahmepläne hatten Sorgen ausgelöst, dass Twitter zum Ort für Hass und Hetze werden könnte. Morgan Stanley hielt das nicht von einer Finanzierung ab. Dann kam Musks Warnung vor einer möglichen Insolvenz. Sie könnte sich für Wall-Street-Größen als Anlass anbieten, sich von nachhaltigen Banken inspirieren zu lassen.
Die ägyptische Präsidentschaft des Weltklimagipfels hat gestern mit der Weltnaturschutzunion IUCN und der deutschen Bundesregierung eine Partnerschaft für naturbasierte Lösungen gestartet. Bundesumweltministerin Steffi Lemke möchte ökologischen Klimaschutz in die Abschlusserklärung der COP27 aufnehmen.
Erstmals widmet sich ein Weltklimagipfel intensiv dem rasanten Verlust der biologischen Vielfalt, weil der die Klimakrise verschärft. Nahezu täglich gab es Veranstaltungen zu Zusammenhängen und naturbasierten Lösungsansätzen, um Ökosysteme und deren Leistungen zu erhalten und zu stärken.
Auf der COP27 steht die Zukunft der Klimafinanzierung im Mittelpunkt. Für die Entwicklungsländer entscheidend: Wird es erstmals einen Geldtopf eigens für das Thema der Schäden und Verluste geben? Ein Überblick über erste Erfolge der ersten und offene Verhandlungspunkte der zweiten Woche.
Die Weltklimakonferenz COP27 ist vor allem ein Finanzgipfel. An keinem anderen Tag wurde das so deutlich wie gestern: Während die EU-Staaten ihre Klimaziele verschärften, drehte sich in Scharm El-Scheich alles darum, wie man die globalen Finanzströme zielgerichteter gegen die Erderwärmung ausrichtet. Verzweiflung und Hoffnungen sind immer nah beieinander.
Europa sucht eine schnelle und starke Antwort auf die marktverzerrende „Made-in-America“-Politik der USA, die insbesondere bei grünen Investments deutlich zu sehen ist. EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton droht nun sogar mit einer WTO-Klage gegen den „Inflation Reduction Act“, das größte Klimaschutzprogramm der US-Geschichte.
Private Investitionen sollen künftig nur noch in saubere Energien fließen. Wie man das erreichen und leeren Versprechungen vorbeugen könnte, hat eine Arbeitsgruppe im Auftrag der UN aufgeschrieben. Leiten lassen sollen sich Unternehmen vom 1,5-Grad-Celsius-Pfad des Weltklimarats.
Die Dachorganisation der Börsenaufsichten, Iosco, veröffentlicht Empfehlungen für den Emissionshandel. Große europäische Börsenbetreiber wollen in den Handel mit CO2-Zertifikaten einsteigen. Die regulierten Märkte sollen diesen transparenter machen. Kritiker bezweifeln, dass der Börsenhandel die fragmentierten Kohlenstoffmärkte retten kann.
Das von Umweltschützern kritisch beäugte Industriebündnis Value Balancing Alliance will sein Konzept für die Bewertung ökologischer und sozialer Folgen von Geschäftsaktivitäten mit einem ähnlichen Projekt der Uni Harvard zusammenführen. Die Methodik werde aber weiterhin unabhängig und wissenschaftlich fundiert sein, versichert der Harvard-Projektleiter.
Am Sonntag beginnt die Weltklimakonferenz COP27. Viel muss verhandelt werden, es geht um Klimafinanzen und mehr Ambitionen bei der CO2-Einsparung. Staatssekretär Jochen Flasbarth über Erwartungen und Realismus auf der COP.
Die Glasgow Financial Alliance for Net Zero hat diese Woche Leitfäden für die Dekarbonisierung der Finanzbranche veröffentlicht. Doch die eigentliche Nachricht ist die, die in den Mitteilungen fehlt: Dass sie sich von der UN-Kampagne Race to Zero davonschleicht.
Erst vor gut drei Jahren wurde die AOA gegründet – ein internationales Bündnis von Vermögenseignern, dem zehn deutsche Großanleger wie Allianz, Munich Re und Hanse Merkur angehören. Ihre mittlerweile 74 Mitglieder setzen sich dafür ein, Portfoliounternehmen bis 2050 zur Klimaneutralität zu bewegen. Dazu kämpfen sie gegen den weit verbreiteten Datenmangel.
Auf der Jahreskonferenz der Versicherungsaufsicht drängen sowohl die Bafin als auch die Eiopa die Versicherer, die Folgen des Klimawandels in ihrer Risikobewertung ernster zu nehmen. Zudem muss sich die Branche der steigenden Inflation stellen. Es wird höchste Zeit, denn die Risiken für das Geschäft werden immer größer.
Viele Unternehmen geben in ihren Nachhaltigkeitsberichten nur an, welche Fortschritte sie im Bereich ESG machen. Was fehlt, sind Grenzwerte, anhand derer sich ablesen lässt, wie nachhaltig sie damit wirklich handeln. Ein Forschungsinstitut der Vereinten Nationen hat nun ein umfangreiches Handbuch vorgelegt, wie Firmen auch das berücksichtigen können.
Oxford-Sustainable-Finance-Koryphäe Ben Caldecott über seine Erwartungen an die Weltklimakonferenz COP27, die Schwierigkeiten mit Klimareparationszahlungen und die Notwendigkeit, jetzt schnell viel mehr öffentliche und private Gelder zur Bekämpfung des Klimawandels zu mobilisieren.
Nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind die einst in Kopenhagen versprochenen 100 Milliarden Dollar für Klimafinanzierung in den Entwicklungsländern. Trotzdem sind sie bis heute nicht zusammengekommen. Doch ein neuer Bericht gibt Anlass zur Hoffnung.
Zweimal Greenpeace, einmal die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: Deutschlands größter Vermögensverwalter DWS sieht sich gleich mit mehreren Beschuldigungen konfrontiert. Die Vorwürfe wiegen schwer. Doch die Tochtergesellschaft der Deutschen Bank weist die Kritik zurück und lässt es auch auf eine juristische Auseinandersetzung ankommen.
Krypto-Enthusiasten wollten der wachsenden Nachfrage nach Emissionszertifikaten begegnen und mit CO2-Token Transparenz und Ordnung in den Wilden Westen der fragmentierten Kohlenstoffmärkte bringen. Die größten Kompensationsstandards schoben dem einen Riegel vor – zwei von ihnen arbeiten aber daran, Krypto-Zertifikate doch noch salonfähig zu machen.
Das Fintech Tomorrow will digitales Banking und Nachhaltigkeit zusammenführen. Nun hat seinen ersten Impactfonds aufgesetzt, mit auf dem ersten Blick strengen Positiv- sowie Ausschlusskriterien. Im Interview erklärt Mitgründer Inas Nureldin, was er mit seinem Start-up erreichen möchte und geht auch auf die Kritik an Tomorrows Geschäftsmodell ein.
Der Europäische Umweltministerrat will beim Weltnaturgipfel erreichen, dass ein globales Rahmenabkommen die Finanzbranche in die Pflicht nimmt. Hunderte Unternehmen plädieren für eine obligatorische Berichterstattung zu ökologischen Folgen des Wirtschaftens – Industrieverbände setzen sich gegen mehr Regulierung ein.
Globale Banken betreiben „gefährlich unangemessene“ Politiken, um der Finanzierung von Entwaldung, Klimachaos und Menschenrechtsverletzungen vorzubeugen, kritisiert eine Gruppe von Nichtregierungsorganisationen. Andere NGOs drohen BNP Paribas deshalb mit einer Klage, obwohl sie unter Finanzhäusern als Vorreiterin im Kampf gegen Entwaldung gilt.
Während Hersteller von E-Autos ohne Weiteres als nachhaltig gelten, schauen Zulieferer in die Röhre, weil Komponenten für E-Autos nicht in die gleiche Kategorie fallen. Zwar ist die EU-Kommission in diesem Fall wohl offen für Änderungen, doch gibt es auch noch andere Branchen, die ihre Probleme mit dem Regelwerk haben.
Kapitalkräftige Investoren wollen kurz vor der Weltnaturkonferenz mit dem Launch der Engagement-Plattform Nature Action 100+ die Dringlichkeit eines ambitionierten globalen Rahmenabkommens unterstreichen, erklärte Harry Ashman, Responsible-Investment-Analyst beim daran beteiligten Vermögensverwalter Columbia Threadneedle Investments.
Europas Finanzlobbyisten haben Chancen, sich mit einer Ausklammerung von Investoren beim kommenden EU-Lieferkettengesetz durchzusetzen. Grund dafür sind ausgerechnet Wünsche aus der linksliberalen Berliner Ampelkoalition, die anstehende Due-Diligence-Richtlinie aus Brüssel mit robusten Haftungsvorschriften zu versehen.
Die UN-Klimakampagne Race to Zero hatte ihre Regeln verschärft. Nach Bedenken von Banken ruderte sie zurück. Die Net Zero Banking Alliance erklärt die Kriterien dennoch für nicht verbindlich. Erste Pensionskassen sind bereits ausgetreten.
Die internationale Arbeitsgruppe zur naturbezogenen Finanzberichterstattung TNFD hat eine Konsultationsgruppe in der Schweiz gestartet, um ihren Berichtsrahmen testen zu lassen. Nichtregierungsorganisationen kritisieren diese Beta-Version jedoch scharf: Unternehmen müssten nur eigene Risiken offenlegen, nicht aber schädliches Verhalten.
Beim Klimaschutz tut sich eine wachsende Kluft auf: Investitionen in saubere Energien stagnieren in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Grund sind vergleichsweise hohe Kapitalkosten, zeigt auch eine neue Datenübersicht der IEA. Wie die sich senken lassen, erklärt Mercator-Klimaökonom Jan Steckel.
Der Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung will Anfang 2023 eine Engagement-Plattform für Investoren etablieren und binnen sechs Monaten das Konzept für eine Nachhaltigkeitsampel vorstellen, erklärt die Beiratsvorsitzende Silke Stremlau im Interview von Tagesspiegel Background.
Die Bundesregierung äußerte klare Erwartungen an ihren Beirat in einem Papier, das Tagesspiegel Background vorliegt. Ein Nachschärfen der als schwach geltenden Sustainable-Finance-Strategie der Vorgängerkoalition und manche zentrale Forderungen des einstigen Beirats gehören nicht dazu, jedoch einige Punkte, die über die Strategie hinaus gehen.
Viele westliche Banken verlassen Russland oder verkaufen ihre Mehrheitsanteile an dortigen Töchtern. Wer dennoch bleibt, riskiert, zum Handlanger des Putin-Regimes bei der Zwangsrekrutierung von Soldaten zu werden. Denn so sieht es das neue Mobilisierungsgesetz vor. Fünf Finanzdienstleister äußern sich zu ihrem dortigen Geschäft – überwiegend wortkarg.
Die SBTI hat sich zum Ziel gemacht, jedes Unternehmen der Welt mit 1,5-Grad-konformen Klimazielen auf die Dekarbonisierungsreise zu schicken. So beschreibt Technikchef Alberto Pineda ihr Anliegen. Mittlerweile repräsentieren SBTI-Unternehmen mehr als ein Drittel der globalen Marktkapitalisierung. Damit der Name auch Programm bleibt, ist noch viel zu tun.
Zusätzlich zur Klimakrise ist der rasante Verlust der biologischen Vielfalt zu bewältigen. Selbst wenn in der Finanzbranche immer häufiger über diese Bedrohung gesprochen wird, fällt es Finanzakteuren noch schwer, darauf zu reagieren. Ein Blick auf nachhaltige Banken zeigt gut, was bereits möglich ist – und was nicht.
Im politischen Streit in den USA über die Berücksichtigung von Umwelt, Sozialem und Governance (ESG) bei der Geldanlage sind auch Töne zu vernehmen, die an antisemitische Vorurteile erinnern. Finanzprofis werden in einem düsteren Licht dargestellt.
Einige UN-Delegierte, darunter Unep-Chefin Inger Andersen, nehmen derzeit am Sustainable-Finance-Kongress in Moskau teil. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine wird mit keinem Wort erwähnt. Wenn Putin, Andersen und die Gazprombank-Chefin über größte Herausforderung der Menschheit und nachhaltige Finanzen sprechen, ist kognitive Dissonanz programmiert.
Der Rat für nachhaltige Entwicklung (RNE) der Bundesregierung veranstaltete seine Jahrestagung in Berlin. Prominente Politiker forderten vor allem mehr deutsche Gelder für Klimaschäden und Maßnahmen in armen Staaten. Doch derjenige, der die Mittel dafür freigeben müsste, saß nicht mit am Tisch: Finanzminister Christian Lindner.
Die Vorstandsvorsitzenden global führender Finanzinstitute haben 70 Finanzminister öffentlich aufgefordert, rasch zu handeln, um „die Finanzflüsse in Übereinstimmung zu bringen mit einem ehrgeizigen globalen Rahmenwerk für Biodiversität“.
Weder die EU-Offenlegungsverordnung noch die neue Pflicht gemäß Mifid II, von Kunden Nachhaltigkeitspräferenzen abzufragen, gelten derzeit für Finanzanlagenvermittler in Deutschland. Das kann zu teils absurden Szenen führen. Immerhin: Zumindest an einem Punkt will der Gesetzgeber nun nachbessern. Doch die Sache ist kompliziert.
Weniger Anspruch, mehr praktische Lösungen: Das fordern Spitzenvertreter aus Politik und Finanzwirtschaft asiatischer Staaten für einen nachhaltigen, klimafreundlichen Umbau der Volkswirtschaften in dem bevölkerungsreichsten Kontinent der Erde. Auf einer Tagung des International Institute of Finance (IIF) machen sie auch ihrem Unmut über die Taxonomien Luft.
Er sollte eine globale Plattform für den Austausch über nachhaltige Finanzen bieten: Der Sustainable-Finance-Kongress Ecumene 2022, der kommende Woche in Moskau stattfindet. Doch bleiben die Finanzszene, Wissenschaftler und Regierungsvertreter Russlands in diesem Jahr hauptsächlich unter sich. Eine Botschaft von der Unep-Direktorin gibt es dennoch.
Das von der Europäischen Kommission geplante Verbot von Produkten aus Zwangsarbeit stößt in der Industrie und auch bei der Forschung auf deutliche Kritik. Gewarnt wird vor erheblichen Kosten und Überforderung der Unternehmen durch eine neue EU-Regulierung.
Die Net-Zero Asset Owner Alliance hat laut ihrem zweiten Fortschrittsbericht allen Grund zu feiern. Immer mehr Investoren schließen sich der UN-Initiative an, gleichzeitig steige ihr Einsatz für eine klimaneutrale Welt. Doch Nichtregierungsorganisationen gefällt längst nicht alles an der Finanzinitiative.
Die EZB benotet künftig die Klimaschädlichkeit von Unternehmen. Emissionen, Verringerungspläne und Transparenz fließen in die Bewertung ein. Je besser diese ist, desto mehr Anleihen will die EZB von den Firmen kaufen. Doch manches hält sie geheim.
Während das EU-Parlament der Finanzbranche wegen der dramatischen Entwaldung Sorgfaltspflichten auferlegen will, engagieren sich erste Investoren gegen das Vernichten tropischer Wälder und Lebensräume indigener Bevölkerungen. Eine katholische Allianz sieht bei der geplanten EU-Verordnung eine deutliche Lücke: Auf der Tabuliste fehle Gold.
Die einen halten die Aufnahme von Gas in der EU-Taxonomie für falsch, die anderen die Aufnahme von Atomkraftwerken gleich mit. Die EU-Kommission muss sich nun mit zwei formellen Widerspruchsschreiben einiger NGOs gegen ihren delegierten Rechtsakt auseinandersetzen. Die Sache dürfte am Ende vor dem Europäischen Gerichtshof landen.
Die EU-Kommission will alle unter Zwangsarbeit hergestellten Waren verbieten. Ein neues Gesetz soll Mitgliedsstaaten erlauben, entsprechende Produkte aus dem Verkehr zu ziehen. Dafür sieht es ein Prüfverfahren, eine Datenbank und Leitlinien vor.
Die Bafin integriert ESG in ihre Mindestanforderung an das Risikomanagement von Banken, Europaparlament und EU-Rat verhandeln über den Green-Bond-Standard, ESG-Ratingagenturen müssen womöglich offenlegen, wie sie ihre Bewertungen erstellen: Auf einer Konferenz berichtete die Regulierungsprominenz über den Stand ihrer Vorhaben.
Expertinnen und Experten zivilgesellschaftlicher Organisationen ziehen sich aus einem maßgeblichen Beratungsgremium der EU-Kommission zurück und äußern ihr gegenüber heftige Vorwürfe.
Wie gut lässt sich die Wirkung von Impactfonds wirklich messen – und sind solche Produkte bereits etwas für Privatanleger? Unter anderem zu diesen Fragen diskutierte am Mittwoch die Finanzbranche auf der 15. Konferenz „Nachhaltige Geldanlagen“. Gleich drei Mal stand das Thema auf der Agenda einer der wichtigsten Branchenkonferenzen des Jahres.
Das EU-Parlament fordert eine anspruchsvolle Verordnung für entwaldungsfreie Produkte. Sein Votum geht viel weiter als die Pläne von EU-Kommission und Ministerrat. Sogar die Finanzbranche soll überraschend eingebunden werden. Im Herbst stehen harte Trilog-Verhandlungen an.
Am heutigen Donnerstag startet mit einer Antrittsvorlesung des Präsidenten Jörg Rocholl der neue Lehrstuhl für nachhaltige Finanzwirtschaft an der Berliner Wirtschaftshochschule ESMT. Jörg Eigendorf, Nachhaltigkeitschef des Lehrstuhl-Sponsors Deutsche Bank, und Jörg Rocholl erklären im Interview, warum der Finanzsektor mehr Forschung bitter nötig hat.
Energiehändler haben nicht nur beim Beschaffen von Gas und Strom große Schwierigkeiten, sondern auch beim Absichern der entsprechenden Termingeschäfte an der Börse. Immer mehr brauchen staatliche Hilfe, um die sogenannten Margins finanzieren zu können.
Seit mehr als zweieinhalb Jahren ist die EU-Offenlegungsverordnung nun in Kraft – und noch immer herrschen Unklarheiten über einzelne Begriffe und Formulierungen. Die Bundesfinanzaufsicht hat nun ihre Sichtweise auf einige offene Fragen erläutert. Das dürfte Fondsanbietern das Leben zumindest etwas erleichtern.
Mehr als 90 Organisationen haben gestern Zentralbanken und Finanzaufsichten aufgefordert, zu einer klimaneutralen und naturpositiven Wirtschaft beizutragen. Die Europäische Zentralbank ist laut einer wissenschaftlichen Studie noch nicht auf einem klimakompatiblen Pfad. Greenpeace verlangt von ihr schärfere Vorgaben für Anleihenkäufe und Kreditsicherheiten.
Wissenschaftler und Umweltministerium halten Holzverheizung für nicht klimaneutral. Die Branche widerspricht und verlangt weitere Förderfähigkeit für Energieholz. Im EU-Parlament bahnt sich ein Kompromiss zur Erneuerbare-Energien-Richtlinie an, während für Investoren sinnvoll geglaubte Investments zweifelhaft werden.
Die zweitgrößte Kryptowährung Ether hat am Dienstag einen wichtigen Schritt Richtung Umweltfreundlichkeit vollzogen. Sie könnte der EZB ein Vorbild für den digitalen Euro sein.
Die von der UN angestoßene Investoren-Klimainitiative CDP schlägt Alarm: Die Klimagase-Reduktionspläne von mehr als 4000 Unternehmen in den sieben großen Industriestaaten (G7) führen ohne Nachbesserungen zu einer Erderwärmung um 2,7 Grad Celsius. Positive Entwicklungen sieht sie aber auch.
Laut einer NGO-Studie trägt der deutsche Finanzsektor durch Finanzierungen und Investitionen massiv zum Risiko der weltweiten Entwaldung bei. Die befeuert den Klimawandel und führt zu einem enormen Biodiversitätsverlust. Die NGOs fordern nun ein Verbot entsprechender Finanzprodukte in Brüssel, die Chancen dafür sind aber gering – zumindest vorläufig.
Mit dem SPD-Strategiepapier zur Energiekrise und der Regierungsklausur in Meseberg ist sie im Spätsommer wieder zurück in der Debatte: die Übergewinnsteuer. Aber was bringt eine solche Steuer? Befördert sie den nachhaltigen Umbau der Wirtschaft oder behindert sie ihn eher? Experten, Politikerinnen und Politiker streiten entlang bekannter Gesinnungslinien.
Die Corona-Pandemie und der russische Krieg gegen die Ukraine haben der Weltwirtschaft schwere Schläge versetzt. Auf einem prominent besetzten Zentralbanker-Treffen warnt EZB-Direktorin Isabel Schnabel: Auch der Klimawandel kann die Konjunktur torpedieren.
Globale Wirtschafts- und Finanzinitiativen und Konzerne stimmen in den Chor der Forderungen ein, die Regeln für Nachhaltigkeitsberichte international anzugleichen. ISSB-Chef Faber sieht dafür Spielraum, doch bestehe noch Gesprächsbedarf. Auch in Japan müssen Firmen bald Umweltangaben machen.
Die Chefs der Evangelischen Bank haben alle EU-Kommissionsmitglieder aufgefordert, die Umwelttaxonomie um die soziale Dimension zu erweitern. Dagegen scheint es Widerstand zu geben, obwohl es nicht um mehr soziale Regeln, sondern um eine Klassifizierung sozialer Produkte und Dienste geht, damit auch diese mehr Finanzierungen erhalten.
Sie repräsentieren die gigantische Zahl von 121.000 Milliarden Dollar verwalteter Vermögen, die Mitglieder der globalen Initiative PRI. Aus kleinen Anfängen wuchs ein weltumspannendes Netzwerk, das sich für verantwortliches Investieren einsetzt. Für echte Nachhaltigkeitswirkungen ist aber noch viel zu tun.
Unter den Unternehmen, die Geld aus der Gasumlage erhalten können, ist eines, dem enge Verbindungen zu Russlands Machthaber Wladimir Putin nachgesagt werden. Der Energiehändler Gunvor mit Sitz in der Schweiz hat seinen Gewinn nach dem russischen Überfall auf die Ukraine mehr als verdreifacht.
Pandemie, Kriege, Erderwärmung und Biodiversitätskrise benachteiligen weltweit vor allem Mädchen und Frauen. Das bedroht die Realisierung der nachhaltigen Entwicklungsziele. Das ist eine Herausforderung für die Politik und auch für Finanzmarktakteure, die aber noch am Anfang stehen.