Das durchschnittliche Krankenhaus in Deutschland: Die Orientierung fällt schwer, es riecht steril, die Flure sind eng, die Atmosphäre ist deprimierend. Kein Ort also, der im Sinne der „Healing Architecture“ dafür geeignet ist, dass sich Kranke schnell besser fühlen. Doch das ändert sich gerade, wie eine Ausstellung in München zeigte.
Das Sanitätswesen der Bundeswehr könnte durch den Umbau des Bundesverteidigungsministeriums seine Eigenständigkeit verlieren. Die Selbstverwaltungspartner und Ärzteverbände warnen dringend vor diesem Schritt und haben auch alternative Vorschläge im Gepäck.
Seit sechs Wochen ist Diana Stolz (CDU) hessische Gesundheitsministerin in einer schwarz-roten Koalition. Im Interview spricht die 47-Jährige über ihre Erwartungen an den Bund beim weiteren Vorgehen für die Krankenhausreform. Einen Fokus ihrer Amtszeit wolle sie zudem auf die Stärkung der ambulanten Versorgung und Pflege richten.
Um das Gesundheitssystem zukunftsfähig zu gestalten, müssen es die beteiligten Akteure patientenorientiert und sektorenübergreifend aufstellen, heißt es auf dem Digitalforum Gesundheit. Dort diskutierten Expert:innen des Gesundheitswesens darüber, wie sie die medizinische Versorgung auch weiterhin bundesweit sicherstellen können.
Bei Schlaganfällen kommt es auf jede Minute an. Die Metropolregion Rhein-Neckar hat Rettungswägen aufgerüstet, damit Patienten schon auf der Fahrt ins Krankenhaus schnell richtig behandelt werden können. Dabei helfen sollen 5G und Künstliche Intelligenz.
Bei etwa einer Hälfte der Geflüchteten liegt eine psychisch verursachte Behandlungsbedürftigkeit vor, doch nicht mal zehn Prozent bekommen die nötige Behandlung. Doch Traumafolgestörungen verschwinden häufig nicht von allein. Was das für die Betroffenen und die gesamte Gesellschaft bedeutet, erklärt der DGPPN-Präsident Andreas Meyer-Lindenberg im Interview.
Karl-Josef Laumann könnte im Mai zum Stellvertreter von CDU-Chef Merz gewählt werden. Sollte die Union den nächsten Bundesgesundheitsminister stellen, käme sie an ihm nur schwer vorbei – wenn der denn will. Für einen Wechsel nach Berlin spräche viel: Vor allem Laumanns Wunsch, das Projekt Krankenhausreform nicht nur in NRW zum Ende zu bringen.
Das Europäische Parlament beschäftigt sich abermals mit der EU-Medizinprodukte-Verordnung. Auch Jahre nach dem Inkrafttreten gilt der neu gefasste Rechtsrahmen als nicht praxistauglich. Branchenverbände legten wiederholt Korrekturempfehlungen vor. Auch die EVP-Fraktion hat der Kommission nun diverse Vorschläge unterbreitet.
Um die GKV-Finanzen zu stabilisieren, setzt die CDU auf Kostendämpfung, mehr Eigenvorsorge und Wettbewerb zwischen den Krankenkassen. Im Entwurf zum Grundsatzprogramm der Christdemokraten geht es vor allem darum, die Grundversorgung sicherzustellen und dazu insbesondere Versorgungslücken im ländlichen Raum zu schließen.
Deutschland muss bei den Vertragshandlungen zu klinischen Studien schneller werden, um mehr Zuschläge zu bekommen und international nicht noch weiter Anschluss zu verlieren. Mit dem Medizinforschungsgesetz könnte das gelingen – aber nur unter gewissen Voraussetzungen, über die bei einem Symposium diskutiert wurde.
Deutlich mehr Menschen in Deutschland beendeten im vergangenen Jahr ihr Leben aus freien Stücken durch ärztliche Freitodbegleitungen. Zwei Drittel waren Frauen. Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben erwartet einen weiteren Anstieg. Gesetzgeberischen Handlungsbedarf sieht sie bei der Suizidhilfe nicht, dafür beim Betäubungsmittelrecht.
Frauen nutzen digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) häufiger als Männer, außerdem sind die meisten Anwendenden im erwerbsfähigen Alter. Das zeigt der aktuelle Arztreport der Barmer, der besonders DiGA in den Blick nimmt. Auch geht daraus hervor, welche Kritik die Krankenkasse, Patient:innen und behandelnde Ärzt:innen sowie Therapeut:innen anbringen.
Eine Woche nach dem 50-Milliarden-Deal zum Transparenzgesetz liegen nun die Details zur Einigung vor. Klärungsbedarf sehen die SPD-Länder allerdings noch bei den Regelungen zu kurzfristigen Finanzhilfen. Sie fürchten, dass Lauterbachs mündliche Zusagen zum Landesbasisfallwert auf wackligen Füßen stehen.
Die angespannte Situation in der Pflege rückt wieder stärker in den politischen Fokus. Beim Pflege-Triage-Gipfel wurde der Druck auf Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, zu handeln, nun noch einmal erhöht. Das SGB XI sei tot, so eine der Botschaften an ihn. Es brauche eine radikale Reform der sozialen Pflegeversicherung.
Christina Haag arbeitet an einer digitalen Anwendung zur Früherkennung von Depression. Im Interview spricht die Postdoc darüber, wie und welche KI-Modelle psychisch Erkrankten helfen können und wo die Grenzen von Künstlicher Intelligenz in der Psychotherapie liegen.
Bürger:innen sollten sich auch in der Arzt- und Zahnarztpraxis oder in der Apotheke in das Organ- und Gewebespenderegister eintragen können, fordert der Unions-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger. Die Bundesregierung plant derzeit neben eID-Funktion und GesundheitsID keine weiteren Optionen zur Abgabe von Erklärungen zur Organ- und Gewebespende.
Um noch bestehende Schwachstellen des E-Rezepts zu beheben, plant Karl Lauterbach Anpassungen – etwa bezüglich der viel beklagten Retaxationen. Was er genau vorhat, schreibt der Bundesgesundheitsminister in einem Antwortbrief an seinen Parteikollegen Matthias Mieves.
Weißer Rauch steigt auf nach der Annahme des Cannabisgesetzes im Bundestag, gleichzeitig ist die Zukunft vernebelt: Unklar ist, ob der Bundesrat wegen der Komplikationen für die Länder den Vermittlungsausschuss anruft. Außerdem bleiben viele Unklarheiten für den Heimanbau.
Aus Sicht der Deutschen Diabetes Gesellschaft dürfen weder das Krankenhaustransparenzgesetz noch das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz das in zertifizierten Einrichtungen bereits erreichte Level der Versorgungsqualität gefährden. Stattdessen sollte die Reform mehr Diabetesexpertise in Krankenhäusern fördern.
Die Krankenkassen hatten es schon lange befürchtet, dass der Bund seinen Anteil am Transformationsfonds über einen Griff in den Gesundheitsfonds finanzieren will. Nun verdichten sich die Hinweise darauf. Doch die 50 Milliarden Euro dafür sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr als ein in die Zukunft gerichtetes Versprechen.
Das Krankenhaustransparenzgesetz passiert den Vermittlungsausschuss, die GKV soll die kommenden zehn Jahre zig Milliarden in einen Transformationsfonds geben. Gleich nach Abschluss der Verhandlungen lud das BMG gestern dazu ein, über die große Krankenhausreform zu reden. Ob die Union noch mitmischt, ist offen, berichtet Thomas Trappe.
Um dem wachsenden Pflegekräftemangel entgegenwirken zu können, müssen laut der Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Claudia Moll, Ressourcen optimal eingesetzt, pflegende Angehörige entlastet und Vorhaben schneller in die Regelversorgung überführt werden. Warum es vor allem Geld und bessere Strukturen braucht, haben Expert:innen gestern diskutiert.
Die deutsche Wirtschaft befindet sich laut Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung „weiterhin in einem schwierigen Fahrwasser“. Der Bundeswirtschaftsminister fordert einen „Reformbooster“, an dem die Regierung arbeiten müsse. Es fehlten Arbeitskräfte; unnötige Bürokratie soll weg. Arzneimittel, Biotech, Diagnostik zählen zu Schlüsseltechnologien.
In der Krebstherapie kommt immer häufiger personalisierte Medizin zum Einsatz. Doch noch immer gibt es Tumoridentitäten, bei denen Ärzte therapeutisch betrachtet mit dem Rücken an der Wand stehen. Wie sich das ändern lässt, darum geht es auf dem diesjährigen Deutschen Krebskongress, der unter dem Motto „Fortschritt gemeinsam gestalten“ steht.
Heute tagt der Vermittlungsausschuss zum Krankenhaustransparenzgesetz – die Ampel hofft auf eine Mehrheit, siegesgewiss klingt man aber nicht. Derweil warnen Banken vor erschwerten Bedingungen für Kliniken, Kredite zu bekommen. Und einige Länder wollen offenbar schon ein Alternativkonzept für eine große Krankenhausreform vorbereiten.
In dieser Woche wird in Brüssel im Trilogverfahren über den European Health Data Space (EHDS) beraten. Der Bundesverband der Deutschen Industrie drängt darauf, von nationalen Öffnungsklauseln abzusehen, wie der Rat sie umsetzen will. Sie würden das Risiko von Sonderlösungen und unvollständigen, für die Forschung nicht nutzbaren Datenbeständen bergen.
Um mit KI und Robotik in Testinfrastrukturen experimentieren zu können, fördert die EU vier Projekte – so auch das Reallabor TEF-Health für das Gesundheitswesen. Die Leiterin Petra Ritter hat große Pläne für das Konsortium und will etwa die Simulation von digitalen menschlichen Zwillingen ermöglichen.
Es schien schon fast in trockenen Tüchern, jetzt kriselt es erneut beim Cannabisgesetz: Ein grünes Justizministerium berichtet von einer Prüfwelle, die die Länder in die Bredouille bringen könnte. Offene und geschlossene Briefe aus der Innenministerkonferenz und der SPD-Fraktion heizen die Diskussion weiter an. Nun steht womöglich der 1. April auf der Kippe.
20 Jahre Patientenbeteiligung: Beim Festakt sprachen Politiker, Patientenvertreter und Selbstverwaltung von einer Erfolgsgeschichte – allerdings mit nach wie vor erheblichen Schwächen. Kritik ernteten vor allem die Länder. G-BA-Chef Hecken forderte „eine zentrale Patienten-Overhead-Stabsstelle für den Wissenstransfer“.
Im Mai endet die Qualifizierungsphase für Pandemiebereitschaftsverträge. Einer der fünf Partner springt ab, die freiwerdenden Mittel sollen für Totimpfstoffe verwendet werden. Zum Unmut einiger Haushaltspolitiker, die das Milliarden Euro schwere Programm kritisch sehen und das Geld lieber anderweitig verwenden würden.
Ein EU-weites Verbot von Amalgam-Füllungen ab 2025 ist nur noch Formsache. Doch welche Folgen hat dies für die Zahnversorgung hierzulande? Zahnarzt-Funktionäre, die bis zuletzt Widerstand geleistet haben, verweisen auf Probleme mit Alternativ-Füllstoffen. Und auf höhere Kosten. Wie viel die gesetzlichen Kassen davon übernehmen, ist offen.
Mit dem BIPAM will Minister Lauterbach ein neues Public-Health-Institut schaffen – nun warnt die RKI-Belegschaft vor dramatischen Folgen des Vorhabens und fordert eine „wertschätzende Kommunikation“. Auch die im Koalitionsvertrag versprochene Unabhängigkeit des Instituts sei nicht mehr gewährleistet.
Unnötige Mehrfachuntersuchungen, Pannen bei der Weitergabe von Patienteninformationen, mangelhafte Kommunikation: Das sind Eindrücke, die Patienten nach Klinikaufenthalten schildern. Geht es dabei um mehr als Einzelfälle? Und falls ja: Welche sind die Gründe hierfür? Eine Umfrage unter Akteuren des Gesundheitswesens zeigt: Es mangelt vor allem an Daten.
Bereits Medizinstudierende gehen heutzutage mit anderer Erwartungshaltung an den ärztlichen Beruf heran. Der Marburger Bund will darauf bei der Weiterbildung reagieren und drängt auf Verbesserungen. Er hätte dort gerne mehr Koordination und tarifvertragliche Regelungen auch für den ambulanten Bereich. Nantke Garrelts fasst zusammen.
Von Oktober 2020 bis Februar 2023 haben die Kassen den Pflegeeinrichtungen für Coronatests 4,4 Milliarden Euro erstattet, meist ohne Belege anzufordern. Nun moniert der Bundesrechnungshof, dass der Gesetzgeber das nicht hätte zulassen dürfen. Und er fordert die Versicherer auf, unterbliebene Prüfungen wenigstens stichprobenartig nachzuholen.
Zum zweiten Quartal soll die neu strukturierte Unabhängige Patientenberatung wieder ihre Arbeit aufnehmen, kündigt der Patientenbeauftragte an. Im Umgang mit Behandlungsfehlern fordert er weiterhin ein Never-Event-Register auf Bundesebene. Und als „längst überfällig“ bezeichnet er das gestern von den Ersatzkassen vorgestellte Versicherten-CIRS.
Im deutschen Gesundheitssystem spielen Patient:innen oft eine untergeordnete Rolle. Das Ziel sollte allerdings sein, für sie die individuell bestmögliche Versorgung zu gewährleisten, schreiben Expert:innen in einem Positionspapier. Mit diversen Forderungen an die Politik streben sie ein stärker wert- und ergebnisorientiertes System an.
Bislang existierte die Homöopathie friedlich vor sich hin. Wiederkehrende Wirksamkeitsdebatten gab es, Maßnahmen blieben aus. Die geplante Streichung als freiwillige Satzungsleistung der Kassen ist für Karl Lauterbach eine Prinzipienfrage, die den Homöopathie-Markt vorerst kaum betrifft. Strengere Anforderungen an die Produkte bleiben wohl zudem aus.
Zum Jahreswechsel hat Florian Hartge die Geschäftsführung in der Gematik übergangsweise übernommen. Im Interview spricht der Interims-CEO über die Entwicklung zur Digitalagentur sowie darüber, wie der Wechsel zur Telematikinfrastruktur 2.0 vorangeht und warum er für den weiteren Zeitplan der ePA optimistisch ist.
Lange warteten die Gesundheitsberufe auf Vorschläge. Nun zeichnet sich ab: Das BMG plant eine Teilakademisierung der Physiotherapie-Ausbildung und eine verpflichtende Ausbildungsvergütung. Das geht aus dem Entwurf zum Physiotherapieberufereformgesetz hervor. Der Direktzugang, eine Kernforderung der Heilmittelerbringer, wird wohl vorerst nicht umgesetzt.
Vor anderthalb Jahren verabschiedete die Bundesregierung ihre Resilienzstrategie – eine Lehre aus Ahrtalkatastrophe, Pandemie und Angriffskrieg, aber auch als Vorbereitung auf Großereignisse wie die diesjährige Fußball-EM. Doch den Versprechen folgt zu wenig Konkretes, kritisiert nun die Union in Reaktion auf eine BMI-Auskunft.
Ein Urteil des Bundesgerichtshofs könnte die angespannte wirtschaftliche Situation vieler Apotheken in Deutschland weiter verschlechtern. Während die ABDA ein Rettungsgesetz fordert und weitere Proteste plant, arbeitet das BMG weiter an seiner Apothekenreform, die viele Branchenvertreter für gefährlich halten.
Der Vorstoß des GKV-Spitzenverbands, eine Enquete-Kommission des Bundestags mit der Vorbereitung einer großen Pflegereform zu beauftragen, stößt bei den Sozialpartnern auf ein verhaltenes Echo. Gut gemeint, aber nicht zielführend, meint der DGB. Die BDA verweist auf eigene Reformvorschläge.
Das deutsche Gesundheitssystem ist hochkomplex und wird von Politik und Selbstverwaltung gestaltet. Damit auch die jungen Leute darin eine starke Stimme bekommen, wurde der Verein Hashtag Gesundheit gegründet. Wo steht der Verein heute – und wer dahinter?
In den europäischen Gesundheitsdatenraum sollen künftig anonymisierte Wellness- und Gesundheitsdaten einfließen. Ein Team aus Forschenden fordert einen partizipativen Ansatz für die medizinischen Bürger:innendaten, die etwa durch Smartphones und Smartwatches entstehen. Wie sie sich das vorstellen, schreiben sie in einem aktuellen Paper.
Eine gesetzliche Neuregelung der Suizidbeihilfe ist in weite Ferne gerückt. Jetzt ergreifen mehrere medizinische Fachgesellschaften, darunter die DGHO und die DGPPN, die Eigeninitiative: Sie wollen zeitnah eine ärztliche Leitlinie zur Freiverantwortlichkeit der Entscheidung für einen assistierten Suizid auf den Weg bringen.
In zwei Aufsichtsschreiben hat das Bundesamt für Soziale Sicherung die Krankenkassen aufgefordert, den Ärzten bei der Verordnung Digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) nicht ins Handwerk zu pfuschen. Am 26. Februar läuft die Frist ab, bis zu der die Kassen durch Übermittlung ihrer Arbeitsanweisungen belegen müssen, dass sie die Botschaft verstanden haben.
In der Praxis der Zukunft arbeiten Ärzte, Praxisteam und Patienten optimal zusammen. Die KV Nordrhein hat sich das Thema zur Aufgabe gemacht und gemeinsam mit Flying Health sowie gefördert durch das Bundesgesundheitsministerium zwei Jahre an dem Projekt Praxis4future gearbeitet. Seit Ende 2023 führt Digitalexpertin Julia Langenstein virtuell in die Zukunft.
Lachgas mutet wie ein altmodisches Betäubungsmittel an, das höchstens Zahnärzt:innen und rauschlustige Jugendliche nutzen. Doch es kommt etwa in England bei 70 Prozent der Geburten zum Einsatz. Beim diesjährigen Hebammenkongress galt es als Beispiel für eine Praxis, die man im Sinne der Nachhaltigkeit ändern sollte.
Bis 2050 könnten antimikrobielle Resistenzen jährlich zehn Millionen Menschen das Leben kosten. Dagegen helfen könnten ein verminderter Einsatz der lebensrettenden Medikamente sowie eine stärkere Forschung an neuen Arzneimitteln. In beiden Punkten scheint es aber wenig Bewegung zu geben, wie aktuelle Zahlen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK zeigen.
Im vergangenen Herbst kündigte das BMG umfassende Reformen bei der Lebendspende an. Geschehen ist seither: wenig. Nun zeigt sich: Selbst der Fahrplan für das Gesetzgebungsverfahren kann vom Ministerium nicht skizziert werden. Opposition, Betroffenenverbände und Wissenschaftler reagieren mit Unverständnis.
Mit seinem Doppelgriff in die Rücklagen hat der Gesetzgeber die Vermögen der Krankenkassen seit 2019 auf unter neun Milliarden Euro mehr als halbiert. Bei den Innungskrankenkassen drückte die Sparpolitik die Reserven bereits im dritten Quartal unter die gesetzliche Mindestgrenze. Keine guten Aussichten für 2025, meint der BKK-Dachverband in einer Analyse.
Die neue EU-Luftqualitätsrichtlinie soll die bisherigen Vorgaben aus dem Jahr 2008 ablösen. In den Verhandlungen pochen Mitgliedsstaaten noch auf abgeschwächte Vorgaben – zum Frust von Gesundheitsexpert:innen. Die Folge könnte eine Novellierung mit zu vielen Zugeständnissen sein, um diese vor der Europawahl überhaupt noch verabschieden zu können.
Um Arzneimittelstudien schneller zu bewerten, will das BMG den weitgehend ehrenamtlich tätigen Ethikkommissionen eine Bundesethikkommission vor die Nase setzen. Angesiedelt werden soll diese beim BfArM, das BMG will über Mitglieder und Satzung bestimmen. AKEK befürchtet staatliche Bevormundung und sieht die Sicherheit von Patienten gefährdet.
In einem Schreiben an die BÄK skizziert das BMG detailliert die stufenweise Inbetriebnahme des Organ- und Gewebespenderegisters ab Mitte März. Krankenhaus-Ärzt:innen wie Bürger:innen werden sich vor allem mit komplex anmutenden digitalen Neuerungen beschäftigen müssen. Am Erfolg des Registers hat offenbar selbst das BMG Zweifel.
Obwohl das Thema Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung gewinnt, fehlt es häufig an konkreten Umsetzungsstrategien. Das zeigt der aktuelle Nachhaltigkeitsreport des Deutschen Krankenhausinstituts, der Beratungsgesellschaft imug und der Techniker Krankenkasse. Dieser beschreibt den Stand der nachhaltigen Versorgung in deutschen Kliniken.
Roche in Deutschland ist im vergangenen Jahr gewachsen – und das trotz schwieriger Rahmenbedingungen durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz. Derzeit werde geprüft, ob eine weitere Milliarde Euro in den nächsten drei Jahren investiert werden kann. Die jüngst verabschiedete Pharmastrategie könnte den dafür nötigen Vertrauensvorschuss geben.
Weichmacher oder PFAS sind mittlerweile in der öffentlichen Diskussion zu Umweltgiften bekannte Begriffe. Nun will die Bundesregierung zusätzlich zur EU-Regulierung eigene Maßnahmen treffen. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation CHEM Trust freut das – sie hätte aber gerne mehr Verbindlichkeit.
Am 6. Februar ist der Welttag gegen weibliche Genitalverstümmelung. Eine Ausschuss-Sitzung im Bundestag zeigte gerade: Auch in Deutschland nimmt die Zahl der Betroffenen und Gefährdeten wohl zu – obwohl es schon lange unter Strafe steht. Die Herausforderungen für Gesellschaft und Gesundheitssystem sind vielfältig.
Die finanziellen Mittel sind knapp und die Herausforderungen gewaltig. „Wir müssen viel unternehmen, um die Babyboomer gut zu versorgen“, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in seiner Haushaltsrede. Dafür plant er eine Reihe von Strukturreformen. Doch reicht das Geld dafür aus?
Die Wahrscheinlichkeit, eine Krebsdiagnose zu überleben, steigt mit der Verfügbarkeit von immer mehr Behandlungsmöglichkeiten. Darum, so das Bundesforschungsministerium zur Halbzeitbilanz der Nationalen Dekade gegen Krebs, muss viel stärker als bisher auf die geschaut werden, die als genesen oder gar langfristig geheilt gelten. Was lernen wir von ihnen?
Der Krieg in der Ukraine hat großen Schaden auch im Gesundheitssystem hinterlassen. Eine noch engere bilaterale Zusammenarbeit soll der Ukraine bei Ausbildung und Wissensaustausch helfen. Eine Untersuchung zeigt derweil, dass trotz der hohen psychischen Belastung sehr wenige Ukrainer:innen psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.
Die stärksten Beitragserhöhungen gab es zum 1. Januar bei Knappschaft, Barmer und AOK Nordost, also „Versorgerkassen“ mit überdurchschnittlich vielen älteren und chronisch kranken Versicherten. Ein Zufall sei das nicht, meint nicht nur Matthias Mohrmann, Vize-Chef der ebenfalls betroffenen AOK Rheinland/Hamburg. Schuld seien Fehler im Morbi-RSA.
Zur künftigen Absicherung des Pflegerisikos weichen die Vorstellungen vieler weit voneinander ab. Von einer Zusammenlegung von sozialer und privater Pflegeversicherung über steuerbegünstigte betriebliche Zusatzangebote und kapitalgedeckte Pflicht- oder Individualversicherungen scheint einiges denkbar. Politisch spruchreif bleibt vorerst nichts.
Der Nationale Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) legte im November mit der ersten Studie zu Diskriminierung rassifizierter Menschen in der Gesundheitsversorgung vor. Ein Ergebnis stach besonders hervor: Psychotherapeut:innen melden sich deutlich seltener bei Menschen mit türkisch und nigerianisch klingenden Namen zurück.
In der Patientenversorgung und -überwachung bei Krebstherapien kann KI individualisiert unterstützen. Damit Innovationen in diesem Bereich nicht durch den Rechtsrahmen ausgebremst werden, fordert ein Forschungsteam eine besser angepasste Regulierung und Kooperationen zwischen Politik, Entwickelnden und Krankenhäusern.