Augmented Psychotherapy Training – so heißt die Weiterbildung zum psychedelischen Therapeuten, die seit November 2021 angeboten wird. Es ist der Versuch, eine bis heute zumeist okkulte Therapieform in die allgemeine Psychotherapie zu integrieren und sie auf evidenzbasierte, selbstkritische Beine zu stellen. Kann das gelingen?
Der Bundesdatenschutzbeauftragte spricht sich für harmonisierte, kompatiblere Gesetzgebung in Bund und Ländern aus. Das könne Forschungsvorhaben erleichtern. Auch müsse bei neuen Lösungen nicht alles neu erfunden werden, kritisierte Ulrich Kelber. Auch habe Deutschland die nationalen Möglichkeiten der DSGVO bisher gar nicht genutzt.
Es ist eine regionale Entscheidung mit bundesweiter Signalwirkung: Die Ersatzkassen zahlen nicht mehr für den Gesundheitskiosk in Hamburg, mit Verweis auf die Politik des Ministers. Viel spricht dafür, dass Lauterbachs Plan, 1.000 Kioske in der ganzen Republik zu errichten, gescheitert ist, bevor es losgeht.
In den nächsten Wochen beginnt die fachliche Auseinandersetzung mit den vorliegenden Vorschlägen zur Neuregelung der Suizidassistenz. Gestern hat der Deutsche Ethikrat seine Stellungnahme „Suizid – Verantwortung, Prävention und Freiverantwortlichkeit“ vorgelegt und will der Politik damit bei der Entscheidungsfindung helfen.
Trotz heftiger Kritik will Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sein GKV-Finanzstabilisierungsgesetz unverändert durch den Bundestag bringen. Rechtzeitig zur ersten Lesung wurde aber bekannt, dass es flankierend ein möglichst steuerfinanziertes Bündel von Entlastungen unter dem Arbeitstitel „Energiepaket“ geben soll.
Das verteilte maschinelle Lernen ermöglicht das Trainieren von KI-Modellen, ohne personenbezogene Daten zusammenzuführen – vor allem für die Medizin ein besonders reizvolles Vorgehen. Denn noch bremst der Datenschutz die Forschung an vielen Stellen aus.
Starke Preisexplosionen bei Energiekosten und der ausbleibende Ausgleich für die Mehrkosten bei den Schutzmaßnahmen: Die Reha-Einrichtungen ringen um Aufmerksamkeit für ihre finanziell zunehmend schwierige Lage. Dabei würde sich die Branche viel lieber anderen Themen widmen – etwa der Ausbildung von Pflegekräften.
Israel orientiert sich bei der Wahl eines festen Standards zum Austausch von Gesundheitsdaten an den USA. Damit sind zwei der globalen Innovationstreiber auf einer Wellenlänge, auch, wenn die Vorstellungen zur Regulierung von Drittanbietern auseinandergehen. Und der Europäische Gesundheitsdatenraum hat Potential, aber beantwortet zentrale Fragen nicht.
Die Ständige Impfkommission passt ihre aktuellen Impfempfehlung leicht an und plädiert für den präferierten Einsatz von Omikron-angepassten Impfstoffen. Mit der Empfehlung verbindet sie aber auch einen deutlichen Appell an die Politik, den Infektionsschutz nicht als oberstes Ziel im Pandemiemanagement zu begreifen.
Michael Diederich war erst acht Jahre alt, als er ein mit HIV-kontaminiertes Blutprodukt bekam und selbst zum Träger des gefürchteten Virus wurde. Heute engagiert er sich in einem Opferhilfeverband und fordert von der Politik die Novellierung des HIV-Hilfegesetzes und eine systematische Untersuchung von Hepatitis-C-Fällen.
Die Stiftung Kindergesundheit stellt heute ihren ersten Kindergesundheitsbericht vor und fordert von der Bundesregierung mehr Engagement. Denn in zahlreichen Feldern – wie Früherkennung, mentaler Gesundheit, Ernährung – werden Kinder benachteiligt. Der Einfluss des sozialen Status ist dabei ungebrochen stark.
Der Bundesverband der Deutschen Pathologen arbeitet die Verstrickungen des Berufsstands in den Nationalsozialismus auf. Im Interview spricht Verbandspräsident Karl-Friedrich Bürrig über die Beweggründe und die Rolle der Pathologen bei verbrecherischer NS-Forschung.
Um die Haushalts- und Wirtschaftsführung der Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen, der KBV, KZBV und des G-BA kontrollieren zu können, fordert der Bundesrechnungshof eine Ergänzung des SGB V. Denn bislang sind ihm hier, anders als bei den Krankenkassen, die Hände weitgehend gebunden. Das BMG könnte zeitnah zu einer Gesetzesinitiative aufgefordert werden.
Bis Anfang August wuchs die Zahl der GKV-Versicherten um 700.000 – viele von ihnen sind aus der Ukraine Geflüchtete. Die ohnehin ungesicherten GKV-Finanzen dürfte das im kommenden Jahr eher zusätzlich belasten, solange der Bund keine kostendeckenden Kassenbeiträge für Hartz-IV-Empfänger zahlt.
Wie viel Wissenschaft steckt in unserer medizinischen Versorgung? Dieser Frage geht Evert Jan van Lente in seiner Expertenkolumne nach. Die Entwicklung neuartiger Therapien habe sich in den vergangenen zehn Jahren enorm beschleunigt, doch die Studienlage zur Wirksamkeit und Sicherheit sei häufig dünn, was die Wissenschaftswelt letztlich in zwei Lager teile.
Durch Hitze, starke UV-Strahlung, Fluten und mehr mückenübertragene Infektionskrankheiten und Zoonosen fordert der Klimawandel das Gesundheitswesen heraus. Ein Präventionsprojekt und die Nationale Präventionskonferenz beschäftigen sich nun mit Prävention für Gesundheit und Globus.
Die von Karl Lauterbach geplanten Gesundheitskioske verfolgen den richtigen Ansatz, heißt es bei den Hausärzten. Gleichzeitig geht die Angst um, dass sich damit in sowieso schon schlecht versorgten Regionen die Situation verschärfe. Harsch kritisiert wurde beim Hausärztetag die „realitätsferne“ Pandemiepolitik der Bundesregierung.
Personalmangel, ungenügende Prozessstandards und unzureichende Digitalisierung: Die Liste der Faktoren, die die Sicherheit medizinischer Behandlungen gefährden, ist lang. Dabei sei die Hälfte der arzneimittelbezogenen Krankenhausaufnahmen vermeidbar, stellte gestern das Aktionsbündnis Patientensicherheit klar.
Der Zwischenbericht der ersten nationalen Reifegradmessung deutscher Krankenhäuser im Hinblick auf die Digitalisierung liegt vor und zeigt, wo die großen Baustellen liegen: Es mangelt insbesondere an Interoperabilität und Patienteneinbeziehung. Was kann die Politik nun mit diesen Ergebnissen anfangen?
Steigende Energiepreise und Inflation bringen den stromschluckenden Krankenhaussektor in Bedrängnis. Weil Investitionszahlungen der Länder ausbleiben, fehlen Mittel für energetische Sanierungen. DKG-Chef Gerald Gaß erklärt im Interview, wo die Häuser selbst anpacken müssen, wie viel Geld er vom Bund möchte und was er sich von zukünftigen Reformen erhofft.
Leistungsträger und -erbringer sowie Interessenvertreter und Forscher warten sehnsüchtig auf eine Versorgungsreform, die ambulante und stationäre Versorgung regional besser regelt und vergütet. Modelle liegen dafür genügend vor, von MVZs über IGZs bis zu Hybrid-DRGs. Das wurde gestern auf einem DGIV-Symposium deutlich.
Den Apothekerinnen und Apothekern im Land geht es so schlecht wie nie – das ist das wichtigste Ergebnis des Apothekenklima-Index 2022. „Wir können keine weiteren finanziellen Belastungen verkraften“, betonte ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening vor dem heutigen Auftakt des Deutschen Apothekertags in München.
Die Lebenserwartung in modernen Industriegesellschaften hat dramatisch zugenommen – nur ist ein langes Leben nicht unbedingt immer auch ein gesundes Leben. Der Umgang mit Gebrechlichkeit und alterstypischen Erkrankungen wird zur Belastungsprobe für die Sozialsysteme. Wissenschaftler fordern deshalb bessere Vorsorgestrategien.
Nach der Sondersitzung der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung kritisiert der GKV-Spitzenverband die Ärzteschaft, die an „nutzloser und teurer Neupatienten-Bonusregel“ festhalte. Die Honorarverhandlungen fänden schließlich nicht im luftleeren Raum statt. Eine Einigung scheint morgen unwahrscheinlich.
Nach langen Beratungen mit dem baden-württembergischen Datenschutzbeauftragten sollen ab Oktober die ersten Forschungsprojekte über die Plattform Honic möglich werden – ganz ohne die Zustimmung von Patienten. Die Gründer sehen in ihrem Geschäftsmodell vor allem eine Konkurrenz auf deutschem Boden zu Anbietern aus den USA oder China.
Wenn körpereigene Abwehrkräfte versagen, kann eine einfache Erkältung lebensbedrohlich sein. Muss sie aber nicht. Unter anderem dann nicht, wenn Medikamente nachhelfen können, das Immunsystem auf Trab zu halten. Nur was, wenn der Hersteller das Arzneimittel vom Markt nimmt, weil man sich um den Preis für das Medikament streitet?
Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen ist aufwendig und teuer, die DGKJ weist darum auf eine dringende Krankenhausreform hin. Vor allem ein Konzept der Regierungskommission überzeugt dabei.
Sollten besser Verdienende im gesetzlichen Kranken- und Pflegesystem stärker belastet werden? Darüber läuft gerade eine politische Debatte. Doch stärker zur Kasse gebeten werden sie schon automatisch - mit den sogenannten Rechengrößen, die infolge der Lohnentwicklung nächstes Jahr wieder angepasst werden. Dadurch steigt auch die Beitragsbemessungsgrenze.
Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung lehnt den Kabinettsentwurf zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz ab, weil dieser unter anderem die präventionsorientierte Parodontitis-Therapie gefährde. Dabei seien die Kosten für mögliche Langzeiterkrankungen wesentlich höher, so der Vorstandsvorsitzende der KZBV, Wolfgang Eßer.
Auch während der Omikron-Welle lag die Zahl der Behandlungen in den Krankenhäusern deutlich unter dem Niveau des Vorpandemie-Jahres 2019. Eine Auswertung des WIdO gibt Hinweise, dass das Ausmaß von Fehl- und Überbehandlung gestiegen ist als Folge des Bemühens der Kliniken, ihre Erlöse trotz schlechter Auslastung zu stabilisieren.
Der Plan des Bundesgesundheitsministers, Ärzten besondere finanzielle Anreize zu streichen, damit sie neben ihrer Stammkundschaft noch neue Patienten aufnehmen, spaltet die Gemüter: Während die KBV vor massiven medizinischen Versorgungseinschränkungen warnt, spricht die GKV von einem verzichtbaren „Bonus“.
Wer soll leben, wer sterben, wenn die medizinischen Ressourcen auf den Intensivstationen nicht für alle Patienten reichen? Das geplante Triage-Gesetz von Bundesgesundheitsminister Lauterbach spaltet. Auf einer Diskussionsveranstaltung der AWMF forderten Ärzte, Medizinethiker, Juristen und Patienten Nachbesserungen.
Das BMG leitet offiziell seinen Strategieprozess für die Digitalisierung des Gesundheitswesens ein und will zur Not, wo nötig, auch von vorne beginnen. Israel und Dänemark dienen als Referenz. Deutliche Kritik übte der Minister gestern an der derzeitigen Ausgestaltung des E-Rezepts.
Welcher Indikator der richtige ist, um eine Ausbreitung in der Bevölkerung zu beurteilen bis hin zur guten Kommunikation von Gesundheitsdaten – all das sind Lehren aus der Pandemie. Auf dem Jahreskongress des Zi trafen sich Gesundheitswissenschaftler und Politiker und sprachen über Fehler und Zukunftspläne.
Egal in welchem Mitgliedsland der EU: Die dort lebenden Menschen sollen die Gewähr haben, im Bedarfsfall hochwertig und bezahlbar gepflegt zu werden und die Kinder betreut zu bekommen. Zu diesem Zweck hat die EU-Kommission gestern eine Strategie mit ehrgeizigen Zielen präsentiert – darunter auch ordentliche Bezahlung und Kampf gegen Geschlechterstereotypen.
Hitze, Überschwemmungen, Allergien und Infektionen: Die gesundheitlichen Folgen der Klimakrise werden das Leben von Kindern bestimmen. Darüber, ob die Auswirkungen dennoch abgemildert werden können, entscheiden nun das Ausmaß und die Geschwindigkeit von politischen Maßnahmen.
Das Corona-Medikament Paxlovid wird von Ärzten nur zögerlich verschrieben. Grund sind Unsicherheiten bei der Gewichtung von Risikofaktoren, Wechselwirkungen und Kontraindikationen. Jetzt platzt dem DIVI-Präsidenten der Kragen: „Wenn sich keiner traut, innovative Medikamente wegen fehlender Evidenz einzusetzen, dann kann man auch keine Evidenz sammeln.“
Sind zehn Prozent aller offiziellen Corona-Toten „mit“, aber nicht „an“ Corona gestorben – oder ist es ein Drittel? Die Statistiken der Länder zeichnen ein widersprüchliches Bild. Nun kündigt das BMG an, im Winter für eine bessere Datenlage sorgen zu wollen. In den dafür zuständigen Kliniken ist davon allerdings nichts bekannt.
Die Oncotec Pharma Produktion GmbH hat ihren Sitz seit 25 Jahren in Dessau-Roßlau und wächst seither kontinuierlich. Doch der Preiskampf bei den generischen Arzneimitteln zwingt auch sie zur Anpassung des Portfolios. Biotechnologie soll ab 2025 bei ihnen Einzug halten.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht „Alarmstufe Rot“ und mahnt die Politik zum Handeln: Nach der Pandemie träfen die Kliniken nun Inflation und extrem gestiegene Energiepreise, es drohten Insolvenzen. Der GKV-Spitzenverband zeigt Verständnis, auch das BMG scheint besorgt. Tatsächlich aber sind die Kostensteigerungen nur ein Teil des Problems.
Wo war Gesundheitsminister Lauterbach bei der Koalitionsklausur in Meseberg und beim Koalitionsausschuss am Wochenende? Diese Frage stellt sich nicht nur DAK-Chef Andreas Storm. Dass beim Entlastungspaket die Probleme von 4,1 Millionen Pflegebedürftigen und die Finanzprobleme des Gesundheitssystems einfach vergessen wurden, hält er für einen Skandal.
Melanie Wendling, neue Geschäftsführerin des bvitg, fordert vom Gesundheitsministerium mehr Beteiligungsmöglichkeiten für die Industrie. Vor allem die geplante Digitalisierungsstrategie sieht sie dabei als Chance für einen Neuanfang.
Was tun, wenn sich das Kleinkrankenhaus wirtschaftlich nicht mehr trägt? Experten raten zu zügiger Umwandlung - und zwar entweder in eine ambulantes Zentrum, eine Überwachungsklinik oder ein spezielles Fachklinikum. Vorher müssten aber örtliche Voraussetzungen und Bedürfnisse zielgenau ausgelotet werden, heißt es in einer Expertenstudie der Stiftung Münch.
Wenn Ärzt:innen Symptome abwiegeln, haben sie vielleicht einen schlechten Tag oder sprechen aus Studien- und Erfahrungswerten. Wenn sie aber aus Unwissen oder Vorurteilen ihre Patient:innen nicht ernst nehmen und Symptome auf Herkunft, Gesicht oder Geschlecht schieben, kann das zu schweren Behandlungsfehlern führen.
In Deutschland leiden heute mehr als 250.000 Menschen an Multipler Sklerose – Tendenz steigend. Mittlerweile können Ärzte mit Blick auf die Therapeutika aus dem Vollen schöpfen, weil es stetig neue zugelassene Arzneimittel gibt. Doch die Suche nach der passenden Medikation ist oft ein langer Weg.
Durch Lauterbachs Krankenhauspflegeentlastungsgesetz drohen Krankenkassen ungerechtfertigte Mehrausgaben für die Pflege im Krankenhaus. Die schon bestehende Doppelfinanzierung von Pflegekosten über die 2020 eingeführten Pflegebudgets könnte um eine Milliarde Euro wachsen, warnt Wulf-Dietrich Leber, Leiter der Abteilung Krankenhäuser beim GKV-Spitzenverband.
Nach der Zulassung der an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffe will sich die Hälfte der Deutschen damit impfen lassen. Unterdurchschnittlich ist das Interesse jedoch bei Frauen und Ostdeutschen. Unbeantwortet bleibt die Frage ans Ministerium, wie viel alter Impfstoff nun vernichtet werden muss.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat sich gestern für die Zulassung des an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffs von Moderna ausgesprochen. Im Interview erklärt der Deutschlandchef von Moderna, Gerald Wiegand, wie viel Impfstoff zur Auslieferung bereit steht und für wen die Auffrischungsimpfung überhaupt geeignet ist.
Die Zahl der Patient:innen in geriatrischen Stationen, Reha-Kliniken und in der Versorgung von Ambulanzen und mobilen geriatrischen Diensten wird in den kommenden Jahren steigen. Der Bundesverband Geriatrie hat nun ein Konzept vorgelegt, wie die Versorgung im ambulanten Bereich aus einer Hand kommen und im Krankenhaus besser vernetzt werden kann.
Deutschland soll 1000 Gesundheitskioske bekommen, so steht es in den Eckpunkten für einen deutschlandweiten Rollout des einstigen Innovationsprojektes. Die Idee findet viel Anklang, doch die Frage der Finanzierung ist schwierig. Krankenkassen und Kommunen sollen zahlen, aber wie?
Die Gesellschafterversammlung der Gematik ist sich einig: Die Konnektoren in deutschen Arztpraxen müssen ausgetauscht werden. Erst ab 2023 sind Alternativen denkbar. Doch nicht alle haben dem Beschluss zugestimmt.
Um Notfallversorgung, Pädiatrie oder Geburtshilfe im Krankenhaus auskömmlich finanzieren zu können, braucht es nicht bloß die bisherigen Fall-, sondern auch erlösunabhängige Vorhaltepauschalen. Das ist Konsens in der Ampel-Regierung. Zur Frage, wie das en détail funktionieren kann und sollte, präsentiert die AOK heute ein Positionspapier.
Heute stellt Karl Lauterbach (SPD) seine Eckpunkte zum Aufbau von Gesundheitskiosken in ganz Deutschland vor. Im Hamburger Stadtteil Billstedt-Horn ist man schon einen großen Schritt weiter und hofft nun, endlich in die Regelversorgung zu kommen.
Könnte der Bundestag im Herbst die epidemische Lage erneut ausrufen, um damit etwa Schulschließungen zu ermöglichen? Theoretisch ist dies denkbar – nun schließt die FDP kategorisch aus, den Notstandsparagrafen zu reaktivieren. Harsche Kritik an geplanten Maßnahmen kam gestern von der DKG und den Kinderärzten.
Jungs sind dicker geworden, Mädchen leiden weit stärker als vorher unter Depressionen, Magersucht und Angststörungen: In einer DAK-Studie ist jetzt nachzulesen, was zwei Jahre Coronakrise unter Kindern und Jugendlichen angerichtet haben. Experten sprechen von einer dramatischen Entwicklung, sie warnen vor Chronifizierung und Spätfolgen.
Dass 14 Jahre nach Einführung einer Zulassungspflicht noch immer rund ein Drittel der Patienten mit nicht auf Wirksamkeit getesteten Therapieallergenen behandelt werden, hält das Bundesgesundheitsministerium rechtlich und politisch für nicht zu beanstanden. Dies ergibt sich aus der Antwort auf eine Anfrage der Unionsfraktion.
Was tun, wenn Arzt und Patient nicht die gleiche Sprache sprechen? In Kliniken und Praxen werden aus der Not heraus oft Kinder oder irgendwelches Personal als Dolmetscher herangezogen – mit entsprechenden Risiken für Behandelte und Behandler. Professionelle Sprachmittlung ist bislang keine Regelleistung der gesetzlichen Kassen. Das soll sich aber ändern.
Jens Spahn war Gesundheitsminister und zwischenzeitlich der beliebteste Politiker Deutschlands. Dann kam der Absturz. Nun versucht er, sich für ein Comeback neu zu erfinden. Unterwegs mit einem, der vor allem ein Ziel hat: noch einmal zu regieren.
Nicht nur für kommende Corona-Maßnahmen im Herbst legte das Kabinett gerade Vorschläge vor, in weiteren Änderungsanträgen geht es unter anderem auch um Akuthilfen für pflegende Angehörige. Eine Übersicht.
Karl Lauterbach zeigt sich bei der Vorstellung der Coronaschutz-Pläne der Regierung überzeugt, dass die Länder von ihren Möglichkeiten im Herbst Gebrauch machen werden. Justizminister Buschmann sagt, es handle sich um einen „Maximalrahmen“ und betont die Rolle des Parlaments. Die FDP mahnt Änderungen an, demonstriert aber grundsätzliches Einverständnis.
Während Deutschland noch gegen Adipositas, Diabetes & Co. kämpft, feiert Südkorea mit der Prävention schon große Erfolge. Von diesem Ansatz in der Gesundheitspolitik müsse Deutschland lernen, sagt nicht nur Johannes Wagner, Berichterstatter für Prävention der Grünen.
In Berlin gibt es überdurchschnittlich viele Leiharbeitskräfte in der Pflege, sie werden von den fest angestellten Kolleg:innen zunehmend kritisch gesehen. Wie groß der Frust in der Branche bei einigen inzwischen ist, zeigte nun eine Tagung. Leiharbeitsfirmen warben für ein Miteinander, die Politik forderte strenge Restriktionen.
Die Beobachtung des Infektionsgeschehens durch Analyse des Abwassers soll in einigen Bundesländern die Steuerung von Coronamaßnahmen im kommenden Herbst erleichtern und nachvollziehbarer machen. In manchen europäischen Nachbarländern ist das so genannte Abwassermonitoring inzwischen gängige Praxis.
Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein will sich aus dem Rollout des E-Rezepts zurückziehen, weil der Versand per Mail von der dortigen Datenschutzbeauftragten untersagt wurde. Die wundert sich nun über den Rückzug. Flaschenhälse sind der Chipmangel und das VideoIdent-Verfahren.
Nachbesserungen am Gesetzentwurf zur GKV-Stabilisierung schön und gut. Aber die Innungskrankenkassen wollen eine weit größere Finanzreform. Sie drängen auf Beteiligung an den Staatseinnahmen durch gesundheits- und umweltbezogene Steuern. Und sie fordern auch, die sogenannte Digital- und Plattformökonomie stärker für die Sozialversicherung zahlen zu lassen.
Zum Jahreswechsel dürften viele Kassenwechsel anstehen. Ein Zeichen für funktionierenden Wettbewerb? Eher nicht, denn den Krankenkassen mangelt es an Wettbewerbsoptionen. Das erneute, politische geplante Abschmelzen der Kassenreserven führt die Unternehmereigenschaft der Krankenkassen ad absurdum, schreibt Evert Jan van Lente in seiner Expertenkolumne.